FAZ 23.01.2026
18:06 Uhr

Liveblog USA unter Trump: Frederiksen sichert Grönland Unterstützung in „ernster Lage“ zu


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Liveblog USA unter Trump: Frederiksen sichert Grönland Unterstützung in „ernster Lage“ zu

Prinz Harry fordert Respekt von US-Präsident Donald Trump für die Opfer der amerikanischen Nato-Verbündeten in Afghanistan. Das machte der jüngere Sohn von König Charles III. in einer ungewöhnlich scharf formulierten Mitteilung deutlich.US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit abfälligen Äußerungen zu Nato-Truppen in Afghanistan für Aufruhr in Großbritannien und Polen gesorgt. In einem Interview des Senders Fox News behauptete Trump, dass die USA das Verteidigungsbündnis niemals gebraucht hätten. Mehrere Nato-Staaten hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch „etwas abseits der Frontlinien“ geblieben, so der US-Präsident.Das veranlasste den Afghanistan-Veteranen Harry nun wohl dazu, seine bisherige Zurückhaltung in Äußerungen zum US-Präsidenten aufzugeben. Er wies darauf hin, dass die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als einziger Nato-Staat jemals den Bündnisfall ausgerufen hatten. Zum Afghanistan-Einsatz sagte er: „Ich habe dort gedient, ich habe Freunde fürs Leben gemacht. Und ich habe Freunde verloren. Das Vereinigte Königreich allein hat 457 Militärangehörige verloren.“ Tausende Leben seien für immer verändert worden, Eltern hätten ihre Kinder begraben müssen und Kinder ihre Eltern verloren. „Diese Opfer verdienen, dass man mit Wahrhaftigkeit und Respekt über sie spricht (...)“, so der Royal weiter. 

Die USA haben neue Sanktionen gegen Iran verhängt. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen neun Schiffe der sogenannten Schattenflotte und acht zugehörige Firmen, wie das US-Finanzministerium am Freitag mitteilte. Die Schiffe und ihre Eigentümer oder Verwaltungsfirmen mit Sitz in Indien, im ​Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen iranisches Öl und Erdölprodukte im Wert von Hunderten Millionen Dollar auf ausländische Märkte transportiert haben. „Die heutigen Sanktionen zielen auf ​eine entscheidende Komponente, mit der Iran die Mittel erwirtschaftet, die zur Unterdrückung des eigenen Volkes eingesetzt werden“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. 

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist am Freitag zu einem Besuch in Grönland eingetroffen und in Nuuk vom grönländischen Regierungschef Jens Frederik Nielsen empfangen worden. Zuvor hatte sie in Brüssel NATO-Chef Mark Rutte getroffen. Dieser teilte danach mit, man werde die Zusammenarbeit weiter ausbauen, um die Abschreckung und Verteidigung in der Arktis zu verbessern. Das dänische Verteidigungsministerium teilte zuvor mit, die verstärkte militärische Präsenz in Grönland werde bis zum Ende des Jahres fortgesetzt. Offiziell nehmen die Soldaten dort an der Mission „Arctic Endurance“ teil, mit der die Sicherheit in der Arktis erhöht werden soll. Tatsächlich aber diente die Entsendung wohl auch dazu, den Preis für einen möglichen amerikanischen Angriff – den Präsident Donald Trump lange nicht ausgeschlossen hatte – auf Grönland zu erhöhen. Unter Berufung auf den Einsatzbefehl berichtete der dänische Rundfunk, die Streitkräfte seien angewiesen worden, die Insel militärisch zu verteidigen, sollten sie von den USA angegriffen werden. Aus dem Befehl geht demnach auch hervor, dass die Soldaten mit scharfer Munition nach Grönland entsandt wurden.

Während Donald Trump in Davos die Schlagzeilen bestimmte, war sein Vizepräsident unterwegs, um die Botschaft der Regierung unters Volk zu bringen, dass es den Amerikanern gut gehe. Eine Passage seiner Rede in Toledo im Bundesstaat Ohio am Donnerstag sorgte nun für Spott. Darin hatte er die amerikanische Wirtschaft mit der Titanic gleichgesetzt. Mit der Analogie wollte Vance wohl die aktuelle Krise der Lebenshaltungskosten in den USA erklären.  „Die Demokraten sprechen viel über die Krise der Bezahlbarkeit in den Vereinigten Staaten von Amerika. Und ja, es gibt eine Krise der Bezahlbarkeit, die durch die Politik von Joe Biden verursacht wurde“, sagte Vance zunächst. Dann folge das Schlüsselzitat: „Die Titanic lässt sich nicht über Nacht wenden. Es braucht Zeit, um zu reparieren, was kaputtgegangen ist.“ „Man wendet die Titanic überhaupt nicht“, schrieb der Gouverneur des Bundesstaates Illinois, J.B. Pritzker auf der Plattform X.

Die Auseinandersetzung der Vereinigten Staaten mit Dänemark und anderen europäischen Staaten wegen der Arktisinsel Grönland hat in der Öffentlichkeit den Konflikt mit Iran überlagert. Der iranische Sicherheitsapparat hat eigenen Angaben zufolge nun ausländische Geheimdienstnetzwerke zerschlagen. In diesem Zusammenhang seien 735 Menschen festgenommen oder vorgeladen worden, hieß es in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung des Geheimdiensts der Revolutionsgarden.In seiner Erklärung warf der Geheimdienst Irans Gegnern USA und Israel vor, auf eine Zersplitterung der geographischen Einheit Irans abzuzielen. Beide Länder sollen einen Kommandoraum im Land eingerichtet haben, um ihren Plan zu verfolgen. Dieser sei eine Fortsetzung des zwölftägigen Kriegs, den Israel und die USA im Juni 2025 gegen Iran geführt hatten. Belege für einen solchen Plan liegen nicht vor.Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag mitgeteilt, eine „riesige Flotte“ sei auf dem Weg in die Gewässer nahe Iran. Bereits Ende der Vorwoche hatten amerikanische Medien über die Verlegung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln und begleitender Schiffe berichtet. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, warnte vor einem Angriff: Die Streitkräfte stünden „mit dem Finger am Abzug“.Im Juni 2025 hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen Iran geführt und gemeinsam mit den USA Ziele aus der Luft bombardiert, darunter Atomanlagen, militärische sowie zivile Einrichtungen in weiten Landesteilen. Seitdem wird regelmäßig über eine neue militärische Eskalation spekuliert. Die jüngsten Massenproteste in Iran mit Tausenden Toten stellt die Führung in Teheran als ausländische Verschwörung dar. 

Nach der vorläufigen Einigung mit den Vereinigten Staaten im Grönlandstreit haben NATO-Generalsekretär Mark Rutte und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sich für ein stärkeres Engagement der Allianz in der Arktis ausgesprochen. Dänemark und die NATO „werden auf unserer Zusammenarbeit aufbauen, um Abschreckung und Verteidigung in der Arktis zu stärken“, erklärte Rutte nach einem Treffen mit Frederiksen in Brüssel am Freitag auf der Plattform X. Dänemark erhöhe seine Investitionen, um „noch mehr“ für die gemeinsame Sicherheit zu tun, schrieb Rutte. Frederiksen erklärte ebenfalls auf X: „Die Verteidigung und Sicherheit in der Arktis ist eine Angelegenheit des gesamten Bündnisses.“

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat eine Einladung an Kanadas Ministerpräsident Mark Carney zu seinem „Friedensrat“ zurückgezogen. Darüber informierte Trump in der Nacht auf Freitag einem knappen Post auf seiner Online-Plattform Truth Social, ohne einen Grund dafür zu nennen. Am Donnerstag hatte Trump dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos ein Gründungsdokument des Gremiums unterzeichnet, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen.  Carney hielt in Davos eine Rede, die von vielen als Kampfansage an Trump aufgefasst wurde. Das amerikanisch geführte globale Regierungssystem erlebe derzeit einen Bruch, der durch die Konkurrenz der Großmächte und eine schwindende regelbasierte Ordnung gekennzeichnet sei, sagte Carney. Trump nannte er dabei nicht beim Namen, Beobachter gingen aber davon aus, dass er vor allem ihn im Sinne hatte.Trump selbst fühlte sich von Carneys Rede offensichtlich auch angesprochen: Die USA seien immer sehr großzügig mit Kanada gewesen, sagte der amerikanische Präsident in Davos. Trotzdem habe sich Carney bei seiner Rede nicht sehr dankbar gezeigt. „Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äußern“, sagte Trump.

Der frühere Sonderermittler Jack Smith hat sich in einer öffentlichen Anhörung vor dem US-Kongress gegen Vorwürfe politisch motivierter Strafverfolgung gegen den Republikaner Donald Trump verteidigt. Smith sagte, er stehe voll hinter seinen Entscheidungen und sehe seine seit gut einem Jahr eingestellte Arbeit im Einklang mit Recht und Gesetz. Nach Monaten juristischen und politischen Tauziehens war es für Smith die letzte große Gelegenheit, die Arbeit seines Teams öffentlich zu erklären.Die von Smith angestrengten Strafverfahren gegen Trump gelten als abgeschlossen. Sie waren nach Trumps Wahlsieg Ende 2024 wegen des Verbots der Strafverfolgung gegen amtierende Präsidenten eingestellt worden.

US-Präsident Donald Trump ist beim Weltwirtschaftsforum in Davos erneut mit einem Bluterguss an seiner Hand fotografiert worden. Darauf angesprochen, sagte er auf dem Rückflug in die USA vor Journalisten, er habe seine Hand an einem Tisch gestoßen. Der 79-Jährige verwies dabei auch auf seine Einnahme von Aspirin: „Ich würde sagen, nehmen Sie Aspirin, wenn Ihnen Ihr Herz lieb ist, aber nehmen Sie kein Aspirin, wenn Sie keine kleinen Blutergüsse haben wollen.“Trump war in der Vergangenheit schon mehrfach mit blauen Flecken an seinen Händen aufgefallen, die immer wieder Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst hatten. In einem Interview des „Wall Street Journals“ räumte der US-Präsident zuletzt ein, seit Jahren täglich eine höhere Dosis Aspirin einzunehmen als ihm von Ärzten empfohlen werde. „Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Blutes, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fließt“, sagte er. 

EU-Ratspräsident António Costa hat sich nach einem Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs kritisch zum umstrittenen „Friedensrat“ von US-Präsident Donald Trump geäußert. „Wir haben erhebliche Zweifel an einer Reihe von Elementen in der Charta des Friedensrats“, sagte Costa in Brüssel. Dabei gehe es um den Aufgabenbereich, den Vorsitz sowie die Vereinbarkeit der Initiative mit der Charta der Vereinten Nationen.Trump hatte den „Friedensrat“ am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos lanciert. 19 weitere Staaten unterzeichneten das Gründungsdokument, darunter Argentinien und Ungarn. Mehrere eingeladene Staaten nahmen nicht teil – darunter auch Deutschland. Berlin hat sich bislang zurückhaltend zu dem neuen Gremium geäußert. Frankreich hat eine Teilnahme bereits abgelehnt.Ursprünglich sollte das Gremium den Plan zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen überwachen. In der Gründungscharta wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt. Trump übt im „Friedensrat“ eine dominante Rolle aus. Er hat den Vorsitz des Gremiums inne, entscheidet über die Einladungen zur Teilnahme und hat ein Vetorecht bei allen Abstimmungen.

Donald Trump hat den Iran erneut vor Hinrichtungen von Regierungsgegnern gewarnt. Eine mächtige Flotte sei auf dem Weg zum Iran, sagte er am ​Donnerstag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Er habe der Regierung in Teheran einen Militärschlag angedroht, ​falls weiter Demonstranten gehängt würden. Die Lage werde genau beobachtet. Sehr bald würden zudem die 25-prozentigen Strafzölle für Handelspartner der Islamischen Republik in ⁠Kraft treten.Die iranische Justiz hatte angedeutet, dass Hinrichtungen wieder ⁠aufgenommen werden könnten. Dagegen hatte Trump am Freitag vor einer ​Woche der ​Führung im Iran dafür ‌gedankt, geplante Hinrichtungen von 800 Menschen ausgesetzt ‍zu haben. Die USA hatten deswegen zunächst auf einen ‍Angriff verzichtet. 

Donald Trump will die Weltausstellung Expo nach Florida holen. Der Republikaner teilte auf der Plattform Truth Social mit, dass sich die Vereinigten Staaten um die World Expo 2035 bewerben werden. Ausrichtungsort soll dann Miami im US-Bundesstaat Florida sein.Aktuell wird auch in der Berliner Landespolitik kontrovers diskutiert, ob sich die deutsche Hauptstadt und umliegende Metropolregion bewerben sollten. Die Expo 2025 wurde im japanischen Osaka ausgerichtet. Die nächste Weltausstellung wird in Saudi-Arabien sein – Expo 2030 in Riad.

Donald Trump verlangt mindestens fünf Milliarden Dollar von der Großbank JPMorgan Chase, weil sie 2021 Konten des heutigen Präsidenten nach dem Sturm seiner Anhänger auf das US-Kapitol geschlossen hatte. Trumps Anwälte argumentieren, der Schritt sei politisch motiviert gewesen. Die Bank wies die Vorwürfe zurück: Man schließe Accounts, wenn sie ein rechtliches oder regulatorisches Risiko darstellten ‒ aber nicht aus politischen oder religiösen Gründen.Der vom US-Sender CNBC veröffentlichten Klage in Florida zufolge informierte die Bank Trump und mehrere seiner Firmen am 19. Februar 2021, dass ihre Konten in zwei Monaten geschlossen würden. Dadurch sei ihnen Schaden unter anderem dadurch entstanden, dass sie weniger lukrative Geschäftsbeziehungen mit anderen Finanzinstituten hätten eingehen müssen, heißt es. Trump und seine Firmen seien auch auf eine schwarze Liste in der Vermögensverwaltung gekommen. Neben JPMorgan richtet sich die Klage auch gegen Bankchef Jamie Dimon persönlich. 

Weder Grönland noch Dänemark wollen über Fragen der staatlichen Souveränität verhandeln. Das haben die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen am Donnerstag klargestellt.„Die Nato ist sich der Position des Königreichs Dänemark voll bewusst“, sagte Frederiksen laut einer Mitteilung. „Wir können über alles Politische verhandeln: Sicherheit, Investitionen, Ökonomie. Aber wir können nicht über unsere Souveränität verhandeln. Ich bin darüber informiert worden, dass das auch nicht der Fall gewesen ist.“Ähnlich äußerte sich Nielsen am Abend. „Unsere Souveränität ist eine rote Linie“, sagte er bei einer Pressekonferenz. „Unsere Integrität und unsere Grenzen und das Völkerrecht sind rote Linien, die niemand überschreiten darf.“