FAZ 24.09.2026
10:34 Uhr

Liveblog Ukrainekrieg: Feuer in Starlink-Station war „Sabotage“


Polnischer Digitalminister: Internet-Zugang auch der ukrainischen Armee gestört +++ Ukraine: Sechs Tote bei russischem Angriff auf Bauernhof +++ Ukraine und Finnland schließen Abkommen zur Drohnen-Produktion +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog Ukrainekrieg: Feuer in Starlink-Station war „Sabotage“

Kreml: Noch keine Entscheidung über Treffen von Putin und Trump Über ein mögliches ​Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump im Dezember gibt es dem Kreml zufolge noch keine Entscheidung. Es sei verfrüht, über eine ⁠Tagesordnung zu sprechen, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. US-Außenminister Marco Rubio hatte erklärt, die USA hätten Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami im US-Bundesstaat Florida eingeladen, bei dem ein Treffen mit Trump möglich sei. Russland schätze die Einladung und werde über eine Antwort befinden, sagt Peskow. Er bekräftigt zudem die russische Position, wonach Moskau ‌eine Friedenslösung und keinen vorübergehenden Waffenstillstand anstrebe. Trump versucht seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar vergangenen Jahres, im Ukrainekrieg zu vermitteln. 

Selenskyj kontert auf die Frage, wann er nach Moskau reisen wird – „Auf einer Rakete“Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf Russlands Vorschlag eines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau mit Sarkasmus und einem Fluch reagiert. Auf die wiederholte Frage eines Reporters des russischen Staatsfernsehens, wann er denn nach Moskau komme, antwortete er: „Auf einer Rakete, verdammt!“. Ukrainische und russische Medien teilten den Clip von Selenskyjs Besuch in New York vielfach in den sozialen Netzwerken. Vor allem das kaum hörbare russische Schimpfwort „bljad“ – freundlich mit „verdammt“ übersetzt – sorgte für Aufsehen in den Medien beider Länder. In Russland wird das Wort zensiert. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die als Teil der Moskauer Delegation an der UN-Generalversammlung in New York teilnimmt, sagte, er habe wohl Angst, das ihn ein tödliches Schicksal ereile. Sie verwies auch auf das von Selenskyj benutzte Schimpfwort, das allen vor Augen führe, wer Selenskyj wirklich sei.Der ukrainische Präsident hatte sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York auch mit US-Präsident Donald Trump getroffen, um über eine Lösung in dem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg zu sprechen. Ergebnisse gab es erwartungsgemäß keine. Selenskyj betont immer wieder, dass er sich mit Putin treffen wolle, um über eine Lösung in dem Konflikt zu sprechen. Der Kremlchef zeigt sich zwar ausdrücklich bereit dazu, betont aber, dass er zu einem Treffen nur in Moskau bereit sei. Selenskyj lehnt das ab.

Tschechische Kampfjets zu Patrouillenflug über Polen aufgestiegen Tschechische Kampfjets vom Typ JAS-39 Gripen sind in der Nacht zu einem Patrouillenflug ⁠über Polen aufgestiegen. Dies teilt die tschechische Armee auf dem Kurzmitteilungsdienst X mit. Ein Einsatz von Waffen war demnach nicht notwendig, die Flugzeuge kehrten zu ihrem Heimatstützpunkt zurück. 

Ukraine: Sechs Tote bei russischem Angriff auf Bauernhof Bei einem russischen Angriff auf einen Landwirtschaftsbetrieb in einem ⁠Dorf in der nordukrainischen Region Charkiw werden sechs Menschen getötet. Zudem werden acht Landarbeiter verletzt, wie der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mitteilte.

Nordkoreanische Kriegsgefangene in Südkorea eingetroffen Nach monatelangen Verhandlungen sind zwei von der Ukraine gefangen genommene nordkoreanische Soldaten nach Südkorea gebracht worden. Der südkoreanische Abgeordnete Yoo Yong-won, der die beiden Männer während eines Ukraine-Besuchs 2025 persönlich getroffen und sich seither für ihre Überstellung eingesetzt hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, sie seien bereits vor einigen Tagen sicher in Südkorea angekommen.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte während seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York am Vortag erklärt, die Ukraine habe zwei nordkoreanische Kriegsgefangene nach Südkorea geschickt.„Diese Männer lebend gefangen zu nehmen, war nicht einfach. Einer von ihnen versuchte, sich das Leben zu nehmen, als er erkannte, dass er gefangen genommen werden würde“, sagte Selenskyj. Er kritisierte zudem die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea: „Auch das ist Wahnsinn. Warum sollten Koreaner in einem Krieg gegen die Ukraine ihr Leben geben? Kim Jong-un benutzt sie wie eine Währung. Und er bekommt dafür etwas zurück.“Nach Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes hat Nordkorea rund 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine entsandt. Vermutet wird, dass Nordkorea von dem verbündeten Russland im Gegenzug Geld, Militärtechnik und Sicherheitsgarantien erhält.Die beiden nordkoreanischen Soldaten waren nach ukrainischen Angaben im Januar 2025 in der russischen Grenzregion Kursk gefangen genommen worden. Berichten zufolge hatten sie den Wunsch geäußert, nach Südkorea überzusiedeln.Südkorea nimmt nordkoreanische Flüchtlinge nach einer Sicherheitsüberprüfung auf und gewährt ihnen grundsätzlich die südkoreanische Staatsbürgerschaft. Die südkoreanische Regierung hat sich bislang unter Verweis auf Sicherheitsbedenken nicht zum Verbleib der beiden Männer geäußert. 

Wadephul wirft Russland gefährliche Eskalation in Europa vorAußenminister Johann Wadephul wirft Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts zunehmender hybrider Attacken eine Eskalation der Aggression gegen Europa vor. „Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht“, kritisierte der CDU-Politiker bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.Wadephul bezog sich auf den von der Bundesregierung Moskau zugeschriebenen Drohnenvorfall am Flughafen Halle/Leipzig Anfang August, der ukrainische Frachtflugzeuge zum Ziel hatte. Russland habe versucht, die Maschinen mit einer mit Sprengstoff präparierten Drohne in die Luft zu sprengen, sagte der Minister. „Dies ist kein Einzelfall von Russlands rücksichtsloser und gefährlicher Eskalation in Europa“, fügte er hinzu. Russland weist jeden Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall von Leipzig zurück.

Mindestens zwei Tote bei neuen russischen Angriffen auf KiewBei neuen russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind mindestens zwei Menschen getötet worden. „Wieder einmal waren Kiew und die zivile Infrastruktur – Wohnhäuser, eine Entbindungsklinik, Energieanlagen und Logistikeinrichtungen – die Hauptziele des Angriffs“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Es sei „bereits bekannt, dass zwei Menschen getötet wurden“.Nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP waren am Donnerstag mehr als 20 Explosionen zu hören. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen russischen Raketen gewarnt, die auf die Stadt und die Region sowie auf die Region Tschernihiw nördlich der Hauptstadt zusteuerten.„Explosionen in Kiew“, schrieb Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. „Die Hauptstadt wird mit ballistischen Raketen angegriffen. Bleiben Sie in den Schutzräumen“, fügte er hinzu. In der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa meldeten Behörden, dass eine medizinische Einrichtung, eine Bildungseinrichtung sowie Wohngebäude durch russische Angriffe beschädigt worden seien.

Baltische Staaten wollen mehr EU-Unterstützung für die DrohnenabwehrDie drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben die EU zu mehr Unterstützung bei der Abwehr von Drohnen aufgefordert. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, er sei gemeinsam mit seinen Kollegen aus den beiden anderen baltischen Ländern an die EU-Kommission herangetreten, um zusätzliche Mittel für gemeinsame Anti-Drohnen-Kapazitäten zu erfragen. Einem Pressebericht zufolge soll es sich bei der Summe um 500 Millionen Euro handeln.Die baltischen Staaten, allesamt Mitglieder der EU und der Nato, handelten „geschlossen, zügig und proaktiv“, erklärte Kaunas weiter. „Indem wir die Grenzen der baltischen Staaten schützen, schützen wir auch die Ostgrenze der Europäischen Union tragen unmittelbar zur Sicherheit unserer Bürger und Europas als Ganzem bei.\" Die in einem Bericht der finnischen Zeitung „Iltalehti“ genannte Summe von einer halben Milliarde Euro bestätigte der Minister nicht.

OpenAI gewährt Ukraine Zugang zu besonders leistungsfähiger KI für CybersicherheitDas US-Unternehmen OpenAI gewährt der Ukraine Zugang zu seinen besonders leistungsfähigen KI-Anwendungen für Cybersicherheit. Die Regierung in Kiew werde in das bislang nur eingeschränkt zugängliche Programm „Daybreak“ aufgenommen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Technologie soll dabei helfen, Schwachstellen in Computersystemen aufzuspüren und zu beheben und so insbesondere die zivile Infrastruktur besser gegen Cyberangriffe zu schützen.Die Ukraine ist nach Angaben von OpenAI anhaltenden Cyberangriffen aus Russland ausgesetzt. Im vergangenen Jahr registrierte die zuständige ukrainische Behörde demnach fast 6000 Vorfälle, darunter Angriffe auf Computersysteme von Krankenhäusern sowie auf den Energie- und Telekommunikationssektor.OpenAI hat nach eigenen Angaben bereits der EU-Agentur für Cybersicherheit Enisa sowie mehreren Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Polen, spezielle KI-Modellen für IT-Sicherheit zur Verfügung gestellt.Die Ankündigung des Technologiekonzerns erfolgte am Rande der UN-Generalversammlung in New York.

Russland greift Kongresszentrum in Kiew an Nach Angaben des gut informierten Bloggers Serhij Sternenko hat Russland am Mittwochabend mehrfach das Kongresszentrum “Parkowyj” angegriffen. Es liegt im Zentrum der Stadt unweit des Parlaments und des Stadions von Dynamo Kiew. Seinen Angaben zufolge haben dort auch die wichtigsten Abgeordneten aus der Präsidentenpartei „Diener des Volkes“ ihre Büros. 

Selenskyj hält Rede bei der UN-GeneraldebatteIn seiner Rede bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen (UN) in New York hat Selenskyj zur Unterstützung seines kriegsversehrten Landes aufgerufen. Zudem kündigte er am Mittwoch auch ein Abkommen über eine Zusammenarbeit bei der Produktion von Drohnen mit Finnland an. Andere Länder, darunter Kanada und Australien, würden ein solches Abkommen abschließen wollen, sagte der ukrainische Präsident.Die geschlossene Vereinbarung erlaube es der Ukraine etwa, bestimmte Drohnen-Modelle in Finnland „effizienter und günstiger“ produzieren zu können, sagte der finnische Präsident Alexander Stubb zuvor am Mittwoch. Gleichzeitig profitiere die finnische Seite von den Erfahrungen der Ukraine und könne ihre eigenen Fähigkeiten stärken.Selenskyj bekräftigte auch den Willen seines Landes, sich weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg zu verteidigen. „Nicht jeder hat Atomwaffen, aber wir können uns trotzdem verteidigen“, sagte er an die Adresse Moskaus gerichtet.Unterdessen widersprach Russlands Außenminister Sergej Lawrow im UN-Sicherheitsrat abermals allen Überlegungen für eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine. Nur Europa wolle eine solche Pause, um die Ukraine in dieser Zeit mit Waffen vollzupumpen, sagte Lawrow in New York. Moskau suche, wie Präsident Wladimir Putin gesagt habe, eine umfassende Regelung für ein Ende des Konflikts, sagte Lawrow.Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bekräftigte in seiner Entgegnung, dass Kiew zu einer sofortigen, vollständigen Waffenruhe ohne Bedingungen bereit sei – vorausgesetzt auch Moskau halte sie ein. Die Ukraine sei auch zu Teilwaffenruhen für Energieanlagen oder für Getreideexporte bereit. Dies werde von 14 der 15 Staaten im Sicherheitsrat unterstützt, auch von den USA und China, erklärte Sybiha. 

Mindestens zwei Tote während Drohnenangriffen auf KiewDie russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew den ganzen Tag über mit Kampfdrohnen angegriffen. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Bis zum Abend wurden 43 Verletzte gezählt. In der Millionenstadt waren immer wieder Einschläge und das Feuer der Flugabwehr zu hören, die auf die russischen Drohnen schoss. Zwei Internetprovider informierten über Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Russland vor, speziell die Alarmvorrichtungen zum Schutz der Bevölkerung zu attackieren. „Schnelle Warnungen vor Bedrohungen durch Raketen und Drohnen sind wichtig, sie retten Leben“, schrieb Sybiha  auf der Plattform X. Auch ein Kongresszentrum, ein Bürogebäude, eine Pharmafabrik und eine Tankstelle wurden den Angaben zufolge getroffen 

USA laden Putin zu G-20-Gipfel einDie USA laden Russlands Herrscher Wladimir Putin zum G-20-Gipfel im Dezember in Miami ein. „Wir hoffen, dass er die Einladung annimmt“, sagte der amerikanische Außenminister Marco Rubio am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G-20-Gruppe inne. Rubio und der russische Außenminister Sergej Lawrow sind am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York zu einem Treffen zusammengekommen. Das russische Außenministerium teilte Fotos davon auf der Plattform X.„Um Probleme zu lösen, muss man sich mit den Menschen treffen, mit denen man nicht übereinstimmt oder mit denen es möglicherweise Schwierigkeiten gibt“, sagte Rubio nach einem Treffen mit Lawrow. „Daher haben wir Präsident Putin zum G-20-Gipfel eingeladen.“ Der Gipfel soll im Dezember in einem Golfclub von US-Präsident Donald Trump stattfinden. In der G-20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist Russland zwar offiziell noch Mitglied. Putin nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil – also vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte Mitte September, wenn er eingeladen werde, sei er bereit, zu dem G-20-Gipfel zu kommen und mit Putin zu sprechen. 

Mindestens vier Tote bei russischem Angriff in DonezkBei russischen Luftangriffen sind im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens vier Menschen getötet worden. Nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin vom Mittwoch wurden vier weitere Menschen verletzt. Insgesamt seien vier Gleitbomben auf die Siedlung Olexandriwka abgeworfen worden, so Filaschkin auf Telegram..Demnach wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus komplett zerstört und elf beschädigt. Schäden habe es auch an 42 Einfamilienhäusern, einem Kindergarten, einem Geschäft und einem Verwaltungsgebäude gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf. Olexandriwka liegt etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.Gleitbomben sind Bomben, die mit Flügelkonstruktionen ausgestattet sind. Sie werden von russischen Kampfjets aus großer Entfernung und Höhe abgeworfen. So können sie ungefährdet von der ukrainischen Flugabwehr ins Ziel gleiten. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion.