FAZ 21.01.2026
18:19 Uhr

Liveblog USA unter Trump: Trump: Grönland muss amerikanisches Eigentum werden


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Liveblog USA unter Trump: Trump: Grönland muss amerikanisches Eigentum werden

US-Präsident Donald Trump will mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über Grönland sprechen. Er werde das Thema bei dem Treffen am Rande des Weltwirtschaftsforums anschneiden, sagt Trump vor ​der Begegnung. Er sehe einen Preis für die Insel, der vertretbar sei. Zuvor hatte er seine Forderung nach einem Kauf des dänischen Territoriums erneuert.

Verhandlungen über eine Übergabe Grönlands an die USA kommen nach Angaben des dänischen Außenministers Lars Løkke Rasmussen für sein Land nicht infrage. An solchen Gesprächen werde Dänemark nicht teilnehmen, stellte Rasmussen im dänischen Fernsehen klar, nachdem US-Präsident Donald Trump diese in einer Rede „unverzüglich“ gefordert hatte. „Wir gehen in keine Verhandlungen, die darauf basieren, dass wir grundlegende Prinzipien aufgeben“, sagte Rasmussen dem Sender DR zufolge. „Das werden wir niemals tun.\"

Nach über einer Stunde endet die Rede von Donald Trump in Davos. Der US-Präsident bedankt sich und wünscht allen alles Gute.

Nun kommt eine Frage zum Verhältnis zu und dem Wettbewerb mit China, was Trump im April besuchen werde: Trump sagt, er habe immer eine sehr gute Beziehung zum chinesischen Staatschef Xi Jinping gehabt, der sei ein „außergewöhnlicher Mann“, den jeder respektiere für das, was er geleistet habe. Er spricht über den Ausbruch von Covid, scheint dann aber der Frage auszuweichen und lobt dafür abermals seine Minister (diesmal Marco Rubio) und seine Stabschefin Susie Wiles („die erste Frau in dieser Rolle\").Dann kommt die Nachfrage zu Grönland und seiner Lösung: Trump sagt, er wolle seine Rede nicht wiederholen, aber die USA benötigten Grönland für die nationale und internationale Sicherheit. Dänemark sei zu klein. Die NATO habe Amerika schlecht behandelt, sie sei sehr unfair gegenüber Washington gewesen. Und verknüpft die Ukraine wieder damit – ohne Amerika drohe womöglich ein dritter Weltkrieg. Er bedauere, dass er den Krieg in der Ukraine nicht schon habe beenden können, auch weil es viel Hass zwischen dem russischen und ukrainischen Präsidenten gebe. Sein Sondergesandter Witkoff sei auf gutem Weg. Es sei ein Blutbad, ein Drohnenkrieg mit Tausenden Toten jede Woche. Er wolle, dass sie sich einigen. „Wenn sie das nicht schaffen, dann sind sie dumm.“ Und er wisse, dass sie nicht dumm sind.  

Er wird gefragt, ob ihn die hohen und weiter wachsenden Staatsschulden Amerikas besorgen. Trump sagt, der Schlüssel sei hohes Wachstum. Dadurch werde er die Schulden zurückzahlen und reduzieren. Er nehme viel Geld über die Zölle ein. Außerdem werde er Ausgaben kürzen. Es gebe zu viel Verschwendung, Verschwendung in Milliardenhöhe. Wenn Amerika 50 Prozent der Verschwendung beseitige, hätte es einen ausgeglichenen Haushalt. Viel Wachstum werde durch Künstliche Intelligenz zustande kommen, und die entsprechenden Investitionen in mitunter gewaltige Rechenzentren.

Er schließt: Amerika müsse seine brillanten Köpfe feiern und unterstützen („wir haben nicht so viele von ihnen“). Amerika sei zurück. Amerika sei stärker als jemals zuvor, die Zukunft werde gut, er wünsche allen alles Gute. Nun kommt noch eine kurze Fragerunde.

Jetzt spricht er über seine Maßnahmen gegen den Drogenhandel. Er habe viele Schiffe versenken lassen, auch U-Boote, weniger Drogen kämen in die USA. Er werde diesen Kampf nun auf dem Land fortsetzen – damit knüpft er an Drohungen gegen Mexiko und anderen mittelamerikanische Länder in den vergangenen Wochen an. Er kritisiert auch Somalia und Piraterie von dort, sagt, Somalia sei eigentlich keine Nation.

Amerika könne Wirtschaftswachstum nahezu ohne Inflation haben. Es brauche viele Investitionen, Milliardensummen würden gerade nach Amerika fließen, aus Kanada, Mexiko, Japan, China, viele Fabriken würden gebaut. Und dies alles auf Niveaus, die niemand zuvor gesehen habe. Im Jahr 2025 habe es erstmals seit 50 Jahren umgekehrte Migration gegeben aus Amerika. Viele Kriminelle, Drogendealer hätten das Land verlassen (müssen), die Hauptstadt Washington D.C. sei wieder sicher, da könnten Eltern mit ihren Kindern spazieren gehen, neue Restaurants öffneten, auch in Memphis oder New Orleans. Überall sei die Kriminalität zurückgegangen. Er habe auch viel in Kalifornien geholfen und sei bereit weiterzuhelfen.

Und nun noch einmal zum Handel und den Zöllen: Viele Länder seien im Prinzip nichts ohne die USA. Aber die USA hätten sich lange ausnutzen lassen, weil sie keine Zölle verlangten, andere Länder aber schon Barrieren aufbauten und sich auf Kosten der Amerikaner bereicherten. Als Beispiel nannte er ausdrücklich die Schweiz, in der er gerade zu Gast ist. Als er die hohen Zölle verhängt habe, seien viele in Panik ausgebrochen, aber jetzt gehe es fairer zu. Die USA würden die Welt am Laufen halten – und jeder habe sie ausgenutzt. Er hätte viel höhere Zölle verlangen können, denkt er laut nach, aber er wolle keine Volkswirtschaften zerstören. „Ohne uns würden die meisten Länder nicht funktionieren.“

Nun kommt ein Abschnitt, in dem es um die Lebensverhältnisse der Amerikaner in Amerika geht und die wirtschaftlichen Bedingungen. Häuser und Wohneigentum allgemein müssten erschwinglich sein für die allermeisten. Amerika dürfe kein Land sein, in dem nur die Vermögenden viel hinzuverdienten. Die USA müssen die „Kryptohauptstadt der Welt“ bleiben.Er werde demnächst einen neuen Präsidenten für die amerikanische Zentralbank Federal Reserve nominieren. Der gegenwärtige Fed-Chef sei schrecklich, er nennt ihn spöttisch „Jerome-too-late-Powell“, der zu spät und zu wenig die Zinsen senke. Der Nachfolger werde viel besser sein. Dabei lobt er seine beiden Minister Scott Bessent (Finanzen) und Howard Lutnick (Wirtschaft), die einen hervorragenden Job machten. Beide sind auch in Davos.

Jetzt zum Ukrainekrieg: Da ereigne sich ein Blutbad, Zigtausende sterben, er müsse das unbedingt beenden. Er nennt ukrainische ebenso wie russische Soldaten. Er werde mit Putin und Selenskyj sprechen, sie müssten einen Deal machen. Damit helfe er Europa. Im Prinzip verknüpft Trump offenkundig die Grönland-Frage mit weiterer amerikanischer Hilfe für die Ukraine. Amerika habe Europa und der NATO „Milliarden und Milliarden“ Dollar gegeben, viele Waffen, die nun schneller produziert würden. Die amerikanischen Rüstungskonzerne würden nun in neue Fabriken investieren und nicht mehr Aktien zurückkaufen, dafür sorge er. Und nun zurück zu Grönland: „Wir wollen ein Stück Eis für Schutz für die Welt.“ Europa könne zustimmen, und es werde gut werden, oder sich widersetzen, und das werde sich Washington merken. Er sagt auch: „Wir werden wahrscheinlich nichts erreichen, es sei denn, ich entscheide mich für übermäßige Gewaltanwendung, wodurch wir, offen gesagt, unaufhaltsam wären. Aber das werde ich nicht tun.“ Und fügt hinzu: „Ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden.“

Er springt weiter schnell von Thema zu Thema, jetzt wieder zur NATO: Endlich zahlten die anderen Mitglieder (außer den USA) mehr. Zuvor hätten die USA faktisch 100 Prozent der Finanzierung übernommen, er habe auch das geändert. „Mark, bist du hier?“, fragt er ins Publikum und meint damit den ebenfalls in Davos anwesenden NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Und bedauert zum dritten Mal, wie falsch es gewesen sei, dass die USA Grönland nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgegeben hätten, nachdem wir die „Deutschen und Italiener besiegt haben“. Amerika könne Grönland verteidigen.Er habe nun neue Kriegsschiffe in Auftrag gegeben, die um ein Vielfaches größer und stärker seien als die großen Schlachtschiffe im Zweiten Weltkrieg. Und jetzt sagt er sehr deutlich: Grönland muss amerikanisches Eigentum werden. Leasing oder Ähnliches sei nicht akzeptabel. „Wirklich verteidigen können wir nur, was uns gehört.“

Nun kommt eine Medienschelte. Die Medien seien vielfach sehr schlecht und voreingenommen, sagt Trump. Er habe eine schreckliche Situation geerbt, als er sein Amt übernommen hat. Die Situation an der amerikanischen Grenze sei katastrophal gewesen. Er habe den Krieg in der Ukraine geerbt. Unter ihm wäre der Krieg nicht ausgebrochen – „ich kenne Putin“. Inzwischen habe er die Grenze gesichert („die beste Grenze der Welt“), den Krieg in der Ukraine aber noch nicht lösen können – dafür habe er acht andere Kriege beendet.

Er habe großen Respekt vor Grönland und Dänemark, sagt Donald Trump in seiner Rede bei dem Wirtschaftsforum in Davos. Aber jedes Land müsse sich verteidigen können. Und die USA seien ein starkes Land, was zuletzt an Venezuela zu sehen gewesen sei. Die USA hätten im Zweiten Weltkrieg Grönland gerettet und verteidigt gegen die Feinde, es aber leider nach dem Krieg zurückgegeben an Dänemark. „Wie dumm waren wir da?“, fragt Trump. Grönland sei unterentwickeltes Territorium in einer strategisch wichtigen Position, gegenüber China und Russland. Eigentlich sei es Teil Nordamerikas, gehöre zur amerikanischen Hemisphäre. Amerika brauche Grönland. Trump wiederholt, dass die USA es hätten behalten sollen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die USA hätten viel investiert. „Nur die USA allein können Grönland sichern und verteidigen.“ Das sei gut für Grönland, Europa und Amerika.Amerika solle Grönland kaufen, sagt Trump. Er erinnert dabei daran, wie viel Territorium die USA in ihrer Geschichte gekauft hätten, und stellt es so dar, als sei das gar nichts so Ungewöhnliches. Das sei keine Bedrohung für die NATO oder Europa. Überhaupt würde die NATO nicht mehr bestehen, wenn er nicht wäre. Er liebe Dänemark und die dänische Regierung.