Das Bild von Jürgen Raps im Cockpit des ersten Airbus A380 der Lufthansa nach erfolgreicher Überführung von Hamburg-Finkenwerder nach Frankfurt am 19. Mai 2010 ist inzwischen ein Zeitzeugnis der Luftfahrtgeschichte. Der ehemalige Chefpilot der Lufthansa hatte vom damaligen Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, den Auftrag erhalten, das bislang größte in Serie produzierte zivile Verkehrsflugzeug der Welt bei der Kranichlinie einzuführen. Es war ein ganz besonderer Moment, wie Raps später in Interviews sagte. Der Pilot war von Beginn an begeistert vom A380. Auch nach dem gut eine Dekade später beschlossenen Produktionsende war für Raps der A380 ein für Airbus extrem wichtiger Innovationsträger, in dem etliche Systeme erstmals in Serie eingesetzt wurden, die heute in den zweistrahligen Langstreckenflugzeugen von Airbus Standard sind. Raps, der 1951 in Bayreuth geboren wurde, begann seine Laufbahn 1970 an der Verkehrsfliegerschule in Bremen, flog später die Boeing 737 und die McDonnell Douglas DC-10. 1990 übernahm er die Leitung der Verkehrsfliegerschule. 1996 wurde er Chefpilot der Lufthansa und Flugbetriebsleiter. Im Passagevorstand war er von 2007 an für die operative Sicherheit verantwortlich. Neben und nach seiner Tätigkeit für die Lufthansa wirkte Raps in Gremien der IATA, der Internationalen Vereinigung der Airlines, die Sicherheitsstandards entwickelt. Zudem war er für die Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung tätig. Am Samstag ist Jürgen Raps im Alter von 74 Jahren gestorben.
