FAZ 29.05.2026
21:12 Uhr

Liveblog Ukrainekrieg: ISW: Ukraine stört russische Versorgungsrouten erfolgreich


Drohnenangriffe auf Straßen im Hinterland der Front +++ Merz: Brauchen starke NATO-Ostflanke +++ NATO und EU verurteilen Drohneneinschlag in Rumänien +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog Ukrainekrieg: ISW: Ukraine stört russische Versorgungsrouten erfolgreich

Russland meldet Tote und Schäden nach ukrainischen DrohnenangriffenRussische Behörden haben nach ukrainischen Drohnenangriffen Tote und Schäden gemeldet. In der Grenzregion Belgorod kamen nach Angaben des regionalen Krisenstabs drei Männer ums Leben. Sie wurden demnach in der Ortschaft Oktjabrski nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt bei zwei Angriffen getötet.In Armawir im südrussischen Gebiet Krasnodar brach laut Behörden ein Feuer auf dem Gelände eines Öllagers aus. Verletzte gebe es nicht. Das Öllager war schon in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Auf dem Gelände des Hafens von Taganrog in der ebenfalls im Süden Russlands gelegenen Region Rostow kam es laut Gouverneur Juri Sljussar zu einem Brand eines Tankers, eines Treibstofftanks und eines Verwaltungsgebäudes. Zwei Menschen seien verletzt worden.Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass 127 ukrainische Drohnen in der Nacht über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim abgeschossen worden seien. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar. Zu Schäden macht das Ministerium in der Regel keine Angaben. 

NATO hält in Rumänien eingeschlagene Drohne für definitiv russischDie in ein Wohnhaus in Rumänien eingeschlagene Drohne ist Nato-Angaben zufolge aus Russland. Der Sprecher des Nato-Oberkommandos der Alliierten Streitkräfte in Europa (Shape), Martin O'Donnell, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, die Drohne sei „russisch“.Durch den nächtlichen Drohnen-Einschlag wurden in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine zwei Menschen verletzt und ein Feuer ausgelöst. Rumänien machte vollumfänglich Moskau für den Vorfall verantwortlich. Der rumänische Verteidigungsminister Radu-Dinel Miruta sagte vor Journalisten, die Seriennummern auf der Rakete wiesen darauf hin, dass es sich „zweifellos“ um eine russische Rakete handele.

Putin: Vorwurf zu Drohneneinschlag in Rumänien nicht bewiesenRusslands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf zurückgewiesen, russische Drohnen hätten Rumänien beschossen. „Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde“, sagte Putin vor russischen Journalisten in Kasachstans Hauptstadt Astana. Wahrscheinlich sei eher eine ukrainische Drohne vom Kurs abgekommen, behauptete er. In der Vergangenheit seien auch in Finnland, dem Baltikum und Polen verirrte ukrainische Drohnen heruntergekommen – und jedes Mal sei zunächst Russland beschuldigt worden. Moskau sei aber zur Aufklärung des Falls bereit, fügte Putin hinzu.Dazu forderte der Kremlchef die Übergabe der Drohnentrümmer. Erst dann könne Moskau objektiv zu dem Fall Stellung nehmen, sagte er am Rande eines Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsunion in Astana. 

Ukrainische Gegenangriffe: Russland meldet einen Toten und eine VerletzteIn Russland haben nach den von der Ukraine angedrohten Drohnenangriffen mehrere Regionen Brände, Schäden und einen Toten gemeldet. In Wolschski im Gebiet Wolgograd starb ein 60 Jahre alter Mann in einer Kunststofffaserfabrik, wie Gouverneur Andrej Botscharow mitteilte. Eine 55 Jahre alte Frau sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Im Süden von Wolgograd (früher Stalingrad) kam es demnach auch zu einem Brand in einem nicht näher benannten Energieobjekt. Auch ein Wohnhaus sei in der Region beschädigt worden.Im Gebiet Jaroslawl gab es nach Behördenangaben ebenfalls einen massiven ukrainischen Drohnenangriff. Industrieobjekte für die Lagerung von Treibstoffen seien getroffen worden, sagte Gouverneur Michail Jewrajew. Ein Brand werde gelöscht. Verletzte gebe es nicht. Zeitweilig habe die Straße nach Moskau gesperrt werden müssen.Auch in der Hafenstadt Temrjuk brach laut Behörden nach dem Absturz von Trümmern einer abgeschossenen Drohne ein Feuer aus. Verletzte gebe es in dem Kurort am Asowschen Meer, dem nördlichen Nebenmeer des Schwarzen Meeres, nicht, hieß es. 

Medwedjew droht Europa mit weiteren DrohneneinschlägenDer stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedjew, warnt die europäischen Staaten vor weiteren Drohnen-Vorfällen. Es herrsche Krieg, und die Bürger der EU-Staaten würden nicht mehr ruhig schlafen können, erklärt der ehemalige russische Präsident. Es müsse zwar noch geklärt werden, wem die in Rumänien abgestürzte Drohne gehöre. Die europäischen Politiker sollten sich jedoch nicht empören, da sie sich direkt an einem Krieg ​gegen Russland beteiligten. Solche Vorfälle würden sich weiter ereignen, insbesondere dort, wo Drohnen für die Ukraine hergestellt werden, so Medwedjew. Zudem kündigt das russische Außenministerium eine rasche Reaktion auf die Schließung des russischen Konsulats im rumänischen Constanța durch die Regierung in Bukarest an.

Merz: Brauchen starke NATO-Präsenz an der OstflankeBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilte auf X mit, der Drohneneinschlag zeige abermals Russlands Bereitschaft zur Eskalation. „Deutschland steht an der Seite unserer NATO-Verbündeten“, betonte Merz zugleich. „Der Vorfall zeigt erneut: Wir brauchen eine starke NATO-Präsenz an der Ostflanke. Wir sind bereit, das ​Bündnisgebiet zu verteidigen.“Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte das russische Vorgehen. „Russlands rücksichtsloses Verhalten gefährdet weiterhin unsere kollektive Sicherheit“, schrieb Wadephul am Freitag im Internetdienst X. „Wir stehen zu Rumänien“, fügte er in dem auf Englisch verfassten Text hinzu. „Unsere Antwort ist Einigkeit“, schrieb Wadephul weiter. Er kündigte zusätzliche Anstrengungen an, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine und die europäische Verteidigung im Rahmen der NATO zu stärken.

Selenskyj warnt vor abermaligem russischen GroßangriffRussland bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen neuen Großangriff auf die Ukraine vor. Selenskyj berief sich am Freitag in einem Beitrag im Kurznachrichtendienst Telegram auf Geheimdienst-Erkenntnisse. Er forderte zudem weitere Sanktionen gegen Russland. Die Umsetzung von Vereinbarungen mit Partnern über die Lieferung von Luftabwehrsystemen dürfe nicht verzögert werden. Russland hatte am Montag „systematische ​Angriffe“ auf Ziele in Kiew angekündigt.

NATO und EU verurteilen russischen Drohneneinschlag in Rumänien scharf NATO und EU haben am Freitagmorgen den Einschlag einer russischen Drohne in ein Hochhaus in der rumänischen Stadt Galati verurteilt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte telefonierte mit dem rumänischen Präsidenten Nicușor Dan. Er habe Dan die „absolute Solidarität der NATO mit Rumänien zugesichert“ und bekräftigt, dass die NATO bereitstehe, jeden Zentimeter des verbündeten Territoriums zu verteidigen, teilte Rutte anschließend auf der Plattform X mit. „Wir werden unsere Einsatzbereitschaft weiter ausbauen, um jede Bedrohung abzuwehren und uns dagegen zu verteidigen, einschließlich solcher durch Drohnen“, schrieb Rutte. Das „rücksichtslose Verhalten Russland“ stelle eine Gefahr für alle dar. „Russlands Krieg muss enden, ebenso wie Russlands Missachtung der Sicherheit von Zivilisten.“EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb, ebenfalls auf X, der russische Angriffskrieg habe „eine weitere Grenze überschritten“. Die EU werde die Abschreckung an der östlichen Grenze weiter stärken und den Druck auf Russland erhöhen. „Wir bereiten das 21. Sanktionspaket vor.“ Die EU-Botschafter hatten am Donnerstag über neue Listungen von Personen und Organisationen gesprochen, die den russischen Angriffskrieg unterstützen. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Europäischen Rats, António Costa. „Die Eskalation Russlands auf EU-Gebiet ist rücksichtslos und unverantwortlich“, so der Portugiese.

Rumänien schließt nach Drohneneinschlag russisches KonsulatRumänien weist den russischen Konsul in der Hafenstadt Constanța aus und schließt das dortige Konsulat. Dies erklärt Präsident Nicușor Dan nach dem Einschlag einer Drohne in ein Wohngebäude in der nahegelegenen Stadt Galați. Zudem gebe es Vereinbarungen mit NATO-Verbündeten, vorübergehend militärische Ausrüstung nach Rumänien zu verlegen, bis das Land seine eigene Luftverteidigung modernisiert habe, sagt Dan ​weiter. 

Kreml: Putin über Drohneneinschlag in Rumänien informiertDer russische Präsident Wladimir Putin ist über den Drohneneinschlag in Rumänien informiert worden. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Die NATO wirft Moskau wegen des Vorfalls rücksichtsloses Verhalten vor und betont ihre Bereitschaft, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen. Rumänischen Angaben zufolge war ​in der Nacht eine russische Drohne bei einem Angriff auf die benachbarte Ukraine in ein Wohngebäude in dem NATO-Mitgliedstaat eingeschlagen. 

Selenskyj sichert Rumänien nach Drohneneinschlag Unterstützung zuNach dem Absturz einer russischen Drohne auf ein Wohnhaus in Rumänien hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Land Unterstützung zugesichert und mehr Druck auf Russland gefordert. Die Ukraine sei bereit, Rumänien in jeder erforderlichen Weise zu unterstützen, schrieb er auf der Plattform X. Selenskyj teilte dort einen Post von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem sie nach dem Vorfall auch ankündigte, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen.Selenskyj stimmte von der Leyen zu. Kiew zähle darauf, dass die neuen Sanktionen der EU gegen Russland wirklich streng sein werden und Moskau spüren lassen, dass seine Angriffe erhebliche Verluste für Russland selbst bedeuteten. Er sprach von einem weiteren zynischen Angriff auf zivile Infrastruktur im südukrainischen Gebiet Odessa, das auch an Rumänien grenzt. 

Kallas: Russland darf europäischen Luftraum nicht ungestraft verletzenRussland darf nach den Worten der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas den europäischen Luftraum nicht ungestraft verletzen. Der Absturz einer russischen Drohne in ein Wohngebäude im rumänischen Galați sei eine eklatante und schwerwiegende ​Verletzung der Souveränität des NATO- und EU-Staates und des europäischen Luftraums, schrieb Kallas auf der Plattform X. Russland habe schon vor langer Zeit aufgehört, Grenzen zu respektieren. Der Vorfall ereignete sich während eines nächtlichen russischen Angriffs auf die benachbarte Ukraine. Kallas erklärt zudem, sie habe mit der rumänischen Außenministerin Oana Toiu gesprochen, um Rumänien die Solidarität der EU ⁠zu versichern.

Rumänien bestellt russischen Botschafter einRumänien hat nach Angaben von Außenministerin Oana-Silvia Țoiu den russischen Botschafter in Bukarest einbestellt. Der Grund ist der Einschlag einer russischen ​Drohne in einem Wohnhaus in der Stadt Galati an der Grenze zur Ukraine. 

NATO sagt Rumänien nach Drohnen-Absturz Unterstützung zuDie NATO hat Rumänien nach dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. „Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit, und die NATO wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter stärken – auch gegen Drohnen“, teilte Sprecherin Allison Hart mit. Generalsekretär Mark Rutte stehe nach dem Einschlag der Drohne in Kontakt mit den rumänischen Behörden. Zu dem Vorfall sei es gekommen, als Russland ukrainische Infrastruktur nahe der Grenze angegriffen habe.