Verlauf von Wintersturm „Elli“ in den nächsten Tagen
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10.01.2026 10:49 Uhr |

Verlauf von Wintersturm „Elli“ in den nächsten Tagen
Die Folgen von Wintersturm „Elli“ sind in weiten Teilen Deutschlands im Bahnverkehr weiterhin zu spüren. Der in der nördlichen Hälfte des Landes ausgesetzte Fernverkehr sollte ab Samstagmittag langsam wieder anrollen, allerdings mit großen Einschränkungen, wie die Deutsche Bahn mitteilte.Los ging es zunächst wieder auf der Achse Berlin-Hannover-Ruhrgebiet, wie eine Bahn-Sprecherin bestätigte. Vom Ruhrgebiet aus sei gegen 11.45 Uhr ein ICE Richtung Berlin losgefahren, berichtete eine dpa-Reporterin.Die Nord-Süd-Verbindungen, etwa zwischen Berlin und Hamburg, sollten erst im Laufe des Tages wieder den Betrieb aufnehmen, hieß es. „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können“, so die Bahn auf ihrer Internetseite.Auf mehreren Zugverbindungen bleibt der Bahn zufolge der Fernverkehr am Samstag weiterhin ausgesetzt, etwa vom Norden aus nach Kopenhagen oder Amsterdam. Der Regionalverkehr sollte auf einzelnen Strecken am Samstag langsam wieder anlaufen. Wie auch vielerorts die Busse standen viele Regionalzüge ebenfalls vorübergehend still.
Eigentlich mag er den Winter, doch vor ein paar Tagen musste unser Kolumnist, der Landarzt Thomas Aßmann, dessen ganze Härte spüren. Er rutschte aus – und hörte es im linken Sprunggelenk knacken. Welche Verletzung er sich zuzog und wie es nun für ihn weitergeht, lesen Sie in diesem Text:
Die glatten und schneebedeckten Straßen, die Sturmtief „Elli“ mit sich bringt, erhöhen das Risiko für Verkehrsunfälle. Einige Polizeidienststellen im Norden haben Unfallzahlen von Freitag und Samstag bekanntgegeben: In Hamburg blieb es trotz des winterlichen Wetters in der Nacht vergleichsweise ruhig. Größere Glätteunfälle habe es nicht gegeben, teilte ein Sprecher des Lagedienstes der Polizei mit. Es sei lediglich zu einigen Blechschäden gekommen, Verletzte habe es nicht gegeben.In Rostock und Umgebung registrierte die Polizei 30 witterungsbedingte Unfälle zwischen Freitag- und Samstagmorgen. Bei vier Unfällen wurden Menschen schwer verletzt. So kam ein 85-Jähriger am Freitagmittag in Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit seinem Wagen in einer Kurve von der Straße ab. Das Auto überschlug sich und kam auf dem Dach zum Liegen. Der 88-jährige Beifahrer erlitt schwere Verletzungen.Im Einsatzbereich der Polizeidirektion Lüneburg ist es von Freitagabend (20.00 Uhr) bis Samstagmorgen (6.00 Uhr) zu knapp 55 witterungsbedingten Unfällen gekommen. Zwei Menschen wurden dabei schwer und fünf leicht verletzt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.Im Landkreis Oldenburg kam es von Freitagmorgen bis Samstagvormittag zu 21 Unfällen. Meist blieb es bei Blechschäden, vier Autofahrer wurden leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Als Ursache nennt sie die Witterungsbedingungen.
Reichlich Arbeit für Winterdienste, vielversprechende Lage für Schneefans: In Thüringen bleibt es frostig. Verbreitet fällt bis in den Nachmittag hinein Schnee, so die Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Der Neuschnee erreiche damit eine Höhe von bis zu fünf Zentimetern in niedrigeren Lagen und teils bis zu 15 Zentimetern im Bergland. Bei Höchstwerten zwischen -6 und 0 Grad hält der Frost an. Mit Schnee- und Eisglätte muss gerechnet werden. In der Nacht zum Sonntag können Tiefstwerte von -9 bis -13 Grad erreicht werden. Sonntag soll heiter und niederschlagsfrei werdenGerade die Aussichten für Sonntag dürften für einen Ausflug in den Schnee locken: Dann soll es zwar teils wolkig bleiben, aber auch heiter werden und niederschlagsfrei bleiben. Mit maximal -7 bis -3 Grad wird es knackig kalt und die Wahl sollte bei Ausflügen auf besonders warme Kleidung fallen. Aber auch schon heute böten Schneehöhen von bis zu 35 Zentimeter laut Regionalverbund Thüringer Wald Winterspaß in Thüringens höhere Lagen: Sechs Lifte sind geöffnet, auf 437,4 Kilometern sind Langlaufstrecken präpariert, 24 Rodelhänge wollen hinabgesaust und 40 präparierte Winterwanderwegstrecken durchstapft werden.Die erwarteten weiteren Schneefälle heute können sich allerdings auf den Zustand der Loipen und Skiwanderwege auswirken: Die Strecken sollen laut Regionalverbund im Laufe des Tages nach und nach neu präpariert werden.
Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach macht auf die nächste Unwetterlage aufmerksam: Nach viel Schnee vor allem im Norden Deutschlands kann es in den kommenden Tagen gefrieren und vor allem glatt werden. „In der Nacht zum Montag erreicht eine Warmfront den Westen Deutschlands, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fällt allenfalls anfangs Schneefall“, erklärt Meteorologe Thore Hansen vom Deutschen Wetterdienst. Rasch gehe der Schnee in Regen über, der auf den kalten Böden gefriere und zu Glatteis führe. „Damit stellt sich nach kurzer Pause die nächste Unwettersituation an. Am Montag breitet sich der gefrierende Regen auf weite Teile des Landes aus.“In der Südwesthälfte könne es dadurch eine hohe Glatteisgefahr geben, schreibt der Wetterdienst. In der Nordosthälfte sei es zwar anfangs trocken, es könne aber auch schneien oder gefrierenden Regen geben. Die Temperaturen liegen dann höchstens zwischen plus einem und neun Grad im Südwesten und zwischen minus fünf und null Grad im Nordosten.In Schleswig-Holstein hat Glätte in der Nacht zu Samstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Nach Angaben der Polizeileitstellen wurden landesweit über 40 Glätteunfälle gemeldet. Verletzte gab es nur vereinzelt, die meisten Unfälle waren Blechschäden. Die Leitstelle Süd meldete seit Freitag 18 Uhr 12 Glätte- und Schneeunfälle sowie 25 wetterbedingte Einsätze. Besonders im Kreis Stormarn waren viele Landstraßen stark vereist und auch am Morgen noch nicht geräumt. Mindestens ein Dutzend Autos blieb stecken, sie mussten zum Teil noch am Morgen geborgen werden. Zudem kam es in Lübeck zu Hochwasser, das nach Angaben des Sprechers des Lagedienstes Süd aber glimpflich verlief. Das Wasser sei mittlerweile abgeflossen, die Pegelstände insgesamt erhöht.Auch in Nordrhein-Westfalen bringt Sturmtief „Elli“ glatte Straßen. Ein Lastwagen hat bei Oelde am frühen Morgen auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover seinen Anhänger verloren und dadurch Folgeunfälle verursacht. Der Anhänger kam nach Angaben der Polizei kurz hinter der Anschlussstelle Beckum auf dem Seitenstreifen zum Stehen und ragte auf die beiden rechten Fahrstreifen. Infolgedessen prallte ein Auto auf ein vorausfahrendes Fahrzeug, das wegen des Lkw-Unfalls abbremste. Ein weiteres Auto prallte auf den stehenden Anhänger.
„Die ersten Januartage waren deutlich kälter als das, was wir im klimatologischen Mittel erwarten würden. Das ist also keine subjektive Wahrnehmung, sondern entspricht auch den Messungen“, sagt Andreas Walter, Klima-Experte beim Deutschen Wetterdienst (DWD).Und wieso ist es gerade eigentlich so kalt?„Das ist die berühmt-berüchtigte Polarfront – je nachdem, wo die zu liegen kommt, ist man auf der kälteren oder wärmeren Seite“, erklärt Walter vom DWD. Der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ergänzt: „Eisige Winterwetterbedingungen werden in Deutschland typischerweise durch großräumige Luftmassentransporte aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen ausgelöst.“ Es sei dann der gemäßigte Wettereinfluss vom Nordatlantik blockiert.
In vielen Regionen Deutschlands sind am Samstagvormittag Winterdienste im Einsatz, zum Beispiel in Ostfriesland. Dort sind Land- und Kreisstraßen eingeschneit. „Ich bin seit Mitternacht am Räumen“, sagte Joachim Büüsker, Mitarbeiter des Straßen- und Tiefbauamtes des Landkreises Leer am Samstagmorgen einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur.Die Herausforderung liegt nach Angaben der Räumdienste nicht in der Schneemenge an sich, sondern in den Schneeverwehungen. Diese türmten den Schnee auf.
Der ausgesetzte Fernverkehr in der nördlichen Hälfte Deutschlands soll ab Samstagmittag wieder anrollen. Das sagte eine Deutsche-Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Der Zugverkehr bleibt insgesamt stark eingeschränkt.“Zunächst sollen den Angaben zufolge auf der Achse Berlin-Hannover-Ruhrgebiet wieder Züge fahren. Die Nord-Süd-Verbindungen, etwa zwischen Berlin und Hamburg, dürften erst im Laufe des Tages wieder den Betrieb aufnehmen, hieß es.Auf mehreren Zugverbindungen bleibt der Bahn zufolge der Fernverkehr am Samstag weiterhin ausgesetzt, darunter zwischen Hamburg und Kopenhagen, Amsterdam und Hannover, Westerland/Kiel und Hamburg, Binz/Rostock und Berlin sowie Norddeich/Emden und Hannover/Ruhrgebiet.
In Bayern bläst der Wind heute kräftig, auch Schnee wird in vielen Regionen des Freistaats erwartet. Bis Sonntagvormittag sollen verbreitet bis zu fünf Zentimeter zusammenkommen, an den Mittelgebirgen und Alpen sind bis zu zehn Zentimeter drin, lokal können es auch 15 Zentimeter sein.Besonders viel Schnee wird dem Deutschen Wetterdienst zufolge mit 15 bis 30 Zentimetern im Oberallgäu erwartet. In manchen Staulagen dürfte dort gar bis zu einem halben Meter Neuschnee fallen. Verbreitet kommt es im Freistaat auch zu Glätte durch Schnee oder überfrierende Nässe. In der Nacht zum Sonntag zieht der Schneefall laut DWD nach Süden ab, gebietsweise bleibt es glatt.
Wegen des Winterwetters ist der Busverkehr im Stadtgebiet Osnabrück vollständig eingestellt worden. Davon betroffen ist auch der Nachtbusverkehr, wie die Stadtwerke mitteilten. Dazu, wie lange die Einschränkungen andauern, gab es zunächst keine Angaben. Aktuelle Informationen veröffentliche die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) insbesondere über ihren WhatsApp-Kanal, hieß es.
In Hannover sind am späten Nachmittag zwei Stadtbahnen der Üstra unabhängig voneinander entgleist. Ursache seien festgedrückter Schnee und Eis im Gleisbereich gewesen, sagte Heiko Rehberg, Sprecher des zuständigen Verkehrsunternehmens Üstra. Zuerst hatte der NDR berichtet.Die Unfälle ereigneten sich in den Stadtteilen Bothfeld und Döhren. Ein Fahrer wurde dabei verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Fahrgäste waren nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen, da die Bahnen ohne Passagiere auf dem Weg zu Betriebshöfen waren.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für Norddeutschland nicht mehr mit großem Schneefall. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern könne es zwar im Laufe des Samstags noch einzelne Schneeschauer von der Ostsee her geben. Mit Blick auf die Schneemengen sei aber nichts Großartiges mehr zu erwarten, sagte der Meteorologe vom Dienst, Christian Paulmann. Allerdings stünden vor allem im Nordosten Tage mit strengem Frost bevor. In Hamburg liege auf freien und ungeräumten Flächen inzwischen eine Schneedecke bis zu fünf Zentimetern. Die Menge des Neuschnees sei dabei aber schwer zu messen, weil er leicht verdrifte. Allerdings sei die gesamte Situation mit dem stürmischen Schneewinter von 1978/79 überhaupt nicht zu vergleichen – weder mit Blick auf die Schneemengen noch bei den Windgeschwindigkeiten.
Wegen des starken Winterwetters ist der Busverkehr in Stadt und Region Hannover seit 19 Uhr komplett eingestellt. Nach Vorfällen mit festgefahrenen und rutschenden Bussen sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleistet, teilte das zuständige Verkehrsunternehmen Üstra mit.