FAZ 28.11.2025
06:03 Uhr

Liveblog USA unter Trump: 20-jährige Nationalgardistin erliegt ihren Verletzungen


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Liveblog USA unter Trump: 20-jährige Nationalgardistin erliegt ihren Verletzungen

US-Präsident Donald Trump plant nach dem Schusswaffenangriff in Washington mit einer toten Nationalgardistin eine Aussetzung der Migration aus „Drittweltländern“. „Ich werde die Migration aus allen Drittweltländern dauerhaft aussetzen, damit sich das US-System vollständig erholen kann“, erklärte Trump am Donnerstag in Onlinenetzwerken. Er drohte zudem damit, „Millionen“ von Einreisegenehmigungen rückgängig zu machen, die unter seinem Vorgänger Joe Biden erteilt worden waren.

US-Präsident Donald Trump zufolge hat die US-Regierung mehr B-2 Spirit Tarnkappenbomber von Northrop Grumman bestellt. Die Flugzeuge waren bei den US-Angriffen auf iranische Atomanlagen Mitte des Jahres eingesetzt worden. „Diese wunderbaren B-2-Bomber haben das nukleare Potenzial des Iran völlig zerstört“, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) vor Angehörigen des US-Militärs. „Wir haben gerade viel mehr davon bestellt, und zwar, weil sie absolut unglaublich und vollkommen unsichtbar waren“, fügte er hinzu. Die US-Militärschläge haben das iranische Atomprogramm nach einer vorläufigen Einschätzung des US-Geheimdienstes Insidern zufolge jedoch nur um einige Monate zurückgeworfen. Die USA hatten im Juni dieses Jahres die iranischen Atomanlagen Fordow, Natans und Isfahan ins Visier genommen. Nach US-Angaben wurden unter anderem 14 bunkerbrechende Bomben und insgesamt 75 Präzisionswaffen eingesetzt. Das US-Militär hatte sich laut eigener Aussage den Zielen mit mehr als 125 Luftfahrzeugen unbemerkt genähert. Es soll sich dabei um den bisher größten operativen Angriff durch B-2-Bomber gehandelt haben.

Die USA wollen nach den Worten von Präsident Donald Trump „sehr bald“ auch an Land gegen venezolanische Drogenhändler vorgehen. „Wir werden auch damit beginnen, sie auf dem Landweg zu stoppen“, dies werde „sehr bald“ beginnen“, sagte Trump am Donnerstag. Die USA hatten in den vergangenen Wochen mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in die Karibik entsandt; seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an.

Nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in Washington wollen die USA Inhaber sogenannter Green Cards aus bestimmten Ländern unter die Lupe nehmen. Auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump habe er eine „gründliche und umfassende Überprüfung aller Green Cards aller Ausländer aus allen problematischen Ländern“ angeordnet, schrieb der Leiter der US-Einwanderungsbehörde USCIS auf X. Joseph Edlow äußerte sich zunächst nicht dazu, welche Länder damit in den Fokus rückten.  Auf CNN-Nachfrage teilte die Behörde demnach mit, es handle sich um 19 Länder, die bereits in einem Präsidentenerlass aufgelistet gewesen seien, darunter Afghanistan, Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Jemen, Burundi, Kuba und Venezuela. Eine „Green Card“ erlaubt es ausländischen Staatsangehörigen, sich dauerhaft in den USA aufzuhalten und zu arbeiten. Am Vortag hatte die Einwanderungsbehörde bekanntgegeben, die Bearbeitung sämtliche Einwanderungsanträge afghanischer Staatsangehöriger bis auf weiteres auszusetzen. Weil es sich bei dem mutmaßlichen Täter laut Behörden um einen 29 Jahre alten Afghanen handelt, kündigte Trump zudem Überprüfungen aller Menschen aus Afghanistan an, die unter seinem demokratischen Amtsvorgänger Joe Biden in die USA gekommen waren. 

Die Dominikanische Republik hat zwei Flughäfen für die Nutzung durch das US-Militär freigegeben. Bei einem Besuch des amerikanischen Verteidigungsministers Pete Hegseth in Santo Domingo am Mittwoch vereinbarten die Regierungen beider Länder, dass die USA die Militärbasis San Isidro und den internationalen Flughafen Las Américas vorübergehend für logistische Maßnahmen wie das Auftanken von Flugzeugen und den Transport von Ausrüstung und Personal nutzen dürfen. Ziel sei es, Washington im Kampf gegen den Drogenschmuggel zu unterstützen. Hegseths Besuch folgte auf eine Reise des Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine, nach Trinidad und Tobago. Die beiden Länder führten in diesem Monat eine gemeinsame Militärübung durch. Zuvor hatte Caine US-Truppen in Puerto Rico inspiziert.Angesichts wachsender Spannungen mit Venezuela haben die USA ihre stärkste Militärpräsenz in der Region seit der Invasion Panamas 1989 aufgebaut. Seit August wurden mit dem offiziellen Ziel, den Rauschgiftschmuggel einzudämmen, zahlreiche Kriegsschiffe, Aufklärungs- und Kampfflugzeuge in die Region verlegt. Bisher zerstörte das US-Militär nach Pentagon-Angaben mindestens 20 mutmaßliche Drogenboote. Mit dem Eintreffen des Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford Mitte November stieg die Zahl der amerikanischen Soldaten in der Karibik auf schätzungsweise 12.000 bis 15.000.Parallel erweitert Washington seine Infrastruktur in der Region. Die frühere Marinebasis Roosevelt Roads in Puerto Rico wird wieder instand gesetzt. Dort sind seit Monaten zehn F-35-Kampfflugzeuge stationiert. Weitere Anlagen in Puerto Rico, auf den Virgin Islands und im reaktivierten Stützpunkt Fort Sherman in Panama dienen der Logistik und dem Training. Sie werden ergänzt durch permanente Stützpunkte in Honduras und Guantánamo Bay auf Kuba  sowie Standorte in Aruba, Curaçao und El Salvador.Venezuela beschuldigt die USA, den Kampf gegen den Drogenhandel als Vorwand für einen Regimewechsel zu nutzen. Aus Kolumbien und Kuba kommt Kritik; andere Länder unterstützen das Vorgehen. Die Organisation Amerikanischer Staaten mahnt zur Zurückhaltung: Die Region wünsche keinen Krieg, äußerte ihr Generalsekretär. 

US-Präsident Donald Trump hat sich in die am Sonntag stattfindende Präsidentschaftswahl in Honduras eingemischt und die Bürger des zentralamerikanischen Landes aufgerufen, für den rechtsgerichteten Kandidaten Nasry Asfura zu stimmen. Asfura sei „der einzig echte Freund der Freiheit in Honduras\", erklärte Trump am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Er könne mit Asfura zusammenarbeiten, „um die Narko-Kommunisten zu bekämpfen und die nötige Hilfe zu den Menschen in Honduras zu bringen\".Mit Asfuras Kontrahentin, der linksgerichteten Rixi Moncada, und den „Kommunisten\", könne er hingegen nicht zusammenarbeiten, erklärte Trump. Der dritte Präsidentschaftskandidat, der rechtsgerichtete Salvador Nasralla, sei „kein vertrauenswürdiger Verbündeter für die Freiheit\". Er tue nur so, als sei er ein „Antikommunist\", um Asfuras Stimmen abzugreifen, schrieb der US-Präsident.Der 67-jährige Asfura bedankte sich bei Trump für dessen Unterstützung. „Wir stehen fest zu der Verteidigung unserer Demokratie, unserer Freiheit und der Werte, die unser Land groß machen\", erklärte der frühere Bürgermeister der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa in Onlinediensten.Trump warnte zugleich vor der angeblichen Einflussnahme von Venezuelas linksnationalistischem Präsidenten Nicolás Maduro auf die Wahlen in Honduras. „Werden Maduro und seine Narko-Terroristen ein weiteres Land übernehmen, wie schon Kuba, Nicaragua und Venezuela?\", schrieb er auf Truth Social. 

Südafrikas Präsidentschaft hat sich empört über US-Präsident Donald Trumps Androhung geäußert, er werde den Staat am Südzipfel Afrikas nicht zum G-20-Gipfel in den USA einladen. Präsident Cyril Ramaphosa erklärte, sein Land heiße derartige Beleidigungen und Strafmaßnahmen nicht gut. Südafrika werde demnach weiterhin als Mitglied der G 20 teilnehmen.„Südafrika ist eigenständig und aus eigenem Recht Mitglied der G 20“, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenbüros. „Südafrika ist ein souveräner, demokratischer Verfassungsstaat und akzeptiert keine Beleidigungen seitens anderer Länder hinsichtlich seiner Mitgliedschaft und seiner Berechtigung zur Teilnahme an globalen Plattformen.“Trump hatte am Vortag auf der Plattform Truth Social geschrieben, auf seine Anweisung hin werde Südafrika keine Einladung für das Treffen im Dezember 2026 in Miami erhalten. Der Republikaner warf Südafrika abermals vor, einen „Genozid“ an weißen Bauern zu begehen. Fachleute und Südafrikas Regierung widersprechen der Darstellung eines angeblichen Völkermords entschieden. 

US-Vizepräsident J. D. Vance will die Bemühungen um Abschiebungen weiter verstärken. „Zuerst werden wir den Schützen vor Gericht bringen und anschließend müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, Leute ohne das Recht, in unserem Land zu sein, zu deportieren“, schrieb Vance auf der Plattform X. Einige Stimmen in großen Medienhäusern meinten, dass die Einwanderungspolitik der USA zu harsch sei, so Vance weiter. „Der heutige Abend erinnert uns daran, warum sie damit falschliegen.“ Viele Wähler würden nun nicht nur Worte, sondern Handeln verlangen, und das sei eine „vollkommen angemessene Antwort“, schrieb der Vize von US-Präsident Donald Trump. 

Was über den Angriff in Washington bislang bekannt ist:Der Tathergang: Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) fielen mitten in der Innenstadt von Washington in der Nähe des Weißen Hauses bei der U-Bahn-Haltestelle Farragut West Schüsse. Der Schütze feuerte den Behörden zufolge direkt auf zwei Nationalgardisten. Andere Soldaten hätten die Schüsse gehört, eingegriffen und den Verdächtigen überwältigt, nachdem dieser zu Boden gegangen sei. Die Opfer: Die beiden Angeschossenen sind Angehörige der Nationalgarde aus dem Bundesstaat West Virginia. Zunächst unbestätigten Medienberichten zufolge handelte es sich um eine Soldatin und einen Soldaten. Die Bundespolizei FBI und die Bürgermeisterin von Washington teilten gemeinsam mit, dass sie sich in einem kritischen – also lebensgefährlichen – Zustand befänden. Zuvor hatte es widersprüchliche Angaben gegeben.Der Täter: Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurde der mutmaßliche Schütze, ein Afghane, gefasst. Er ist demnach schwer verletzt. Der Mann wurde nach Behördenangaben angeschossen. Er soll sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge seit 2021 in den USA aufhalten. Die Nationalgarde: Sie ist eine militärische Reservekomponente der US-Streitkräfte. Soldaten der Nationalgarde unterstehen in der Regel der Kontrolle der Bundesstaaten und werden etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder anderen Notlagen eingesetzt. In bestimmten Fällen kann jedoch auch der US-Präsident das Kommando übernehmen.Soldaten in der Hauptstadt: Seit dem Sommer sind mehr als 2000 Nationalgardisten in Washington im Einsatz. Trump hatte sie im August in die Hauptstadt beordert und ihre Mobilisierung mit angeblich ausufernder Kriminalität begründet. Das ist sehr umstritten. Kriminalitätsstatistiken stützen diese Darstellung nicht. Die Hauptstadt geht juristisch gegen den Einsatz vor. Die FolgenPentagon-Chef Pete Hegeseth erklärte nach dem Angriff, Trump habe ihn beauftragt, 500 weitere Nationalgardisten nach Washington zu entsenden.Trump kündigte an, alle Afghanen, die unter seinem demokratischen Amtsvorgänger Joe Biden in die USA gekommen waren, neu überprüfen zu lassen. Die US-Einwanderungsbehörde USCIS erklärte daraufhin auf der Plattform X, die Bearbeitung aller Einwanderungsanträge afghanischer Staatsangehöriger werde mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres ausgesetzt. 

„Fox News“ berichtet jetzt: Der mutmaßliche Täter von Washington habe unter anderem mit dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA zusammengearbeitet. Der Sender beruft sich dabei auf CIA-Chef John Ratcliffe. Im September wurde der Mann dann aus Afghanistan in die USA gebracht.

Der frühere Präsident Joe Biden hatte sich schon vor der aggressiven Ansprache Trumps, in der dieser ihm eine Mitschuld an der Tat unterstellte, zu der Attacke auf die zwei Nationalgardisten geäußert. Der Demokrat schrieb auf der Plattform X, er sei zutiefst betroffen. „Gewalt jeglicher Art ist inakzeptabel, und wir müssen alle gemeinsam dagegen vorgehen.“ Er bete für die Soldaten und ihre Familien. Der vormalige Präsident Barack Obama äußerte in den sozialen Medien, Gewalt habe „keinen Platz in Amerika“. Seine Frau Michelle und er schickten Liebe an die Familien der verletzten Nationalgardisten, „die diese Feiertagssaison unter den schlimmstmöglichen Umständen beginnen“.

Die Regierung Donald Trumps nutzt den Angriff für eine Verschärfung der Einwanderungspolitik. Am späten Mittwochabend gab die amerikanische Einwanderungsbehörde auf der Plattform X bekannt, dass die Bearbeitung von Anträgen afghanischer Staatsangehöriger „mit sofortiger Wirkung“ ausgesetzt werde, bis die Sicherheitsprotokolle überprüft worden seien. „Der Schutz und die Sicherheit unseres Heimatlandes und des amerikanischen Volkes bleiben unser einziges Ziel und unsere Mission.“ 

In einer fünf Minuten langen Videoansprache aus seinem Anwesen in Florida bezeichnet Donald Trump den Angriff in Washington am späten Vorabend von Thanksgiving als einen „Terrorakt“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Man sei von Schmerz und Trauer erfüllt, aber auch von „gerechtem Zorn und unerschütterlicher Entschlossenheit“. Der Präsident bestätigt die Medienberichte, wonach es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Ausländer handelt. Der Mann sei im September 2021 aus Afghanistan, einem „Höllenloch auf Erden“, in die Vereinigten Staaten gekommen, sagt Trump. Dann übt er abermals scharfe Kritik an der Einwanderungspolitik seines Vorgängers Joe Biden und behauptet, der Demokrat habe den Tatverdächtigen auf einem der „berüchtigten“ Flüge aus Afghanistan „eingeflogen“, bei denen niemand gewusst habe, wer überhaupt an Bord sei.Der Mann ist nach Angaben der Heimatschutzministerin Kristi Noem mit dem Programm „Operation Allies Welcome“ in die Vereinigten Staaten gekommen, das unter Biden im Zuge der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 entwickelt wurde. Es ermöglichte innerhalb eines Jahres etwa 80.000 schutzbedürftigen Afghanen die Einreise nach Amerika mit zweijähriger Aufenthaltsgenehmigung, jedoch ohne Gewähr auf einen dauerhaften Einwanderungsstatus. Vorgesehen war etwa ein Asylantrag, wie der mutmaßliche Täter ihn gestellt haben soll. Die Regierung Bidens hob damals hervor, das Programm beinhalte Überprüfungen der Personen, doch einige Republikaner bezweifelten, dass Sicherheitskontrollen angesichts des Chaos in Kabul angemessen durchgeführt wurden.Trump kündigt am Mittwochabend an, es müsse nun „jeder einzelne Ausländer“ überprüft werden, der unter Biden aus Afghanistan in die Vereinigten Staaten gekommen sei. Als Präsident sei er entschlossen, dafür zu sorgen, „dass das Tier, das diese Gräueltat begangen hat, den höchstmöglichen Preis dafür bezahlt“. In seinem Falle werde „schnell und unerbittlich“ Gerechtigkeit geübt, „falls die Kugeln, die in die entgegengesetzte Richtung flogen, das nicht schon getan haben“. Der Täter wurde laut Polizei während des Angriffs verletzt und zunächst im Krankenhaus behandelt.

Laut amerikanischen Medienberichten ist der mutmaßliche Täter vom FBI identifiziert worden. Demnach handelt es sich um einen 29 Jahre alten Afghanen, der 2021 im Zuge des chaotischen Abzugs der amerikanischen Truppen aus Afghanistan in die Vereinigten Staaten gekommen war. Nach einem Bericht des Senders CNN hatte der Mann 2024 Asyl beantragt, das ihm in diesem Jahr gewährt wurde. Er soll zeitweise im Bundesstaat Washington an der Westküste gewohnt haben. Die „New York Post“ berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, der Tatverdächtige habe den beiden Nationalgardisten, unter denen offenbar auch eine Frau war, aufgelauert und zunächst die Soldatin in die Brust und den Kopf geschossen, bevor er auf den zweiten Nationalgardisten zielte. Andere Medien berichteten, beide hätten einen Kopfschuss erlitten.