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11.01.2026
10:51 Uhr
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Alle Unwetterwarnungen zu Sturmtief „Elli“ aufgehoben +++ Unterkühlter Mann vom Brocken gerettet +++ Nach wie vor hohe Lawinengefahr in den Alpen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Am Sonntag scheint die Sonne, doch in der Nacht könnte es vielerorts glatt werden: Ab etwa Mitternacht erreichen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge Schnee und später Regen den Westen Deutschlands, die bis zum Morgen etwa eine Linie Schleswig-Harz-Allgäu erreichen. Da es weiterhin eiskalt ist, droht verbreitet Glätte: Der Regen gefriert in der Frostluft oder auf den gefrorenen Böden. Folge sei „eine überregional unwetterartige Glatteislage“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter.Im Tagesverlauf breitet sich durch Tief „Gunda“ der DWD-Prognose zufolge bis nach Niederbayern sowie Oder und Neiße im Osten aus. Insbesondere in Bayern dauere die brisante Lage regional bis in den Dienstag hinein an. „Es ist mit teils massiven Auswirkungen zu rechnen“, warnte der DWD. Im Westen bessere sich die Situation bei Plusgraden bereits ab den Mittagsstunden – und weit im frostig bleibenden Osten komme die Front kaum noch an.„Die Gefahr für den Osten ist jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben“, sagte der Meteorologe. „Denn hier kommt der zweite Schub an Niederschlag spätestens in der Nacht zum Dienstag an und bringt ebenso teils unwetterartiges Glatteis mit sich.“
Feuerwehr und Bergwacht haben einen Mann auf dem Brocken gerettet. Er saß unterkühlt auf Norddeutschlands höchstem Berg fest. Da aufgrund des Sturmtiefs „Elli“ die Brockenstraße nicht geräumt werden konnte, machten sich die Helfer mit mehreren Motorschlitten auf den Weg, wie die Feuerwehr Schierke mitteilte. Oben angekommen fanden sie den Mann vor. Der Einsatz fand bereits in der Nacht zu Samstag statt. Der Mann sei an den Rettungsdienst übergeben worden.
Im Nordschwarzwald hat der Fahrer eines Schneepflugs auf einer schneebedeckten Straße die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und ist einen Abhang bei Forbach (Kreis Rastatt) hinuntergestürzt. Die 56 Jahre alte Beifahrerin erlitt schwere Verletzungen, der 53 Jahre alte Fahrer wurde leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Sanitäter brachten die beiden in eine Klinik. Der Schneepflug soll im Laufe der kommenden Woche geborgen werden. Wegen der aktuellen Wetterverhältnisse sei dies vorher nicht möglich, sagte ein Polizeisprecher. Für die Bergung ist ein Spezialfahrzeug nötig. Dies müsse sicher auf der Straße stehen können.
Zwei Skifahrer im französischen Skiresort Val d'Isère sollen wegen einer Lawine abseits der Piste gestorben sein. Das berichten Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Tourismusbüros des Skiorts.Den Berichten zufolge sind die zwei Menschen unter 2,5 Metern Schnee verschüttet worden. Mitglieder ihrer Gruppe, die auf der Piste geblieben waren und auf ihre Rückkehr warteten, sollen die Rettungskräfte alarmiert haben. Diese konnten die Verunglückten jedoch nicht wiederbeleben. Den Angaben nach konnten die zwei Toten nur dank ihrer Mobiltelefone geortet werden. Ein dritter Skifahrer ist Berichten zufolge ebenfalls bei einer Lawine abseits der Piste in der gleichen Gegend in Arêches-Beaufort gestorben. Seine Begleitung sei schwer verletzt ins Krankenhaus gekommen, heißt es.
Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen – die vierte von fünf Warnstufen.Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet werden, heißt es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.
Der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken fällt noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Betroffen sind unter anderem die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet und die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt, wie eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.Demnach können Reisende jedoch die Verbindung zwischen Hamburg und Frankfurt über Bremen und Köln nutzen. „Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel enden in Frankfurt“, hieß es auf der Website des Unternehmens. Und weiter riet die Bahn: „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können.“ Ausgesetzt blieben demnach auch die Verbindungen zwischen Hannover und Amsterdam sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen.
Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland bleibt noch bis mindestens Sonntag stark eingeschränkt. „Schneeverwehungen machen bereits geräumte Gleise wieder unbefahrbar und weitere Räum- und Erkundungsfahrten nötig“, erklärte die Bahn am Samstag. „Weiterhin sind Weichen eingefroren und blockiert.“Betroffen sind unter anderem die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet und die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt, wie eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.Demnach können Reisende jedoch die Verbindung zwischen Hamburg und Frankfurt über Bremen und Köln nutzen. „Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel enden in Frankfurt“, hieß es auf der Website des Unternehmens. Und weiter riet die Bahn: „Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können.“ Ausgesetzt blieben demnach auch die Verbindungen zwischen Hannover und Amsterdam sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen. Die Bahn hatte den Fernverkehr im Norden am Freitagvormittag komplett eingestellt. Zunächst bestand nach Unternehmensangaben die Hoffnung, den Betrieb noch am selben Tag schrittweise wieder aufzunehmen. Dies wurde dann auf Samstagmorgen verschoben. Am Morgen hieß es dann, ab Mittag würden die ersten Fernzüge wieder auf der Strecke von Berlin über Hannover ins Ruhrgebiet fahren.
Eigentlich mag er den Winter, doch vor ein paar Tagen musste unser Kolumnist, der Landarzt Thomas Aßmann, dessen ganze Härte spüren. Er rutschte aus – und hörte es im linken Sprunggelenk knacken. Welche Verletzung er sich zuzog und wie es nun für ihn weitergeht, lesen Sie in diesem Text:
Die glatten und schneebedeckten Straßen, die Sturmtief „Elli“ mit sich bringt, erhöhen das Risiko für Verkehrsunfälle. Einige Polizeidienststellen im Norden haben Unfallzahlen von Freitag und Samstag bekanntgegeben: In Hamburg blieb es trotz des winterlichen Wetters in der Nacht vergleichsweise ruhig. Größere Glätteunfälle habe es nicht gegeben, teilte ein Sprecher des Lagedienstes der Polizei mit. Es sei lediglich zu einigen Blechschäden gekommen, Verletzte habe es nicht gegeben.In Rostock und Umgebung registrierte die Polizei 30 witterungsbedingte Unfälle zwischen Freitag- und Samstagmorgen. Bei vier Unfällen wurden Menschen schwer verletzt. So kam ein 85-Jähriger am Freitagmittag in Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit seinem Wagen in einer Kurve von der Straße ab. Das Auto überschlug sich und kam auf dem Dach zum Liegen. Der 88-jährige Beifahrer erlitt schwere Verletzungen.Im Einsatzbereich der Polizeidirektion Lüneburg ist es von Freitagabend (20.00 Uhr) bis Samstagmorgen (6.00 Uhr) zu knapp 55 witterungsbedingten Unfällen gekommen. Zwei Menschen wurden dabei schwer und fünf leicht verletzt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.Im Landkreis Oldenburg kam es von Freitagmorgen bis Samstagvormittag zu 21 Unfällen. Meist blieb es bei Blechschäden, vier Autofahrer wurden leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Als Ursache nennt sie die Witterungsbedingungen.
Reichlich Arbeit für Winterdienste, vielversprechende Lage für Schneefans: In Thüringen bleibt es frostig. Verbreitet fällt bis in den Nachmittag hinein Schnee, so die Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Der Neuschnee erreiche damit eine Höhe von bis zu fünf Zentimetern in niedrigeren Lagen und teils bis zu 15 Zentimetern im Bergland. Bei Höchstwerten zwischen -6 und 0 Grad hält der Frost an. Mit Schnee- und Eisglätte muss gerechnet werden. In der Nacht zum Sonntag können Tiefstwerte von -9 bis -13 Grad erreicht werden. Sonntag soll heiter und niederschlagsfrei werdenGerade die Aussichten für Sonntag dürften für einen Ausflug in den Schnee locken: Dann soll es zwar teils wolkig bleiben, aber auch heiter werden und niederschlagsfrei bleiben. Mit maximal -7 bis -3 Grad wird es knackig kalt und die Wahl sollte bei Ausflügen auf besonders warme Kleidung fallen. Aber auch schon heute böten Schneehöhen von bis zu 35 Zentimeter laut Regionalverbund Thüringer Wald Winterspaß in Thüringens höhere Lagen: Sechs Lifte sind geöffnet, auf 437,4 Kilometern sind Langlaufstrecken präpariert, 24 Rodelhänge wollen hinabgesaust und 40 präparierte Winterwanderwegstrecken durchstapft werden.Die erwarteten weiteren Schneefälle heute können sich allerdings auf den Zustand der Loipen und Skiwanderwege auswirken: Die Strecken sollen laut Regionalverbund im Laufe des Tages nach und nach neu präpariert werden.
Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach macht auf die nächste Unwetterlage aufmerksam: Nach viel Schnee vor allem im Norden Deutschlands kann es in den kommenden Tagen gefrieren und vor allem glatt werden. „In der Nacht zum Montag erreicht eine Warmfront den Westen Deutschlands, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fällt allenfalls anfangs Schneefall“, erklärt Meteorologe Thore Hansen vom Deutschen Wetterdienst. Rasch gehe der Schnee in Regen über, der auf den kalten Böden gefriere und zu Glatteis führe. „Damit stellt sich nach kurzer Pause die nächste Unwettersituation an. Am Montag breitet sich der gefrierende Regen auf weite Teile des Landes aus.“In der Südwesthälfte könne es dadurch eine hohe Glatteisgefahr geben, schreibt der Wetterdienst. In der Nordosthälfte sei es zwar anfangs trocken, es könne aber auch schneien oder gefrierenden Regen geben. Die Temperaturen liegen dann höchstens zwischen plus einem und neun Grad im Südwesten und zwischen minus fünf und null Grad im Nordosten.In Schleswig-Holstein hat Glätte in der Nacht zu Samstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. Nach Angaben der Polizeileitstellen wurden landesweit über 40 Glätteunfälle gemeldet. Verletzte gab es nur vereinzelt, die meisten Unfälle waren Blechschäden. Die Leitstelle Süd meldete seit Freitag 18 Uhr 12 Glätte- und Schneeunfälle sowie 25 wetterbedingte Einsätze. Besonders im Kreis Stormarn waren viele Landstraßen stark vereist und auch am Morgen noch nicht geräumt. Mindestens ein Dutzend Autos blieb stecken, sie mussten zum Teil noch am Morgen geborgen werden. Zudem kam es in Lübeck zu Hochwasser, das nach Angaben des Sprechers des Lagedienstes Süd aber glimpflich verlief. Das Wasser sei mittlerweile abgeflossen, die Pegelstände insgesamt erhöht.Auch in Nordrhein-Westfalen bringt Sturmtief „Elli“ glatte Straßen. Ein Lastwagen hat bei Oelde am frühen Morgen auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover seinen Anhänger verloren und dadurch Folgeunfälle verursacht. Der Anhänger kam nach Angaben der Polizei kurz hinter der Anschlussstelle Beckum auf dem Seitenstreifen zum Stehen und ragte auf die beiden rechten Fahrstreifen. Infolgedessen prallte ein Auto auf ein vorausfahrendes Fahrzeug, das wegen des Lkw-Unfalls abbremste. Ein weiteres Auto prallte auf den stehenden Anhänger.
„Die ersten Januartage waren deutlich kälter als das, was wir im klimatologischen Mittel erwarten würden. Das ist also keine subjektive Wahrnehmung, sondern entspricht auch den Messungen“, sagt Andreas Walter, Klima-Experte beim Deutschen Wetterdienst (DWD).Und wieso ist es gerade eigentlich so kalt?„Das ist die berühmt-berüchtigte Polarfront – je nachdem, wo die zu liegen kommt, ist man auf der kälteren oder wärmeren Seite“, erklärt Walter vom DWD. Der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ergänzt: „Eisige Winterwetterbedingungen werden in Deutschland typischerweise durch großräumige Luftmassentransporte aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen ausgelöst.“ Es sei dann der gemäßigte Wettereinfluss vom Nordatlantik blockiert.