FAZ 10.01.2026
09:47 Uhr

Luftangriffe auf die Ukraine: Staatsterrorismus aus Moskau


Mit den neuerlichen Schlägen auf die zivile Infrastruktur der Ukraine zeigen die Moskauer Machthaber, wo sie stehen. Russland will keinen Frieden.

Luftangriffe auf die Ukraine: Staatsterrorismus aus Moskau

Die jüngsten Luftangriffe auf die Ukraine seien die Antwort auf deren „terroristische Attacke“ auf eine Residenz Wladimir Putins Ende Dezember, gibt das Verteidigungsministerium in Moskau an. Damit entlarvt sich das russische Regime einmal mehr selbst: Es nimmt einen von ihm selbst erfundenen angeblichen Drohnenangriff (der nach seinen eigenen Angaben keine Schäden angerichtet hat) zur Begründung für massive Schläge gegen die zivile Infrastruktur, die eine Hälfte der Millionenstadt Kiew bei zweistelligen Minustemperaturen der Versorgung mit Strom und Wasser berauben. Der vom russischen Außenminister Sergej Lawrow gegen die Ukraine erhobene Vorwurf, sie betreibe eine „Politik des Staatsterrors“, trifft in diesem Konflikt ausschließlich auf Russland zu. Der Begriff „Friedensgespräche“ trifft es nicht In den vergangenen Wochen war viel von „Friedensgesprächen“ die Rede. Das war von Anfang ein falscher Begriff. Denn in diesen Verhandlungen ging es nur darum, wieder eine gemeinsame Position des Westens zu finden, nachdem die USA unter Donald Trump viele russische Positionen übernommen hatten. Das Ziel des Kremls in diesem diplomatischen Zirkus war nicht Frieden, sondern die Schwächung der Ukraine. Gespräche über ein Kriegsende sind für Russlands Machthaber in Wirklichkeit nur eine andere Form von Waffe in ihrem Angriffskrieg.