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07.03.2026
08:58 Uhr
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Budapest hat ukrainischen Geldtransport beschlagnahmt +++ USA erwägen Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl +++ Selenskyj warnt vor russischer Frühlingsoffensive +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Frankreich verlegt Hubschrauberträger in Nahen OstenAngesichts des Irankriegs verlegt Frankreich neben dem Flugzeugträger Charles de Gaulle auch einen Hubschrauberträger Richtung Mittelmeer. Dieser solle die von Paris bereits entsandten militärischen Kräfte verstärken, teilte der Generalstab der Streitkräfte mit. „Ein amphibischer Hubschrauberträger wird im Mittelmeer eingesetzt, um die französischen Streitkräfte im Rahmen der Krise im Nahen und Mittleren Osten zu ergänzen“, sagte eine Sprecherin und bestätigte Informationen der Zeitung „Le Marin“. Demnach verließ der Hubschrauberträger Tonnerre am Freitag in Begleitung einer Fregatte seinen südfranzösischen Heimathafen Toulon. Ein weiterer französischer Hubschrauberträger befindet sich bereits im Rahmen einer anderen Mission im Nahen Osten.Mit dem Flugzeugträger, der am Wochenende in der Region erwartet wird, befinden sich dann drei der größten französischen Kriegsschiffe in der Konfliktregion. Im Herbst 2024 bereits brachte Frankreich vorsorglich einen Hubschrauberträger vor der Küste des Libanon für den Fall einer Rückholaktion für französische Staatsbürger in Stellung, während Israel wie derzeit gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon kämpfte.Der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi warnte im Sender France24, falls sich Länder „den USA und Israel bei der Aggression gegen Iran anschließen, werden sie definitiv ebenfalls ein legitimes Ziel für iranische Vergeltungsmaßnahmen sein“. Teheran habe „die Europäer und alle anderen“ bereits informiert, dass sie vorsichtig sein sollten, sich nicht in den Krieg hineinziehen zu lassen, sagte Tacht-Rawantschi.
USA erwägen Lockerung der Sanktionen gegen russisches ÖlWegen der angespannten Situation auf dem Ölmarkt hat der amerikanische Finanzminister Scott Bessent die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl ins Spiel gebracht. „Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien“, sagte Bessent dem Sender Fox Business. Es gebe Hunderte Millionen Barrel sanktionierten Rohöls auf dem Wasser, so Bessent. Sein Ministerium könne mit einer Lockerung der Sanktionen das globale Angebot erhöhen. Diese Möglichkeit werde derzeit geprüft. Mehr Öl auf dem Markt würde dem jüngsten Preisanstieg infolge des Iran-Kriegs entgegenlaufen, so die Logik hinter der Erwägung. „Wir werden weiterhin regelmäßig Maßnahmen ankündigen, um den Markt während dieses Konflikts zu entlasten.“Zuvor hatten die Vereinigten Staaten indischen Raffinerien am Donnerstag erlaubt, für einen begrenzten Zeitraum bereits auf Tanker verladenes russisches Öl zu kaufen. Das Ministerium erteile dafür eine Ausnahmegenehmigung für 30 Tage, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, teilte Bessent auf der Plattform X mit.
Selenskyj fordert mehr FlugabwehrNach einem russischen Raketenangriff mit mehreren Toten fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verbündeten seines Landes zu weiterer Hilfe auf. Russland habe in der Nacht mit 480 Drohnen und 29 Raketen angegriffen und dabei den Energiesektor und die Eisenbahn-Infrastruktur ins Visier genommen, erklärt Selenskyj auf Telegram. „Russland hat seine Versuche nicht aufgegeben, Wohnungsbauten und kritische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören.“ Daher benötige die Ukraine weiter die Unterstützung ihrer Partner in Form von Flugabwehr und Waffen. In Charkiw starben örtlichen Behörden zufolge bei den Angriffen sieben Menschen, darunter zwei Kinder. „Auf diese brutalen Angriffe auf das Leben muss es eine Reaktion der Partner geben“, so Selenskyj.
Ukraine: Tote bei russischen Angriffen auf CharkiwBei einem russischen Raketenangriff auf Charkiw hat es ukrainischen Angaben zufolge mindestens sieben Tote gegeben. Darunter seien zwei Kinder, teilt Regionalgouverneur Oleh Synjehubow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden. Eine Stellungnahme aus Moskau liegt zunächst nicht vor. Russland hat Vorwürfe, auf Zivilisten zu zielen, wiederholt zurückgewiesen.
Selenskyj warnt vor russischer Frühlingsoffensive Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt. Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet seien für den Fall, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache – diesmal aus der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt.Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht. Es ist nicht die erste Reise Selenskyjs ins Frontgebiet. Die Region Donezk ist schwer umkämpft, die Ukrainer halten noch etwa ein Fünftel des Territoriums, darunter aber auch den gut ausgebauten Verteidigungsgürtel um das Ballungsgebiet rund um Slowjansk und Kramatorsk.
Merkel mahnt: Europa muss sein Schicksal selbst bestimmen Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Länder Europas angesichts der weltweiten Krisen und Kriege zu Einigkeit und Geschlossenheit aufgerufen. „Europa muss sein Schicksal mehr denn je in die eigene Hand nehmen“, sagte die CDU-Politikerin beim Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus vor rund 400 Gästen. Sie wünsche sich ein Europa, das nach innen und nach außen handlungsfähig sei und mit einer Stimme in der Welt wahr- und ernst genommen werde.„Das geht für mich weit über den Sicherheitsaspekt hinaus“, betonte Merkel. Ein geeint handelndes Europa bedeute Eintreten für Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde, Wohlstand, Arbeitsplätze, aber auch den Schutz der Außengrenzen, der kulturellen Identität und der gemeinsamen Schöpfung. Auch im digitalen Bereich müsse die EU mehr Unabhängigkeit erreichen, „sowohl bei der Software als auch bei der Hardware“.Merkel betonte, sie wünsche sich im Ukraine-Konflikt, dass die Europäische Union „sowohl als militärischer Unterstützer der Ukraine gegenüber dem Aggressor Russland auftritt – das ist wichtig und unabdingbar –, aber auch ihre diplomatische Kraft für eine Beendigung dieses Angriffskriegs in die Waagschale wirft“. Sie sei schon 2021 der Meinung gewesen, dass Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht allein den USA überlassen werden dürften.
Selenskyj: Russland bereitet Fühlingsoffensive vorRussland bereitet nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frühjahrsoffensive in Donezk vor. Er äußerte sich am Freitag bei einem Truppenbesuch an der Front in dieser ostukrainischen Region. „Heute besuchen wir die Region Donezk, unser Land und unsere Soldaten“, erklärt Selenskyj auf Telegram und postet ein Selfie-Video aus der Stadt Druschkiwka. „Es ist wichtig, dass unsere Stellungen stark sind. Das Böse muss gestoppt werden. Die Ukrainer hier im Donbass tun genau das.“ Der industriell geprägte Donbass besteht aus den Regionen Donezk und Luhansk, die zum Teil vom russischen Militär besetzt sind.
Litauen: Russland baut Truppen an NATO-Grenze ausRussland baut nach Einschätzung des litauischen Geheimdienstes seine Truppen an der NATO-Grenze aus und bereitet sich langfristig auf eine Konfrontation vor. Sollten die Sanktionen fallen, wäre Moskau in sechs Jahren zu einem großangelegten militärischen Konflikt mit dem Bündnis bereit, heißt es im jährlichen Bedrohungsbericht. Die Armee würde dann voraussichtlich um 30 bis 50 Prozent größer und moderner sein als vor dem Ukraine-Krieg.
EU-Kommission verurteilt Selenskyjs Drohung gegen OrbánDie EU-Kommission hat die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen Ungarn scharf verurteilt. „Eine solche Wortwahl ist inakzeptabel. Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben“, sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Ganz allgemein sei die „eskalierende und aufrührerische Rhetorik“ von allen Seiten nicht hilfreich.Im Streit über von Ungarn blockierte Finanzhilfen hatte Selenskyj zuvor dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán offen gedroht. „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden“, sagte Selenskyj. Von der Regierung in Budapest wurden die Äußerungen als Einschüchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.In dem Konflikt versucht Orbán, mit einem Veto gegen neue EU-Finanzhilfen und Russland-Sanktionen eine schnelle Wiederaufnahme günstiger Öllieferungen über den Südstrang der Druschba-Pipeline durch die Ukraine zu erzwingen.
Ukraine wirft Ungarn Geiselnahme vorDer Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um den Transit von Öllieferungen aus Russland hat mit einem Geiselnahmevorwurf aus Kiew eine neue Eskalationsstufe erreicht. „Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen“, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Der Vorgang sei kriminell, klagte er. Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter einer Staatsbank. Zudem sollen die ungarischen Behörden Geld in Millionenhöhe und Goldbarren konfisziert haben.Der ukrainischen Darstellung nach haben die Ukrainer als Mitarbeiter der staatlichen Oschadbank Geldtransporter begleitet. Die GPS-Vorrichtungen der Fahrzeuge seien im Stadtzentrum von Budapest direkt neben dem Gebäude von Sicherheitsorganen geortet worden, teilte die Bank mit. Demnach befanden sich in den Wagen 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold. Die Wertsachen seien im Rahmen einer Übereinkunft mit der Raiffeisenbank aus Österreich transportiert und entsprechend deklariert worden, heißt es aus Kiew. Die Grundlage der Festsetzung sei unklar.
Russland: Stromleitung zum AKW Saporischschja repariertRussland hat eine wichtige externe Stromleitung zum besetzten Atomkraftwerk Saporischschja repariert. Dies teilte der Chef des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, mit. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte die Reparatur. Die Leitung war seit dem 10. Februar unterbrochen. Eine zweite externe Leitung war während der Arbeiten durchgehend in Betrieb. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Selenskyj kündigt weitere Gefangenenaustausche an Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die baldige Rückholung weiterer Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft lobte er den am Tag vollzogenen Austausch von 200 Kriegsgefangenen. „Wir rechnen damit, dass es in den nächsten Tagen eine Fortsetzung der Austausche geben wird“, sagte er anschließend. Wie es mit den Verhandlungen über ein Ende des russischen Kriegs in der Ukraine weitergehen wird, ist seinen Worten nach hingegen ungewiss.Die Ukraine werde weiter auf eine diplomatische Lösung des Konflikts hinarbeiten. Derzeit richte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Kampfhandlungen rund um Iran, die Ukraine müsse aber bereit sein, die Gespräche jederzeit wieder aufnehmen zu können, sagte Selenskyj.
Selenskyj droht Orbán mit ukrainischen Soldaten Im Streit über einen von Ungarn blockierten EU-Kredit droht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden“, sagte Selenskyj nach einer erweiterten Regierungssitzung in Kiew. Der Staatschef betonte, dass sein Land zum EU-Kredit keine Alternative habe.In Ungarn wurde umgehend auf die Äußerung reagiert. „Diese Drohungen und Erpressungen von Selenskyj gehen weit über jedes akzeptable Limit hinaus“, schrieb Orbáns Pressesprecher Zoltan Kovacs auf der Plattform X. Persönliche Emotionen hätten nichts in Angelegenheiten wie dieser zu suchen. Ungarn werde sich nicht einschüchtern und erpressen lassen.
Ukraine-Friedensgespräche mit Russland wegen Irankrieg auf EisDie von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau, die ursprünglich für diese Woche geplant waren, sind auf unbestimmte Zeit verschoben. Grund ist der Krieg in Iran, wie der ukrainische Präsident erklärt.„Vorerst sind wegen der Lage in Bezug auf Iran die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen noch nicht eingegangen“, sagte Wolodymyr Selenskyj am Mittwochabend in seiner regelmäßigen Ansprache an die Nation. „Sobald die Sicherheitslage und der breitere politische Kontext es erlauben, die trilaterale diplomatische Arbeit wieder aufzunehmen, wird dies geschehen.“Am Montag hatte Selenskyj vor Reportern angekündigt, die Gespräche seien für den 5. oder 6. März vorgesehen gewesen. Dieses Treffen wäre das vierte in diesem Jahr gewesen, nach zwei Verhandlungsrunden in Abu Dhabi und einer weiteren in Genf.