Alles sei sehr schnell gegangen, sagte Senator Markwayne Mullin, als ihn Journalisten auf die Nominierung als Heimatschutzminister ansprachen. Er freue sich aber sehr und sei geehrt, als „Junge aus Westville, Oklahoma“ künftig im Kabinett des Präsidenten zu sitzen. Der 48 Jahre alte Mullin war zehn Jahre lang Abgeordneter für Oklahoma im Repräsentantenhaus, bevor er 2023 in den Senat einzog. Doch sein Weg in die Politik war kein gewöhnlicher. Er wuchs als jüngstes von sieben Kindern in Westville auf, einem Ort im Nordosten Oklahomas mit weniger als 1500 Einwohnern. Ein Studium brach Mullin ab, weil er mit zwanzig den Klempnerbetrieb seines erkrankten Vaters übernahm und ausbaute. Als er 2012 zum ersten Mal in den Kongress gewählt wurde, moderierte er eine örtliche Radiosendung zum Thema Heimwerken. Befürworter massenhafter Abschiebungen Mullin erklärte seinen Wechsel in die Politik einmal mit der Weltferne vieler (demokratischer) Politiker in Washington, die nie selbst Unternehmer oder Entrepreneure gewesen seien. Es gebe ein Motto in seiner Familie: Man werde nie Dinge ändern, die man bereit sei zu tolerieren. Mullin, der in seinem Bundesstaat gern in Jeans und Cowboystiefeln unterwegs ist, wurde in Washington schnell zu einem Vertrauten Donald Trumps. Der führende Republikaner im Senat, John Thune, bezeichnete ihn einmal als „Trump-Flüsterer“ der Kammer. Im vergangenen Wahlkampf zog der Cherokee durch umkämpfte Bundesstaaten, um indigene Wähler zu gewinnen. Doch schon nach 2020 unterstützte Mullin Trump in seiner Falschbehauptung der „gestohlenen“ Wahl. Auch als Heimatschutzminister dürfte Trump keine Widerworte zu erwarten haben. Mullin ist ein entschlossener Befürworter der massenhaften Abschiebung von Migranten – eines der Kernvorhaben des Präsidenten und eine Aufgabe, die ihm auf seinem neuen Posten zukäme. Nach den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti und Renee Good in Minneapolis schrieb Mullin auf X, die Beamten seien „Patrioten“ gewesen, die sich zunehmend Bedrohungen ausgesetzt sähen. Zu Trumps Schlägen auf Iran sage er jüngst, man „beseitige die Bedrohung“. Auch auf Mullins Kampfgeist dürfte sich der Präsident verlassen können. 2023 lieferte der Senator sich in einer Anhörung ein Wortgefecht mit einem Gewerkschaftspräsidenten, dem er zurief: „Wir sind beide mündige Erwachsene, wir können das gleich hier zu Ende bringen.“ Als der zurückgab, dann solle Mullin mal aufstehen, tat der das tatsächlich, wurde aber vom leitenden Senator zurückgepfiffen. Trump hob in seiner Ankündigung am Donnerstag hervor, Mullin sei früher ein „nie geschlagener, professioneller“ Mixed-Martial-Arts-Kämpfer gewesen.
