FAZ 12.12.2025
13:21 Uhr

Luciafest am 13. Dezember: Lucia bringt Licht in den dunklen Winter


Mitten in der Adventszeit gibt es in Schweden eine Tradition, bei der Licht die bösen Geister vertreiben soll. Die Ursprünge des Luciafests liegen aber im Dunkeln.

Luciafest am 13. Dezember: Lucia bringt Licht in den dunklen Winter

Jedes Jahr, wenn die Hälfte der Türchen des Adventskalenders geöffnet ist, begeht Schweden einen besonderen Brauch: Am 13. Dezember ist Luciafest (Luciatåg). Das Luciafest fand nach dem Julianischen Kalender am Tag der Wintersonnenwende statt, also dem kürzesten Tag des Jahres. Vor allem in Nordschweden lässt sich die Sonne an manchen Tagen – wenn überhaupt – nur ein paar wenige Stunden blicken. Da tut Licht not! Am längsten Tag des Jahres, zur Sommersonnenwende, wird das Mittsommerfest (midsommar) gefeiert. Zum Tag mit dem wenigsten Tageslicht steht im Advent beim Luciafest das Licht im Mittelpunkt. Der Name Lucia leitet sich ab vom lateinischen Wort lux für Licht. Was am Luciafest gefeiert wird Die Heilige Lucia soll Ende des dritten Jahrhunderts im sizialianischen Syrakus gelebt. Ihr Name lässt sich mit „die Leuchtende“ oder die „Lichtträgerin“ übersetzen. Der Legende nach starb erst ihr Vater, dann wurde die Mutter krank. Lucia unternahm daraufhin eine Wallfahrt zum Grab der heiligen Agathe, um für die baldige Genesung der Mutter zu beten. Diese wurde tatsächlich wieder gesund. Als Dank führte Lucia daraufhin ein frommes Leben und verteilte zur Zeit der Christenverfolgung Brot an arme Glaubensgenossinnen und -genossen. Um im Dunklen den Weg zu finden und die Hände beim Tragen und Verteilen der Lebensmittel frei zu haben, soll sie einen Kranz mit Kerzen getragen haben. Sie wird mit einem weißen Kleid und einem roten Band um die Taille dargestellt. Wissenschaftlern zufolge könnte das Weiß für die Keuschheit stehen, die die Heilige Lucia gelobt haben soll, und das Rot für ihr Märtyrertum. Als belegt gilt das nicht. Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Luciafest nichts mit der Heiligen gleichen Namens zu tun habe. Die genauen Ursprünge liegen jedoch im Dunkeln. Es ist aber bekannt, dass das Fest in Schweden wohl schon im Mittelalter begangen wurde. Damals begann mit dem Luciafest das weihnachtliche Fasten. Die Bauern beendeten die Arbeiten, die vor Weihnachten noch erledigt werden mussten. Die typischen weißen Gewänder wurden wohl erst ab 1760 getragen, aber nur regional. Im 20. Jahrhundert gelangte das Luciafest zu landesweiter Bedeutung. 1927 wählte das Stockholmer „Dagblad“ das erste Mal eine Lucia für die Hauptstadt. Spätestens seitdem war der Brauch ein fester Bestandteil der schwedischen Vorweihnachtszeit. Welche Bedeutung das Fest in Schweden hat Das Fest ist weniger ein kirchlicher Feiertag als ein familiärer Brauch. Die Tradition sieht vor, dass die älteste Tochter einer Familie an diesem Tag die Lucia darstellt. Sie trägt ein weißes Gewand mit rotem Band um die Taille. Auf dem Kopf trägt sie einen Kranz mit Kerzen – oder elektrische Lichter, in der sicheren Variante. Das Licht soll böse Geister vertreiben. Ihr folgen andere Mädchen (auch tärnor genannt) mit Kerzen in den Händen. Zur Prozession gehören auch die Sternknaben (stjärngossar), Pfefferkuchenmännchen (pepparkaksgubbar) und die Wichtel (tomtar). Sie singen Lucia-Lieder, das bekannteste ist „Sankta Lucia“. Was man am Luciafest isst Zum Lichterfest gehören neben weißen Gewändern auch Kerzen sowie das Safrangebäck „Lussekatter“ und „Glögg“, die skandinavische Glühwein-Variante. Ist das Luciafest ein offizieller Feiertag? Das Luciafest feiert man nicht nur in Schweden, sondern auch in Dänemark, Norwegen und Finnland. Der 13. Dezember ist allerdings kein gesetzlicher Feiertag. Auf der Karibikinsel St. Lucia, die nach der Heiligen benannt ist, ist es der Nationalfeiertag.