FAZ 01.02.2026
14:14 Uhr

Mails aus „Epstein-Akten“: Olympia-Cheforganisator Wasserman unter Druck


Der Olympia-Cheforganisator von Los Angeles 2028 ist durch die Veröffentlichung weiterer „Epstein-Akten“ kompromittiert. Die E-Mails deuten auf intimen Verkehr zwischen ihm und Ghislaine Maxwell hin.

Mails aus „Epstein-Akten“: Olympia-Cheforganisator Wasserman unter Druck

Casey Wasserman, Chef des Organisationskomitees der Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 2028, ist durch die Veröffentlichung weiterer E-Mails aus den sogenannten „Epstein-Akten“ kompromittiert. In dem Datensatz, den das Justizministerium der Vereinigten Staaten am Freitag veröffentlichte, findet sich E-Mail-Verkehr zwischen Wasserman und Ghislaine Maxwell aus dem Jahr 2003, der auf intimen Verkehr zwischen beiden hindeutet. Maxwell war Partnerin und Komplizin von Jeffrey Epstein, dem Drahtzieher des derzeit berüchtigtsten Kinderschänderrings der Welt. Epstein war in Untersuchungshaft im Jahr 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden worden, als Todesursache wurde in einem Obduktionsbericht Suizid angegeben. Maxwell war im Jahr 2022 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen und Menschenhandels von Minderjährigen im Zeitraum zwischen 1994 und 1997 zu zwanzig Jahren Haft verurteilt worden. „Es tut mir schrecklich leid“ Sie hatte ihrem Partner Epstein minderjährige Mädchen zugeführt, die auf Partys von reichen, mächtigen Männern, teils auch von Maxwell missbraucht wurden. Im November hatte der Kongress in Washington den „Epstein Files Transparency Act“ verabschiedet, der das Justizministerium verpflichtet hatte, alle Unterlagen bis zum 19. Dezember 2025 zu veröffentlichen. Dem ist die Regierung nicht nachgekommen. Wasserman, heute 51 Jahre alt, teilte mit, er bedauere die Korrespondenz mit Ghislaine Maxwell. Er habe mit ihr kommuniziert, lange bevor ihre „schrecklichen Verbrechen ans Licht kamen“. Sein Großvater, der Hollywood-Filmmogul Lew Wasserman, hatte die Spiele in Los Angeles 1984 mitorganisiert. Casey Wasserman hatte 1998 die Wasserman Media Group gegründet, die Sportler und Künstler betreut. Die Musikerin Billie Eilish verließ die Agentur im Sommer 2024, als Berichte Wasserman detailreich sexuelle Beziehungen zu Angestellten nachsagten. Bereits seit längerem ist bekannt, dass er 2002 mit Epstein, dem früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und dem Schauspieler Kevin Spacey nach Afrika geflogen war, um humanitäre Projekte zu verfolgen, wie es heißt. In den am Freitag veröffentlichten E-Mails finden sich sexuell aufgeladene Anspielungen, aber auch Maxwells Bitte an Wasserman um Tipps zu Immobilienlagen in Los Angeles, Epstein habe vor, dort ein Apartment zu mieten. Wasserman behauptet, er habe „niemals eine persönliche oder geschäftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt“. „Es tut mir schrecklich leid, dass ich mit beiden in Verbindung gebracht werde.“ Er wird in der kommenden Woche zur Session des Internationalen Olympischen Komitees in Mailand erwartet. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry sagte am Sonntagnachmittag bei ihrer ersten Pressekonferenz in Mailand, die IOC-Exekutive habe das Thema nicht besprochen auf ihrer Sitzung. Sie verwies auf Wassermans Statement und fügte an, nichts weiter anzufügen zu haben. Auf Nachfrage sagte die IOC-Präsidentin, sie habe Wasserman nicht kontaktiert. Wiederholt auf das Thema und den Einsatz amerikanischer ICE-Beamter in Mailand angesprochen, sagte sie: Es gebe vor Olympischen Spielen immer Geschichten: „Zika, COVID – aber wenn die Spiele laufen, merkt man, was eigentlich wichtig ist.“