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20.01.2026
10:37 Uhr
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Liveticker zu US-Wahl 2024: Aktuelle News & Nachrichten zu den Vorwahlen und den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten ► Jetzt lesen im Liveticker der FAZ

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich für eine gemeinsame Lösung für Grönland ausgesprochen, wie F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger aus Davos berichtet. Die Europäische Union teile die Ansicht der Vereinigten Staaten über die verteidigungspolitischen Anforderungen in der Arktis, sagte von der Leyen in Davos. „Wir betrachten die Menschen in den Vereinigten Staaten nicht nur als Partner, sondern als Freunde“, betonte die Kommissionspräsidentin. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle seien ein Fehler, besonders unter jahrzehntelangen Partnern. Es gebe ein Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Wenn sich Freunde die Hand schüttelten, müsse dies eine Bedeutung haben.In jedem Falle sei aber die Zeit gekommen, ein neues, unabhängiges Europa zu schaffen. „Wir müssen den jetzigen geopolitischen Wandel als dauerhaft ansehen“, sagte von der Leyen. „Nostalgie wird uns die alte Ordnung nicht zurückbringen.“ Daher müsse auch der Wandel zu einem unabhängigen Europa dauerhaft sein. Darüber bestehe heute auch ein Konsens. Das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten betrachtet von der Leyen als einen Beleg für den europäischen Ansatz, fairen Handel statt Zöllen und nachhaltige Beziehungen über Ausbeutung zu stellen. Die EU werde Handelsabkommen mit anderen Ländern, darunter Indien und Indonesien anstreben. „Europa wählt die Welt, und die Welt wählt Europa“, betonte von der Leyen. Europa müsse seine Unabhängigkeit auch verteidigen. Dies zeige der kräftige Anstieg der Militärausgaben und die Entstehung vielversprechender Start-up-Unternehmen in der Branche. Dies wäre vor einiger Zeit unvorstellbar gewesen. Die Kommissionspräsidentin erinnerte an den Zusammenbruch des amerikanisch dominierten Währungssystems von Bretton Woods vor gut einem halben Jahrhundert. Damals seien die Institutionen dieses internationalen Systems erschüttert worden. Europa habe nach anfänglicher Unsicherheit daraus gelernt und stärker zusammengefunden. Diese Erfahrung benötige nun eine Wiederholung.
Geburtstagsgrüße, die US-Präsident Donald Trump vor mehr als 20 Jahren an den verurteilten und mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geschrieben haben soll, sind in der US-Hauptstadt Washington als große Installation aufgetaucht. Eine Gruppe, die sich „The Secret Handshake\" nenne, habe die etwa drei Meter hohe Reproduktion auf der National Mall – der Promenade zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial – aufgestellt, berichtete der US-Sender CNN. Epsteins Geburtstag ist am 20. Januar.Die als Karte inszenierte Installation zeigt auf der rechten Seite den Geburtstagsgruß, den Trump seinerzeit geschrieben haben soll, umrahmt von einem gezeichneten Frauenkörper und der Unterschrift „Donald\" ungefähr auf der Höhe des Intimbereichs. Trump wies bereits nach dem Auftauchen von Kopien der Karte zurück, Urheber zu sein.Auf der linken Seite der Karte steht: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, du ,großartiger Kerl'!\" Die Installation sei am Sonntag aufgetaucht und habe die Erlaubnis, bis zum 23. Januar dort zu stehen, schrieb CNN unter Berufung auf die Gruppe. Zu ihr oder ihrer Motivation wurde nichts bekannt.
US-Finanzminister Scott Bessent sieht Europa trotz der Auseinandersetzung um Grönland weiter als Verbündeten der USA. Die NATO-Mitgliedschaft der Amerikaner stehe nicht infrage, man bemühe sich gemeinsam um ein Ende des Ukrainekriegs. „Natürlich ist Europa ein Verbündeter“, sagte Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Grönlands haben können.“ Der Finanzminister zeigte sich optimistisch für eine Lösung des neuen Zollstreits. „Entspannt euch. Ich bin zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs die Situation nicht eskalieren lassen werden“, sagte er. Er rechne mit einem Ergebnis, „das für alle, für die nationale Sicherheit, für die USA und für Europa sehr positiv ist“.
In Grönland ist am Montagabend eine größere Gruppe dänischer Soldaten eingetroffen, darunter der Armeechef Peter Boysen. Um wie viele Soldaten es sich genau handelt, ist unklar. Das dänische Verteidigungsministerium gab an, es handele sich um einen „wesentlichen Beitrag“. Am Samstag, also vor dem Eintreffen der Verstärkung, hatte der Chef des Arktischen Kommandos, Generalmajor Søren Andersen, dem grönländischen Sender KNR gesagt, es befänden sich mindestens 100 Soldaten in Nuuk und 100 Soldaten in Kangerlussuaq. Letzteres ist eine grönländische Siedlung im Westen der Insel. Die Soldaten sind demnach Teil der Übung „Arctic Endurance”, zu der auch andere NATO-Staaten eine kleinere Anzahl Soldaten entsandt haben. Unklar ist auch, wie lange die Übung andauern wird. Dem dänischen Verteidigungsministerium zufolge geht es um den Schutz der kritischen Infrastruktur. Vor dem Hintergrund der Drohungen des amerikanischen Präsidenten, Grönland zu übernehmen, gilt die Entsendung der Soldaten aber auch als Signal an Amerika. Der Chef des Arktischen Kommandos, Andersen, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Dänemark habe die USA zur Teilnahme an den Militärübungen in Grönland eingeladen.
Auch China hat eine Einladung aus Washington für den sogenannten Friedensrat von US-Präsident Donald Trump erhalten. Das gab der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, am Dienstag bekannt. An welchen chinesischen Vertreter genau sich die Einladung gerichtet habe, sagte Guo nicht. Ob Peking die Einladung annimmt, ließ er offen. Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen bezeichnete er generell als von einer „dynamischen Stabilität“ geprägt. Neben westlichen Staaten hat Trump etwa auch den russischen Machthaber Wladimir Putin eingeladen, an dem von ihm ins Werk gesetzten Gremium teilzunehmen.
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Der geplante „Friedensrat“ von US-Präsident Donald Trump ist bei mehreren eingeladenen Staaten auf zurückhaltende Reaktion gestoßen. Für einen ständigen Sitz in dem Gremium, das nach Trumps Willen in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen weltweit Konflikte lösen soll, sollen Mitgliedstaaten mehr als eine Milliarde Dollar zahlen, wie aus der achtseitigen Charta der Initiative hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Frankreich plant derzeit keinen Beitritt zu dem Gremium, auch Deutschland reagierte abwartend.Bei dem „Friedensrat“ handele es sich um eine „internationale Organisation“ mit dem Ziel, in von Kriegen betroffenen oder bedrohten Regionen „die Stabilität zu fördern, eine zuverlässige und legitime Regierungsführung wiederherzustellen und dauerhaften Frieden zu gewährleisten“, heißt es in der Charta. Der „Friedensrat“ war ursprünglich zur Überwachung des Wiederaufbaus im Gazastreifen ins Leben gerufen worden, in der Charta wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt. Vielmehr misst sie dem Rat eine umfassendere Rolle zu, nämlich eine Lösung der bewaffneten Konflikte in der Welt.„Jeder Mitgliedstaat hat ein Mandat von maximal drei Jahren vom Inkrafttreten dieser Charta an, die vom Präsidenten (Trump) verlängert werden kann“, heißt es in dem Dokument. Die Befristung gelte aber nicht für Mitgliedstaaten, die im ersten Jahr nach Inkrafttreten der Charta „mehr als eine Milliarde Dollar in bar an den Friedensrat zahlen“.Den Angaben zufolge können nur Staaten, die von Trump eingeladen werden, dem Rat angehören. Die Mitgliedstaaten können über die Beschlüsse des „Friedensrates“ abstimmen, aber der US-Präsident allein habe die Befugnis, sie zu genehmigen, heißt es in der Charta. Auch kann Trump Mitgliedstaaten aus dem „Friedensrat“ ausschließen und seinen Nachfolger bestimmen, sollte er sein Amt als Vorsitzender niederlegen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bei einem Treffen mit US-Kongressmitgliedern am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos die Achtung der Souveränität Grönlands und Dänemarks verlangt. „Dies ist für unsere transatlantischen Beziehungen von größter Bedeutung“, schrieb von der Leyen nach der Zusammenkunft mit einer parteiübergreifenden Delegation des US-Kongresses am Montag in Onlinenetzwerken. Die EU sei weiterhin bereit, „eng mit den Vereinigten Staaten, der NATO und anderen Verbündeten sowie in enger Kooperation mit Dänemark zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen voranzubringen“. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle stünden „den gemeinsamen Interessen“ der EU und der USA entgegen, betonte die EU-Kommissionspräsidentin.
Das von den USA und Kanada geführte Nordamerikanische Luftverteidigungskommando (Norad) schickt nach eigenen Angaben im Rahmen lange geplanter Aktivitäten Flugzeuge nach Grönland. Dies sei mit Dänemark abgestimmt, und auch die Regierung Grönlands sei informiert, teilte Norad auf der Plattform X mit. Norad teilte mit, die Flugzeuge würden bald auf dem US-Militärflugplatz Pituffik Space Base in Grönland eintreffen. Bei dem Einsatz handele es sich um langfristig geplante Norad-Aktivitäten, die auf der dauerhaften Verteidigungszusammenarbeit zwischen den USA, Kanada und Dänemark aufbauen.Norad ist eine gemeinsame Einrichtung der Vereinigten Staaten und Kanadas zur Überwachung des Luft- und Weltraums zum Schutz Nordamerikas. Der Kommandant ist sowohl dem US-Präsidenten als auch dem kanadischen Premierminister unterstellt. Eigenen Angaben zufolge führt Norad immer wieder routinemäßig Einsätze zur Verteidigung Nordamerikas durch.
Dänemark und Grönland haben eine NATO-Mission für die Arktisinsel vorgeschlagen, um US-Präsident Donald Trump von der Übernahme Grönlands abzubringen. Das sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Montagabend im Beisein der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel. Man hoffe nun auf die Umsetzung des Plans, sagte der Verteidigungsminister. Dänemark habe sich mit der grönländischen Regierung in Nuuk abgestimmt.Die NATO wolle bei der Sicherheit in der Arktis weiter mit Dänemark und Grönland zusammenarbeiten, teilte Rutte nach dem Treffen mit. Man habe besprochen, wie wichtig die Arktis – einschließlich Grönland – für die gemeinsame Sicherheit sei und wie Dänemark seine Investitionen dafür erhöhe, schrieb Rutte auf der Plattform X. „Wir werden weiter als Verbündete in diesen wichtigen Fragen zusammenarbeiten.“
Kanada zieht Insidern zufolge die Entsendung eines kleinen Truppenkontingents für NATO-Übungen nach Grönland in Betracht. Das Militär habe der Regierung entsprechende Pläne vorgelegt und warte nun auf eine Entscheidung von Premierminister Mark Carney, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Carney muss zwischen der Solidarität mit europäischen Verbündeten und dem Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump abwägen. Dieser hat in der Vergangenheit nicht nur mit einer Übernahme Grönlands, sondern auch mit einer Annexion Kanadas gedroht.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt die USA im Streit um Grönland vor der Verhängung von Strafzöllen. „Souveränität ist kein Handelsgut“, schreibt sie auf der Social-Media-Plattform X. „Wir haben kein Interesse daran, einen Streit anzufangen, aber wir werden unsere Position behaupten.“ Europa verfüge über eine Reihe von Instrumenten, um seine Interessen zu schützen. Die Sicherheit in der Arktis sei ein gemeinsames transatlantisches Interesse, das man mit den US-Verbündeten besprechen könne. „Aber Zolldrohungen sind nicht der richtige Weg, dies anzugehen“, fügt Kallas hinzu. Ihre Äußerungen folgten auf ein Treffen mit dem dänischen Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt in Brüssel.
Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent warnt die europäischen Regierungen vor Vergeltungsmaßnahmen im Streit um Grönland. „Ich halte das für sehr unklug“, sagt Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos auf die Frage nach handelspolitischen Gegenmaßnahmen. US-Präsident Donald Trump strebe die Kontrolle über die zu Dänemark gehörende autonome Arktisinsel an, weil er sie als „strategischen Posten“ betrachte. Die USA würden ihre „hemisphärische Sicherheit an niemand anderen auslagern“.Europa solle nicht an den Absichten Trumps zweifeln. „Ich habe mit Präsident Trump gesprochen, und es gibt offenbar viele Reaktionen“, sagt Bessent. „Ich denke, jeder sollte den Präsidenten beim Wort nehmen.“ Einem Medienbericht aus der vergangenen Woche zufolge schließt Trump eine gewaltsame Übernahme Grönlands nicht aus, sollte Dänemark ein Kaufangebot der USA ablehnen.
Die EU ist nach eigenen Angaben für den Fall gewappnet, dass der Grönlandstreit mit den USA zu einem neuen Zollkonflikt führt. Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte in Brüssel, dass theoretisch bereits am 7. Februar EU-Sonderzölle auf Wareneinfuhren im Wert von 93 Milliarden Euro fällig werden könnten. Diese Abgaben seien im Zuge des Zollkonflikts im vergangenen Jahr vorbereitet worden und würden automatisch in Kraft treten, wenn die derzeit nur bis zum 6. Februar beschlossene Aussetzung nicht verlängert werde.Betroffen von den EU-Ausgleichszöllen wäre eine lange Liste mit Industrie- und Agrarprodukten wie zum Beispiel Flugzeugen, Motorrädern, Rindfleisch, Whiskey oder Zitrusfrüchten. Die Maßnahmen hätten im vergangenen Sommer in Kraft treten sollen, wenn die USA angedrohte Zölle in Höhe von 30 Prozent auf die Einfuhr europäischer Produkte eingeführt hätten. Stattdessen gab es dann allerdings eine Abmachung auf einen Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent, und die Verordnung für die Gegenzölle wurde erst einmal für sechs Monate wieder ausgesetzt.