FAZ 12.01.2026
04:40 Uhr

Liveblog zum Schneesturm: Wetterdienst warnt vor gefährlicher Glätte


In mehreren Bundesländern wird der Präsenzunterricht ausgesetzt +++ Deutsche Bahn rechnet mit nur noch wenigen Einschränkungen bei Eiseskälte +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog zum Schneesturm: Wetterdienst warnt vor gefährlicher Glätte

Nach dem sonnigen Sonntag droht in der Nacht neues Wetterchaos. Von Westen her bringt Tief „Gunda“ Schnee und später Regen, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Folge sei „eine überregional unwetterartige Glatteis-Lage“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehen lassen, warnte ein ADAC-Sprecher. Ab etwa Mitternacht erreichen dem DWD zufolge Schnee und später Regen den Westen Deutschlands, die bis zum Morgen etwa eine Linie Schleswig-Harz-Allgäu erreichen.Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr im Distanzunterricht. Es werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit.Auch in Bremen und Niedersachsen fällt für Schülerinnen und Schüler am Montag der Präsenzunterricht aus. Alle niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte sagten den regulären Unterricht wegen erheblicher Glatteis-Gefahr ab. Die Behörden verwiesen darauf, dass ein sicherer Schülertransport nicht gewährleistet werden könne. Ausnahmen gibt es auf den ostfriesischen Inseln. „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei“Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte Deutschlands Autofahrer und Fußgänger weiter zu Vorsicht. Auch in den nächsten Tagen könne es zu Glatteis kommen, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei.“ Mit Blick auf den bisherigen Verlauf der vergangenen Wintertage zeigte sich Schnieder aber erleichtert. „Wenn ich mir das gesamte Geschehen anschaue, muss ich sagen, es ist nicht ganz so schlimm gekommen, wie wir befürchtet haben.“Die Deutsche Bahn rechnet für Montag nur mit kleineren Einschränkungen durch gefrierenden Regen. Es sei nicht davon auszugehen, dass es erneut so große Probleme wie am Freitag und Samstag geben könnte, sagte der Chef des für die Infrastruktur zuständigen Bahn-Unternehmens DB InfraGo, Philipp Nagl. 

Niedersachsen und Bremen ziehen nach: Der reguläre Schulunterricht fällt auch dort am Montag für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus. Grund ist eine Warnung vor unwetterartigem Glatteis. Bei spiegelglatten Straßen kann der Weg zur Schule riskant werden, Schulbusse fahren vielerorts nicht.Mitunter gibt es Distanzunterricht – vor allem für Berufsschüler und -schülerinnen. Ob Lehrkräfte ihre Klassen per Video-Schalte unterrichten, entscheiden vielerorts die Schulen selbst. Für die Jahrgänge bis zur zehnten Klasse müssen niedersächsische Schulen eine Notbetreuung organisieren.In Niedersachsen treffen die Landkreise und kreisfreien Städte die Entscheidung, ob der Unterricht witterungsbedingt ganz oder in Teilen ausfällt. Um das aktuelle Wetter zu berücksichtigen, passiert das laut Kultusministerium meist am Vorabend oder am frühen Morgen des Schultags. Eine Vorgabe des Landes, bis wann die Schulen und Kommunen die Entscheidung mitteilen sollen, gibt es nicht. 

In den Schulen in Nordrhein-Westfalen findet am Montag wegen Glättegefahr kein Präsenzunterricht statt. Infolge einer amtlichen landesweiten Unwetterwarnung sollen die Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben, wie das Bildungsministerium in Düsseldorf am Sonntag mitteilte. Die Schulen seien gebeten worden, in den „Distanzunterricht zu wechseln“.„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler haben für uns oberste Priorität“, erklärte NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU). „Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“.In Nordrhein-Westfalen werde am Montagmorgen überall Regen erwartet, „der aufgrund der kalten Temperaturen auf Straßen und Böden gefrieren und flächendeckend Glätte verursachen wird“, führte das Ministerium aus. Schülerinnen und Schüler, die dennoch in die Schule kommen, würden betreut. 

Der Wintersturm „Elli“ und die Folgen für die Deutsche Bahn nimmt politische Züge an: Nach vereinzelter Kritik aus Union und Grünen am Konzern verteidigt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Bahn. Diese werde seinen Worten nach ihren Umgang mit dem Wintereinbruch auf den Prüfstand stellen. Schnieder sagte der „Rheinischen Post“, nicht alle Fahrgäste hätten ihre Reise absagen können und seien teilweise sehr lange unterwegs gewesen, „weil der massive Wintereinbruch zu vielen Zugausfällen und Verspätungen geführt hat. Hier wird die Bahn sicherlich analysieren, wo es besonders gut Hand in Hand lief, und da, wo es etwas zu verbessern gibt, Abläufe weiter optimieren.“ Schnieder betonte überdies: „Klar ist aber auch, dass bei solchen extremen Wetterlagen kein planbarer Normalbetrieb möglich ist und immer wieder neu reagiert werden muss.“ Dadurch, dass die Bahn frühzeitig eine bundesweite Kulanzregelung kommuniziert habe, hätten viele Reisende ihre Fahrt verschieben können. Der Minister ergänzte: „Wir hatten eine herausfordernde Wetterlage. Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Bahn für ihren außergewöhnlichen Einsatz bedanken.“ Tausende seien ununterbrochen im Einsatz gewesen, um Strecken wieder befahrbar zu machen und die Bahnsteige von den Schneemengen zu befreien, sagte der Verkehrsminister.

Am Sonntag scheint die Sonne, doch in der Nacht könnte es vielerorts glatt werden: Ab etwa Mitternacht erreichen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge Schnee und später Regen den Westen Deutschlands, die bis zum Morgen etwa eine Linie Schleswig-Harz-Allgäu erreichen. Da es weiterhin eiskalt ist, droht verbreitet Glätte: Der Regen gefriert in der Frostluft oder auf den gefrorenen Böden. Folge sei „eine überregional unwetterartige Glatteislage“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter.Im Tagesverlauf breitet sich durch Tief „Gunda“ der DWD-Prognose zufolge bis nach Niederbayern sowie Oder und Neiße im Osten aus. Insbesondere in Bayern dauere die brisante Lage regional bis in den Dienstag hinein an. „Es ist mit teils massiven Auswirkungen zu rechnen“, warnte der DWD. Im Westen bessere sich die Situation bei Plusgraden bereits ab den Mittagsstunden – und weit im frostig bleibenden Osten komme die Front kaum noch an.„Die Gefahr für den Osten ist jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben“, sagte der Meteorologe. „Denn hier kommt der zweite Schub an Niederschlag spätestens in der Nacht zum Dienstag an und bringt ebenso teils unwetterartiges Glatteis mit sich.“ 

Feuerwehr und Bergwacht haben einen Mann auf dem Brocken gerettet. Er saß unterkühlt auf Norddeutschlands höchstem Berg fest. Da aufgrund des Sturmtiefs „Elli“ die Brockenstraße nicht geräumt werden konnte, machten sich die Helfer mit mehreren Motorschlitten auf den Weg, wie die Feuerwehr Schierke mitteilte. Oben angekommen fanden sie den Mann vor. Der Einsatz fand bereits in der Nacht zu Samstag statt. Der Mann sei an den Rettungsdienst übergeben worden.

Im Nordschwarzwald hat der Fahrer eines Schneepflugs auf einer schneebedeckten Straße die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und ist einen Abhang bei Forbach (Kreis Rastatt) hinuntergestürzt. Die 56 Jahre alte Beifahrerin erlitt schwere Verletzungen, der 53 Jahre alte Fahrer wurde leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Sanitäter brachten die beiden in eine Klinik. Der Schneepflug soll im Laufe der kommenden Woche geborgen werden. Wegen der aktuellen Wetterverhältnisse sei dies vorher nicht möglich, sagte ein Polizeisprecher. Für die Bergung ist ein Spezialfahrzeug nötig. Dies müsse sicher auf der Straße stehen können.

Der Fernverkehr der Bahn in Norddeutschland ist nach Unternehmensangaben auf allen Hauptstrecken wieder angelaufen. Allerdings sei weiterhin nur ein reduziertes Angebot möglich und es könne noch zu Ausfällen kommen, teilte die Deutsche Bahn (DB) am Sonntagvormittag mit.Seit Sonntagmorgen fahren demnach wieder Züge auf den Verbindungen Hamburg-Hannover-Kassel-Süddeutschland, Berlin-Hannover-NRW und Hamburg-Berlin, wenn auch noch nicht wieder mit dem fahrplanmäßigen Angebot. Im Laufe des Sonntags soll nach Bahn-Angaben auch der Verkehr Richtung Dänemark und Niederlande sowie an die Küsten wieder aufgenommen werden.

Nach massivem Schneefall durch Wintersturm „Elli“ in weiten Teilen des Landes hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) alle bestehenden Unwetterwarnungen aufgehoben. Es werde jedoch weiterhin vor leichten bis mäßigen Schneefällen in Süddeutschland sowie in Sachsen gewarnt, teilte der DWD am späten Samstagabend mit. Die Schneefälle hätten sich soweit abgeschwächt. Unwetterwarnungen seien nicht mehr notwendig.

Zwei Skifahrer im französischen Skiresort Val d'Isère sollen wegen einer Lawine abseits der Piste gestorben sein. Das berichten Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Tourismusbüros des Skiorts.Den Berichten zufolge sind die zwei Menschen unter 2,5 Metern Schnee verschüttet worden. Mitglieder ihrer Gruppe, die auf der Piste geblieben waren und auf ihre Rückkehr warteten, sollen die Rettungskräfte alarmiert haben. Diese konnten die Verunglückten jedoch nicht wiederbeleben. Den Angaben nach konnten die zwei Toten nur dank ihrer Mobiltelefone geortet werden. Ein dritter Skifahrer ist Berichten zufolge ebenfalls bei einer Lawine abseits der Piste in der gleichen Gegend in Arêches-Beaufort gestorben. Seine Begleitung sei schwer verletzt ins Krankenhaus gekommen, heißt es.

Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen – die vierte von fünf Warnstufen.Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet werden, heißt es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.

Der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken fällt noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Betroffen sind unter anderem die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet und die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt, wie eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.Demnach können Reisende jedoch die Verbindung zwischen Hamburg und Frankfurt über Bremen und Köln nutzen. „Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel enden in Frankfurt“, hieß es auf der Website des Unternehmens. Und weiter riet die Bahn: „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können.“ Ausgesetzt blieben demnach auch die Verbindungen zwischen Hannover und Amsterdam sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland bleibt noch bis mindestens Sonntag stark eingeschränkt. „Schneeverwehungen machen bereits geräumte Gleise wieder unbefahrbar und weitere Räum- und Erkundungsfahrten nötig“, erklärte die Bahn am Samstag. „Weiterhin sind Weichen eingefroren und blockiert.“Betroffen sind unter anderem die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet und die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt, wie eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.Demnach können Reisende jedoch die Verbindung zwischen Hamburg und Frankfurt über Bremen und Köln nutzen. „Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel enden in Frankfurt“, hieß es auf der Website des Unternehmens. Und weiter riet die Bahn: „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können.“ Ausgesetzt blieben demnach auch die Verbindungen zwischen Hannover und Amsterdam sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen. Die Bahn hatte den Fernverkehr im Norden am Freitagvormittag komplett eingestellt. Zunächst bestand nach Unternehmensangaben die Hoffnung, den Betrieb noch am selben Tag schrittweise wieder aufzunehmen. Dies wurde dann auf Samstagmorgen verschoben. Am Morgen hieß es dann, ab Mittag würden die ersten Fernzüge wieder auf der Strecke von Berlin über Hannover ins Ruhrgebiet fahren.