FAZ 07.02.2026
20:06 Uhr

Liveblog Olympia 2026: Vorläufige Festnahmen nach Demonstration in Mailand


Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten +++ Salvini spricht von „Attentat“ auf Bahnnetz in Italien +++ Fehlstart für Felix Loch +++ Gold für Italienerin am Geburtstag +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: Vorläufige Festnahmen nach Demonstration in Mailand

Finnlands Eishockey-Frauen sind nach dem Norovirus-Ausbruch in ihrem ersten Turnierspiel bei den Olympischen Spielen chancenlos geblieben. Die Bronzemedaillengewinnerinnen von 2022 verloren gegen den Favoriten USA mit 0:5 (0:1, 0:3, 0:1).Die finnische Mannschaft hätte eigentlich am Donnerstagabend gegen Kanada spielen sollen. Nachdem der Großteil des Teams aber erkrankt war, hatte das IOC das Duell mit den Olympiasiegerinnen von Peking auf den 12. Februar (14.30 Uhr) verlegt. Laut finnischem Verband wären lediglich acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen einsatzbereit gewesen, die restlichen 13 Spielerinnen seien von der Durchfallerkrankung betroffen gewesen.Die Amerikanerinnen hatten vor den Augen von US-Vizepräsident JD Vance gegen die geschwächten Finninnen nur wenig Mühe. Insgesamt standen 49:11 Schüsse in der Statistik. Kapitänin Hilary Knight stellte mit dem 4:0 den Rekord für die meisten Tore bei Winterspielen des Team USA ein, mit 14 Treffern liegt die 36-Jährige nun gleichauf mit Katie King and Natalie Darwitz.Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel liegen die USA bereits früh auf Kurs. In der Top-Gruppe A stehen alle fünf Teams bereits im Viertelfinale, in dem Goldfavorit USA auch auf die deutsche Auswahl treffen könnte. (sid)

Bei einer Demonstration am Rande der Olympischen Winterspiele ist es in Mailand zu Krawallen gekommen. Nach einem Protestmarsch von mehr als 3.000 Menschen in Richtung des olympischen Dorfes warfen einige Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab mindestens fünf vorläufige Festnahmen.Der Protest richtete sich unter anderem gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Die Polizei sprach von etwa 3.000 Teilnehmern. Nach anderen Schätzungen waren es etwa 5.000. Bei dem Demonstrationszug waren – wie bei früheren Märschen – wieder Plakate wie „ICE out“ («ICE raus») oder „ICE=SS“ zu sehen. Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden. In der US-Delegation sollen sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern. (dpa)

Die italienische Biathletin Rebecca Passler geht gegen ihre vorläufige Dopingsperre vor. Die 24-Jährige reichte beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einen Antrag ein und wird schon am kommenden Dienstag angehört. Das teilte die Ad-hoc-Kammer des Cas bei den Winterspielen in Mailand mit.Passler fordert den Angaben zufolge, die Sperre wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in ihrer Heimat Antholz zu ermöglichen. Sie war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar laut Italiens Anti-Doping-Behörde positiv auf Letrozol getestet worden.Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Die Biathletin argumentiert laut Cas-Mitteilung, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. (dpa)

Eisschnellläuferin Francesca Lollobrigida hat über die 3000 Meter sensationell das erste Gold für Olympia-Gastgeber Italien gewonnen. Die 35-Jährige siegte an ihrem Geburtstag in Mailand in einer olympischen Rekordzeit von 3:54,28 Minuten vor Ragne Wiklund aus Norwegen (3:56,54 Minuten) und der Kanadierin Valérie Maltais (3:56,93 Minuten). Lollobrigida, die die Großnichte der berühmten Schauspielerin Gina Lollobrigida ist, ist die erste italienische Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in der Geschichte der Spiele. Die Niederlande um Topfavoritin Joy Beune ging überraschend leer aus. Beune enttäuschte als Vierte. Josie Hofmann als einzige deutsche Teilnehmerin landete im Milano Speed Skating Stadium vor den Augen der früheren Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in 4:06,54 Minuten auf dem 14. Platz. Die Olympiasiegerin von 2010 über die 3000 Meter, Martina Sablikova aus Tschechien, musste ihren Start krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Es sei die „schwerste sportliche Entscheidung“ ihres Lebens gewesen, äußerte Sablikova auf Instagram. (dpa)

Die ersehnte Medaille bei den Winterspielen von Mailand und Cortina ist für Rodler Felix Loch in weite Ferne gerückt. Der Goldfavorit patzte im ersten von vier Läufen schwer und liegt zur Halbzeit der olympischen Rodelrennen nur auf Rang acht. Vor den beiden abschließenden Läufen an diesem Sonntag hat der 36-Jährige aus Berchtesgaden 0,919 Sekunden Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen Max Langenhan. Trotz Startrekord in 3,497 Sekunden berührte der Weltcup-Gesamtführende Loch oben eine Bande und verlor somit viel Geschwindigkeit. So schüttelte der dreimalige Olympiasieger im Ziel nur den Kopf. Die erhoffte Aufholjagd im zweiten Durchgang blieb aus, sein Rückstand auf die Medaillenränge wuchs weiter an.„Es wollte einfach nicht“, sagte Loch: „Es ist bitter, wenn es bei Olympia passiert. Aber es geht morgen weiter, da müssen alle noch zweimal runter.“ Nun werde er sich „bei einem Bierchen“ überlegen, was er noch verändern kann. Loch mutmaßte, das Setup sei nicht das richtige gewesen: „Vielleicht finden wir irgendwo noch eine Zehntel, aber mehr wird am Ende nicht möglich sein. Die Zeit verliere ich von oben bis unten.“ Langenhan sei „stark gefahren“, ergänzte er anerkennend –   nun werde er ihm „die Daumen drücken“.Besser machte es Weltmeister Langenhan vom BRC Friedrichroda. Der mit Startnummer eins ins Rennen gegangenen 26-Jährige zauberte gleich einen Bahnrekord ins Eis des neu gebauten Cortina Sliding Centres und verbesserte diese Bestmarke im zweiten Durchgang noch einmal.Zweiter vor den beiden entscheidenden Läufen am Sonntag ist der Österreicher Jonas Müller, der bislang drei Rennen in dieser Saison gewann. Er hat 0,162 Sekunden Rückstand auf Langenhan. Auf Rang drei folgt der Italiener Dominik Fischnaller, der in Peking vor vier Jahren Bronze holte. Der Chemnitzer Timon Grancagnolo liegt auf Rang neun direkt hinter Loch. (dpa)

US-Rodlerin Sophia Kirkby macht nicht nur Jagd auf Medaillen.  Die 24-Jährige sucht bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo auch ganz offen nach Flirts. Sie selbst bezeichnet sich auf Instagram „als die begehrteste Junggesellin im olympischen Dorf“. Nach ihrem Start bei der olympischen Premiere der Doppelsitzerinnen am kommenden Mittwoch (19.40 Uhr) hat sie vor allem den Valentinstag drei Tage später im Visier. „Ich bin Single und dachte, es wäre interessant für die Leute, das Dating-Leben einer Olympionikin während der Spiele mitzuerleben. Es passt perfekt, denn der Valentinstag fällt mitten in die Spiele“, sagte Kirkby, die sich nach ihrem Wettkampf noch „etwa anderthalb Wochen Zeit gibt, einfach mal als Erwachsene auf einem Spielplatz zu sein“. So werde sie auch auf Dating-Plattformen aktiv sein. Kirkby weiß recht genau, was sie will. „Beim Rodeln kenne ich schon alle. Bobfahren – das mache ich nicht noch mal. Skeleton – ich glaube, die haben alle Freundinnen. Beim Curling – ich weiß nicht, wie die Athleten so sind, aber ich stelle mir einfach lauter Väter vor“, sagte die US-Rodlerin. „Wenn ich also keine Olympioniken finde, bin ich sehr offen für Dates mit Fans“, betonte Kirkby, die sich selbst als Live-Version von „Olympia-Bachelorette“ sieht. Die begeisterte Töpferin, die handgefertigte Kaffeetassen mit Olympia-Motiven vorbereitet hat und auch als „Pin-Königin“ im olympischen Dorf unterwegs ist, musste im vergangenen Jahr einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Ihr Vater starb an Krebs. Nun trägt sie auf ihrem Handschuh eine Botschaft von ihm: „Ich wäre überglücklich, wenn du es ins Olympia-Team schaffen würdest.“Ihr Vater sei der Hauptgrund, warum sie diesen Sport betreibe. „Er war Bobfahrer bei der US Air Force und hat mich zum Rodeln gebracht. Es schmerzt mich sehr, dass er es nicht bis zum Ende geschafft hat. Wir hatten eine sehr enge Vater-Tochter-Beziehung“, sagte Kirkby, die 2022 und 2024 bei der WM Bronze im Doppelsitzer holte. (dpa)

Die Häme für Mariah Careys Auftritt bei der Eröffnungsfeier in Mailand sorgt bei den Olympia-Machern für Unverständnis. Im Netz hatten Zuschauer der Auftakt-Zeremonie nach Careys Interpretation des Klassikers „Nel blu, dipinto di blu“ über den Einsatz eines Teleprompters mit der Lautschrift des Liedtextes gespottet. Zudem wurde gemutmaßt, die US-Popdiva habe gar nicht live gesungen, stattdessen sei ihr Gesang vom Band gekommen. „Mariah Careys Auftritt war außergewöhnlich, sie hat einen magischen Moment erschaffen“, sagte Maria Laura Iascone, Zeremonienmeisterin der italienischen Olympia-Organisatoren, zu der Kritik. Iascone verwies darauf, dass Carey nicht für ihre Show bezahlt worden sei, dies sei Bedingung für die Künstler gewesen. Den Spekulationen um einen Playback-Einsatz entgegnete die Funktionärin: „Um auf der sicheren Seite zu sein, zeichnen wir bei solchen Events immer vorher auf, das ist Standard für solch wichtige Übertragungen. Aber der gestrige Auftritt war außergewöhnlich, wir waren sehr zufrieden, die Bilder beweisen das.“ Carey war im ersten Teil der Eröffnungsfeier im Mailänder Fußballstadion San Siro aufgetreten. In einem weiß-silbernen Glitzerkleid und Federumhang sang sie zunächst das besser als „Volare“ bekannte Lied, dann ließ sie ihren Hit „Nothing Is Impossible“ folgen. „Ein absoluter Traum ist wahr geworden: Ich durfte bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina auf Italienisch auftreten! Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben. Nichts ist unmöglich!“, schrieb die 56-Jährige anschließend auf Instagram. Olympia-Organisationschef Andrea Varnier versicherte: „Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.“ Die Eröffnungsfeier nicht nur in Mailand, sondern an drei weiteren Orten in den Bergen zu veranstalten, sei nicht einfach gewesen. In Mailand habe es mit 61.221 verkauften Tickets einen Rekord für die Eröffnung von Winterspielen gegeben, sagte Varnier. Zudem seien weitere 10.000 Zuschauer in Cortina d'Ampezzo, Predazzo und Livigno gezählt worden. (dpa)

Mit Beginn der Winterspiele sind auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn im Norden des Landes an drei Stellen Beschädigungen entdeckt worden. Derzeit laufen Ermittlungen, ob es einen Zusammenhang gibt. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa schließen Ermittler nicht aus, dass es sich wie zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris um Sabotage handeln könnte. Verkehrsminister Matteo Salvini von der rechten Partei Lega sprach bereits von einem „Attentat“. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) schloss technische Defekte als Ursache aus. Die Schäden hatten erhebliche Verspätungen zufolge, auch bei Hochgeschwindigkeitszügen. Am Nachmittag betrugen sie bis zu zweieinhalb Stunden. Auf der Strecke zwischen der Großstadt Bologna und Padua im Norden wurde nach Angaben der Behörden ein „rudimentärer Sprengkörper“ auf einer Weiche gefunden. Auf derselben Strecke wurde entdeckt, dass Stromkabel in einem Schacht durchtrennt wurden. Auf der Strecke zwischen Bologna und Ancona geriet in der Nähe des Bahnhofs von Pesaro eine Stromkabine in Brand. Die Verspätungen summierten sich auf bis zu eineinhalb Stunden.In die Ermittlungen seien auch Anti-Terror-Experten eingeschaltet, hieß es. Zumindest in Pescara wird vermutet, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. In Frankreich hatten Unbekannte kurz vor Eröffnung der Spiele im Juli 2024 koordinierte Brandanschläge auf das Netz der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge verübt. Durch zerstörte Signalanlagen und Kabel wurden drei der vier Hauptstrecken lahmgelegt. (dpa)

Die deutschen Eishockey-Frauen haben nach ihrem Fehlstart bei den Olympischen Spielen eindrucksvoll zurück in die Spur gefunden. Zwei Tage nach der Auftakt-Niederlage gegen Schweden (1:4) besiegte die Mannschaft von Bundestrainer Jeff MacLeod Japan mit 5:2 (3:0, 2:2, 0:0) und nahm das Viertelfinale wieder ins Visier. Der Einzug in die Runde der letzten acht ist bei der ersten Olympia-Teilnahme seit 2014 das Minimalziel des deutschen Teams.Kapitänin Daria Gleißner brachte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in Mailand bereits nach 44 Sekunden in Führung, Stürmerin Emily Nix (9.) erhöhte vor den Augen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In der Folge ließ sich das deutsche Team auch von einer stärkeren Phase der Japanerinnen nicht aus der Ruhe bringen und legte durch Nicola Hadraschek (14.) noch im ersten Drittel den dritten Treffer nach.Hadraschek (26.) mit ihrem zweiten Tor und Laura Kluge (31.) schraubten das Ergebnis in der Folge in die Höhe. Die Japanerinnen, gegen die die DEB-Auswahl ihre Olympia-Generalprobe Ende Januar noch verloren hatte, blieben nach den Anschlusstreffern durch Mei Miura (37.) und Yumeka Wajima (38.) zwar am Drücker. Zur Aufholjagd kam es jedoch nicht.Im dritten Vorrundenspiel trifft Deutschland am Montag (16.40 Uhr/ARD und Eurosport) auf Frankreich, letzter Gegner ist tags darauf (16.40 Uhr/ZDF und Eurosport) Gastgeber Italien. In der schwächer eingestuften Gruppe B ziehen die drei besten Mannschaften ins Viertelfinale ein, dort würde dem deutschen Team dann wahrscheinlich ein Duell mit den übermächtigen Mannschaften aus den USA oder Kanada drohen. (sid)

Die deutschen Skilanglauf-Frauen sind beim ersten Start bei den Olympischen Winterspielen wie erwartet ohne Medaillen geblieben. Im Skiathlon über 2 mal 10 Kilometer kam Pia Fink aus Bremelau als beste Deutsche im gut gefüllten Skistadion im italienischen Tesero auf Platz zwölf. Gold ging an Frida Karlsson aus Schweden vor ihrer Landsfrau Ebba Andersson. Bronze sicherte sich die Norwegerin Heidi Weng.Bundestrainer Peter Schlickenrieder hatte vor dem Start vor allem die starken Schwedinnen als Medaillen-Kandidaten auserkoren. Der 55-Jährige irrte mit seiner Prognose nicht. Ein Trio mit den Schwedinnen Andersson und Karlsson sowie der Norwegerin Astrid Oeyre Slind lief der Konkurrenz bereits nach rund fünf Kilometern davon. Katharina Hennig-Dotzler aus Oberwiesenthal, die vor vier Jahren in Peking überraschend Gold im Teamsprint erkämpft hatte, war als beste Deutsche nach zehn Kilometern auf Platz elf. Der Rückstand auf die Medaillen-Ränge war bereits auf 1:13 Minuten angewachsen. Fink folgte auf Rang 13. Nach dem Wechsel von der klassischen Technik auf den Skating-Stil sorgte Karlsson schnell für klare Verhältnisse und jubelte nach 53:45,2 Minuten über ihr erstes Olympia-Gold. Hennig-Dotzler fiel dagegen immer weiter zurück und kam auf Platz 30 ins Ziel. (dpa)

Das vom Norovirus betroffene Team von Finnland kann verspätet ins olympische Frauen-Eishockeyturnier einsteigen. „Finnland spielt heute“, teilte Teamsprecherin Henna Malmberg der Nachrichtenagentur AP mit. Das Vorrundenspiel (16.40 Uhr) gegen die USA ist das Turnierdebüt der Finninnen. Nachdem 13 der 23 Spielerinnen aufgrund des Norovirus am Dienstagabend in Quarantäne mussten, war das Auftaktspiel gegen Olympiasieger Kanada auf den kommenden Donnerstag verschoben worden. Auch das Schweizer Team spielt heute gegen Kanada (21.10 Uhr). Am Freitag war nach dem 4:3-Shootout-Sieg gegen Tschechien bekanntgeworden, dass eine Spielerin positiv auf das Norovirus getestet wurde. Das gesamte Schweizer Team verbrachte den Freitagabend in Isolation und nahm nicht an der Eröffnungsfeier teil. „Die Inkubationszeit ist verstrichen. Aus medizinischer Sicht bestehen derzeit keine Bedenken gegen die Durchführung der Partie, sofern keine weiteren Spielerinnen Symptome zeigen“, sagte Hanspeter Betschart, Chefmediziner des Schweizer Olympia-Teams. Das sei bisher nicht der Fall. „Die Standardmaßnahmen haben gegriffen. Die Reaktion vom medizinischen Team im Dorf war hervorragend, sehr schnell“, sagte IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi. Es habe keinen Ausbruch im olympischen Dorf gegeben. Die Athletinnen seien schon mit Symptomen in Italien angekommen. IOC-Sprecher Mark Adams ergänzte, dass es keinen Hinweis darauf gebe, dass die Fälle von Finnland und der Schweiz in Zusammenhang stehen. (dpa)

Deutschlands Fahnenträger Leon Draisaitl kämpft am Tag nach der Eröffnungsfeier mit den Folgen seiner langen und kurzfristigen Anreise zu den Winterspielen. „Jetlag ist allemal ein Thema. Ich bin seit fünf Uhr wach“, berichtete der Eishockey-Star am Samstag bei einer Pressekonferenz.Missen will der Center des NHL-Klubs Edmonton Oilers diese Erfahrung trotz eines Zwölf-Stunden-Flugs und der Landung erst am Freitagvormittag in Mailand keinesfalls. „Anstrengend ist das falsche Wort, weil es sehr schön war. Aber es war viel“, sagte der 30-Jährige. Er freue sich nun „auf die nächsten zwei Wochen. Darauf, Flair und Vibe miterleben zu dürfen.“ Sein Vater Peter, der 1988, 1992 und 1998 dabei war, habe ihm immer weder von Olympia vorgeschwärmt, die Spiele seien „mit das Beste, was er erleben durfte“, so der Sohn.Draisaitl hat im Olympischen Dorf ein Einzelzimmer bezogen, „was ganz angenehm ist“, sagte er grinsend. Er habe in den Jugendnationalmannschaften schon „viele Nächte“ auf einer Stube mit seinen Kumpels Frederik Tiffels und Dominik Kahun verbracht, die in Mailand ein Zweibettzimmer teilen.Die anderen NHL-Spieler kommen erst am Sonntag in Italien an, das erste gemeinsame Training des dann kompletten deutschen Olympia-Teams kann wohl erst am Montag stattfinden. Bis zum ersten Spiel gegen Dänemark am Donnerstag müsse sich die Mannschaft „schnell finden“, sagte Draisaitl und mahnte: „Es ist enorm wichtig, dass wir gut reinkommen.“ Weitere Gegner in der Gruppe sind Lettland und Mitfavorit USA. „Das werden Brocken, enorm harte Spiele für uns“, erklärte der frühere NHL-MVP, aber: „Ich glaube, wir werden sehr viel Spaß haben.“Die Öffentlichkeit und seine Mitspieler rief er dazu auf, sich nicht zu sehr auf ihn zu fokussieren: „Es geht hier nicht um mich. Es geht um die Mannschaft. Wir kommen über die Einheit, nicht über die Einzelspieler.“ (sid)

Der Schweizer Skirennfahrer Franjo von Allmen hat die Olympia-Abfahrt gewonnen und damit das erste Gold der Winterspiele in Italien geholt. Der 24 Jahre alte Weltmeister setzte sich auf der schweren Stelvio-Piste in Bormio mit 0,2 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Giovanni Franzoni durch.„Ich komme mir vor wie in einem Film, es fühlt sich nicht wirklich real an“, sagte der überwältige von Allmen. Und nein, „ich kann gar nicht sagen, was mir das bedeutet – ich werde das wahrscheinlich erst in ein paar Tagen begreifen, wenn die Olympischen Spiele vorbei sind.“Bronze holte Dominik Paris, der Südtiroler bejubelte im Alter von 36 Jahren damit die erste Olympia-Medaille seiner Karriere. Als einziger deutscher Starter hatte Simon Jocher mit der Entscheidung nichts zu tun und kam mit 2,40 Sekunden Rückstand auf den Sieger nicht unter die besten 20.Von Allmen hatte im vergangenen Jahr den WM-Titel in Saalbach gewonnen und krönte sich nun bei seinem ersten Olympiastart zum zweiten Schweizer Abfahrtssieger in Serie. Vor vier Jahren in Peking hatte Beat Feuz Gold geholt. Im deutschen Team hatten die Teilnahmequoten für Ärger gesorgt. Insgesamt stehen den deutschen Alpinen nur fünf Männer-Startplätze bei den Winterspielen zu – weil die Platzierungen in diesem Winter zu schlecht waren, aber auch wegen vieler Startplätze für kleine Nationen. Kritiker meinen, das widerspreche dem Leistungsprinzip. Luis Vogt, der in Kitzbühel Achter geworden war, durfte nicht zu Olympia. Und am Ende waren bei der Abfahrt von Bormio nur 36 Rennfahrer am Start. (dpa)

Lindsey Vonn nickte zufrieden und zeigte kurz die Faust: Die US-Amerikanerin hat auch den abschließenden Test vor der Olympia-Abfahrt gut überstanden und scheint gerüstet für die Entscheidung am Sonntag (11.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport). Vonn, die in Cortina d'Ampezzo trotz eines Kreuzbandrisses an den Start gehen wird, absolvierte auch das zweite Training auf der Olimpia delle Tofane souverän, das lädierte Knie wirkt stabil.Auch die deutschen Medaillenkandidatinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann, die in Cortina 2021 WM-Silber in der Abfahrt gewonnen hatte, kamen am Samstag scheinbar gut zurecht. Wie schon in den Vortagen beeinträchtigten die Witterungsbedingungen in Cortina jedoch die Verhältnisse auf der Piste – auch deswegen sind die Leistungen in den Probedurchgängen, in denen die meisten Läuferinnen nicht volles Tempo fahren, nicht überzubewerten.Vonn hatte bei einem Sturz bei der Weltcup-Abfahrt am vergangenen Freitag in Crans-Montana einen Kreuzbandriss im linken Knie und Knochenprellungen erlitten. Auch ihr Meniskus ist lädiert. Die 41-Jährige will ihren Olympia-Traum aber nicht aufgeben und in Cortina, wo sie im Weltcup mit zwölf Erfolgen Rekordsiegerin ist, ihr famoses Comeback mit ihrer zweiten Goldmedaille bei einer Olympia-Abfahrt nach 2010 krönen. (sid)