|
08.01.2026
12:35 Uhr
|
Sturmtief „Elli“ bringt Schnee und Glatteis +++ Distanzunterricht in Teilen von Niedersachsen am Freitag +++ Bahn rechnet mit Zugausfällen und Verspätungen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Der erwartete Wintersturm bringt an der niedersächsischen Nordseeküste den Fährverkehr weitgehend zum Stillstand. Die Inselgemeinde Langeoog teilte mit, angesichts möglicher orkanartiger Böen, unwetterartiger Schneefälle und Niedrigwasser den Fährverkehr zwischen Festland und Insel am Freitag komplett einzustellen. Wegen der schlechten Wetterlage sei ein sicherer Schiffstransport sowie eine sichere An- und Abreise der Gäste nicht möglich, teilte eine Sprecherin der Inselgemeinde mit. Auch die Nordseeinsel Wangerooge ist am Freitag nicht per Schiff zu erreichen. Die Deutschen Bahn (DB), die mit einer Tochterfirma den Fährverkehr betreibt, sagte die jeweils zwei geplanten Abfahrten von und zur Insel ab. Keine Fährfahrten gibt es zudem von und zu der Insel Spiekeroog. Probleme bereitet den Reedereien vor allem der erwartete starke Ostwind. Eingestellt wird am Freitag auch der Fährverkehr zwischen der ostfriesischen Insel Juist und dem Festland – wegen der aktuellen Vorhersage für Wind und Wasserstände, teilte die Reederei Norden-Frisia in Norddeich (Landkreis Aurich) mit. Im Fährverkehr zur Nachbarinsel Norderney sei mit kurzfristigen Änderungen und Ausfällen zu rechnen. Reisende sollten sich vorab über Verbindungen informieren, hieß es.
Minusgrade, Eis und Schnee verlangen nicht nur Menschen einiges ab, sondern auch Tieren. Damit auch sie möglichst gut durch die eiskalten Tage kommen, können Tierhalter ein paar Dinge beachten:Bei Hunden können Eiskanten, Schneeklumpen und Split schmerzhafte Risse in der Ballenhornhaut oder Scheuerstellen zwischen den Zehen verursachen. „Mit einer fettreichen Pfotenpflege kann man Verletzungen entgegenwirken und Pfotenballen geschmeidig halten sowie deren Regeneration unterstützen“, sagt Sabrina Karl von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten\" im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) . Nach dem Winterspaziergang sollten die Pfoten abgewaschen und getrocknet werden. Bei längeren Spaziergängen könnten Hundeschuhe helfen.Friere ein Hund, zeige er das durch Zittern, Winseln oder Krümmen seines Körpers. Er sollte dann so schnell wie möglich ins Warme zurückkehren. Mehrere kurze Spaziergänge seien bei diesen Temperaturen geeigneter als ein langer, so Karl. Für Hunde, die schnell frieren, könne ein Hundemantel sinnvoll sein.Katzen, die im Sommer Freigang haben, dürfen auch im Winter ins Freie, so die Expertin. Ihr Fell passe sich an und werde rechtzeitig dichter für die kalte Jahreszeit. Gesunde, gut genährte Katzen kämen mit Kälte meist gut zurecht, solange sie draußen auch Schutz finden oder nachts nach Hause kommen. Freigängerkatzen fressen laut Karl im Winter mehr als sonst, um ihre Körpertemperatur besser halten zu können. Für Freigänger sollte ein warmer, trockener Unterschlupf bereitstehen. Das könne etwa ein isolierter Schuppen oder eine Garage mit Decken oder einer Katzenhöhle sein. Schlafplätze im Garten sollten erhöht angelegt werden, um Bodenkälte zu vermeiden. Eine Alternative seien Thermohütten.
Fans von Union Berlin wollen dem Club beim Beseitigen der befürchteten Schnee- und Eismassen vor dem Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 helfen. Dazu gab es in Anhänger-Kreisen einen Aufruf vor der Partie am Samstag um 15.30 Uhr wie „Bild“ berichtet.„Auf Grund der sehr schwierigen Witterungsverhältnisse können die Mitarbeiter unseres Vereins eure Unterstützung gebrauchen“, hieß es demnach. „Vorsorglich könnt ihr auch gern euren Schneeschieber von zuhause mitbringen.“ Union teilte der dpa auf Anfrage mit, dass dies aktuell ein Thema der Fanclubs sei. Noch sei unklar, wie groß das Ausmaß der Witterungsprobleme werde. „Wir bereiten uns bestmöglich auf die Austragung des Spiels vor“, erklärten die Berliner.Spielabsagen im Oberhaus aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes sind angesichts der verpflichtenden Rasenheizung selten geworden. In diesem Fall muss das Schiedsrichter-Gespann vor Ort entscheiden. Das Problem ist die Anfahrt für die Fans, die in den nächsten Tagen mit Glatteis und Schnee rechnen müssen. Zudem hat die Deutsche Bahn witterungsbedingt bereits Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr angekündigt. Außerdem können Spielstättenbetreiber wegen Gefährdungen die Stadien schließen lassen, zum Beispiel, wenn Schneelawinen vom Dach rutschen könnten.
Und plötzlich ist der Winterfahrplan obsolet: Wegen des angekündigten Sturmtiefs setzen die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) den Verkehr am Freitag größtenteils aus. Lediglich ein Abschnitt im Südharz zwischen Nordhausen und Ilfeld Neanderklinik werde planmäßig befahren, teilten die HSB mit.
Schleswig-Holstein wartet mit einer Entscheidung zu möglichen Schulausfällen noch ab. Noch sei keine Entscheidung gefallen, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums am Vormittag. Am frühen Abend soll die Lage im Land abschließend bewertet werden und eine Entscheidung darüber fallen, ob und in welchen Landesteilen Unterricht ausfallen wird.
Wer sich nach dem Aufstehen wundert, weshalb die Mülltonnen nicht geleert wurden: Da die Fahrzeuge der Entsorgungsbetriebe wegen glatter Straßen nicht überall durchkommen, wird in Teilen Niedersachsens die Abholung ausgesetzt. Auch in Hamburg stellen Schnee und Eis die städtische Müllabfuhr vor das ein oder andere Problem. „Es kommt teilweise zu Einschränkungen in den Nebenstraßen, da diese nicht gefahrlos befahrbar sind und Sicherheit für uns an erster Stelle steht“, teilte eine Sprecherin der Stadtreinigung (SRH) mit. Doch hat die Kälte auch ihr Gutes: Die Bioabfälle dürften draußen gut durchgefrieren – ganz geruchsneutral.
Auf Seen, deren Eis dünn und noch wenig tragfähig war, haben sich in Deutschland mehrere Unfälle ereignet.In Schleswig-Holstein war ein zwölf Jahre altes Mädchen mit seinem Hund an der Anlegestelle eines Sees in Mölln unterwegs. Die Eisfläche des Sees gab nach, die beiden brachen ein. Das Mädchen machte durch Schreie auf sich aufmerksam. Ein Mann zog das Kind nach Angaben der Polizei in Ratzeburg aus dem See. Es kam mit Unterkühlungen in ein Krankenhaus. Der Hund konnte nicht gerettet werden.Auch am Bodensee brachen zwei Menschen auf nicht tragfähigem Eis ein. Eine Person fiel in etwa 90 Zentimeter tiefes Wasser in der Hegner Bucht, wie die Polizei in Konstanz mitteilte. Passanten und eine Fußstreife der Wasserschutzpolizei Reichenau griffen ein. Während der Rettung brach einer der Helfer ebenfalls ein. Beide konnten aus dem etwa drei Grad kalten Wasser gerettet werden. Sie wurden mit Unterkühlungen in ein Krankenhaus gebracht.In Bremen retteten Einsatzkräfte einen Hund aus einem See. Er war auf dem nur teilweise zugefrorenen See ins Wasser geraten und konnte sich selbst nicht mehr ans Ufer retten, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein Feuerwehrmann brachte das unterkühlte Tier an Land. Es wurde in eine Tierklinik gebracht.
Vorsicht auf den Straßen. Am Donnerstag haben sich bereits mehrere glättebedingte Unfälle ereignet: Bei Gehrde in Niedersachsen starb am Donnerstagmorgen ein Autofahrer, als er nach Polizeiangaben aufgrund von Glätte auf einer Bundesstraße die Kontrolle über seinen Wagen verlor und gegen einen Baum prallte. In Thüringen etwa war die Autobahn 73 nach einer Kollision zwischen drei Autos bei Schleusingen halbseitig gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht Autobahnen und die Deutsche Bahn aber generell gut gerüstet. Mit Blick „auf die anstehende Schneefront“ sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Alle verfügbaren Kräfte sind auf den Straßen, Bahnhöfen und Schienen unterwegs, damit die Verkehrswege sicher befahrbar bleiben.“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat mit Blick auf die zu erwartenden Schneefälle und die Kältewelle an diesem Freitag vor erhöhten Gesundheitsgefahren gewarnt. „Das für den morgigen Tag zu erwartende Extremwetter stellt ein ungewöhnliches Risiko für die Gesundheit dar. Die jeweilige Lage sollte mit großer Vorsicht eingeschätzt werden“, sagte Warken im Gespräch mit der „Rheinischen Post“.„Wo es aus beruflichen oder privaten Gründen nicht zu vermeiden ist, sollte ausreichend Zeit eingeplant sowie die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um das Ziel sicher zu erreichen“, so die Ministerin. Sie dankte außerdem allen Einsatzkräften sowie den in der Versorgung tätigen Personen.
Der CDU-Vorstand hat seine Klausurtagung in Mainz wegen der aktuellen Wetterwarnungen abgesagt. „Aufgrund der eindringlichen Wetterwarnungen und der damit verbundenen Gefahrenlage sowie den angekündigten Zug- und Flugausfällen sehen wir uns leider gezwungen, unsere Jahresauftaktklausur am kommenden Freitag und Samstag abzusagen“, teilte eine Parteisprecherin mit.
Sie müssen bereits heute zu Hause bleiben: Für Schülerin mindestens 13 Landkreisen in Niedersachsen steht „Home-Schooling“ auf dem Programm. Mehrere Kreisverwaltungen verweisen darauf, dass trotz eines pausenlosen Einsatzes der Räumdienste die Schulbeförderung mit Bussen nicht sichergestellt werden könne. In Niedersachsen treffen die Landkreise und kreisfreien Städte die Entscheidung, ob der Unterricht witterungsbedingt ganz oder in Teilen ausfällt. Das passiert meist am Vorabend oder am frühen Morgen des Schultags. Betroffen sind folgende Landkreise: Aurich, Cloppenburg, Wittmund, Leer, Emden, Wilhelmshaven, Grafschaft Bentheim, Emsland, Friesland, Vechta, Schaumberg, Ammerland sowie Danneberg an der Elbe. Am Freitag soll ebenfalls in vielen Landkreisen und Städten der Unterricht ausfallen oder als Distanzunterricht stattfinden.
Die Schulen im Land Bremen stellen am Freitag wegen der angekündigten Schneefälle auf Distanzunterricht um. Die Kinder sollen zu Hause unterrichtet werden, wie das Bildungsressort ankündigte: „Das gilt für die Schulen in Bremen und Bremerhaven.\" So soll die Sicherheit gewährleistet werden.Geschlossen bleiben die Schulen jedoch nicht: Sie bieten eine Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler an, die nicht zu Hause bleiben können, hieß es. Allerdings finde in der Stadt Bremen keine Schülerbeförderung statt. Zum Start des Schuljahres im August 2025 gab es nach Angaben der Bildungsbehörde rund 81.000 Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen und privaten allgemein- und berufsbildenden Schulen in der Stadt Bremen.In Sachsen können die Schulen aufgrund des erwarteten Schneefalls selbst entscheiden, ob sie geöffnet bleiben. Das teilte ein Sprecher des Kultusministeriums mit.
Bahnreisende müssen sich wegen des Sturmtiefs im Fernverkehr auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Betroffen sind nach Angaben des Konzerns folgende Strecken: Kopenhagen – Hamburg Westerland/Kiel – Hamburg Binz/Stralsund/Rostock – Berlin Norddeich/Emden – Hannover / Ruhrgebiet. Auf einzelnen Schnellfahrstrecken sei zudem vorsorglich die Höchstgeschwindigkeit reduziert worden. Am Donnerstagvormittag waren die Verbindungen Wolfsburg – Berlin, Hannover – Würzburg sowie Frankfurt – Köln betroffen. „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können“, heißt es auf der Webseite der Bahn. Für alle Fahrgäste, die bis einschließlich 7.1. ein Zugticket für den Reisezeitraum vom 8. bis zum 10.1 gekauft haben, sei die Zugbindung aufgehoben und das Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzbar. „Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort auch mit einer geänderten Streckenführung“, so die Bahn. Sitzplatzreservierungen können demnach kostenfrei storniert werden.