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21.01.2026
15:09 Uhr
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Liveticker zu US-Wahl 2024: Aktuelle News & Nachrichten zu den Vorwahlen und den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten ► Jetzt lesen im Liveticker der FAZ

Jetzt zum Thema Grönland: Er habe großen Respekt vor Grönland und Dänemark, sagt Trump. Aber jedes Land müsse sich verteidigen können. Und die USA seien ein starkes Land, was zuletzt an Venezuela zu sehen gewesen sei. Die USA hätten im Zweiten Weltkrieg Grönland gerettet und verteidigt gegen die Feinde, es aber leider nach dem Krieg zurückgegeben an Dänemark. „Wie dumm waren wir da?“, fragt er. Grönland sei unterentwickeltes Territorium in einer strategisch wichtigen Position - gegenüber China und Russland. Eigentlich sei es Teil Nordamerikas, gehöre zur amerikanischen Hemisphäre. Amerika brauche Grönland. Trump wiederholt, dass die USA es hätten behalten sollen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die USA hätten viel investiert. \"Nur die USA allein können Grönland sichern und verteidigen.\" Das sei gut für Grönland, Europa und Amerika. Amerika solle Grönland kaufen. Er erinnert dabei daran, wie viel Territorium die USA in ihrer Geschichte gekauft hätten - und stellt es so dar, als sei das garnichts so Ungewöhnliches. Das sei keine Bedrohung für die Nato oder Europa. Überhaupt würde die Nato nicht mehr bestehen, wenn er nicht wäre. Er liebe Dänemark und die dänische Regierung.
Trump appelliert an Europa und verweist dabei darauf, dass sein Vater aus Deutschland und seine Mutter aus Schottland stamme. Jeder müsse es zur obersten Priorität machen, dass die Wirtschaft wieder stärker wachse.
In Europa habe die „radikale Linke“ viel falsch gemacht, gerade auch in der Energiepolitik. Deutschland produziere heute weniger Elektrizität als im Jahr 2017. Das sei aber nicht die Schuld des amtierenden Kanzlers Merz, hebt er ausdrücklich hervor – das könne auch ein Grund sein, „warum sie ihn gewählt haben\". Dadurch seien die Energiepreise gestiegen. Die Windräder überall seien eine Katastrophe. Man könne fast sagen, einem Land gehe es umso schlechter, je mehr Windräder dort stehen. China produziere die meisten Windräder, setze sie aber selbst nicht ein, China sei „clever\", die Chinesen verdienten damit gutes Geld.
Bislang ist die Rede im Kern eine Lobeshymne auf Trump selbst, und er springt schnell zwischen verschiedenen Themen. Nun geht es um Venezuela, das vor 20 Jahren ein ordentliches Land gewesen sei. Er bringe es nun wieder in Ordnung. Die Ölpreis- und Benzinpreise würden fallen. In den USA wiederum habe er neue Atomreaktoren genehmigt. Er sei lange skeptisch gewesen, weil die Risiken der Kernenergie groß seien, aber die Technik habe Fortschritte gemacht. Er sei sich sicher, dass das auch China und der chinesische Staatschef Xi Jinping anerkennen. Amerika werde viel mehr Energie produzieren, was auch nötig sei, um die für Künstliche Intelligenz erforderlichen Rechenzentren zu betreiben.
Nun zurück zu Amerika: Trump lobt sich dahingehend, wie sehr es ihm gelungen sei, Bürokratie abzubauen, Belastungen zu verringen, den Staat zu verkleinern. Er hebt hervor, wie viel er beigetragen habe dazu, dass die amerikanische Wirtschaft „wieder floriere“. Er bezeichnet seine Maßnahmen mehrfach als „Wunder\". Und zählt weiter auf, was er sich als Erfolge zurechnet: Das Handelsdefizit habe sich stark verringert, die Produktion sei gestiegen, die Industrie kehre zurück, er habe tolle „Deals\" mit vielen Ländern abgeschlossen, dafür gesorgt, dass die Börsenkurse überall steigen – „wenn die Vereinigten Staaten steigen, folgt ihr“. Immer wieder macht er Seitenhiebe dabei auf seinen Vorgänger Joe Biden, der so „schlecht“ gewesen sei.
Jetzt spricht er über Europa. Er liebe Europa und wünsche sich, dass es Europa gut geht. Aber Europa entwickele sich in die falsche Richtung. Viele seiner Freunde sagten ihm, dass es sich in die falsche Richtung entwickele. „Einige Länder in Europa sind gar nicht mehr wiederzuerkennen.“ Er kritisiert einmal mehr die Migrationspolitik. Massenmigration sei ein sehr großes Problem.
Trump grüßt seine „vielen Freunde“ und „wenigen Feinde“ im Publikum und fügt mit einem Augenzwinkern an, er wisse noch nicht genau, wer wer sei. Er komme mit „phänomenalen“ Nachrichten aus Amerika nach Davos. Das erste Jahr seiner zweiten Amtszeit sei außergewöhnlich verlaufen. Die Wirtschaft wachse und entwickele sich „wie noch nie“ in der Geschichte Amerikas oder „wahrscheinlich in keinem Land der Welt“. Viele Arbeitsplätze seien entstanden, er preist, wie viele Investitionen es seither gegeben habe, wie viele Amerikaner nicht mehr auf Lebensmittelmarken angewiesen seien. Die USA seien ein „totes Land“ gewesen unter den Demokraten, jetzt seien sie der „heißeste Platz der Welt“. Das seien gute Nachrichten für die ganze Welt.
Der britische Premierminister Keir Starmer empfängt morgen die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen zu Gesprächen in London. Starmer sagte am Mittwoch im Unterhaus, weder er selbst noch Großbritannien würden dem Druck Donald Trumps in Bezug auf Grönland nachgeben. Es bleibe bei der britischen Haltung, dass die Zukunft Grönlands von Grönländern und Dänen alleine bestimmt werde. Daran könnten auch Trumps Drohungen mit Zollerhöhungen nichts ändern. Starmer äußerte sich auch zu der Mitteilung des US-Präsidenten, in der Trump der britischen Regierung am Dienstag eine „große Dummheit“ vorgeworfen hatte, weil sie die Chagos Inseln im Indischen Ozean an Mauritius übergeben hat – wobei die dort befindliche britisch/amerikanische Militärbasis für 99 Jahre gesichert wurde. Im vergangenen Frühjahr hatte die amerikanische Regierung diese Regelung noch gutgeheißen. Starmer sagte jetzt, die aktuelle Äußerung Trumps diene „ausdrücklich dem Zweck, Druck auf mich und Großbritannien auszuüben“. Er werde sich dem aber nicht beugen, sagte Starmer mehrmals.
US-Präsident Donald Trump ist in Davos angekommen. Rund 40 Minuten nach dem Start in Zürich landete er mit einem Helikopter in dem Schweizer Alpenort. Seine Rede beim Weltwirtschaftsforum ist für 14.30 Uhr angesetzt.
In Davos kommt es Regierungskreisen zufolge wegen der verspäteten Ankunft Donald Trumps „vermutlich“ nicht zu einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit dem amerikanischen Präsidenten. Die deutsche Seite hat nach Informationen der F.A.Z. aber nicht abgesagt.In der Regierungspressekonferenz sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer, er könne weder ein Gespräch ankündigen noch absagen. Durch die Verspätung Trumps sei die Planung schwieriger geworden.
Nach einer technischen Panne und einem Flugzeugwechsel ist US-Präsident Donald Trump am Mittwochmittag in Zürich gelandet. Dort will er am Nachmittag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede halten, in der es auch um die von den USA angestrebte Einverleibung Grönlands gehen soll. Es ist das erste Mal seit 2020, dass Trump an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums persönlich teilnimmt.
Was Donald Trump mit seinem „Friedensrat“ konkret vorhat, ist nebulös, doch ein Trend zeichnet sich ab: Im an Autokraten besonders reichen postsowjetischen Raum erfreut sich der vom amerikanischen Präsidenten angestrebte Zusammenschluss großer Beliebtheit. Am Dienstag unterzeichnete der Minsker Machthaber Alexandr Lukaschenko ein Schreiben an den amerikanischen Außenminister Marco Rubio, demzufolge Belarus dem „Friedensrat“ beitreten soll. Ein Bild des Dokuments wurde von Regimemedien verbreitet. Für Lukaschenko dürfte Trumps Einladung zu dem neuen Zusammenschluss dem Rahmen der von Minsk ersehnten Wiederannäherung an Washington zuzurechnen sein. Sie hat vor knapp einem Jahr, bald nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus, mit diplomatischen Avancen der Amerikaner begonnen. Mittlerweile gibt es mit dem früheren Trump-Anwalt John Coale auch einen Sondergesandten für Belarus, der mehrfach in Minsk war. Lukaschenkos Regime hat im Zuge der Annäherung zahlreiche politische Gefangene freigelassen, freilich auch neue eingesperrt, während Washington einige Sanktionen aufgehoben hat und Lukaschenko trotz der Fälschung der Präsidentenwahl von 2020 wieder als „Präsidenten“ bezeichnet. In Kasachstan und Usbekistan wurden Trumps Einladungen zum „Friedensrat“ ebenfalls schon angenommen. Aus dem Südkaukasus sind Armenien und Aserbaidschan dabei; der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan nahm die Einladung am Dienstag an, der aserbaidschanische Herrscher Ilham Alijew folge am Mittwoch. Die jahrzehntelangen Erzfeinde führen einen Friedensprozess, in dessen Rahmen Trump, der Alijew und Paschinjan im vergangenen August im Weißen Haus empfing, ihren Konflikt als einen der Kriege auflistet, deren Beendigung er sich selbst zugutehält. Eine Verkehrsverbindung aus Aserbaidschan in dessen Exklave Nachitschewan durch Südarmenien soll nun nicht mehr, wie noch in einem von Moskau vermittelten Waffenstillstandsabkommen von 2020 vorgesehen war, unter russischer, sondern unter amerikanischer Aufsicht stehen und „Trump Route for International Peace and Prosperity“ heißen. Vom russischen Herrscher Wladimir Putin, der ebenfalls eine Einladung erhalten hat, ist noch keine Antwort auf Trumps Einladung überliefert. Am Dienstag hatte Putins Sprecher dazu gesagt, man kenne „noch nicht alle Details dieser Initiative“ und hoffe auf Antworten auf „sehr viele Fragen“ dazu „im Laufe der Kontakte mit den Amerikanern“. Putin legt einerseits Wert auf gute Beziehungen zu Trump, was für einen Beitritt spräche. Dagegen dürfte aus russischer Sicht sprechen, dass eine einfache Mitgliedschaft Russlands unter dem Vorsitz des Amerikaners dem Status des Lenkers einer Supermacht mit Sitz im UN-Sicherheitsrat unangemessen sei.
Außenminister Johann Wadephul hat angesichts der Pläne von Präsident Donald Trump für einen globalen „Friedensrat“ die Bedeutung der Vereinten Nationen (UN) als Konfliktlösungsinstrument hervorgehoben. „Wir haben einen Friedensrat und das sind die Vereinten Nationen“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem Gegenüber und Premierminister Musalia Mudavadi in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Zugleich sagte er, die UN müssten reformiert und effektiver gemacht werden – ähnlich, wie dies Trump mehrfach gefordert hat.Zu den Trump-Plänen zu einer Art globalem „Friedensrat“ sagte Wadephul, Kanzler Friedrich Merz (CDU) werde bei seinem Treffen mit Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos hoffentlich Gelegenheit haben, „die Fragen, die wir zu seinem weiteren Vorschlag haben, noch zu vertiefen“. Er ergänzte: „Die sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht beantwortet. Aber in einem guten Dialog miteinander werden wir das besprechen.“Mudavadi hob ebenfalls die Bedeutung der UN zur Konfliktlösung hervor. Kenia sei nicht in den „Friedensrat“ von Trump eingeladen worden. „Aus kenianischer Sicht ist es wichtig, Institutionen wie die Vereinten Nationen zu stärken, da die gesamte globale Friedensarchitektur auf dem UN-Rahmenwerk basiert“, sagte er. „Wir sind überzeugt, dass Multilateralismus der richtige Weg ist.“ Eine Reform der UN sei sinnvoller als die Schaffung paralleler Prozesse, um ein koordiniertes Vorgehen zu gewährleisten.Wadephul sagte, Deutschland kandidiere nicht nur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, sondern „zeigt tagtäglich in seiner praktischen Handlungsweise, dass das UN-System unser Friedenssicherungssystem ist, das unsere volle Unterstützung verdient“.
Im Grönland-Konflikt der Vereinigten Staaten mit Europa hat die Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock, an die Souveränität der Einwohner der größten Insel der Welt erinnert. Zwar gebe es unterschiedliche geopolitische Interessen und Sicherheitsbedenken – doch in keiner Weise lasse sich daraus ableiten, dass die Grönländer nicht zu Grönland gehörten oder nicht Bürger des Königreichs Dänemark seien, sagte die frühere deutsche Außenministerin beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. „Als EU-Bürger und Nato-Mitglieder genießen sie dieselben souveränen Rechte wie alle anderen Menschen auf der Erde“, ergänzte Baerbock.