FAZ 12.01.2026
09:29 Uhr

Liveblog zu Frost und Glatteis: Bahn fährt langsamer wegen Glätte-Vorhersage


Verkehrsminister: „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei“ +++ Flughafen Frankfurt streicht zahlreiche Flüge +++ In mehreren Bundesländern fällt Präsenzunterricht aus +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog zu Frost und Glatteis: Bahn fährt langsamer wegen Glätte-Vorhersage

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat in Hamburg und Schleswig-Holstein vor Glatteis durch gefrierenden Regen gewarnt. Es bestehe von 13.00 Uhr an Gefahr für Leib und Leben, heißt es in der über die Warn-App Katwarn verbreiteten amtlichen Unwetterwarnung. Sofern es möglich sei, gilt es laut DWD einen Aufenthalt im Freien und Fahrten zu vermeiden. Es könne auf allen Verkehrswegen zu Beeinträchtigungen bis hin zu Sperrungen oder Schließungen kommen. Autofahrer sollten deshalb möglichst volltanken und vorsichtshalber Decken und warme Getränke an Bord haben. Die Unwetterwarnung gelte bis Mitternacht. 

Am Flughafen Frankfurt sind am Morgen angesichts von Schneefall und Glatteiswarnungen zahlreiche Flüge gestrichen worden. Von den im Tagesverlauf geplanten 1052 Flügen seien 102 annulliert, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport der Deutschen Presse-Agentur. Da die Temperaturen nun steigen, könnte sich die Lage aber entspannen. Der Flughafen startete mit einem „angespannten Winterbetrieb“ in den Tag, man rechne mit erheblichen Beeinträchtigungen. Der große Winterdienst sei im Einsatz, auch das Rollfeld müsse geräumt werden. Auf den Parkpositionen der Flugzeuge seien 34 Fahrzeuge zur Enteisung der Maschinen im Einsatz. Die Passagiere würden dringend gebeten, rechtzeitig vor ihrer Reise ihren Flugstatus zu prüfen sowie für die Anreise entsprechend der Wetterlage mehr Zeit einzuplanen. Zudem sollten sie mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal am Frankfurter Flughafen sein, so die Sprecherin.An den anderen großen deutschen Flughäfen ​in ​München, Düsseldorf oder Berlin hoben ‌die Flüge am Morgen ‍unterdessen weitgehend wie geplant ab. 

Schnee und Eisglätte sorgen in Hessen für Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kommt es aktuell im RMV-Gebiet witterungsbedingt zu Einschränkungen im Busverkehr. Es sei mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen, hieß es am Morgen. Einige Linien werden den Angaben zufolge komplett eingestellt.Betroffen sind demnach die Gebiete Gießen, Wetterau, Main-Taunus-Kreis sowie die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Limburg-Weilburg. Ebenfalls gibt es Probleme im Lahn-Dill-Kreis, Hochtaunuskreis sowie im Rheingau-Taunus-Kreis. Der RMV bittet Fahrgäste, sich kurz vor Antritt ihrer Fahrt über die RMV-Fahrplanauskunft über die aktuelle Lage und witterungsbedingte Ausfälle zu informieren.Auch in Nordhessen sorgt die Wetterlage für Probleme. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) sowie die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) teilten auf ihren Internetseiten mit, es könne aktuell auf vielen Linien zu Verspätungen und Ausfällen kommen. 

Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen fällt am Montag aufgrund von Glatteisgefahr der Präsenzunterricht an Schulen aus. Viele Schulen am Untermain sind nunmehr nachgezogen:  „Vor dem Hintergrund der für heute geltenden amtlichen Unwetterwarnung vor Glatteis können die Straßenmeistereien die Schulwegsicherheit nicht gewährleisten“, teilten Kommunen auf der Webseite „Unterrichtsausfall.Bayern.de“ des Kultusministeriums mit. „Daher entfällt am 12. Januar 2026 der Präsenzunterricht in der Stadt und im gesamten Landkreis Aschaffenburg.“ Gleiches gelte für den Landkreis Miltenberg in Unterfranken.Infolge der Witterung rief der Deutsche Wetterdienst die zweithöchste Unwetterwarnstufe für den gesamten Freistaat Bayern aus. Auch im Saarland hatte das dortige Bildungsministerium wegen der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes den Präsenzunterricht an den Schulen für den Montag aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. 

Bahnreisende im Nordwesten der Republik können am Montagmorgen vorsichtig aufatmen: Trotz des Winterwetters fahren die Züge der Deutschen Bahn in Niedersachsen und Bremen überwiegend normal. „Der Zugverkehr ist heute Morgen gut gestartet“, sagte eine Sprecherin. Größere witterungsbedingte Einschränkungen gebe es derzeit nicht.Vereinzelt könne es jedoch weiter zu Teilausfällen oder kleineren Störungen kommen. Diese ließen sich in der Regel zeitnah beheben, hieß es weiter.Auf ihrer Website weist die Deutsche Bahn zudem auf Einschränkungen im Fernverkehr hin. Demnach halten alle ICE-Züge auf der Verbindung zwischen Berlin und Frankfurt am Main derzeit nicht in Braunschweig und Hildesheim. Außerdem sei auf einzelnen Strecken die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert worden, betroffen sei unter anderem die Verbindung zwischen Hannover und Frankfurt/Würzburg. 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Glatteiswarnung für Teile Nordrhein-Westfalens wieder aufgehoben. Vom Niederrhein bis nach Düsseldorf, Duisburg und Essen besteht nach Einschätzung der Meteorologen keine große Gefahr mehr durch überfrierende Nässe.Für die übrigen Teile von NRW wird weiter bis 10.00 Uhr mit der zweithöchsten Warnstufe vor glatten Straßen gewarnt. In Ostwestfalen könne es sogar bis 13.00 Uhr noch gefährlich glatt werden, schreibt der DWD.Die befürchtete Warmfront mit starken Regenfällen war bereits in der Nacht über die großen Ballungsräume in Nordrhein-Westfalen hinweggezogen. Auf den gefrorenen Böden führte der Niederschlag teilweise zu glatten Straßen. Es gab Staus und Unfälle, der Winterdienst war im Dauereinsatz. 

Starker Regen sorgt auf den gefrorenen Böden vor allem im Westen für gefährlich glatte Straßen. Im Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. Im Sauerland wurde die Polizei zu einigen Unfällen alarmiert. Der Winterdienst war überall im Dauereinsatz. Für weite Teile Deutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Während sich die Situation etwa am Niederrhein schon wieder entspannte, gilt die Warnung des DWD etwa für Erfurt noch bis 22 Uhr. Die Meteorologen riefen die Menschen auf, Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es bestehe „Gefahr für Leib und Leben“.Auf einigen Autobahnen ging es im Berufsverkehr am Morgen nur noch sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war. In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige Unfälle und dadurch Staus.

Nach dem sonnigen Sonntag droht in der Nacht neues Wetterchaos. Von Westen her bringt Tief „Gunda“ Schnee und später Regen, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Folge sei „eine überregional unwetterartige Glatteis-Lage“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehen lassen, warnte ein ADAC-Sprecher. Ab etwa Mitternacht erreichen dem DWD zufolge Schnee und später Regen den Westen Deutschlands, die bis zum Morgen etwa eine Linie Schleswig-Harz-Allgäu erreichen.Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr im Distanzunterricht. Es werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit.Auch in Bremen und Niedersachsen fällt für Schülerinnen und Schüler am Montag der Präsenzunterricht aus. Alle niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte sagten den regulären Unterricht wegen erheblicher Glatteis-Gefahr ab. Die Behörden verwiesen darauf, dass ein sicherer Schülertransport nicht gewährleistet werden könne. Ausnahmen gibt es auf den ostfriesischen Inseln. „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei“Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte Deutschlands Autofahrer und Fußgänger weiter zu Vorsicht. Auch in den nächsten Tagen könne es zu Glatteis kommen, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei.“ Mit Blick auf den bisherigen Verlauf der vergangenen Wintertage zeigte sich Schnieder aber erleichtert. „Wenn ich mir das gesamte Geschehen anschaue, muss ich sagen, es ist nicht ganz so schlimm gekommen, wie wir befürchtet haben.“Die Deutsche Bahn rechnet für Montag nur mit kleineren Einschränkungen durch gefrierenden Regen. Es sei nicht davon auszugehen, dass es erneut so große Probleme wie am Freitag und Samstag geben könnte, sagte der Chef des für die Infrastruktur zuständigen Bahn-Unternehmens DB InfraGo, Philipp Nagl. 

Niedersachsen und Bremen ziehen nach: Der reguläre Schulunterricht fällt auch dort am Montag für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus. Grund ist eine Warnung vor unwetterartigem Glatteis. Bei spiegelglatten Straßen kann der Weg zur Schule riskant werden, Schulbusse fahren vielerorts nicht.Mitunter gibt es Distanzunterricht – vor allem für Berufsschüler und -schülerinnen. Ob Lehrkräfte ihre Klassen per Video-Schalte unterrichten, entscheiden vielerorts die Schulen selbst. Für die Jahrgänge bis zur zehnten Klasse müssen niedersächsische Schulen eine Notbetreuung organisieren.In Niedersachsen treffen die Landkreise und kreisfreien Städte die Entscheidung, ob der Unterricht witterungsbedingt ganz oder in Teilen ausfällt. Um das aktuelle Wetter zu berücksichtigen, passiert das laut Kultusministerium meist am Vorabend oder am frühen Morgen des Schultags. Eine Vorgabe des Landes, bis wann die Schulen und Kommunen die Entscheidung mitteilen sollen, gibt es nicht. 

In den Schulen in Nordrhein-Westfalen findet am Montag wegen Glättegefahr kein Präsenzunterricht statt. Infolge einer amtlichen landesweiten Unwetterwarnung sollen die Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben, wie das Bildungsministerium in Düsseldorf am Sonntag mitteilte. Die Schulen seien gebeten worden, in den „Distanzunterricht zu wechseln“.„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler haben für uns oberste Priorität“, erklärte NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU). „Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“.In Nordrhein-Westfalen werde am Montagmorgen überall Regen erwartet, „der aufgrund der kalten Temperaturen auf Straßen und Böden gefrieren und flächendeckend Glätte verursachen wird“, führte das Ministerium aus. Schülerinnen und Schüler, die dennoch in die Schule kommen, würden betreut. 

Der Wintersturm „Elli“ und die Folgen für die Deutsche Bahn nimmt politische Züge an: Nach vereinzelter Kritik aus Union und Grünen am Konzern verteidigt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Bahn. Diese werde seinen Worten nach ihren Umgang mit dem Wintereinbruch auf den Prüfstand stellen. Schnieder sagte der „Rheinischen Post“, nicht alle Fahrgäste hätten ihre Reise absagen können und seien teilweise sehr lange unterwegs gewesen, „weil der massive Wintereinbruch zu vielen Zugausfällen und Verspätungen geführt hat. Hier wird die Bahn sicherlich analysieren, wo es besonders gut Hand in Hand lief, und da, wo es etwas zu verbessern gibt, Abläufe weiter optimieren.“ Schnieder betonte überdies: „Klar ist aber auch, dass bei solchen extremen Wetterlagen kein planbarer Normalbetrieb möglich ist und immer wieder neu reagiert werden muss.“ Dadurch, dass die Bahn frühzeitig eine bundesweite Kulanzregelung kommuniziert habe, hätten viele Reisende ihre Fahrt verschieben können. Der Minister ergänzte: „Wir hatten eine herausfordernde Wetterlage. Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Bahn für ihren außergewöhnlichen Einsatz bedanken.“ Tausende seien ununterbrochen im Einsatz gewesen, um Strecken wieder befahrbar zu machen und die Bahnsteige von den Schneemengen zu befreien, sagte der Verkehrsminister.

Am Sonntag scheint die Sonne, doch in der Nacht könnte es vielerorts glatt werden: Ab etwa Mitternacht erreichen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge Schnee und später Regen den Westen Deutschlands, die bis zum Morgen etwa eine Linie Schleswig-Harz-Allgäu erreichen. Da es weiterhin eiskalt ist, droht verbreitet Glätte: Der Regen gefriert in der Frostluft oder auf den gefrorenen Böden. Folge sei „eine überregional unwetterartige Glatteislage“, sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter.Im Tagesverlauf breitet sich durch Tief „Gunda“ der DWD-Prognose zufolge bis nach Niederbayern sowie Oder und Neiße im Osten aus. Insbesondere in Bayern dauere die brisante Lage regional bis in den Dienstag hinein an. „Es ist mit teils massiven Auswirkungen zu rechnen“, warnte der DWD. Im Westen bessere sich die Situation bei Plusgraden bereits ab den Mittagsstunden – und weit im frostig bleibenden Osten komme die Front kaum noch an.„Die Gefahr für den Osten ist jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben“, sagte der Meteorologe. „Denn hier kommt der zweite Schub an Niederschlag spätestens in der Nacht zum Dienstag an und bringt ebenso teils unwetterartiges Glatteis mit sich.“