FAZ 10.02.2026
07:51 Uhr

Liveblog Olympia 2026: Wirbel um Helm von ukrainischem Skeletoni


Ukrainischer Fahnenträger will Zeichen für Kriegsopfer setzen +++ Deutsches Duell um Gold im Rodeln +++ Trump nennt US-Sportler „echten Verlierer“ +++ Deutsche Eistänzer auf letztem Platz +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: Wirbel um Helm von ukrainischem Skeletoni

Das Tragen einer Maske selbst bei einer olympischen Medaillen-Party ist für Franziska Preuß überhaupt kein Problem. „Ich glaube, da gibt es Schlimmeres“, sagte die Biathlon-Weltmeisterin der ARD. In den sozialen Medien hatte es in den vergangenen Tagen viele Fragen und Kommentare gegeben, weil Preuß und der Rest des Teams mit Mund-Nasen-Schutz zu sehen waren, als sie in Antholz in ihrer Unterkunft Bronze mit der Mixed-Staffel feierten.„Ich glaube, die oberste Priorität ist, dass jeder gesund durchkommt und man hat ja doch hier und da mal Kontakte von außen. Wir sind überzeugt, dass wir so gesund bleiben – und dann muss man immer eine Maske aufsetzen“, sagte die 31-jährige Preuß aus Ruhpolding. Sie selbst schützt sich beispielsweise auch bei Transfers in Fahrzeugen oder Medienterminen schon seit Jahren regelmäßig mit einer Maske, um nicht unnötig krank zu werden.Und damit ist Preuß alles andere als alleine. „Man sieht, dass es jedes Team macht, das viel erreichen will“, sagte Preuß' Teamkollege David Zobel. Masken sind im Umfeld des olympischen Biathlonstadions in Südtirol mehr die Regel als die Ausnahme. Man müsse sich ja auch nur die vielen Norovirus-Infektionen beim finnischen Eishockeyteam der Frauen in Mailand anschauen, die sogar eine Spielverschiebung zur Folge hatten, sagte Zobel: „Dann werden die ganzen Maskenkritiker relativ schnell leise.“Der Deutsche Skiverband (DSV) arbeitet seit der Corona-Krise 2020 mit einem strengen Hygienekonzept, das verhindern soll, dass sich Infektionen im ganzen Team ausbreiten. Für die Sportlerinnen und Sportler ist das Tragen von Masken längst Alltag geworden und stellt keinerlei Problem dar, zumal niemand daran zweifelt, dass diese Maßnahme hilfreich ist, um im Winter gesund zu bleiben. (dpa) 

Lindsey Vonn hat sich bei ihrem heftigen Sturz in der Olympia-Abfahrt einen komplizierten Schienbeinbruch zugezogen. Das teilte die amerikanische Ausnahme-Skirennfahrerin in einer emotionalen Mitteilung bei Instagram mit. Um die Verletzung zu behandeln, seien mehrere Operationen nötig. „Gestern ist mein Olympia-Traum nicht so geendet, wie ich es mir erträumt hatte. Es war kein Ende wie im Bilderbuch oder im Märchen, sondern einfach das Leben“, schrieb die 41-Jährige.

Das deutsche Eistanz-Duo Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan hat bei den Olympischen Winterspielen in Italien einen enttäuschenden letzten Platz belegt. Nach einem fehlerhaften und sehr unsauberen Rhythmustanz wurden die beiden Eiskunstläufer mit 63,67 Punkten 23. und konnten sich damit nicht für den angepeilten Kürtanz der besten 20 Paare qualifizieren. In Führung liegen vor der Entscheidung am Mittwoch (19.30 Uhr) Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron aus Frankreich mit 90,18 Zählern.Die fünfmaligen deutschen Meister Janse van Rensburg und Steffan mussten nach der misslungenen Darbietung mit einem schweren Patzer von Steffan beim Twizzle - einer schnellen Drehung auf einem Bein - sogar mit den Tränen ringen. „Es war einfach nicht im Fuß. Die Kufen sind eng, das passiert schnell“, sagte der 30-Jährige und fügte hinzu: „Mal gewinnt man, mal verliert man, heute war leider nicht der Tag, an dem man gewinnt.“ Für Janse van Rensburg und Steffan war der Auftritt in Mailand die erste Olympia-Teilnahme. 

Der ukrainische Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch möchte bei den Olympischen Spielen mit einem besonderen Helm-Design an im Krieg gefallene Sportler erinnern. Auf seinem Kopfschutz sind rund ein Dutzend Fotos von Athletinnen und Athleten aus Sommer- und Wintersportarten zu sehen, die im Rahmen des russischen Angriffs ihr Leben verloren. Erstmals präsentierte der ukrainische Fahnenträger den Helm am Montag im offiziellen Training, die ersten beiden Wertungsläufe sind am Donnerstag.„Es sei eine Ehre, diese Bilder auf dem Helm zu tragen und der Welt den Preis zu zeigen, den die Ukraine jeden Tag in diesem blutigen Krieg zahlt\", sagte Heraskewytsch in einem Video bei X: „Ich möchte für sie antreten und für sie Rennen fahren.\" Er wolle „diesen Menschen und ihren Familien meine Ehrerbietung erweisen\" und „an unsere Helden erinnern, denen durch Russland das Leben genommen wurde\".Bereits vor den Winterspielen in Norditalien hatte sich der 26-Jährige angesichts der wieder wachsenden Rolle der Kriegstreiber im Weltsport besorgt gezeigt. „Es ist wirklich traurig\", sagte Heraskewytsch der Süddeutschen Zeitung: „Ich habe das Gefühl, dass das IOC und vor allem kleinere Verbände sich immer mehr dem Druck der russischen Seite beugen, dass es nicht um Kriterien oder die Sache geht, sondern nur darum, diese Länder und ihre Athleten zurückzubringen.\"Im Vorfeld der Spiele in Norditalien hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) ukrainische Funktionäre kontaktiert, um politische Botschaften zu thematisieren, die offiziell während Zeremonien, Wettkämpfen und im Olympischen Dorf nicht erwünscht sind. „Ich will zu den Details nichts Näheres sagen\", sagte Heraskewytsch über diese Gespräche: „Wir werden die IOC-Regeln nicht verletzen – zumindest in der Form, in der wir sie verstehen. Aber wir werden sicherstellen, dass die Welt davon erfährt, was in der Ukraine geschieht.\" 

Skispringer Philipp Raimund hat das Wunder von Predazzo geschafft und sensationell Olympia-Gold im Wettkampf auf der Normalschanze geholt. Der 25 Jahre alte Oberstdorfer, der ohne Weltcupsieg in seiner Karriere nach Val di Fiemme gereist war, setzte sich an einem denkwürdigen Abend vor dem Polen Kacper Tomasiak sowie dem Japaner Ren Nikaido und dem Schweizer Gregor Deschwanden durch, die beide Bronze holten.Mit Flügen auf 102,0 und 106,5 Meter wurde Raimund fast auf den Tag genau acht Jahre nach dem Triumph von Andreas Wellinger in Pyeongchang zum fünften deutschen Olympiasieger im Skispringen. Zuvor hatten die DDR-Springer Helmut Recknagel (1960), Hans-Georg Aschenbach (1976) und Jens Weißflog (1984 und 1994) gesiegt. Bei den Frauen hatte Carina Voigt 2014 in Sotschi triumphiert.Nach einem packenden Wettkampf bei schwierigen Bedingungen lag der nervenstarke Raimund, der schon nach dem ersten Durchgang geführt hatte, letztlich mit 274,1 Punkten umgerechnet knapp zwei Meter vor Tomasiak. Für die deutschen Skispringer war es nach einer bis dahin holprigen und sieglosen Saison ein kaum für möglich gehaltener Triumph.Zweitbester DSV-Adler war Felix Hoffmann auf Platz 13, Pius Paschke landete auf dem 17. Rang. Wellinger, der am 10. Februar 2018 in einer eiskalten südkoreanischen Nacht zu Normalschanzen-Gold geflogen war, musste sich mit dem 23. Platz begnügen. Gleich am Dienstag (18.45 Uhr/ZDF und Eurosport) hat Raimund mit dem deutschen Mixed-Team die nächste Medaillenchance. 

Skispringer Philipp Raimund greift bei den Olympischen Winterspielen nach der Goldmedaille im Wettbewerb von der Normalschanze. Nach dem ersten Durchgang in Predazzo liegt der 25 Jahre alte Oberstdorfer mit einem Sprung auf 102,0 Meter und 135,6 Punkten in Führung. Raimunds Vorsprung auf den überraschend zweitplatzierten Franzosen Valentin Foubert (134,6) beträgt allerdings nur einen halben Meter. Dritter ist der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal (132,9). Der in dieser Saison bislang so überlegene Slowene Domen Prevc ist nach einem Sprung auf 100 Meter nur Achter (130,6).  Die weiteren Deutschen verabschiedeten sich aus dem Medaillenrennen. Der Tournee-Sechste Felix Hoffmann kam nach einem 100,0-Meter-Sprung mit wackeliger Landung nur auf Platz 13. Routinier Pius Paschke landete mit 101,0 Meter auf Platz 17. Pyeongchang-Olympiasieger Andreas Wellinger kam mit 102,5 Meter auf Platz 18 und muss die ohnehin kleine Hoffnung auf ein weiteres Gold begraben.

Die deutschen Eishockey-Frauen haben bei den Olympischen Spielen die Chance auf den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale leichtfertig vergeben. Die Auswahl von Bundestrainer Jeff MacLeod setzte sich am Montag aufgrund einer äußerst schwachen Chancenverwertung überraschend erst nach Verlängerung mit 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) gegen Frankreich durch und kann ihr Minimalziel frühestens zum Abschluss der Gruppe am Dienstag erreichen. Das deutsche Team steht in Gruppe B auf Rang drei (5 Punkte), am Dienstag (16.40 Uhr/ZDF und Eurosport) geht es gegen den zweitplatzierten Gastgeber Italien (6). Sollte Japan (3), das derzeit auf Platz vier liegt, zuvor nicht in der regulären Spielzeit gegen Tabellenführer Schweden gewinnen (12.10 Uhr), wäre die DEB-Auswahl bereits vor dem Beginn ihres letzten Gruppenspiels weiter.Zwei Tage nach dem wichtigen Sieg gegen Japan (5:2) trat das deutsche Team in Mailand gegen die punktlosen Französinnen zunächst dominant auf, ließ die Effizienz bei zahlreichen Abschlüssen aber vermissen. Laura Kluge (20.) erlöste die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit ihrem Treffer in Überzahl 34 Sekunden vor Ende des ersten Drittels.Nach der ersten Pause bekamen die deutsche Defensive und Torhüterin Sandra Abstreiter gegen mutigere Französinnen etwas mehr zu tun. Die besseren Chancen erspielte sich aber das DEB-Team, einzig weitere Tore fehlten. 30 Schüsse hatte die Auswahl um Kapitänin Daria Gleißner schon nach zwei Dritteln abgegeben.Die fehlende Konsequenz vor dem Tor bestrafte Frankreich im Schlussabschnitt: Estelle Duvin (49.) traf durch Abstreiters Beine zum Ausgleich. In der Overtime sicherte Katarina Jobst-Smith (62.) ihrem Team immerhin den wichtigen Zusatzpunkt. In der schwächer eingestuften Gruppe B ziehen die drei besten Mannschaften ins Viertelfinale ein, dort droht Deutschland ein Duell mit den übermächtigen Teams aus den USA oder Kanada. 

Auch im zweiten Rodel-Rennen hat Deutschland beste Chancen auf Gold. Weltmeisterin Julia Taubitz vom WSC Oberwiesenthal und die WM-Zweite Merle Fräbel vom RT Suhl lieferten sich in den ersten beiden Durchgängen ein spannendes Duell um Platz eins und haben die restliche Konkurrenz vor den entscheidenden Läufen am Dienstag bereits distanziert.Die erst 22 Jahre alte Olympia-Debütantin Fräbel, die auch den Test-Wettkampf auf der neu gebauten Bahn gewann, fuhr im ersten Lauf Bahnrekord. Doch Taubitz konterte im zweiten Durchgang, verbesserte sogleich die Bestmarke und setzte sich an die erste Position. Ihr Vorsprung auf Fräbel beträgt aber nur die Winzigkeit von 61 Hundertstelsekunden.„Im ersten Lauf war ich schon noch ein bisschen nervös, da waren ein paar Fehler drin. Aber der zweite Lauf war supergeil. Da war ich so im Flow drin. Das konnte ich echt genießen“, sagte Taubitz, die sich auf das weitere Duell mit Fräbel freut. Zufrieden war auch ihre deutsche Kollegin. „Die Julia hat richtig einen rausgehauen. Ich habe ein bisschen gehadert mit mir. Es ist völlig okay. Ich bin noch mit dabei und nach hinten ist Platz. Das gibt natürlich Ruhe“, sagte Fräbel.Mit einem komfortablen Vorsprung auf Rang drei geht es am Dienstag in die beiden Finalläufe. Denn die drittplatzierte Lettin Elina Bota hat schon 0,434 Sekunden Rückstand auf Silber. 

Der schillernde niederländische Eisschnelllauf-Star Jutta Leerdam hat sich den Traum von Olympia-Gold erfüllt. Die 27-Jährige siegte vor den Augen ihres Freundes Jake Paul über 1000 Meter in olympischem Rekord von 1:12,31 Minuten, gleich nach dem Zieleinlauf kullerten Freudentränen. Leerdam siegte mit 28 Hundertsteln vor ihrer Landsfrau Femke Kok sowie der Japanerin Miho Takagi (+1,64 Sekunden). In Peking vor vier Jahren war Leerdam noch hinter Takagi Zweite geworden, 2020 und 2023 hatte sie sich über ihre Paradestrecke jeweils den WM-Titel gesichert.Leerdam hatte im Vorfeld des Rennens für Aufsehen gesorgt. Die Verlobte des US-amerikanischen Box-Influencers Paul war im Privatjet inklusive personalisierter Canapés nach Mailand gereist. In der Heimat hatte es nach diesem extravaganten Trip Kritik gehagelt, Leerdam weigerte sich daraufhin, mit der niederländischen Presse zu sprechen. Die sportliche Antwort gab das Glamour Girl mit den fünf Millionen Followern auf Instagram am Montagabend im Milano Speed Skating Stadium.Anna Ostlender spielte bei ihrer Olympia-Premiere im Kampf um die vorderen Plätze erwartungsgemäß keine Rolle. Die einzige deutsche Starterin blieb mit einer Zeit von 1:16,83 Minuten im Rahmen ihrer Möglichkeiten und landete auf Platz 21. Bei der WM im Vorjahr war die 23-Jährige über die 1000 Meter auf Rang 20 gelandet.Am Mittwoch hat dann der deutsche Hoffnungsträger Finn Sonnekalb (18) über seine Nebenstrecke 1000 m seinen ersten Start bei den Spielen. 

Lindsey Vonn hat sich nach ihrem kapitalen Sturz bei der Olympia-Abfahrt einer weiteren Operation an ihrem linken Bein unterzogen. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Demnach erlitt die 41-jährige US-Amerikanerin einen Bruch am linken Oberschenkelknochen, die Stelle sei im Ospedale Ca' Foncello in Treviso mit einer Außenschiene fixiert worden.Vonn war am Sonntag zunächst im Krankenhaus von Cortina d'Ampezzo erstversorgt worden, anschließend wurde sie ins rund 100 Kilometer entfernte Treviso verlegt. Dort operierten Ärzte den Bruch, den sie bei ihrem kapitalen Sturz nach nur rund 13 Fahrsekunden erlitten hatte. 

Die deutschen Skirennfahrer Simon Jocher und Linus Straßer haben eine Olympia-Medaille in der Team-Kombination klar verpasst. Dem Duo fehlten bei dem aus Abfahrt und Slalom bestehenden Wettkampf in Bormio 0,7 Sekunden auf die Podestplätze. Es belegte schließlich Rang zehn.Gold ging an den Schweizer Abfahrts-Olympiasieger Franjo von Allmen und den starken Tanguy Nef. Den Silberrang teilten sich zwei zeitgleiche Duos: der Schweizer Superstar Marco Odermatt mit Slalom-Weltmeister Loic Meillard und der Österreicher Vincent Kriechmayr mit Manuel Feller. Die Italiener Giovanni Franzoni und Alex Vinatzer fielen noch von Platz eins auf sieben zurück.Die lange Durststrecke der deutschen Skirennfahrer bei Olympia geht damit weiter: Die bis dato letzte reine Männer-Medaille holte Markus Wasmeier als Doppel-Olympiasieger 1994 in Lillehammer. Vor vier Jahren in Peking aber waren Straßer sowie Alexander Schmid und Julian Rauchfuß immerhin Teil des Parallel-Events, bei dem es für die Mixed-Auswahl Silber gab. (dpa)

Die Schweizer Ski-Freestylerin Mathilde Gremaud hat Chinas Star Eileen Gu wieder die Goldmedaille im Slopestyle-Wettbewerb weggeschnappt. Die Olympiasiegerin von 2022 und Weltmeisterin setzte sich in Livigno wie vor vier Jahren in Peking hauchdünn vor dem Star der Szene durch. Bronze ging mit deutlichem Abstand an Megan Oldham aus Kanada.Gremaud und Gu trennten am Ende eines hochklassigen Duells winzige 0,38 Punkte. In Peking hatte sich Gremaud mit einem Vorsprung von 0,33 Zählern durchgesetzt. Oldham fehlten 10,50 Punkte zur Spitze.Die gebürtige US-Amerikanerin Gu, die in Peking Gold im Big Air und in der Halfpipe gewonnen hatte, legte im ersten der drei Finalläufe mit einer Wertung von 86,58 vor. Doch Gremaud konterte im zweiten Durchgang mit 86,96. Gu riskierte im dritten Run noch einmal alles und stürzte bereits am ersten Hindernis.Das Duell hatte im Vorfeld an Schärfe gewonnen, weil Gremauds Trainer Misra Noto wie schon vor Peking die Seiten gewechselt hatte und sich Gus Lager anschloss. Die Schweizer Boulevardzeitung Blick schrieb von „Verrat“. Der Schweizer Chefcoach Dominik Furrer kommentierte den Wirbel in Italien um Gu am Rande des Wettkampfs in der ARD schnippisch: „Wir sind ja nicht wegen eines Heiratsantrags hier – sondern wegen des Skifahrens. Und da gibt's nur eine Königin.“ (sid)

Die US-Olympiateilnehmer erhalten eine wachsende Zahl von Hass-Nachrichten. Es werde das Bestmögliche getan, um die Attacken in sozialen Medien zu entfernen und ernstzunehmende Drohungen an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten, teilte das Olympische und Paralympische Komitee der USA (USOPC) der Nachrichtenagentur AP mit. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den amerikanischen Ski-Freestyler Hunter Hess auf seiner Plattform Truth Social als „echten Loser“ (Verlierer) bezeichnet. „Das USOPC steht fest hinter den Athleten des Teams USA und setzt sich weiterhin für ihr Wohlergehen und ihre Sicherheit ein, sowohl auf als auch neben den Wettkampfstätten“, hieß es in einer Stellungnahme der Dachorganisation. Der Auftritt der US-Delegation bei den Winterspielen in Italien wird von internationaler Kritik an der Linie der Trump-Regierung überschattet. Mehrere US-Athleten hatten sich kritisch über die politische Lage in ihrer Heimat geäußert. Vor allem das teils brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten in den USA steht im Mittelpunkt der Debatte. Ski-Freestyler Hess sagte, es rufe „gemischte Gefühle“ hervor, die USA im Moment zu vertreten. „Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert“, sagte der 27-Jährige. Trump reagierte darauf scharf. Es sei schade, dass Hess dabei sei, schrieb der US-Präsident. „Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern.“ Auch einige Vertreter des konservativen Lagers hatten US-Sportler, die sich kritisch über die Lage in ihrer Heimat äußerten, attackiert. Die zweimalige Snowboard-Olympiasiegerin Chloe Kim, deren Eltern Einwanderer sind, zeigte sich betroffen über die Debatte. „Die USA haben meiner Familie und mir so viele Möglichkeiten eröffnet, aber ich finde auch, dass wir das Recht haben, unsere Meinung zu den aktuellen Ereignissen zu äußern“, sagte die 25-Jährige. (dpa)

Ski-Weltverbandschef Johan Eliasch hat Kritik daran zurückgewiesen, dass Lindsey Vonn trotz ihrer Vorverletzung bei der olympischen Abfahrt starten durfte. „Ich glaube fest daran, dass so etwas von jedem einzelnen Athleten selbst entschieden werden muss“, sagte der Fis-Präsident nach dem folgenschweren Unfall der amerikanischen Sportlerin. Vonn (41) war bei den Winterspielen in Cortina d'Ampezzo trotz eines kurz zuvor gerissenen Kreuzbandes gestartet, in der Abfahrt dann aber heftig gestürzt. Sie kam ins Krankenhaus, eine offizielle Diagnose gab es zunächst nicht.Nach dem Sturz war vereinzelt Kritik aufgekommen an den Organisatoren, dass diese der angeschlagenen Vonn den Start erlaubt hatten. „Sie kennt besser als jeder andere die Verletzungen an ihrem Körper“, entgegnete Eliasch, der auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist. „Wenn man sich umschaut, dann hat jeder einzelne Athlet irgendeine Art von Verletzung.“Vonn hatte in der vorigen Saison ihr Weltcup-Comeback gegeben mit einer Teilprothese im rechten Knie. Im letzten Rennen vor Olympia stürzte sie dann in Crans-Montana (Schweiz) und erlitt nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss im linken Knie. Derartige Blessuren haben zumeist eine Operation und mehrere Monate Pause zur Folge. Die beste Abfahrerin des Winters entschied aber, einen Start in Cortina mit einer Spezialschiene zu wagen.Der Unfall dann in der olympischen Abfahrt hatte auch nichts mit ihrem Knie zu tun. „Unglaublich unglücklich“ sei der Sturz gewesen, unterstrich Funktionär Eliasch am Tag nach dem Unfall am Rande der Team-Kombination der Männer in Bormio. Vonn hatte just im Moment eines Sprungs mit dem rechten Arm bei einem Tor eingehakt, ihr Oberkörper wurde deshalb in der Luft herumgerissen. „Niemand kann so etwas noch auffangen“, schilderte der Fis-Präsident. „Aber so etwas ist manchmal Teil des Skirennfahrens. Es ist ein gefährlicher Sport.“ (dpa)