FAZ 22.02.2026
17:01 Uhr

Liveblog Olympia 2026: USA gewinnen erstmals seit 1980 Gold im Eishockey


Kanada unterliegt in Verlängerung +++ Kuriose Pannen im Langlauf: Russin Neprjajeva nimmt versehentlich Ski von Henning Dotzler +++ Deutsche Bobpiloten holen Gold und Silber im Eiskanal +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: USA gewinnen erstmals seit 1980 Gold im Eishockey

Nach dem Triumph der US-Stars im olympischen Eishockey-Finale über den großen Rivalen Kanada ließ auch die Reaktion aus dem Weißen Haus nicht lange auf sich warten. „Gratulation an unser großartiges US-Eishockeyteam. Sie haben Gold gewonnen. Wow. Donald J. Trump“, hieß es in einer Mitteilung auf X. Auf einem Bild dazu war Trump mit einem Eishockey-Schläger beim Empfang von Stanley-Cup-Sieger Florida Panthers zu sehen.Ein weiteres vom Weißen Haus gepostete Foto war brisanter: Es zeigte einen Weißkopfseeadler, der Nationalvogel der Vereinigten Staaten, auf Beutezug. Darunter war ein alter Post des ehemaligen kanadischen Premierministers Justin Trudeau vom vergangenen Jahr zu sehen, als dieser schrieb: „Ihr könnt nicht unser Land nehmen – und ihr könnt nicht unser Spiel nehmen.“ Damals hatte Kanada in Zeiten politischer Spannungen im Finale des Vier-Nationen-Turniers gegen die USA gewonnen. Jetzt gab es also den Revanche-Post des Weißen Hauses. (dpa)

Kanadas Eishockey-Stars sind entzaubert und die USA zum dritten Mal nach 1960 und 1980 Olympiasieger. Am Sonntag gewann der Weltmeister durch ein 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung gegen den großen Erzrivalen in Mailand zum Abschluss der Winterspiele die Goldmedaille. Kanada verlor ohne den verletzten Kapitän Sidney Crosby damit erstmals nach 2002 und 2010 ein Olympiafinale gegen die USA. Den Siegtreffer schoss Jack Hughes von den New Jersey Devils in der Overtime. In regulärer Spielzeit hatte Matt Boldy (6. Minute) von Minnesota Wild für die USA getroffen, die bereits das Frauen-Finale gegen Kanada gewonnen hatten. Für Kanada traf nur Abwehrspieler Cale Makar (39.), danach fehlte den Kanadiern die Effizienz vor dem Tor. Bitter war die Niederlage vor allem auch für Olympia-Topscorer Connor McDavid. Der beste Spieler der Welt hatte mit den Edmonton Oilers bereits zwei Finalserien um den Stanley Cup verloren. (dpa)

Der unabhängige Verein Athleten Deutschland drängt nach den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina auf Reformen im deutschen Sport. „Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt: zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten für Athletinnen und Athleten“, heißt es in einer Stellungnahme des Lobbyvereins am Sonntag.Geschäftsführer Johannes Herber sagte: „Das Sportfördergesetz und die geplante Spitzensportagentur sind ein erster Schritt, um die Förderung stringenter und zielgerichteter zu gestalten.“ Gleichzeitig müsse die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen. „Dazu gehört der Ausbau der sozialen Absicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung. 800 Euro Sporthilfe-Förderung sind als Mitglied des Olympiakaders entschieden zu wenig, um professionell und fokussiert Sport auf Weltspitzenniveau zu betreiben.“Das deutsche Team war in Italien mit 26 Medaillen (8xGold, 10xSilber, 8xBronze) unter den Erwartungen geblieben und im Medaillenspiegel nur auf Platz fünf gelandet. Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) warnte in ihrem Fazit jedoch bereits vor den bekannten Reflexen. „Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen“, sagte die Politikerin.Weiteren Reformbedarf sehen auch die Athleten Deutschland – und nannten Good Governance in den Verbänden und den Schutz der Sportlerinnen und Sportler „in starken Abhängigkeitsverhältnissen“ als Kernthemen. Zunehmend, ergänzte der Verein, werde auch der Hass in den Sozialen Netzwerken zum Problem. „Hatespeech ist kein Randphänomen, sondern eine reale Belastung“, sagte Herber und nannte die „Fürsorgepflicht“ der Verbände. Den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lobte er für den „KI-Filter gegen Beleidigungen und Drohungen“. (sid)

Olympia 2026: Ist das IOC unter Kirsty Coventry fit für die Zukunft?

Nach ihrem schlimmen Unfall im Shorttrack bei Olympia hat die Polin Kamila Sellier ihre amerikanischen Kontrahentin Kristen Santos-Griswold in Schutz genommen. „Ich möchte euch freundlich bitten, ihr keine Vorwürfe zu machen. Bitte denkt daran, dass Unfälle passieren können und niemand beabsichtigt hat, dass das geschieht“, schrieb Sellier auf Instagram. Der 25-Jährigen sei zu Ohren gekommen, dass Santos-Griswold die Schuld für den Unfall gegeben werde. Solche Risiken seien aber Teil des Sports, schrieb Sellier. „Und ich bin mir dieser jedes Mal bewusst, wenn ich das Eis betrete.“Sellier war am Freitag im olympischen Viertelfinale über 1500 Meter zu Fall gekommen. Dabei schlitterte sie so unglücklich über das Eis, dass sie von der hinteren Kufenkante der noch laufenden Santos-Griswold unter dem linken Auge getroffen wurde. Das Rennen war sofort abgebrochen worden. Sellier wurde gleich auf dem Eis versorgt. Sie kam anschließend ins Krankenhaus und wurde dort operiert.„Lasst uns einander unterstützen, anstatt mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Lasst uns Freundlichkeit statt Hass wählen“, schrieb Sellier und richtete sich noch mit ein paar Worten direkt an Santos-Griswold. „Ich schicke dir ganz viel Liebe und Umarmungen. Ich weiß, dass es auch für dich keine einfache Zeit ist.“ (dpa)

Deutsche Bilanz bei Olympia 2026: Das größte Problem sind nicht die Athleten

Schwedens Curlerinnen haben bei Olympia in Cortina d'Ampezzo die Goldmedaille gewonnen. Das Team um Skip Anna Hasselborg setzte sich bei der vorletzten Entscheidung der Winterspiele im Finale 6:5 gegen die Schweiz durch. Für die Schwedinnen ist es bereits der vierte Olympiasieg, die abermals starke Hasselborg durfte nach 2018 zum zweiten Mal jubeln. (sid)

Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein ist unzufrieden mit dem Abschneiden der deutschen Olympia-Mannschaft bei den Winterspielen von Mailand und Cortina. In ihrem Fazit am Sonntag gratulierte die CDU-Politikerin den erfolgreichen Athletinnen und Athleten zunächst und hielt dann fest: „Deutschland ist und bleibt eine Wintersportnation. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir in der Gesamtbilanz unseren eigenen Ansprüchen bei den Winterspielen 2026 nicht gerecht geworden sind.“Das Ziel sei ein Platz unter den besten drei Nationen im Winter, mit acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen reichte es für das Team des deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) letztlich nur zu Rang fünf. „Die Ergebnisse aus Italien sind deshalb auch ein klarer Handlungsauftrag, unsere geplanten Reformen weiter voranzutreiben“, sagte Schenderlein: „Das gilt insbesondere für das Sportfördergesetz.“Schenderlein gab zudem dem DOSB einen Ratschlag mit auf den Rückweg aus Italien. „Auch der organisierte Sport sollte das Momentum jetzt nutzen, gemeinsam mit einer professionell aufgestellten Spitzensport-Agentur die nötigen Reformen anzustoßen“, sagte sie und mahnte zur Zurückhaltung bei den bekannten Reflexen: „Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen.“ (sid)

Nach einem Fehler beim Skiwechsel im Langlaufrennen ist die unter neutraler Flagge startende Russin Darija Neprjajeva nachträglich disqualifiziert worden. Sie hatte während des Rennens versehentlich die Skier von Katharina Hennig Dotzler genommen. Laut der offiziellen Ergebnisliste der Olympischen Winterspiele war die 23-Jährige etwa eine halbe Stunde nach dem Rennen nicht mehr in der Platzierung aufgeführt. Stattdessen standen hinter ihrem Namen die Buchstaben „DSQ“ für disqualifiziert. Henning Dotzler absolvierte die 50 Kilometer lange Strecke in 2:25:16 Stunden und belegte damit einen achtbaren neunten Platz. Von dem Wechselfehler bekam sie nach Angaben ihres Teams nichts mit.„Sowas habe ich auch noch nicht erlebt“, hatte der deutsche Teamchef Peter Schlickenrieder den ungewöhnlichen Fauxpas im ZDF kommentiert. Wenn die Skier von der Konkurrentin genommen würden, sei das „ein mittleres Desaster“.Im Rennen über 50 Kilometer ist es üblich, dass die Sportlerinnen die Skier zwischendurch wechseln. So machte es auch Neprjajeva, nutzte aber die falsche Wechselbox und griff daher zum falschen Material. Die deutschen Skitechniker bemühten sich um schnellen Ersatz. Rund 20 Kilometer vor dem Ende des Rennens konnte Hennig Dotzler dann ihre Skier wechseln. „Katha hat nichts mitbekommen. Das war just in time“, sagte Schlickenrieder.Der 56-Jährige hatte sofort eine Disqualifikation gefordert. „Das geht nicht. Das wäre ja dann die nächste Taktik: Dass ich mir ausgucke, wer hat denn in der ersten Runde den besten Ski und nehme mir dann den Ski von der Konkurrentin“, sagte Schlickenrieder. „Das ist, wie wenn man bei der Formel 1 in die falsche Boxengasse fährt, wenn der Ferrari beim McLaren reinfährt.“Cheftechniker Lukas Ernst schilderte die Situation aus seiner Sicht. „Das Problem war, dass es der letzte Wettkampftag ist. Irgendwann ist einfach Schluss, und das war in diesem Fall fünf Minuten vor dem Start“, sagte er. „Zu diesem Zeitpunkt war das Technikerteam bereits in der Mittagspause, der Wachstruck war im Prinzip heruntergefahren. Wir mussten also alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen.“Ernst ergänzte: „Jedes Bügeleisen, jede Wanne, jede Rotorbürste war bereits eingepackt. Da braucht man erst einmal Rüstzeit, bevor man überhaupt wieder anfangen kann, einen Ski zu wachsen. Das war schon eine echte Herausforderung.“ (dpa/shüs.)

Die deutschen Bobpiloten haben im Viererbob Gold und Silber gewonnen. Wie schon im Zweierbob gewann Johannes Lochner mit seiner Crew Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer Gold. Silber ging an Francesco Friedrich (+0,57 Sekunden), Bronze gewann der Schweizer Michael Vogt (+1,07 Sekunden). Adam Ammour, der nach dem dritten lauf noch auf dem dritten Platz lag, verpasste eine Medaille dagegen knapp und wurde Vierter. Ein Fahrfehler des Piloten von Eintracht Frankfurt kostete das dritte deutsche Gespann die entscheidenden Sekunden. Letztlich fehlten Ammour und seiner Crew 0,04 Sekunden auf den Schweizer Vogt.„Unglaublich, dass der Plan bei meiner letzten Fahrt so aufgeht, das wird ewig dauern, bis ich das realisiere“, sagte der neue Doppel-Olympiasieger überwältigt und ergänzte: „Das ist ein Traum, der sich zwei Jahre in meinem Kopf abgespielt hat, und dass er jetzt wahr ist: unbeschreiblich. Das ist ein Moment für die Ewigkeit. Das ist der perfekteste Abschluss überhaupt.“Für Lochner ist es der erhoffte goldene Abschluss seiner 15 Jahre währenden Karriere. Der bei EM, WM und Olympia bislang 16 Mal als Zweiter angekommene Bayer konnte sein Glück nicht fassen, flippte mit seinen Anschiebern vor Freunde aus. Mit dabei waren auch die erfolgreichsten Rodler Tobias Wendl und Tobias Arlt, die am Abend bei der Abschlussfeier in Verona die deutsche Fahne tragen sollten.Mit dem Double im Zweier- und Viererbob hat Lochner ein kleines Kapitel in der 94-jährigen Bob-Historie geschrieben. Denn er ist weltweit der siebte Bobpilot, der das schaffte. Das Kunststück gelang zuvor auch Andreas Ostler (1952), Eugenio Monti (1968), Meinhard Nehmer (1976), Wolfgang Hoppe (1984), André Lange (2006) und Francesco Friedrich (2018 und 2022). „Damit ist er zum Abschluss seiner Karriere in der Gilde der ganz Großen in diesem Sport angekommen“, sagte Cheftrainer Spies. Zugleich hat Lochner seinen neuen Anschieber Margis zum erfolgreichsten Bobfahrer bei Olympia gemacht. Denn fünf Olympiasiege hat noch kein Athlet im Boblager geschafft. Damit überholte Margis, der allein vier Goldmedaillen mit seinem ehemaligen Piloten Friedrich eingefahren hat, sogar seinen Ex-Chef. Dieser hat nun mit zweimal Silber und seinen zuvor vier Siegen mit Ex-Anschieber Kevin Kuske gleichgezogen. (shüs./dpa)

Olympia 2026: Getränkeverkäuferin über Alltag in Eishockey-Halle

Die Schwedin Ebba Andersson ist die erste Olympiasiegerin im Langlauf über 50 Kilometer. Die 28-Jährige setzte sich bei der Winterspiele-Premiere der Distanz für Frauen mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor Silbergewinnerin Heidi Weng aus Norwegen durch. Bronze gewann die Schweizerin Nadja Kälin. Außer in der Staffel hat Schweden bei diesen Winterspielen alle Langlauftitel bei den Frauen gewonnen. (dpa)

Im letzten Versuch hat sich Freestyle-Star Eileen Gu bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien doch noch ihr ersehntes Gold geschnappt. Nach zwei Silbermedaillen im Slopestyle und im Big Air wiederholte die für China startende Gu am Sonntag in der Halfpipe ihren Olympiasieg von 2022. Mit 94,75 Punkten für ihren besten Lauf setzte sie sich im Livigno Snow Park vor ihrer Landsfrau Li Fanghui (93,00) und der Britin Zoe Atkin (92,50) durch. Gu stand im Wettkampf zu Beginn unter Druck, nach Problemen bei ihrem ersten Trick im ersten Run reihte sie sich zunächst nur auf Rang acht ein. Im zweiten Versuch zeigte sie dann ihr ganzes Können und setzte sich an die Spitze des Feldes, bevor sie sich im dritten Run nochmal um 0,75 Punkte verbesserte.Die 22-Jährige hat in ihrer Karriere insgesamt drei Goldmedaillen und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen gewonnen und ist damit nun allein und geschlechterübergreifend die erfolgreichste Freeski-Athletin der bisherigen Geschichte. Mit ihrem Gold am Sonntag übertrumpfte sie den kanadischen Aerials-Athleten Mikael Kingsbury, der in seiner Laufbahn zwei olympische Gold- und drei Silbermedaillen geholt hat. (sid)

Mit einer freiwilligen Aufgabe nach zwei von vier Durchgängen hat Israels Viererbob am letzten Tag der Olympischen Winterspiele für Wirbel gesorgt. Wie das israelische Olympia-Komitee (OCI) gegenüber der „Times of Israel“ mitteilte, sah es sich zur Abmeldung seines eigenen Teams gezwungen, da dieses einen Fahrer auf unerlaubte Weise auswechseln wollte. Das entspricht den Informationen der Deutschen Presse-Agentur, wonach das Team nicht vom Bob- und Skeleton-Weltverband disqualifiziert worden war, sondern sich selbst aus dem Wettbewerb nahm.Israel war am Samstag mit dem Team bestehend aus AJ Edelman, Menachem Chen, Uri Zisman und Omer Katz in den ersten beiden Läufen des Wettbewerbs angetreten und lag auf dem 24. Rang. Im dritten Lauf am Sonntagmorgen startete die Auswahl dann nicht mehr. Wie das israelische Olympische-Komitee in der „Times of Israel“ erklärte, habe Zisman eine Krankheit vorgetäuscht, um seinem Teamkollegen und Ersatzfahrer Ward Fawarseh die Teilnahme an seiner Stelle zu ermöglichen. Später soll der Fahrer die Lüge zugegeben haben, erklärte das OCI und bezeichnete das Verhalten als „unangemessen“ und als Verstoß „gegen faire und sportliche Verhaltensweisen“.Auf Instagram meldete sich Pilot Edelman, ging aber nicht konkret auf den Vorwurf der Lüge ein. „Da unsere Platzierung vor dem letzten Lauf so gut wie feststand, war es uns wichtiger, dass unser Ersatzmann die Möglichkeit hatte, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das Team entschied sich für den Wechsel“, schrieb der Bobfahrer. (dpa)