FAZ 21.01.2026
20:40 Uhr

Liveblog USA unter Trump: Trump: Rahmen für Vereinbarung zu Grönland erzielt – keine Zölle zum 1. Februar


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Liveblog USA unter Trump: Trump: Rahmen für Vereinbarung zu Grönland erzielt – keine Zölle zum 1. Februar

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angaben von Amerikas Präsident Donald Trump zu einem Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen bestätigt. Was Trump mitgeteilt habe, sei völlig korrekt, sagte der Niederländer am Rande von Gesprächen beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Mittwochabend der ARD. Details wollte er nicht nennen. Rutte sagte lediglich, es werde weitere Gespräche geben.Eine Sprecherin des Generalsekretärs ergänzte wenig später, Rutte habe ein sehr produktives Treffen mit Trump zur Sicherheit in der Arktisregion gehabt. Die Gespräche unter den NATO-Verbündeten über den vom Präsidenten erwähnten Rahmen würden sich nun darauf konzentrieren, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island. „Die Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den Vereinigten Staaten werden fortgesetzt – mit dem Ziel sicherzustellen, dass Russland und China in Grönland niemals Fuß fassen, weder wirtschaftlich noch militärisch“, sagte sie. 

Vize-Kanzler Lars Klingbeil warnt vor zu großem Optimismus nach ​der angeblichen Beilegung des Streits mit US-Präsident Donald Trump um die Aneignung von Grönland. Nach dem „Hin und Her“ der vergangenen Tage müsse man zunächst abwarten, was substanziell zwischen Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte vereinbart worden sei, sagte der SPD-Chef ​am Mittwochabend im ZDF. „Es ist gut, dass man im Dialog ist, aber ein bisschen abwarten muss man schon und zu früh freuen sollte man sich ​auch nicht.“ Er wolle die genauen Absprachen erst „schwarz auf weiß“ sehen.Klingbeil führte die neuen Töne Trumps sowohl auf die geschlossene Haltung der Europäer als auch auf den wirtschaftlichen Druck in den USA ⁠zurück. In Gesprächen mit Investoren am Rande ​des Weltwirtschaftsforums in Davos habe er eine wachsende Unsicherheit bezüglich der Finanzstabilität in den USA wahrgenommen. „Da ist ⁠in den USA schon eine Nervosität entstanden“, sagte der Bundesfinanzminister. Es sei richtig gewesen, dass Europa ‍solidarisch an der ‍Seite Dänemarks gestanden und die staatliche Integrität betont habe. Man dürfe sich nun jedoch nicht zurücklehnen. Der Vorfall habe gezeigt, dass die EU ihre Hausaufgaben bei Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigung machen müsse.

Die Außenminister von Schweden und Dänemark haben erleichtert auf die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump reagiert, auf Strafzölle gegen europäische Länder zu verzichten.  Die schwedische Außenministerin Maria Stenergard erklärt auf X, es sei gut, dass US-Präsident Donald Trump nun auf Strafzölle gegen die europäischen Länder verzichte, die Dänemark und Grönland unterstützt hätten. ​So wie es aussehe, habe die Zusammenarbeit der Unterstützer Dänemarks Wirkung gezeigt.Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigt sich erleichtert über die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den Handelsstreit zu beenden. „Der Tag endet besser, als er begonnen hat“, sagt der Minister. Es sei positiv, wenn ​dies bedeute, dass man zu normaleren Kommunikationskanälen als der Online-Plattform Truth Social zurückkehren könne. Wichtig sei zudem, dass eine Lösung gefunden werde, die die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Bedenken der USA eingehen.

Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat deutliche Zweifel am Versuch von US-Präsident Donald Trump, die US-Notenbank-Vorständin Lisa Cook sofort zu entlassen. Bei einer fast zweistündigen Anhörung äußerten Richterinnen und Richter aus beiden politischen Lagern Skepsis gegenüber den Vorwürfen der Regierung und betonten die besondere verfassungsrechtliche Stellung und Unabhängigkeit der Federal Reserve.Trump begründet den Entlassungsversuch mit dem Vorwurf, Cook habe vor ihrem Amtsantritt bei Hypothekengeschäften falsche Angaben gemacht. Sie weist die Anschuldigungen zurück. Der Präsident hatte dabei versucht, Cook bereits während des laufenden Gerichtsverfahrens aus dem Amt zu entfernen. Bundesgerichte entschieden jedoch, dass sie bis zu einer Klärung weiterarbeiten darf. Im vergangenen Monat wandte sich Trump daraufhin mit einem Eilantrag an den Supreme Court, um die sofortige Entlassung der Notenbank-Vorständin durchzusetzen.

US-Präsident Donald Trump will mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über Grönland sprechen. Er werde das Thema bei dem Treffen am Rande des Weltwirtschaftsforums anschneiden, sagt Trump vor ​der Begegnung. Er sehe einen Preis für die Insel, der vertretbar sei. Zuvor hatte er seine Forderung nach einem Kauf des dänischen Territoriums erneuert.

Verhandlungen über eine Übergabe Grönlands an die USA kommen nach Angaben des dänischen Außenministers Lars Løkke Rasmussen für sein Land nicht infrage. An solchen Gesprächen werde Dänemark nicht teilnehmen, stellte Rasmussen im dänischen Fernsehen klar, nachdem US-Präsident Donald Trump diese in einer Rede „unverzüglich“ gefordert hatte. „Wir gehen in keine Verhandlungen, die darauf basieren, dass wir grundlegende Prinzipien aufgeben“, sagte Rasmussen dem Sender DR zufolge. „Das werden wir niemals tun.\"

Die wichtigsten Punkte der Trump-Rede in Davos: 1. Trump bekräftigt, dass die USA Grönland für ihre nationale und die internationale Sicherheit benötigten. Und es müsse Eigentum der USA werden, anderen Lösungsansätzen erteilt er abermals eine klare Absage. Er sagt auch, dass er nicht vorhabe, Grönland zu erobern – obwohl er dies theoretisch könne. Trump bekräftigt also seine Ansprüche auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland – auf die Anwendung von Gewalt wolle er aber verzichten. Dänemark sei zu klein, um Grönland wirklich verteidigen zu können. Mehrmals betont und bedauert er, dass die USA Grönland nach dem Zweiten Weltkrieg nicht hätten zurückgeben sollen an Dänemark.2. Trump verknüpft den Streit um Grönland ziemlich direkt mit dem Engagement der USA in und für die Ukraine und für die NATO. Er benötigt Grönland und im Gegenzug verspricht er Schutz.3. Mit Europa geht er hart ins Gericht: Er kritisiert die Migrations- und Energiepolitik. Europa entwickele sich in die falsche Richtung. Ausdrücklich lobt er den deutschen Kanzler Friedrich Merz.4. Amerika befinde sich in einer ausgezeichneten wirtschaftlichen Verfassung, er habe für mehr Wachstum, Arbeitsplätze, Fabriken, Direktinvestitionen und weniger Kriminalität gesorgt. Die Vereinigten Staaten seien stärker als jemals zuvor. Und sie seien nun unter ihm zurück. 

Nach über einer Stunde endet die Rede von Donald Trump in Davos. Der US-Präsident bedankt sich und wünscht allen alles Gute.

Nun kommt eine Frage zum Verhältnis zu und dem Wettbewerb mit China, was Trump im April besuchen werde: Trump sagt, er habe immer eine sehr gute Beziehung zum chinesischen Staatschef Xi Jinping gehabt, der sei ein „außergewöhnlicher Mann“, den jeder respektiere für das, was er geleistet habe. Er spricht über den Ausbruch von Covid, scheint dann aber der Frage auszuweichen und lobt dafür abermals seine Minister (diesmal Marco Rubio) und seine Stabschefin Susie Wiles („die erste Frau in dieser Rolle\").Dann kommt die Nachfrage zu Grönland und seiner Lösung: Trump sagt, er wolle seine Rede nicht wiederholen, aber die USA benötigten Grönland für die nationale und internationale Sicherheit. Dänemark sei zu klein. Die NATO habe Amerika schlecht behandelt, sie sei sehr unfair gegenüber Washington gewesen. Und verknüpft die Ukraine wieder damit – ohne Amerika drohe womöglich ein dritter Weltkrieg. Er bedauere, dass er den Krieg in der Ukraine nicht schon habe beenden können, auch weil es viel Hass zwischen dem russischen und ukrainischen Präsidenten gebe. Sein Sondergesandter Witkoff sei auf gutem Weg. Es sei ein Blutbad, ein Drohnenkrieg mit Tausenden Toten jede Woche. Er wolle, dass sie sich einigen. „Wenn sie das nicht schaffen, dann sind sie dumm.“ Und er wisse, dass sie nicht dumm sind.  

Er wird gefragt, ob ihn die hohen und weiter wachsenden Staatsschulden Amerikas besorgen. Trump sagt, der Schlüssel sei hohes Wachstum. Dadurch werde er die Schulden zurückzahlen und reduzieren. Er nehme viel Geld über die Zölle ein. Außerdem werde er Ausgaben kürzen. Es gebe zu viel Verschwendung, Verschwendung in Milliardenhöhe. Wenn Amerika 50 Prozent der Verschwendung beseitige, hätte es einen ausgeglichenen Haushalt. Viel Wachstum werde durch Künstliche Intelligenz zustande kommen, und die entsprechenden Investitionen in mitunter gewaltige Rechenzentren.

Er schließt: Amerika müsse seine brillanten Köpfe feiern und unterstützen („wir haben nicht so viele von ihnen“). Amerika sei zurück. Amerika sei stärker als jemals zuvor, die Zukunft werde gut, er wünsche allen alles Gute. Nun kommt noch eine kurze Fragerunde.

Jetzt spricht er über seine Maßnahmen gegen den Drogenhandel. Er habe viele Schiffe versenken lassen, auch U-Boote, weniger Drogen kämen in die USA. Er werde diesen Kampf nun auf dem Land fortsetzen – damit knüpft er an Drohungen gegen Mexiko und anderen mittelamerikanische Länder in den vergangenen Wochen an. Er kritisiert auch Somalia und Piraterie von dort, sagt, Somalia sei eigentlich keine Nation.

Amerika könne Wirtschaftswachstum nahezu ohne Inflation haben. Es brauche viele Investitionen, Milliardensummen würden gerade nach Amerika fließen, aus Kanada, Mexiko, Japan, China, viele Fabriken würden gebaut. Und dies alles auf Niveaus, die niemand zuvor gesehen habe. Im Jahr 2025 habe es erstmals seit 50 Jahren umgekehrte Migration gegeben aus Amerika. Viele Kriminelle, Drogendealer hätten das Land verlassen (müssen), die Hauptstadt Washington D.C. sei wieder sicher, da könnten Eltern mit ihren Kindern spazieren gehen, neue Restaurants öffneten, auch in Memphis oder New Orleans. Überall sei die Kriminalität zurückgegangen. Er habe auch viel in Kalifornien geholfen und sei bereit weiterzuhelfen.

Und nun noch einmal zum Handel und den Zöllen: Viele Länder seien im Prinzip nichts ohne die USA. Aber die USA hätten sich lange ausnutzen lassen, weil sie keine Zölle verlangten, andere Länder aber schon Barrieren aufbauten und sich auf Kosten der Amerikaner bereicherten. Als Beispiel nannte er ausdrücklich die Schweiz, in der er gerade zu Gast ist. Als er die hohen Zölle verhängt habe, seien viele in Panik ausgebrochen, aber jetzt gehe es fairer zu. Die USA würden die Welt am Laufen halten – und jeder habe sie ausgenutzt. Er hätte viel höhere Zölle verlangen können, denkt er laut nach, aber er wolle keine Volkswirtschaften zerstören. „Ohne uns würden die meisten Länder nicht funktionieren.“