FAZ 30.01.2026
08:54 Uhr

Maxi Schafroth: „Nicht lustig“: Deutscher Satiriker löst in Grönland mit US-Fahne Empörung aus


Der bayerische Satiriker Maxi Schafroth hat versucht, in Grönlands Hauptstadt Nuuk die US-Flagge zu hissen, und wütende Reaktionen ausgelöst. Gegen ihn wurde ein Bußgeld verhängt.

Maxi Schafroth: „Nicht lustig“: Deutscher Satiriker löst in Grönland mit US-Fahne Empörung aus

Ein deutscher Satiriker, der im Auftrag des NDR unterwegs war, hat in Grönland für Empörung gesorgt, da er in der Hauptstadt Nuuk versucht hatte, eine amerikanische Flagge zu hissen. Das Hissen der „Flagge der militärischen Supermacht, die seit Wochen militärische Gewalt gegen unser Land andeutet, ist kein Scherz. Das ist nicht lustig. Das ist immens schädlich“, teilte die Bürgermeisterin Nuuks, Avaaraq Olsen, am Donnerstag auf Facebook mit. Das Nutzen politscher Symbole für Schockeffekte sei keine Satire, sondern „rücksichtsloses Verhalten in einer Gemeinschaft, die ohnehin schon unter psychischem Druck steht“, so Olsen. Satire „wirkte nicht wie beabsichtigt“ Am Mittwoch hatte der Satiriker Maxi Schafroth vor dem Kulturhaus in Nuuk versucht, die amerikanische Flagge zu hissen. Laut dem dänischen Radio, das zuerst über den Vorfall berichtet hatte, gab er zunächst an, er sei von der amerikanischen Regierung. Später sagte er jedoch, dass es sich um einen Witz handele. Ziel der Aktion sei es gewesen, sich in der Satiresendung „Extra 3“ über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump lustig zu machen. Als er am Fahnenmast stand, sei ihm klar geworden, „dass die Satire in dieser Situation nicht wie beabsichtigt wirkte“, zitiert ihn das dänische Radio. Offenbar wurde er von einem Mitarbeiter der Kultureinrichtung an der Aktion gehindert. Später entschuldigte er sich bei diesem sowie bei dem grönländischen Volk. Auch der NDR bat für die Aktion um Entschuldigung. Zu keinem Zeitpunkt sollte demnach der Eindruck erweckt werden, die Grönländerinnen und Grönländer seien Ziel der Satire. Demnach wurde gegen Schafroth ein Bußgeld verhängt. In Grönland wird weiter davon ausgegangen, dass die USA militärische Gewalt anwenden könnten, um das Land in ihren Besitz zu bringen. Trump hatte das zuletzt ausgeschlossen, jedoch seinen Anspruch auf die Insel erneuert.