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22.07.2026
08:25 Uhr
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Mychajlo Drapatyj wird neuer Oberbefehlshaber – wieso er den Ukrainern bereits bekannt ist +++ Alijew bestätigt deutsch-russisches Treffen mit Platzeck und Pofalla in Baku +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Wer ist der neue ukrainische Oberbefehlshaber? Der 43 Jahre alte Generalmajor Mychajlo Drapatyj führt künftig die ukrainischen Streitkräfte im Kampf gegen die russische Invasion. Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ nach tagelangem Druck von Demonstranten den bisherigen 60 Jahre alten Armeechef Olexander Syrskyj und berief den jüngeren General auf diesen Posten. In einer Videobotschaft aus Kiew kündigte der Staatschef eine Neuordnung des Generalstabs in Abstimmung mit Verteidigungsministerium und Präsidialamt an. Drapatyj, seit 25 Jahren Soldat, schrieb auf Facebook: „Ich werde verantwortungsbewusst, konzentriert und mit Respekt gegenüber den Menschen arbeiten, die heute unser Land verteidigen.“ Der in der Bevölkerung beliebte Drapatyj wird nach Walerij Saluschnyj und Olexander Syrskyj der dritte Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee in fast viereinhalb Jahren des russischen Angriffskriegs. Er erlangte schon 2014 als Major Berühmtheit, als er mit einem gepanzerten Mannschaftstransporter eine Straßensperre prorussischer Kräfte in Mariupol durchbrechen ließ. Damals konnte die Hafenstadt von der Ukraine verteidigt werden.2024 half Drapatyj, den russischen Einmarsch in das Gebiet Charkiw zu begrenzen. Später wurde er Befehlshaber der ukrainischen Bodentruppen. Von diesem Posten trat er 2025 zurück, weil beim Einschlag einer russischen Iskander-Rakete in eine Ausbildungseinheit zwölf Soldaten getötet worden waren. Er übernehme die Verantwortung dafür, dass im Heer Soldaten nicht genügend geschützt worden seien, erklärte er. Zuletzt befehligte Drapatyj eine Armeegruppe, die für die Verteidigung des Gebiets Charkiw zuständig ist. Das Portal „Kyiv Independent“ schrieb, der General habe ein Image als „der oberste moderne, auf Menschen fokussierte Militärführer der Ukraine“. In einem Facebook-Eintrag erklärte Drapatyj seine Unterstützung für den entlassenen und in der Bevölkerung sehr beliebten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und forderte eine Armee-Reform: „Die Armee braucht Veränderungen, aber ohne Gerechtigkeit sind Veränderungen für die Menschen sinnlos, die diesen Krieg jeden Tag auf ihren Schultern tragen.“
Entlassener ukrainischer Armeechef: 700 Quadratkilometer zurückerobertDie Ukraine hat in diesem Jahr nach Angaben des entlassenen Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj 700 Quadratkilometer ihres Territoriums zurückerobert. „Ich übergebe meinem Nachfolger eine Armee, die nicht nur die Verteidigung hält, sondern auch in der Offensive ist“, erklärt Syrskyj auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram und bestätigt damit seinen Abschied von der Militärspitze. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalmajor Mychajlo Drapatyj zum Nachfolger ernannt.
Größter russischer Online-Händler: Abermals Wildberries-Lagerhallen angegriffenDer größte russische Online-Händler Wildberries ist nach eigenen Angaben abermals angegriffen worden. Ziel seien die Lagerhallen in den Städten Krasnodar und Newinnomyssk gewesen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte Unternehmenschefin Tatjana Kim mit. Am Samstag waren bei ukrainischen Drohnenangriffen nach russischen Angaben ebenfalls Wildberries-Lagerhallen getroffen worden. Dabei seien acht Mitarbeiter getötet und Brände ausgelöst worden, was zu Störungen im Betrieb geführt habe. Wildberries wird oft als Russlands Amazon bezeichnet.
Alijew bestätigt Treffen zwischen Pofalla, Platzeck und Russen in BakuAm Rande seines Berlin-Besuchs hat Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew indirekt ein deutsch-russisches Treffen in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku bestätigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berichtete Alijew von entsprechenden Informationen seines Grenzschutzes. Demnach seien der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) am 12. Juli von Berlin nach Baku geflogen. An den Folgetagen seien dann der ehemalige russische Ministerpräsident Viktor Subkow und Russlands Menschenrechtsbeauftragter Waleri Fadejew angereist. Beide gelten als Vertraute von Herrscher Wladimir Putin.Seit Tagen gibt es Berichte über ein solches Treffen, aber keine offizielle Bestätigung. Auch Merz sagte auf eine entsprechende Journalistenfrage: „Mir ist von einem solchen Treffen nichts bekannt.“ Alijew hatte nach eigenen Angaben auch keine Informationen darüber aus Deutschland oder Russland erhalten. Er betonte aber: „Wenn dieses Treffen zum Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine beitragen sollte, können wir das nur begrüßen.“
UN-Menschenrechtsbüro berichtet über wachsende Zahl ziviler Opfer in der UkraineDas UN-Menschenrechtsbüro bezeichnet die wachsende Zahl von zivilen Opfern bei russischen Angriffen in der Ukraine als „schockierend“. Besonders auffällig sei der Anstieg von Attacken mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, sagte die Leiterin des Büros in der Ukraine, Danielle Bell. Insgesamt seien durch russische Angriffe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 37 Prozent mehr Menschen getötet oder verletzt worden als im gleichen Zeitraum 2025. Das Büro registrierte knapp 1400 Tote und knapp 8000 Verletzte. Es listet nur selbst verifizierte Todes- und Verletztenmeldungen auf. Gegenüber den ersten sechs Monaten 2024 waren es fast doppelt so viele Opfer wie in diesem Jahr bis Ende Juni. In den ersten sechs Monaten seien durch Angriffe mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, 2800 Menschen getötet oder verletzt worden, 65 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Ein Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf sprach auch die zivilen Opfer in Russland an, etwa durch jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren der Privatfirma Wildberries unter anderem in der Region Moskau. Das Büro hat aber keinen Zugang zu Russland und kann sich deshalb nur auf öffentlich zugängliche Informationen berufen. Nach diesen Quellen seien bei ukrainischen Angriffen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 250 Menschen umgekommen und knapp 1600 verletzt worden, sagte Bell. Das sei ein Anstieg um 121 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025.
Drei Tote durch Gleitbombe auf SaporischschjaDurch einen russischen Angriff mit einer Gleitbombe auf die südukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben der regionalen Behörden mindestens drei Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Sieben Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses stehen in Flammen, teilt die Militärverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Scharfe Munition bei Übung im Ärmelkanal abgefeuertEin russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal unweit der britischen Küste eine Übung mit scharfer Munition abgehalten. Die halbstündige Übung in internationalen Gewässern habe am Montag rund 40 Seemeilen (74 Kilometer) südlich der Stadt Plymouth stattgefunden, erklärte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag. Die Besatzung des Kriegsschiffes habe zunächst ein britisches Kriegsschiff, die „HMS Tyne“, über die geplante Übung informiert und aufgefordert, sich in eine sichere Position zu bringen. „Die Übung wurde in der Folge in internationalen Gewässern abgehalten und dauerte 30 Minuten“, erklärte das Verteidigungsministerium in London. Die britische Marine habe die Übung überwacht. Britischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem russischen Kriegsschiff um die Fregatte „Neustraschimi“, die zur russischen Ostseeflotte gehört.
Ankern in ungeschützten Gebieten des Asowschen Meeres untersagt Russland hat in zwei Häfen entlang einer wichtigen Handelsroute für Getreide im Asowschen Meer das Ankern in Gebieten ohne Luftverteidigung verboten. Der Erlass betrifft Schiffe im Hafen von Asow im Asowschen Meer und im Hafen von Kawkas in der Straße von Kertsch. Der Schiffsverkehr im Asowschen Meer ist seit vergangenem Freitag aufgrund wiederholter ukrainischer Angriffe auf Tanker und andere Handelsschiffe in der Region eingeschränkt. Über die Route geht etwa ein Viertel der russischen Getreideexporte.
Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der UkraineBei russischen Angriffen in der Ukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zwei Todesopfern und mehreren Verletzten in Saporischschja im Südosten des Landes. Russland habe mit Gleitbomben ein gewöhnliches mehrstöckiges Wohnhaus angegriffen, schrieb er in sozialen Medien. Auch in Cherson im Süden des Landes wurde Selenskyj zufolge ein Mensch getötet und zwei weitere wurden verletzt. Das russische Militär habe dabei Gleitbomben und Drohnen eingesetzt. Er beklagte auch zwei Verletzte nach Angriffen auf die Stadt und die Region Odessa am Schwarzen Meer.
Russland hat „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu LondonDer Kreml hat nach eigenen Angaben „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham. „Eine seiner ersten Amtshandlungen war, Beistandsbekundungen für die Ukraine abzugeben und damit zu zeigen, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um den Krieg fortzusetzen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag.Burnham war am Montag zum britischen Premierminister ernannt worden und hatte daraufhin erklärt, „zu 100 Prozent“ an der Seite des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu stehen. In einem ersten Telefonat mit Selenskyj habe er „Großbritanniens entschlossenes Engagement“ für Kiew bekräftigt, hatte die britische Regierung im Anschluss mitgeteilt.London wirft Moskau unter anderem Giftanschläge auf britischem Boden vor und ist einer der größten Unterstützer der Ukraine im Krieg mit Russland.
Russischer Geheimdienst tötet Mann bei FestnahmeDer russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Terroranschlag verhindert und den Verdächtigten getötet. Die Behörde warf dem 1966 geborenen Mann einer Mitteilung zufolge vor, einen Sabotage- und Terrorakt im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR vorbereitet zu haben. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen. Der demnach in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geborene Mann soll Kontakt zum HUR aufgenommen und in dessen Auftrag eine Bahnstrecke einer großen regionalen Energieanlage im Föderationskreis Ural ausgekundschaftet haben, um einen Sprengsatz anzubringen. Den selbst gebauten Sprengsatz soll er in einem Gebäude in Tjumen versteckt haben. Bei seiner Festnahme habe der Mann mit einem Sturmgewehr auf Mitarbeiter des FSB geschossen und sei daraufhin erschossen worden, hieß es in der Mitteilung. Seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine 2022 hat es in Russland zahlreiche Fälle von Sabotage an Bahnstrecken und anderen Objekten sowie Attentate auf Militärangehörige und Kriegsbefürworter gegeben. Russische Ermittler machen oft Kiews Geheimdienste dafür verantwortlich. Der FSB meldet regelmäßig die Verhinderung angeblicher Sabotageakte oder Terroranschläge, immer wieder werden dabei von der Behörde Verdächtigte getötet.
Indien bestellt russischen Diplomaten ein Nach dem Tod von vier indischen Seeleuten bei einem Raketenangriff im Schwarzen Meer hat das Außenministerium in Neu-Delhi einen ranghohen russischen Diplomaten einbestellt. Der russische Geschäftsträger Wladimir Ladanow sei aufgefordert worden, Indiens „ernste Besorgnis“ nach Moskau zu übermitteln, teilte das Ministerium mit. Angriffe auf die zivile Schifffahrt und der Tod von Zivilisten seien „inakzeptabel“. Solche Angriffe gefährdeten die Sicherheit und Stabilität des internationalen Seehandels.Ukrainischen Angaben zufolge hatte Russland den unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrenden Frachter „Golden Leo“ am Sonntag beim Verlassen eines ukrainischen Hafens mit drei Marschflugkörpern beschossen. Dabei seien zehn Menschen getötet worden, darunter die vier Inder. Das Schiff gehört laut Daten des Anbieters LSEG dem im indischen Mumbai ansässigen Unternehmen Ocean Grace Shipping. Indische Seeleute kommen auch durch Beschuss im Irankrieg ums Leben.
Russland greift ukrainische Gasanlagen in Charkiw anRussland hat den dritten Tag in Folge Gasförderanlagen des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz in der nordöstlichen Region Charkiw attackiert. Dies teilte das staatliche Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Angriff auf eine der Anlagen am Sonntag habe zu einem Teilausfall der Produktion geführt. Eine weitere Anlage sei bei einem Angriff am Montagmorgen beschädigt worden.
IWF gibt weitere 690 Millionen Dollar für die Ukraine freiDer Internationale Währungsfonds (IWF) macht den Weg frei für die sofortige Auszahlung von rund 690 Millionen Dollar an die Ukraine. Der IWF-Vorstand habe eine Überprüfung des Finanzierungsprogramms für das Land abgeschlossen, teilt der Fonds mit. Die Ukraine habe trotz des Krieges ihre Finanzstabilität aufrechterhalten können. Die wirtschaftlichen Aussichten hätten sich jedoch eingetrübt. Gründe dafür seien vor allem die verstärkten russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie indirekte Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Zudem habe sich die Umsetzung von Reformen verlangsamt. Die Ukraine wird mit einem Kreditprogramm in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar unterstützt. Mit der jüngsten Freigabe steigen die bisherigen Auszahlungen auf etwa 2,2 Milliarden Dollar.