Nach der weithin beachteten Premiere im vergangenen Sommer ist die Stadt Frankfurt auch in diesem sowie im nächsten Jahr Gastgeberin der prestigeträchtigen Zeremonie zur Verleihung der Sterne des Guide Michelin an Spitzenköche in Deutschland. Wenn am 23. Juni im Gesellschaftshaus Palmengarten die Ein-, Zwei- und Drei-Sterne-Auszeichnungen für das Jahr 2026 bekannt gegeben werden, blicken aber nicht nur Gourmets auf das Ereignis. Auch das Stadtmarketing wird gerade das mediale Interesse daran mit Freude registrieren. Soll sich doch der Gegenwert der Berichterstattung auf allen Kanälen über die Premiere im vergangenen Jahr im Bereich von zehn Millionen Euro bewegt und damit die Zuschüsse von Stadt und Sponsoren im hohen sechsstelligen Bereich gerechtfertigt haben. Das Interesse an der Sterne-Zeremonie soll auch dieses Mal mit einem über fünf Wochen verteilten Veranstaltungsprogramm befeuert werden, das die Vielfalt der Frankfurter Gastronomieszene spiegeln will: vom traditionsreichen Apfelweinlokal bis zum Sternerestaurant. „Sterne über Frankfurt“ ist der von 19. Mai bis 23. Juni dauernde Veranstaltungsreigen genannt, der von der Stadt und vom Kreisverband Frankfurt der DEHOGA Hessen organisiert wird und bis auf die Verleihungszeremonie selbst öffentlich ist. Der Vorverkauf startet am 8. März. Das Programm wird am 19. Mai eröffnet Wie Robert Mangold, Präsident der DEHOGA Hessen, ankündigt, gibt es neben den Veranstaltungen außerdem das Konzept des „Sterne über Frankfurt Signatur Dish“. Das soll helfen, „die besondere Michelin-Atmosphäre in die ganze Stadt zu tragen“. Alle teilnehmenden DEHOGA-Mitglieder sollen dafür einen Monat lang ein Gericht oder ein Menü offerieren, das die individuelle Handschrift des jeweiligen Betriebs unterstreicht. Aktionsaufkleber sollen auf die teilnehmenden Betriebe hinweisen, die außerdem auf der offiziellen Website www.sterneueberfrankfurt.de aufgeführt werden. Auf dieser Website finden sich auch die Beschreibungen der zahlreichen Sonderveranstaltungen des Programms, das nicht nur lokale Spitzenköche, sondern auch auswärtige Meister der Kochkunst präsentiert. Eröffnet wird das Programm am 19. Mai mit einer Willkommensparty im neu eröffneten Hotel The Florentin (die frühere Villa Kennedy) in Sachsenhausen. An Live-Kochstationen sind dort Könner wie Anton de Bruyn (Emma Metzler), Tobias Wollscheid (Lafleur), Niclas Nußbaumer (The Florentin) und Jochim Busch (Rausch) zu erleben. Wobei die beiden Letzteren auch Kandidaten für die Ehrung am 23. Juni sind, waren sie doch vor ihren Restaurantwechseln schon mit je zwei Sternen ausgezeichnet. Zwei Sterne hat Andreas Krolik für seine Künste im Restaurant Lafleur in den vergangenen Jahren immer wieder verliehen bekommen. Der dritte ist stets wieder in Reichweite. Das ließe sich am 2. Juni im Gesellschaftshaus Palmengarten in einem reizvollen Vergleich überprüfen, hat Krolik doch an diesem Abend mit Claus-Peter Lumpp und Christoph Rüffer gleich zwei mit jeweils drei Sternen ausgezeichnete Köche zu Gast, mit denen gemeinsam er ein Acht-Gänge-Menü präsentierten wird. Passend zum Titel „Ein Abend mit acht Michelin Sternen“. Moderiert wird die Veranstaltung von dem F.A.Z.-Gastroexperten Jakob Strobel y Serra. Von einem Himmel voller Michelin-Sterne träumen die Teilnehmer einer besonderen Veranstaltung am 12. Juni im Gesellschaftshaus Palmengarten hingegen noch. Da kochen ausgewählte Berufsschüler der Bergiusschule in Sachsenhausen gemeinsam mit ihrem Lehrer David Fischer und Spitzenkoch Mario Lohninger eigene Kreationen. Auf dass Gourmets auch künftig auf Frankfurts vielfältige Gastroszene blicken, die der Stadt nach Angaben von Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FPD) nicht zuletzt rund 100 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr beschert.
