FAZ 03.02.2026
11:41 Uhr

Mette-Marits Sohn vor Gericht: Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigung


Die Gerichtsverhandlung gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin hat begonnen. Marius Borg Høiby bestreitet die schwersten Vorwürfe gegen sich.

Mette-Marits Sohn vor Gericht: Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigung

In Oslo hat die Gerichtsverhandlung gegen den älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) begonnen. Marius Borg Høiby hat die schwersten Vorwürfe bestritten. Mit einem leisen „Nein“ antwortete er auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Er bestritt außerdem, die mutmaßlichen Opfer während der Taten gefilmt zu haben. Der 29-Jährige war nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB in einem grünen Pullover über einem Hemd und grüner Hose vor Gericht erschienen. Fotos oder Videos des Angeklagten zu machen ist verboten. Der Norweger muss sich wegen Dutzender teils schwerer Vergehen verantworten. Zu den 38 Anklagepunkten zählen auch Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte. Einige dieser Taten hat Marius Borg Høiby zugegeben. Im Prozess sollen auch Video-Aufnahmen helfen, Licht ins Dunkel um die schwersten Anschuldigungen gegen Høiby zu bringen. Seit August 2024,  dem Zeitpunkt der ersten Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby, haben die Ermittler unter anderem mehrere Handys beschlagnahmt. Der Angeklagte soll zwischen 2018 und 2024 mehrere Frauen vergewaltigt und sexuell missbraucht haben, während sie laut Anklage „nicht wach“ waren und sich nicht zur Wehr setzen konnten. Die mutmaßlichen Opfer soll er während der ihm vorgeworfenen Sexualstraftaten gefilmt haben. Der Sohn der Kronprinzessin bestritt die schweren Straftaten zum Prozessauftakt am Dienstag. Um die mutmaßlichen Opfer zu schützen, ist die Berichterstattung über die Verhandlung eingeschränkt. Die Video-Aufnahmen werden im Gericht hinter verschlossenen Türen abgespielt. Erneute Festnahme vor dem Prozess Kurz vor Prozessbeginn war Marius Borg Høiby am Wochenende erneut festgenommen worden. Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Wegen Wiederholungsgefahr muss er vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Nach dem Vorfall am Sonntag befand sich Marius Borg Høiby laut Medien im Krankenhaus. Das berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB am Dienstagmorgen unter Berufung auf Quellen. Zuvor hatte die Zeitung „Verdens Gang“ Bilder veröffentlicht, die die norwegische Kronprinzenfamilie vor dem Krankenhaus zeigen sollen.