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13.02.2026
13:08 Uhr
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Besuch in bayerischer Drohnenfabrik +++ Wadephul kündigt selbstbewussten Auftritt an +++ Rubio: Europa ist uns wichtig +++ Bundeskanzler Merz wird außenpolitische Grundsatzrede halten +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Ukraine simuliert Drohnenangriffe auf Bayerischen HofIm Ukraine-Haus werden russische Drohnen aus iranischer Produktion gezeigt, die seit vierJahren ukrainische Städte terrorisieren. Eine Video-Installation simuliert Angriffe mit Dutzenden solcher Drohnen auf europäische Großstädte. Paris, Berlin, aber auch auf den Bayerischen Hof, wo die Münchner Sicherheitskonferenz tagt, wird dabei virtuell getroffen. Einer der Besucher, die sich die russischen Terror-Drohnen zeigen lassen, ist Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom.
Freeland: Europa muss die Ukraine weiter unterstützenDie Unterstützung der Ukraine sollten die Europäer nach Einschätzung der kanadischen Politikerin Chrystia Freeland nicht als eine Art Gefallen für das Land betrachten. „Dieser Krieg ist ein entscheidender Krieg für die Demokratien in der Welt“, sagte Freeland, Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau der Ukraine, am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung im Literaturhaus München. Europa könne sich glücklich schätzen, dass die Ukraine weiter Widerstand leiste. Dies sei nicht selbstverständlich. Der ukrainische Autor Serhij Zhadan erklärte, er hoffe auf Gerechtigkeit für die Ukraine. „Es geht nicht um Rache, es geht nicht um Bestrafung“, sagte er. Wichtig sei ein Frieden, in dem das Land in keiner Weise kapitulieren müsse.Eine starke Armee und Bildung seien der Schlüssel für zukünftigen Erfolg, so Zhadan, der 2022 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. Zudem sollten sich Menschen auf der ganzen Welt bewusst werden, dass sie alle abhängig voneinander auf demselben Planeten lebten. Es gehe um die Frage, welche Werte ihnen wichtig seien.Freeland forderte Ukrainerinnen und Ukrainer auf, die ukrainische Sprache, die Geschichte und Kultur des Landes zu lernen. Sie hoffe auf eine „ökonomische Renaissance der Ukraine“ nach dem Krieg. Das Land brauche dafür weiter die Unterstützung der anderen Staaten, forderte sie. Menschen in der Ukraine sorgten sich, mit Ende des Krieges vergessen zu werden.
Wadephul wirbt für Investitionen in die VerteidigungBundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts der Krise im transatlantischen Verhältnis mehr Investitionen in die europäische Verteidigung angemahnt. „Jetzt schlägt die Stunde Europas“, sagte Wadephul am Freitag beim Transatlantischen Forum der CSU am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz: „Wir müssen an unserer Wettbewerbsfähigkeit, aber wir müssen auch an unserer Verteidigungsfähigkeit arbeiten. Dorthin müssen wir investieren und da müssen wir Schwerpunkte setzen.“Das transatlantische Bündnis sei „die DNA unserer Außen- und Sicherheitspolitik“, sagte der CDU-Politiker. „Daran arbeiten wir auch in schwierigen Zeiten.“Das Motto der diesjährigen Sicherheitskonferenz, „Under Destruction“, weise auf „die tiefen globalen Umbrüche“ hin. „Und wir werden sie nur bestehen, wenn wir unsere Allianzen bewahren, wenn wir zu dem stehen, was uns immer stark gemacht hat, was uns immer verteidigungsfähig gemacht hat“, fügte Wadephul mit Blick auf die NATO hinzu. „Europa muss unabhängiger werden, muss mehr tun für Verteidigung“, sagte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Ein starkes Europa bedeutet auch eine starke NATO.“ NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte, es habe einen „Mentalitätswandel“ innerhalb des Bündnisses gegeben. Es bestehe Einigkeit darüber, dass Europa eine stärkere Führungsrolle übernehmen müsse. „Ein starkes Europa in einer starken NATO bedeutet, dass die transatlantische Verbindung stärker denn je sein wird“, sagte Rutte.
Militärbischof verteidigt SicherheitskonferenzZu Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz bricht der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck eine Lanze für Spitzentreffen von Politikern mit Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft. „In der jetzigen schwierigen Lage liegt die Chance des Münchner Sicherheitstreffens darin, dass Akteure, die sonst kaum miteinander sprechen, in direkten Kontakt treten“, sagte Overbeck am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur.„Wenn es nur um den Austausch von Informationen ginge, wären digitale Formate sicher weniger aufwendig“, fügte der Bischof von Essen hinzu. „Aber gerade in der internationalen Politik geht es um das Verstehen des Anderen und den Aufbau von Vertrauen. Und da ist persönliche Begegnung durch nichts zu ersetzen.“ Overbeck nahm unmittelbar vor dem Auftakt des diesjährigen Treffens in München an einer Diskussionsveranstaltung zu friedensethischen Fragen teil.
Grönland-Gespräche in MünchenDie dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der amerikanische Außenminister Marco Rubio wollen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz Gespräche über Grönland führen. Auch mit weiteren amerikanischen Politikern seien Gespräche am Freitag geplant, sagte Frederiksen der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor mehr als einem Jahr immer wieder Besitzansprüche auf das zum NATO- und EU-Mitgliedstaat Dänemark gehörende Grönland erhoben und die NATO damit in eine tiefe Krise gestürzt. Annexionsdrohungen nahm er im vergangenen Monat nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zurück. Am Mittwoch schließlich verkündete die NATO den Start der Arktismission „Arctic Sentry“ (Wächter der Arktis), die die NATO-Präsenz in der Region stärken soll.Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der Vereinigten Staaten, Chinas und Russlands deutlich gewachsen. Zudem lagern in der Region wertvolle Rohstoffe.Frederiksen wiederholte am Rande der Sicherheitskonferenz in München am Freitag ihre Forderungen nach einer Stärkung der europäischen Verteidigung. Von Trumps Antrittsrede vor einem Jahr über die neue amerikanische Sicherheitsdoktrin bis hin zu Trumps Drohungen gegen Grönland deute „alles in eine Richtung, nämlich dass die USA sich leider von Europa entfernen“, sagte sie.
Erstmals ein Ukraine-Haus bei der SicherheitskonferenzAußenminister Johann Wadephul (CDU) und sein ukrainischer Gegenüber Andrij Sybiha haben am Freitag das Ukraine-Haus der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) eröffnet. Die Einrichtung des Zentrums zeige, dass die Ukraine eine Priorität der diesjährigen MSC sei, sagte Sybiha. „Wir befinden uns in einer neuen Ära“, sagte Sybiha. Europa könne seine Sicherheit nicht mehr auslagern. „Es ist an der Zeit, Stärke aufzubauen. Dies ist nur möglich, wenn die Ukraine ein integraler Bestandteil der neuen europäischen Sicherheitsarchitektur ist.“Die Ukraine habe Lösungen entwickelt, die Europa stärker machten, sagte Sybiha mit Blick auf die Entwicklung von Drohnen und anderen Rüstungsgütern. „Wir haben unsere Lektionen gelernt und sind bereit, sie zu teilen.“Der deutsche Botschafter in Kiew, Heiko Thoms, verurteilte die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. „Das sind Kriegsverbrechen, tägliche Kriegsverbrechen“, sagte Thoms. „Das ist reiner Terror, der nur dazu dient, das ukrainische Volk zu demoralisieren. Aber es funktioniert nicht: Die Ukrainer sind widerstandsfähiger denn je.“Das Ukraine-Haus soll für Ausstellungen, Diskussionen und als Arbeitsort für die ukrainische Delegation genutzt werden. Es wurde erstmals auf der MSC eingerichtet. Die Ausstellung „Ukraine: Future's Frontline“ in dem Zentrum wird von der Stiftung des ukrainischen Milliardärs Viktor Pintschuk organisiert. Zu sehen ist unter anderem ein mit Künstlicher Intelligenz erstellter Film, der Drohnen-Angriffe auf europäische Hauptstädte zeigt. Vor der Leinwand ist eine vom Iran entwickelte Schahed-Drohne aufgebaut. Die russische Armee nutzt Kampfdrohnen dieses Typs, um ukrainische Städte anzugreifen.
BDI-Chef fordert mehr RüstungBDI-Präsident Peter Leibinger hat die Europäer aufgefordert, sich notfalls auch auf eine Konfrontation mit den Vereinigten Staaten vorzubereiten. „Europas Verteidigung muss mit, ohne und gegebenenfalls gegen Washington gedacht und vorbereitet werden“, sagte Leibinger am Freitag in München bei einer Veranstaltung am Rande der Sicherheitskonferenz. Man brauche „schonungslose Klarheit“ über die Situation und eine strategische Eigenständigkeit. Zudem forderte er einen schnellen Aufwuchs der Rüstungsproduktion.Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie betonte, dass er sich weiter zur transatlantischen Partnerschaft bekenne und sie erhalten wolle. Er hoffe, dass der Wert dieser Beziehungen zwischen Amerikanern und Europäern „auch in Washington bald wieder klar erkannt und beherzigt wird“. Die Europäer könnten sich aber nicht darauf verlassen, dass dies der Fall sei. Sie müssten zudem in der NATO einen größeren Beitrag zur Sicherheit leisten. „Nur dadurch schrecken sie Aggressoren ab, entlasten die USA und gewinnen strategische Eigenständigkeit – auch für den Fall, dass sich das transatlantische Verhältnis verschlechtern sollte.“ Er bezeichnete Finnland als Vorbild für diese Haltung.Stark sei man nur, wenn man die eigenen Grenzen selbst verteidigen könne. Deutschland sei gut in der Forschung. „Innovation ohne massenhafte Produktion ist aber strategisch wertlos. Im 21. Jahrhundert entscheidet nicht die beste Idee. Die Geschwindigkeit der Umsetzung ist entscheidend“, sagte der BDI-Präsident. Man müsse führend in der Produktion beim Einsatz der Künstlichen Intelligenz sein, bei Weltraumfähigkeiten, Sensorik, Drohnen, Munition und Kommunikationssystemen. Zudem dürften zivile und militärische Produktion nicht mehr getrennt gedacht werden. Leibinger forderte die Politik auf, Rüstungsaufträge schneller zu erteilen und Investitionsabsicherung über Garantien abzusichern. „Dies zu gewährleisten ist jetzt die wichtigste Aufgabe der Politik.“
Bischöfe werben für starkes EuropaIn einem historisch einmaligen Vorgang haben die katholischen Bischofskonferenzen von Deutschland, Frankreich, Italien und Polen gemeinsam für ein starkes Europa appelliert. „Die Welt braucht Europa“, schreiben die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung mit dem Titel „Christinnen und Christen für Europa“. Denn: „Ein internationaler Rahmen stirbt und ein neuer ist noch nicht geboren.“In einer Welt, die „von Kriegen und Gewalt zerrissen und polarisiert“ sei, „muss Europa seine Seele wiederfinden, um der Welt seinen unverzichtbaren Beitrag zum ‚Gemeinwohl‘ anzubieten“, so die Bischöfe. Sie betonen die Bedeutung des Christentums in Europa, gerade auch nach dem Zweiten Weltkrieg: „Es hat zu einem großen Teil das Gesicht eines humanistischen, solidarischen und weltoffenen Europas geprägt.“Viele katholische Laien hätten Europa entschlossen als gemeinsames Haus angesehen und sich für die Entwicklung einer neuen internationalen Ordnung eingesetzt. Heute seien Christen zwar weniger zahlreich, das hindere sie jedoch nicht daran, sich mit Mut und Ausdauer auf das zu besinnen, was ihre Hoffnung begründe.Die Vorsitzenden heben besonders den Einsatz der europäischen Gründerväter Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi, hervor: Sie „wurden von ihrem christlichen Glauben inspiriert und waren keine naiven Träumer, sondern die Architekten eines großartigen, aber zerbrechlichen Gebäudes“.„Europa darf sich nicht allein auf einen Wirtschafts- und Finanzmarkt reduzieren, da sonst die ursprüngliche Intuition der Gründerväter verfehlt würde“, heißt es weiter. Trotz vieler eurokritischer Bewegungen hätten Europäer mit dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine stärker zueinandergefunden. Europa müsse immer bereit sein, den Dialog auch im Konfliktfall wieder aufzunehmen, um Versöhnung und Frieden zu ermöglichen. Es sei aufgerufen, nach Bündnissen zu suchen, die Voraussetzungen für echte Solidarität zwischen den Völkern schaffen.Unterzeichnet wurde die Erklärung vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sowie seinen drei Amtskollegen Kardinal Jean-Marc Aveline aus Frankreich, Kardinal Matteo Zuppi aus Italien und Erzbischof Tadeusz Wojda aus Polen.
„Ein neuer Provinzialismus wäre fatal“Die Sicherheit der Forschung ist in der neuen Geopolitik zum wichtigen Faktor geworden. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wird Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, an diesem Freitag über die Sicherheit in der Raumfahrt sprechen. Thomas Thiel hat mit ihr über die Risiken im All gesprochen, über die Abhängigkeit von amerikanischer Technologie und über die internationale Forschungszusammenarbeit, insbesondere mit Blick auf China.
Ischinger für stärkere Unterstützung der UkraineNach den Worten des Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Wolfgang Ischinger, muss Deutschland die Ukraine nach dem Wegfall der Unterstützung durch die Vereinigten Staaten im Angriffskrieg gegen Russland noch stärker unterstützen. Es sei wichtig, „dass wir die Lücke noch viel stärker füllen, die durch den Ausfall der USA bei der Belieferung der Ukraine mit Waffen, Rüstungsgütern, Munition“ entstanden sei, sagte Ischinger am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“.Eine Friedenslösung, welche die Ukraine nicht noch weiter „zerschneidet“, werde nur möglich sein, wenn sich das Land „erfolgreicher als in den letzten Wochen verteidigen kann“, betonte der MSC-Chef. Dabei spiele Deutschland „erfreulicherweise“ bereits eine Führungsrolle als wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern und finanzieller Hilfe für die Ukraine. Des Weiteren müsse sich Europa endlich „zusammenraffen“ und „bei den strategischen großen Fragen der Gegenwart mit einer Stimme sprechen“ – nur so könne verhindert werden, dass Europa von den Vereinigten Staaten, China und Russland „auseinanderdividiert wird“, betonte Ischinger. Mit Blick auf eine mögliche atomare Aufrüstung Europas hält er es für wichtig, nicht nur darüber nachzudenken, wie Europa sich „konventionell“ selbst verteidigen kann. Es sei auch sinnvoll, darüber nachzudenken, wie die nukleare Abschreckung Europas durch die stärkere Nutzung oder Vergrößerung der französischen und britischen nuklearen Arsenale verstärkt werden könne. Von einer deutschen nuklearen Aufrüstung im nationalen Alleingang riet Ischinger ab. Dies würde das „weltweite Gebäude der Verhinderung von nuklearer Aufrüstung“ gefährden, Völkerrechtsverpflichtungen verletzen und innerhalb Europas Risse verursachen. „Nein zur deutschen Bombe, ja zur Verstärkung der gemeinsamen europäischen Anstrengung“, sagte der MSC-Chef.
Wadephul kündigt selbstbewussten Auftritt anBundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat vor der Münchner Sicherheitskonferenz einen selbstbewussten Auftritt Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten angekündigt. In der NATO gebe es tatsächlich „eine Entfremdung“ und „Irritationen“ über manche Äußerungen aus Washington, sagte Wadephul am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Darüber werde in München gesprochen. Deutschland werde dabei „eine selbstbewusste Linie“ fahren.„Natürlich steht dieses Bündnis auch unter Druck“, sagte Wadephul zur Nato. „Wir wollen gemeinsam definieren, was uns zusammenhält, was die Nato bedeutet.“ Das Wichtigste sei dabei, „dass wir Europäer zusammenstehen“.Deutschland verfolge „eine Linie, die auf Verständigung auf ein Miteinander mit den USA angelegt ist – mit dem gesunden Selbstbewusstsein, das wir hier beitragen können“, sagte Wadephul. Er betonte, Deutschland leiste schon jetzt „sehr viel“ zur Stärkung des europäischen Pfeilers der NATO: Es sei der größte Unterstützer der Ukrainer, stationiere eine ständige Brigade an der NATO-Ostflanke in Litauen und werde das Ausgabenziel von fünf Prozent der Wirtschaftsleistung bei Verteidigung „schneller als andere“ erreichen.Damit sei Deutschland in der Lage, „den Vereinigten Staaten von Amerika zu sagen, was auf dem Spiel steht“, sagte Wadephul. Es gelte darum klarzumachen, „dass auch sie Europa brauchen werden, dass es sinnvoll ist, dass wir zusammenstehen und das auch in dieser Gemeinschaft mehr Gemeinschaftssinn gefordert ist.“ Dies erwarte Deutschland von den Vereinigten Staaten.
Greenpeace prangert Energieabhängigkeit anVor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz haben Aktivisten von Greenpeace am frühen Freitagmorgen ein riesiges Banner an einem Kran nahe des Konferenzaustragungsortes angebracht, um auf Europas Abhängigkeit von Flüssiggaslieferungen aus Russland und den Vereinigten Staaten aufmerksam zu machen. Zehn Aktivisten entrollten über dem Marienhof im Zentrum Münchens in etwa 60 Metern Höhe ein 90 Quadratmeter großes Banner mit der Aufschrift „Break Free From Tyrants“ (Befreie dich von Tyrannen), wie die Umweltschutzorganisation am Freitag mitteilte. Für den Vormittag war eine Kundgebung auf dem Marienplatz geplant.Sowohl der amerikanische Präsident Donald Trump als auch der russische Präsident Wladimir Putin nutzten Energielieferungen an Europa als Druckmittel, hieß es in einer Pressemitteilung von Greenpeace. „Wer über Sicherheit spricht, muss auch über Energiepolitik sprechen“, erklärte Greenpeace-Energieexpertin Marina Falke. „Die europäische Fixierung auf fossile Gaslieferungen stärkt unberechenbare Machthaber wie Trump und Putin.“Deutschland dürfe sich nicht von unzuverlässigen Regierungen abhängig machen, die Vereinbarungen einseitig aufkündigten oder an immer neue Bedingungen knüpften, betonte Falke mit Blick auf die Vereinigten Staaten. Seit Jahresbeginn erreicht laut Greenpeace je Woche mindestens ein mit amerikanischem Flüssiggas beladener Tanker deutsche Häfen.Für den Vormittag kündigte Greenpeace zudem eine Kundgebung auf dem Marienplatz an. Dabei sollen nach Angaben der Organisation überlebensgroße aufblasbare Skulpturen von Putin und Trump zum Einsatz kommen, die auf einem zehn Meter langen Modell eines Gas-Tankers mit der Aufschrift „Fossil Gas“ stehen. Auf einem weiteren Banner fordert die Organisation „Sichere Energie statt Gas-Abhängigkeit\"
Stoltenberg fordert neue Gespräche über AtomwaffenDer ehemalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich laut eines Medienberichts vor dem Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz für Gespräche mit Russland zur Atomwaffenkontrolle ausgesprochen. „Ich glaube, dass wir auf der Basis von Stärke und glaubwürdiger Abschreckung wieder mit Russland reden müssen“, sagte Stoltenberg einem Vorabbericht der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge. Er bedauere es sehr, dass die gesamte Architektur der Waffenkontrolle, die nach und nach während und nach dem Kalten Krieg entwickelt wurde, nicht mehr existiere. „Wir müssen einen Weg finden, eine neue Ordnung der Waffenkontrolle herzustellen“, forderte der norwegische Finanzminister. „Wir waren dazu im Kalten Krieg in der Lage, wir sollten es zukünftig auch sein.“