FAZ 09.01.2026
09:36 Uhr

Liveblog zum Schneesturm: Deutsche Bahn stellt Fernverkehr in Norddeutschland ein


Wetterdienst warnt vielerorts vor spiegelglatten Straßen +++ Schulausfälle in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein +++ Entwarnung für Berlin und Brandenburg +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog zum Schneesturm: Deutsche Bahn stellt Fernverkehr in Norddeutschland ein

Auch Handys können bei Kälte in Mitleidenschaft gezogen werden. Wie halten Smartphones bei eisigen Temperaturen länger durch? Ein paar Tipps: 

Sie finden Schneeschippen anstrengend? Die Bewegung belaste Rücken, Schultern und das Herz-Kreislauf-System, warnt der TÜV. Wer unachtsam arbeite, riskiere schnell Schmerzen oder sogar Verletzungen. Deshalb lohne sich eine möglichst schonende Räumtechnik.  „Besser schieben statt heben, kleinere Schneemengen bewegen und die Schaufel nah am Körper führen\", empfiehlt André Siegl, Referent für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband, zur richtigen Technik. So bleibe die Belastung kontrollierbar. Regelmäßige Pausen hälfen, die Kräfte sinnvoll einzuteilen. Besonders ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen sollten ihre Belastbarkeit realistisch einschätzen. Bei der klassischen Schneeschaufel stehe ergonomisches Arbeiten im Mittelpunkt. Der TÜV empfiehlt einen möglichst leichten und langen Stiel aus Holz oder Aluminium, der das Räumen mit geradem Rücken ermögliche. Gebogene Stiele oder D-Griffe können die Handhaltung zusätzlich entlasten. Grundsätzlich gelte: am besten kleine Schneemengen bewegen und die Kraft aus den Beinen einsetzen. Auch ein Blick auf die Schaufelkante lohne sich. Metallkanten seien robust, könnten auf empfindlichen Untergründen aber Schäden verursachen und im ungünstigen Fall sogar rutschige Stellen hinterlassen.  Wer seinen Körper zusätzlich entlasten wolle, solle zu Geräten wie dem Schneeschieber greifen, der hauptsächlich auf Schieben statt Heben setzt. Auch zur richtigen Körperhaltung hat der Verband Tipps: Der Oberkörper solle möglichst gerade bleiben, die Knie leicht gebeugt sein und die Füße leicht versetzt stehen. Ruckartige Drehbewegungen gelte es zu vermeiden. Zudem sei ein schmaleres Modeell des Schneeschiebers die bessere Wahl. Rutschfeste Griffe und – je nach Modell – unterstützende Räder erhöhten zusätzlich die Kontrolle, besonders auf glatten Flächen.

Auch in Thüringen kommt es zu zahlreichen Einschränkungen: Der Linienverkehr der JES Verkehrsgesellschaft im Saale-Holzland-Kreis ist aufgrund der Wetterlage vorübergehend eingestellt worden. „Ein planmäßiger Verkehr kann bis auf weiteres nicht angeboten werden“, so das Unternehmen. Betroffen sei auch der Regionalbusverkehr im Stadtgebiet von Jena sowie aus der Stadt Jena heraus. Auch im Bus- und Straßenbahnverkehr im Stadtgebiet komme es durch Weichenstörungen und liegengebliebene Fahrzeuge zu Behinderungen. In Weimar ist der Busverkehr ebenfalls vorerst eingestellt worden. „Die Sicherheit unserer Fahrgäste und unseres Fahrpersonals hat oberste Priorität. Diese können wir im Augenblick nicht gewährleisten“, teilte die Stadtwirtschaft Weimar mit. Auch auf Thüringens Landstraßen kommt es zu Unfällen und Sperrungen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei könnten Witterung und nicht angepasste Fahrweise einen Unfall im Landkreis Sömmerda verursacht haben. Ein Lkw kam dort zwischen Gebesee und Straußfurt im Bereich einer Kurve von der Straße ab, der Auflieger landete im Straßengraben. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Straße ist derzeit voll gesperrt. Die Bergung wird laut Polizeiangaben noch mehrere Stunden andauern. 

Erste Regionalzüge stellen ihren Verkehr in Niedersachsen ein. Das Unternehmen Start Niedersachsen teilte mit, dass keine Züge mehr fahren. Start-Züge fahren unter anderem Hannover, Hildesheim, Hamburg und Bremen an. Auch die S-Bahn Hannover hat wegen des Winterwetters bereits den Betrieb eingestellt – sowohl mit Zügen als auch mit Ersatzbussen.Das Eisenbahn-Unternehmen Erixx wies ebenfalls auf ausfallende und verspätete Züge hin. Langsam aber stetig verschlechtere sich die Situation auf den Strecken, hieß es. Ab Mittag sei vermutlich kein Betrieb mehr möglich. Die Erixx-Züge verkehren zwischen Hannover, dem Harz, Braunschweig und der Lüneburger Heide. Ähnlich äußerte sich das Unternehmen Metronom, das zur gleichen Betreibergesellschaft gehört. Einzelne Verbindungen in den Räumen Hamburg und Bremen sind bereits gestrichen. 

Bleiben Sie achtsam auf den Straßen. In Bayern hat die Polizei heute bereits zahlreiche Verkehrsunfälle gemeldet. Im Kreis Dingolfing-Landau kam es am Morgen zu einem Unfall mit zwei Toten auf der Staatsstraße 2732 zwischen Griesbach und Frichlkofen, laut Polizeipräsidium war ein Fahrer ins Schleudern geraten und sein Wagen mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert. Zwei Insassen starben. Ansonsten wurden laut Polizeipräsidium Niederbayern bei rund 30 Unfällen einige Menschen leicht verletzt, in der Mehrheit der Fälle blieb es bei Blechschäden. Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldete 24 Verkehrsunfälle. Auf einer Staatsstraße bei Kirchenthumbach (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) kam ein 52 Jahre alter Autofahrer ums Leben, nachdem er in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen und mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt war. Die Autobahn 3 wurde nach einem Unfall mit einem Lkw und zwei Autos in Fahrtrichtung Nürnberg vorübergehend gesperrt. Auch im südlichen Oberbayern rückte die Polizei zu zahlreichen Einsätzen aus, teils handelte es sich um Unfälle, teils um liegengebliebene Fahrzeuge. Es gab nach Angaben eines Sprechers einige Leicht-, aber keine Schwerverletzten. In Mittelfranken berichtete die Polizei über etwa zwei Dutzend Einsätze und wenige Leichtverletzte. 

Offenbar haben viele Menschen altbekannte Mittel entdeckt, um die Wetterkapriolen von „Elli“ auch zu genießen: Wie der Versandhändler Otto mitteilt, hat sich die Nachfrage nach Schlitten innerhalb von einer Woche fast verzwanzigfacht. Auch Winterstiefel und Handschuhe haben demzufolge Konjunktur: Verglichen mit der Vorwoche seien sie mehr als doppelt so oft nachgefragt worden. 

Drohen extreme Verhältnisse auf den Straßen wie etwa Blitzeis, rät der ADAC, das Fahrzeug stehen zu lassen und Fahrten erst dann anzutreten, wenn der Winterdienst geräumt oder gestreut hat. Blitzeis entstehe, wenn Regen oder feiner Sprühnebel auf eine schon gefrorene Fahrbahn treffe und sofort zu einer dünnen Eisschicht gefriere, erklärt der TÜV Thüringen. Häufig trete es an Brücken, Senken oder schattigen Waldabschnitten auf, sei für Autofahrer aber kaum erkennbar. Die Folge: ein nahezu vollständiger Verlust zwischen Reifen und Fahrbahn.  „Selbst Winterreifen und Assistenzsysteme wie ABS oder ESP können die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen. Wer dennoch unterwegs ist und von Blitzeis überrascht wird, sollte das Tempo drastisch reduzieren, große Abstände einhalten und im Zweifel anhalten, bis der Winterdienst die Fahrbahn gesichert hat“, so der TÜV.  Worauf man bei Glatteis sonst noch achten sollte, lesen Sie hier:

Wegen des Wintersturms schließen im Norden Deutschlands weitere Einrichtungen, Veranstaltungen werden abgesagt. In Niedersachsen finden einige Wochenmärkte nicht wie geplant statt. Die Küstenstädte Emden und Wilhelmshaven etwa haben ihre Wochenmärkte für heute und morgen aufgrund der Wetterlage abgesagt, teilten die Stadtverwaltungen mit. In Hildesheim entfallen am Samstag die Wochenmärkte auf dem Marktplatz und auf dem Neustädter Markt, hieß es dort aus dem Rathaus.In der Stadt und Region Hannover sind die Wertstoffhöfe geschlossen. Sie sollen Montag und teilweise erst Dienstag wieder öffnen – sofern die Witterung es zulässt, wie der Betreiber aha mitteilte. „Diese Entscheidung wurde zum Schutz der Kunden sowie der Mitarbeitenden aus Gründen der Verkehrs- und Arbeitssicherheit getroffen“, teilte das Unternehmen mit. Auch in anderen Regionen Niedersachsens wie etwa dem Landkreis Leer bleiben Wertstoffhöfe geschlossen. Zudem fiel an vielen Orten, wie etwa der Stadt Emden oder im Landkreis Wolfenbüttel, die Müllabfuhr aus.

In Frankreich sind rund 380.000 Haushalte ohne Strom, nachdem der Sturm in der Nacht mit Geschwindigkeiten von örtlich bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes gezogen ist. Trotz vieler umgestürzter Bäume und Behinderungen wurden nach vorläufiger Bilanz des Innenministeriums lediglich sechs Menschen leicht verletzt, wie Medien berichteten. In der Bretagne brachen in der Nacht 10 bis 13 Meter hohe Wellen über einige Küstenabschnitte herein.In Nordfrankreich sollten am Freitag bis auf wenige Ausnahmen keine Züge fahren. In der Normandie und der Bretagne sollte der Bahnverkehr am Nachmittag wieder anlaufen. Behinderungen gab es auch im Großraum Paris sowie im Elsass und in Lothringen. In den Departements Manche und Seine-Maritime bleiben die Schulen geschlossen.Die Karte zeigt die Wetterwarnstufen für Frankreich: 

Die winterlichen Straßenverhältnisse sorgen für erhebliche Behinderungen auf den Autobahnen in Osthessen. In der Region sind laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert: die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. Die A4 ist zwischen Kirchheimer Dreieck und Friedewald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) blockiert, die A5 vom Hattenbacher Dreieck bis Alsfeld Ost (Vogelsbergkreis), die A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld. Lastwagen-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz.Schwerpunkt ist nach Angaben des Sprechers aktuell die A4. Dort haben sich gleich vier Sattelzüge „neben der Fahrspur eingegraben“. Auf der A7 war schon am frühen Morgen ein Lastwagen umgekippt und auf dem Seitenstreifen liegengeblieben. Dabei wurde der Fahrer leicht verletzt. Auf der A5 rutschte ein Sattelzug von der Fahrbahn. 

Viel Regen, wenig Glätte – und nur in Ostwestfalen und dem Sauerland Probleme auf Straßen und Schienen: „Elli“ hat den Berufsverkehr in Nordrhein-Westfalen am Freitagmorgen weitgehend verschont. Lediglich auf einigen Bahnlinien an der Grenze zu Niedersachsen kam es zu Problemen. Auf den Straßen war es so ruhig wie selten, weil viele Autofahrer wegen der Glättewarnungen offensichtlich zu Hause geblieben waren. Laut WDR-Verkehrsstudio gab es auf den Autobahnen in NRW mitten im Berufsverkehr keinen einzigen Kilometer Stau – das gibt es sonst eigentlich nie an einem Werktag. In der Nacht zum Samstag könne es dann durch Schnee und gefrierende Nässe aber noch einmal gefährlich auf den Straßen werden. Die Polizei appellierte an Autofahrer, überall vorsichtig zu fahren.

Die S-Bahn Hannover hat wegen des Winterwetters den Betrieb eingestellt. „Es verkehren nur noch Züge, um einen geeigneten Bahnhof zu erreichen“, teilte der Betreiber Transdev mit. Auch Ersatzbusse können demnach nicht mehr fahren. Das Eisenbahn-Unternehmen Erixx wies ebenfalls auf ausfallende und verspätete Züge hin. Langsam aber stetig verschlechtere sich die Situation auf den Strecken, hieß es. Ab Mittag sei vermutlich kein Betrieb mehr möglich. Die Erixx-Züge verkehren zwischen Hannover, dem Harz, Braunschweig und der Lüneburger Heide.

Nach Sturmtief „Elli“ sagt der Deutsche Wetterdienst für Bayern die nächste Kaltfront mit Schneefall bis in die Täler voraus. Zunächst erwarten die Meteorologen am Vormittag noch in Unter- und Mittelfranken sowie in Schwaben und Oberbayern sehr windiges bis stürmisches Wetter mit Böen um 60 Kilometer pro Stunde, auf den Alpengipfeln im Südwesten Bayerns zum Teil auch schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten um die 100 Stundenkilometer.Anschließend wird es wieder kälter, in der Nacht zum Samstag soll die Schneefallgrenze bis in die Niederungen absinken. Allerdings erwarten die Meteorologen nicht sehr viel Schnee: in den Staulagen der Mittelgebirge und in den Alpen zehn bis fünfzehn Zentimeter, in tiefer gelegenen Regionen gebietsweise einen bis fünf Zentimeter. Die Straßen könnten wieder glatt werden.