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20.01.2026
12:10 Uhr
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Liveticker zu US-Wahl 2024: Aktuelle News & Nachrichten zu den Vorwahlen und den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten ► Jetzt lesen im Liveticker der FAZ

Europa darf nach Ansicht des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron nicht passiv das Gesetz des Stärksten, den damit verbundenen neuen kolonialen Ansatz und eine generelle Brutalisierung der Welt hinnehmen. Europa benötige mehr Souveränität und Autonomie in einer multilateralen Welt, sagte Macron auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wie F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger berichtet. „Frankreich wird seine Präsidentschaft nutzen, um die G-7-Gruppe wiederzubeleben“, kündigte Macron an. Der Präsident zeigte sich über weltwirtschaftliche Ungleichgewichte besorgt; er nannte einen zu hohen Konsum in den Vereinigten Staaten, eine zu hohe Produktion in China und eine Kombination aus einem Mangel an Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Macron sprach sich für eine stärkere Verteidigung der europäischen Wirtschaft aus, die nicht mit Protektionismus verwechselt werden dürfe. Der europäische Markt sei offener als der chinesische und der amerikanische Markt, aber Europa habe im Unterschied zu Chinesen und Amerikanern keine Präferenz für die eigenen Unternehmen. Der Präsident bezeichnete die amerikanischen Zollankündigungen als nicht akzeptabel; Europa solle bereit sein, bei Bedarf eigene handelspolitische Instrumente wie das Anti-Coercion-Instrument zu nutzen, wobei Macron es als geradezu aberwitzig bezeichnete, dieses Instrument eventuell erstmals gegen die Vereinigten Staaten einsetzen zu müssen. Er vertrat die Ansicht, dass die europäische Fixierung auf klare Regeln und Rechtstreue als Standortvorteil derzeit unterschätzt werde.
Dass Donald Trump persönlich an ihn gerichtete Nachrichten als Screenshot über seine Online-Plattform Truth Social mit der Welt teilt, überrascht immer wieder – neu ist es allerdings nicht. Am Dienstag veröffentlichte er Textnachrichten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, in denen dieser ein Treffen der großen westlichen Industrienationen (G7) mit Vertretern der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands in Paris vorschlägt. Kurz darauf erschien auf dem Truth-Social-Account des US-Präsidenten auch eine private Nachricht von NATO-Generalsekretär Mark Rutte. In dieser heißt es: „Herr Präsident, lieber Donald – was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. (...) Ich bin entschlossen, einen Weg für Grönland zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark.“ Ruttes Nachricht kurz vor den Gesprächen auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, an denen auch Trump teilnehmen soll, erinnern an ähnliche Schmeicheleien vor einem NATO-Gipfel, die Trump im Juni 2025 an die Öffentlichkeit brachte. Seinerzeit hatte er Ruttes Glückwünsche zum damaligen US-Vorgehen im Iran geteilt. Genauso fand eine Privatnachricht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im September 2024 über Truth Social ihren Weg an die Weltöffentlichkeit.
Donald Trump hat auf seiner Online-Plattform Truth Social eine Fotomontage veröffentlicht, mit der er seine Ambitionen unterstreicht, neben Grönland auch Kanada unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen zu wollen. Das Bild zeigt ihn im Oval Office gemeinsam mit europäischen Staats- und Regierungschefs vor einer Karte, auf der neben den USA auch Venezuela, Grönland und Kanada mit der amerikanischen Flagge überzogen sind. Trump hatte wiederholt den Gedanken geäußert, Kanada könne eines Tages der 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten werden. Der kanadische Premierminister Mark Carney wies entsprechende territoriale Bestrebungen im vergangenen Mai deutlich zurück. Auf dem Originalbild hatten sich unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der britische Premierminister Keir Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im August mit Trump im Oval Office getroffen und über den Krieg in der Ukraine gesprochen.
Der amerikanische Präsident hat London „große Dummheit“ vorgeworfen – wegen einer Vereinbarung, die er einmal gut fand. Inmitten der Grönlandkrise attackierte Donald Trump verbal den NATO-Partner Großbritannien für eine strategische Entscheidung im Indischen Ozean. Die nach langen Verhandlungen vereinbarte Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius sei „ein Akt großer Dummheit“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zudem sei es „ein weiterer“ Grund, warum Grönland an die USA übergeben werden müsse.Die Briten hatten die Chagos-Entscheidung im Mai 2025 bekannt gegeben. Für die für Trump entscheidende Insel Diego Garcia, auf der ein gemeinsam von Großbritannien und den USA genutzter Militärstützpunkt liegt, gilt allerdings eine Ausnahme. Die Insel soll trotz der Souveränität Mauritius’ noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben. Die US-Regierung hatte die Vereinbarung im vergangenen Jahr ausdrücklich begrüßt.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat beklagt, dass die USA zwei russische Mitglieder der Besatzung des Tankers „Marinera“ noch nicht freigelassen hätten. „Wir erwarten, dass unsere amerikanischen Kollegen ihr Versprechen erfüllen“, sagte Lawrow am Dienstag. Die amerikanische Küstenwache hatte den zur sogenannten Schattenflotte zählendenden Tanker, der als „Bella 1“ unter US-Sanktionen steht, am 7. Januar nach einer gut zweiwöchigen Verfolgung aus der Karibik im Nordatlantik aufgebracht. Dabei war eigens der Flaggenstaat von Panama auf Russland geändert und russische Kriegsschiffe waren zu seiner Begleitung geschickt worden. Zwei Tage danach teilte das russische Außenministerium mit, der amerikanische Präsident Donald Trump habe entschieden, auf Moskaus Ersuchen hin die russischen Besatzungsmitglieder zu befreien, und man habe dafür „der amerikanischen Führung“ gedankt. Letztere hatte dies nicht bestätigt. Die Besatzung soll sich Ankündigungen zufolge wegen Sanktionsverstößen in den USA gerichtlich verantworten. Laut Medienberichten besteht sie neben den beiden Russen aus sechs Georgiern, unter ihnen der Kapitän, 17 Ukrainern und drei Indern.
Der stellvertretende chinesische Premierminister, He Lifeng, hat sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für den internationalen Güter- und Warenaustausch starkgemacht, wie F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger berichtet. „Zoll- und Handelskriege haben keine Gewinner“, sagte He auf dem Wirtschaftstreffen in den Schweizer Bergen. China trete für eine multilaterale Handelsordnung sein, in der große Länder nicht von Privilegien profitieren und kleine Länder schikanieren sollten. Für die anderen Länder sei China ein Partner, aber kein Rivale. Andere Wahrnehmungen beruhten auf Missverständnissen, die durch Zusammenarbeit aus der Welt geräumt werden könnten. Auch wenn He die Vereinigten Staaten indirekt mehrfach kritisierte, zeigte er kein Interesse an einer Eskalation. Im vergangenen Jahr hätten die Handelsbeziehungen mit Washington Höhen und Tiefen erlebt, sagte er, aber es sei gelungen, durch Verhandlungen das Verhältnis zwischen den beiden Ländern stabil zu halten. Der Vizepremierminister ist der ranghöchste Repräsentant Chinas in Davos, während 65 andere Länder mit Staats- oder Regierungschefs vertreten sind.
Geburtstagsgrüße, die US-Präsident Donald Trump vor mehr als 20 Jahren an den verurteilten und mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geschrieben haben soll, sind in der US-Hauptstadt Washington als große Installation aufgetaucht. Eine Gruppe, die sich „The Secret Handshake\" nenne, habe die etwa drei Meter hohe Reproduktion auf der National Mall – der Promenade zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial – aufgestellt, berichtete der US-Sender CNN. Epsteins Geburtstag ist am 20. Januar.Die als Karte inszenierte Installation zeigt auf der rechten Seite den Geburtstagsgruß, den Trump seinerzeit geschrieben haben soll, umrahmt von einem gezeichneten Frauenkörper und der Unterschrift „Donald\" ungefähr auf der Höhe des Intimbereichs. Trump wies bereits nach dem Auftauchen von Kopien der Karte zurück, Urheber zu sein.Auf der linken Seite der Karte steht: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, du ,großartiger Kerl'!\" Die Installation sei am Sonntag aufgetaucht und habe die Erlaubnis, bis zum 23. Januar dort zu stehen, schrieb CNN unter Berufung auf die Gruppe. Zu ihr oder ihrer Motivation wurde nichts bekannt.
US-Finanzminister Scott Bessent sieht Europa trotz der Auseinandersetzung um Grönland weiter als Verbündeten der USA. Die NATO-Mitgliedschaft der Amerikaner stehe nicht infrage, man bemühe sich gemeinsam um ein Ende des Ukrainekriegs. „Natürlich ist Europa ein Verbündeter“, sagte Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Grönlands haben können.“ Der Finanzminister zeigte sich optimistisch für eine Lösung des neuen Zollstreits. „Entspannt euch. Ich bin zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs die Situation nicht eskalieren lassen werden“, sagte er. Er rechne mit einem Ergebnis, „das für alle, für die nationale Sicherheit, für die USA und für Europa sehr positiv ist“.
In Grönland ist am Montagabend eine größere Gruppe dänischer Soldaten eingetroffen, darunter der Armeechef Peter Boysen. Um wie viele Soldaten es sich genau handelt, ist unklar. Das dänische Verteidigungsministerium gab an, es handele sich um einen „wesentlichen Beitrag“. Am Samstag, also vor dem Eintreffen der Verstärkung, hatte der Chef des Arktischen Kommandos, Generalmajor Søren Andersen, dem grönländischen Sender KNR gesagt, es befänden sich mindestens 100 Soldaten in Nuuk und 100 Soldaten in Kangerlussuaq. Letzteres ist eine grönländische Siedlung im Westen der Insel. Die Soldaten sind demnach Teil der Übung „Arctic Endurance”, zu der auch andere NATO-Staaten eine kleinere Anzahl Soldaten entsandt haben. Unklar ist auch, wie lange die Übung andauern wird. Dem dänischen Verteidigungsministerium zufolge geht es um den Schutz der kritischen Infrastruktur. Vor dem Hintergrund der Drohungen des amerikanischen Präsidenten, Grönland zu übernehmen, gilt die Entsendung der Soldaten aber auch als Signal an Amerika. Der Chef des Arktischen Kommandos, Andersen, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Dänemark habe die USA zur Teilnahme an den Militärübungen in Grönland eingeladen.
Auch China hat eine Einladung aus Washington für den sogenannten Friedensrat von US-Präsident Donald Trump erhalten. Das gab der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, am Dienstag bekannt. An welchen chinesischen Vertreter genau sich die Einladung gerichtet habe, sagte Guo nicht. Ob Peking die Einladung annimmt, ließ er offen. Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen bezeichnete er generell als von einer „dynamischen Stabilität“ geprägt. Neben westlichen Staaten hat Trump etwa auch den russischen Machthaber Wladimir Putin eingeladen, an dem von ihm ins Werk gesetzten Gremium teilzunehmen.
US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle auf französischen Wein und Champagner ins Spiel gebracht, um Präsident Emmanuel Macron zur Teilnahme an seinem geplanten „Friedensrat“ zu bewegen. Auf die Frage eines Reporters nach einer möglichen Weigerung Macrons sprach Trump von Zöllen von 200 Prozent. Dann werde Macron beitreten, „aber er muss es nicht“. Niemand wolle ihn, weil er bald aus seinem Amt scheiden werde, sagte Trump. Macrons zweite und letzte Amtszeit endet im nächsten Jahr.Ungeachtet der zurückhaltenden Rückmeldungen europäischer Verbündeter plant Trump für Donnerstag eine Ankündigung zu seinem „Friedensrat“, wie das Weiße Haus mitteilte. Insgesamt hat Trump rund 60 Staats- und Regierungschefs zu dem Gremium eingeladen. Einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Kopie eines Satzungsentwurfs zufolge soll Trump auf Lebenszeit den Vorsitz innehaben. Mitgliedstaaten sollen eine dreijährige Amtszeit erhalten, sofern sie nicht eine Milliarde Dollar für einen ständigen Sitz zahlen. Das Gremium soll sich nach dem Willen des US-Präsidenten nach dem Gazakrieg auch anderen Konflikten widmen.
Vor einem Jahr kehrte Donald Trump ins Weiße Haus zurück. Der amerikanische Politologe Richard Haass sorgt sich um die Demokratie – und befürchtet manipulierte Kongresswahlen. Ein Interview von unserem Korrespondenten Majid Sattar in Washington:
Der geplante „Friedensrat“ von US-Präsident Donald Trump ist bei mehreren eingeladenen Staaten auf zurückhaltende Reaktion gestoßen. Für einen ständigen Sitz in dem Gremium, das nach Trumps Willen in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen weltweit Konflikte lösen soll, sollen Mitgliedstaaten mehr als eine Milliarde Dollar zahlen, wie aus der achtseitigen Charta der Initiative hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Frankreich plant derzeit keinen Beitritt zu dem Gremium, auch Deutschland reagierte abwartend.Bei dem „Friedensrat“ handele es sich um eine „internationale Organisation“ mit dem Ziel, in von Kriegen betroffenen oder bedrohten Regionen „die Stabilität zu fördern, eine zuverlässige und legitime Regierungsführung wiederherzustellen und dauerhaften Frieden zu gewährleisten“, heißt es in der Charta. Der „Friedensrat“ war ursprünglich zur Überwachung des Wiederaufbaus im Gazastreifen ins Leben gerufen worden, in der Charta wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt. Vielmehr misst sie dem Rat eine umfassendere Rolle zu, nämlich eine Lösung der bewaffneten Konflikte in der Welt.„Jeder Mitgliedstaat hat ein Mandat von maximal drei Jahren vom Inkrafttreten dieser Charta an, die vom Präsidenten (Trump) verlängert werden kann“, heißt es in dem Dokument. Die Befristung gelte aber nicht für Mitgliedstaaten, die im ersten Jahr nach Inkrafttreten der Charta „mehr als eine Milliarde Dollar in bar an den Friedensrat zahlen“.Den Angaben zufolge können nur Staaten, die von Trump eingeladen werden, dem Rat angehören. Die Mitgliedstaaten können über die Beschlüsse des „Friedensrates“ abstimmen, aber der US-Präsident allein habe die Befugnis, sie zu genehmigen, heißt es in der Charta. Auch kann Trump Mitgliedstaaten aus dem „Friedensrat“ ausschließen und seinen Nachfolger bestimmen, sollte er sein Amt als Vorsitzender niederlegen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bei einem Treffen mit US-Kongressmitgliedern am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos die Achtung der Souveränität Grönlands und Dänemarks verlangt. „Dies ist für unsere transatlantischen Beziehungen von größter Bedeutung“, schrieb von der Leyen nach der Zusammenkunft mit einer parteiübergreifenden Delegation des US-Kongresses am Montag in Onlinenetzwerken. Die EU sei weiterhin bereit, „eng mit den Vereinigten Staaten, der NATO und anderen Verbündeten sowie in enger Kooperation mit Dänemark zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen voranzubringen“. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle stünden „den gemeinsamen Interessen“ der EU und der USA entgegen, betonte die EU-Kommissionspräsidentin.