Die Olympischen Spiele von Mailand und Cortina d’Ampezzo sind schon einigen Athletinnen auf den Magen geschlagen. Manch eine fühlte sich vor lauter Aufregung vor dem Wettkampf unwohl, ein Teil des finnischen Eishockey-Teams hatte sich vor dem Auftakt des olympischen Turniers ein Magen-Darm-Virus eingefangen. Die neue Olympiasiegerin im Biathlon-Sprint, Maren Kirkeeide, verausgabte sich am Samstagnachmittag in der Loipe der Antholzer Arena so sehr, dass sie kaum noch laufen konnte und sich nach dem Zieleinlauf übergeben musste. Und dann waren da noch zwei deutsche Biathletinnen, die ihr Essen in den vergangenen Tagen nicht bei sich behalten konnten. „Ich merke es noch ein bisschen rumpeln im Bauch“ Während die Norwegerin Kirkeeide, schon wieder strahlend, ihre Goldmedaille in Empfang nahm, berichtete Vanessa Voigt, wie es ihr seit ihrem vierten Platz im Einzel am Mittwoch ergangen war: „Die letzten 48 Stunden habe ich nicht so viel runtergekriegt“, sagte sie, nachdem sie auch im Sprint wieder fehlerfrei geschossen hatte. „Ich merke es noch ein bisschen rumpeln im Bauch.“ Dementsprechend sei sie mit ihrem Rennen „ganz zufrieden“. Platz zwölf ist es geworden. Knapp fünf Stunden vor dem Rennen hatte sich die Thüringerin entschieden zu starten, nachdem sie probiert habe, etwas zu essen und ein wenig rauszugehen. Ihre Zimmerpartnerin traf es härter. Janina Hettich-Walz meldete sich am Morgen auf Instagram und teilte mit, ihren Start im Sprint „schweren Herzens absagen“ zu müssen. In den vergangenen beiden Tagen habe sie mit Magenproblemen zu kämpfen gehabt. Felix Bitterling, Sportdirektor des deutschen Teams, ordnete die Situation ein: „Wir gehen davon aus, dass sie etwas Falsches gegessen hatten. Es gab die gleiche Situation im tschechischen Team.“ Tschechen und Deutsche teilen sich ein Mannschaftshotel, darin zwar nicht Zimmer und Speisesaal, aber die Küche. „Unsere medizinische Abteilung ist sehr sicher, dass es nichts Schlimmeres ist“, ergänzte Bitterling. „Wir haben alles reinigen und desinfizieren lassen, bisher hat keiner weitere Symptome. Ich denke, es ist ok, ansonsten hätte Vanessa heute nicht diese Leistung bringen können.“ Franziska Preuß wird Siebte im Olympia-Sprint Franziska Preuß hat sich sicherheitshalber in ein Einzelzimmer zurückgezogen. Sie spüre bisher keine Symptome einer Magenverstimmung. Als Siebte erzielte sie im Sprint das beste Ergebnis aus deutscher Sicht, verzeichnete jedoch einen Schießfehler, der sie eine bessere Position vor dem Verfolgungsrennen am Sonntag (14.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport) kostete. „Klar hat man mit dem Sprung aufs Podium geliebäugelt“, sagte sie nach dem Rennen, „der eine Fehler war der eine zu viel. Die Ausgangslage für den Verfolger ist aber nicht ganz schlecht.“ Die erst 22 Jahre alte Norwegerin Kirkeeide erlebte in ihrem dritten Rennen bei diesen Olympischen Spielen ein bemerkenswertes Comeback. Am vergangenen Sonntag hatte sie die norwegische Mixed-Staffel mit zwei Strafrunden im letzten Stehendschießen aus dem Rennen um die Medaillen geschossen. Im Einzel am Mittwoch wurde sie nach fünf Schießfehlern 49. Im Sprint siegte sie nun ohne einen Patzer am Schießstand und mit Lauf-Bestzeit vor den beiden Französinnen Oceane Michelon und Lou Jeanmonnot. „Meine Teamkollegen haben mir sehr geholfen, nach der Mixed-Staffel haben mich alle sehr unterstützt, also habe ich versucht, das Ganze zu vergessen und nach vorne zu schauen“, sagte sie nach dem größten Erfolg ihrer jungen Karriere. „Es war mein Ziel für diese Saison, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Dass ich hier eines meiner besten Rennen überhaupt machen konnte, ist wirklich fantastisch.“
