FAZ 08.02.2026
16:50 Uhr

Liveblog Olympia 2026: US-Trainer befürchtet schwere Verletzung bei Lindsey Vonn


Offizielle Diagnose nach Drama in Abfahrt fehlt noch +++ Emma Aicher fehlen 0,04 Sekunden +++ Bronze für Mixed-Staffel im Biathlon +++ Sturz von Ramona Hofmeister +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: US-Trainer befürchtet schwere Verletzung bei Lindsey Vonn

Die deutschen Langläufer haben wie erwartet im Skiathlon nicht in den Kampf um die Olympia-Medaillen eingreifen können. Friedrich Moch belegte als Bester aus der Mannschaft von Teamchef Peter Schlickenrieder den 26. Platz. Die Goldmedaille sicherte sich in einem packenden Rennen bei prächtigem Sonnenschein der Norweger Johannes Hoesflot Klaebo. Er ist auch in weiteren Wettkämpfen bei den Winterspielen der Topfavorit.Klaebo setzte sich kurz vor dem Ziel aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe ab und jubelte auf der Zielgeraden ausgelassen. Rang zwei ging nach 20 Kilometern überraschend an den Franzosen Mathis Desloges. Der Norweger Martin Loewstroem Nyenget holte Bronze.Für Aufregung sorgte eine Aktion von Desloges mitten im Rennen. Der 23-Jährige verließ in einer Kurve kurz die markierte Strecke und kürzte dadurch leicht ab. Dafür wurde er verwarnt. „Es war nur ein Fehler. Ich wollte keine Plätze gutmachen“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass es das Ergebnis beeinflusst hat. Ich möchte mich entschuldigen.“ (dpa)

Snowboarderin Claudia Riegler aus Österreich hat die deutsche Olympiasiegerin Claudia Pechstein als älteste Starterin abgelöst, die jemals an einem Wettkampf bei den Olympischen Winterspielen teilgenommen hat. Die 52-Jährige trat im Parallel-Riesenslalom an und schied dort im Achtelfinale gegen Ester Ledecka aus.„Ich kann immer noch mit den jungen Mädchen mithalten und mich mit ihnen messen“, sagte Riegler, die im November 1994 ihr Weltcup-Debüt feierte. Mit 30 Jahren sei sie laut eigener Aussage aus dem österreichischen Aufgebot geworfen worden. „Man sagte mir, ich sei zu alt“, so Riegler. Später kehrte sie jedoch zurück. „Meine größte Motivation ist jetzt mein Alter und ich weiß, dass ich immer noch schnell sein kann, und das macht mich stolz.“Eine weitere Teilnahme an Winterspielen schließt Riegler zwar aus. Ein großes Ziel hat sie aber dennoch. „Nächstes Jahr finden die Weltmeisterschaften in Österreich statt, im eigenen Land, das wäre also ein wirklich schöner Abschluss für mich“, sagte sie. Die ehemalige Weltklasse-Eisschnellläuferin Pechstein gewann fünf Mal Olympia-Gold und startete letztmalig 2022 kurz vor ihrem 50. Geburtstag. Im Guinness-Buch der Rekorde wird indes Anne Abernathy als älteste Athletin bei Winterspielen aufgeführt, allerdings brach sich die frühere Rodlerin von den Amerikanischen Jungferninseln im Training der Spiele 2006 ein Handgelenk und kam daher – ebenfalls im Alter von 52 Jahren – nicht zu einem Wettkampfeinsatz. (dpa)

Der norwegische Eisschnellläufer und Weltrekordhalter Sander Eitrem hat die Goldmedaille über 5.000 Meter gewonnen. Der 23-Jährige kam nach 6:03,95 Minuten ins Ziel und knackte den olympischen Rekord des Schweden Nils van der Poel von den vergangenen Winterspielen in Peking um fast fünf Sekunden.Beim Olympia-Debüt von Eitrem fuhr der Tscheche Metodej Jilek in 6:06,48 Minuten auf den zweiten Platz. Dahinter landete überraschend der Italiener Riccardo Lorello (6:09,22 Minuten). Einen Tag nach dem sensationellen Gold-Coup seiner Landsfrau Francesca Lollobrigida über die 3.000 Meter der Frauen sorgte er für die nächste Medaille des Gastgebers im Milano Speed Skating Stadium.Bester Deutscher wurde Gabriel Groß, der vor den Augen seines Vaters - der Biathlon-Ikone Ricco Groß - den zehnten Platz belegte. Der 21-Jährige lief eine Zeit von 6:14,40 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden. Überhaupt hier sein zu dürfen und Olympia zu erleben, ist schon ein wahnsinniges Privileg“, sagte Groß. Felix Maly belegte in 6:21,42 Minuten Platz 16, Fridtjof Petzold landete mit einer enttäuschenden Zeit von 6:27,56 Minuten auf Rang 19. (dpa)

Rodel-Ikone Georg Hackl hat die Klinik nach seinem Sturz an der neu gebauten Bahn am Cortina Sliding Centre wieder verlassen. Die ausgekugelte Schulter konnte dort problemlos wieder eingerenkt werden. Hackl kehrte rechtzeitig zum dritten Lauf am Sonntag an die Bahn zurück, eine Operation ist laut dem österreichischen Verbandsarzt Stefan Neuhüttler nicht notwendig. „Die Schulter wurde fixiert, Georg hat schmerzmildernde Medikamente bekommen und ist bereits wieder bei der Mannschaft“, sagte Neuhüttler.„Ich habe am Weg zu meinem Beobachtungsplatz am Steg neben der Rodelbahn Hindernisse überwinden müssen, bin in eine Lücke dieses Steges geraten und in einen Schacht knapp zwei Meter in die Tiefe gestürzt. So gesehen hatte ich noch Glück im Unglück“, meinte Hackl zu seinem Missgeschick. Der Rodel-Weltverband FIL hatte der Deutschen Presse-Agentur den Sturz während des Trainings der Frauen bestätigt. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst berichtet. Der 59 Jahre alte „Schorsch“ Hackl, der 2022 vom deutschen Verband zu den Österreichern wechselte, ist mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen der erfolgreichster Rodler der olympischen Geschichte. Beim ersten großen Gold-Duell bei den Männern zwischen Max Langenhan und dem Österreicher Jonas Müller am Sonntagabend könnte er nun trotz Schmerzen live an der Bahn sein. (dpa)

Rodler Max Langenhan steht vor dem größten Erfolg seiner Karriere. Der Weltmeister, der im dritten Lauf seinen dritten Bahnrekord auf der neu gebauten Bahn im Cortina Sliding Centre fuhr, vergrößerte vor dem abschließenden vierten Lauf im Einsitzer seinen Vorsprung auf den Österreicher Jonas Müller auf 0,294 Sekunden, der im dritten Lauf Startrekord hinlegte. Dritter ist der Italiener Dominik Fischnaller, der in Peking vor vier Jahren Bronze holte.Der Weltcupführende Felix Loch aus Berchtesgaden patzte abermals auf der Startrampe und blieb auf Rang acht hängen. Der Routinier legte zwar in Durchgang eins zwischenzeitlich einen Startrekord hin, patzte aber auch da kurz nach dem Start. Zudem haderte er mit seinem Set-Up am Schlitten. Der Chemnitzer Timon Grancagnolo liegt hinter Loch auf Rang neun. Mit Startnummer eins ins Rennen gegangen fuhr der 26-Jährige Langenhan vom BRC Friedrichroda, der vor vier Jahren in Peking Sechster geworden ist, gleich zum Auftakt einen Bahnrekord und verbesserte diese Bestmarke im zweiten und dritten Durchgang noch einmal. Dabei wollte er die olympischen Rennen erst absagen, da er über einen steifen Hals klagte. Erst nach langen Massagen stieg er am Samstag auf seinen Schlitten. (dpa)

Beim Umgang mit den Medaillen ist bei den diesjährigen Winterspielen offenbar besondere Vorsicht geboten. Ski-Olympiasiegerin Breezy Johnson unterlief nach der Medaillenzeremonie im Überschwang der Gefühle ein kleines Missgeschick – und das nicht als erste Athletin dieser Spiele. Sie sei herumgehüpft und dabei sei ihre Goldmedaille vom Band gerissen, berichtete die US-Amerikanerin nach dem Triumph in der Abfahrt von Cortina d'Ampezzo.„Nicht damit springen“, sagte die 30-Jährige selbstironisch, als sie bei der Pressekonferenz nach dem Rennen die Einzelteile präsentierte: die Goldmedaille, das Medaillenband und den herausgerissenen Stift, der beides verbinden sollte.Schon tags zuvor hatte es eine ähnliche Panne gegeben: Langläuferin Ebba Andersson aus Schweden war nach ihrem Silber-Coup im Skiathlon ebenfalls die Medaille vom Band gerissen – als sie zu ihrer Familie rannte.Skirennfahrerin Emma Aicher ist für den Umgang mit ihrem Edelmetall also gleich doppelt gewarnt. Sie wisse noch gar nicht, was sie mit ihrer Silbermedaille mache, sagte die 22-jährige Deutsche, die in der alpinen Abfahrt hinter Johnson Zweite wurde. „Ich passe darauf auf“, versicherte Aicher aber mit einem Lächeln. (dpa)

Das deutsche Biathlon-Team ist mit Bronze in der Mixed-Staffel glänzend in die Olympischen Winterspiele gestartet. Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß erkämpften in Antholz Deutschlands erste Olympia-Medaille in diesem Wettbewerb überhaupt. Das Quartett musste sich in einem dramatischen Rennen nach einer Strafrunde von Schlussläuferin Preuß mit 1:05,3 Minuten Rückstand nur Favorit Frankreich und Gastgeber Italien geschlagen geben. In den vorherigen drei Olympia-Rennen seit der Einführung des Wettbewerbs 2014 hatte es für die deutschen Skijägerinnen und Skijäger nie für das Podest gereicht.Bei Traumwetter mit viel Sonnenschein in Südtirol zeigten die deutschen Männer direkt nach dem Start einen ganz starken Auftritt. Strelow und Nawrath benötigten am Schießstand keine einzige Nachladepatrone und lagen zwischenzeitlich schon in Führung. Das gefiel auch den deutschen Fans, die unter den rund 18.000 Zuschauern auf den Tribünen und an der Strecke klar hörbar in der deutlichen Überzahl waren.Auch Voigt, die sich vor vier Jahren in Peking noch zwei Strafrunden geleistet hatte, traf alle zehn Schüsse und hielt den Kontakt zur Spitze. Die Französin Julia Simon zog am Ende an der Spitze davon und war nicht mehr einzuholen. Im Dreikampf um Silber mit Italien und Norwegen wurde es beim letzten Stehendschießen ganz wild. Preuß schoss eine Strafrunde und vergab die Chance auf ein noch besseres Ergebnis. Norwegen musste am Ende sogar zwei Extrarunden drehen und ging leer aus. (dps)

Ein Sturz im Parallel-Riesenslalom hat Snowboarderin Ramona Hofmeister die Chance auf eine Medaille gekostet. Die 29-Jährige schied im Viertelfinale aus. Durchaus überraschend war in der Runde der besten acht Starterinnen auch für die dreifache Olympiasiegerin Ester Ledecka aus der Tschechischen Republik Endstation. Die Goldmedaille sicherte sich Hofmeisters Lauf-Gegnerin und Ledeckas Landsfrau Zuzana Maderova. Bei den Männern wiederholte der 40-jährige Benjamin Karl seinen Olympiasieg. Unmittelbar nach der Überquerung der Ziellinie riss sich der Österreicher die Klamotten vom Oberkörper und spannte die Muskeln an. Hofmeister galt nach ihrem starken Comeback indes als Medaillenanwärterin. Im September hatte sie sich einen Sprunggelenkbruch zugezogen. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr in den Weltcup glänzte sie mit zwei Siegen in Scuol und Bansko und schürte damit die Hoffnungen auf ihre zweite Olympia-Medaille nach Bronze bei den Spielen 2018. „Man muss stolz drauf sein, dass man das jetzt geschafft“, sagte Hofmeister darüber, dass sie überhaupt rechtzeitig fit wurde. „Aber wenn man jetzt schon dabei ist, sich auch gut fühlt und auch das Gefühl hat, dass mehr drin gewesen wäre, dann ist das natürlich erstmal schade.“ Bereits zuvor waren Cheyenne Loch und Elias Huber im Achtelfinale gescheitert. Die K.-o.-Runde verpassten bei den Männern Stefan Baumeister (18.), Max Kühnhauser (24.) und Yannik Angenend (25.). Bei den Frauen war für Melanie Hochreiter (20.) sowie Mathilda Scheid (26.) früh Schluss. (dpa)

Norwegens Skilanglaufstar Johannes Hösflot Kläbo hat seine Rekordjagd mit Gold im Skiathlon eröffnet. Der 29 Jahre alte Rekordweltmeister triumphierte in Lago di Tesero im Skiathlon und holte seinen sechsten Olympiasieg.Kläbo war beim Rennen über jeweils 10 Kilometer in der klassischen und freien Technik im Finale wie erwartet eine Klasse für sich und setzte sich am letzten kleinen Abstieg aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe ab. Silber holte überraschend der Franzose Mathis Deloges (+2,1 Sekunden) vor Norwegens WM-Zweiten Martin Löwström Nyenget (+2,2). Bester Deutscher war Friedrich Moch auf Platz 26.Kläbo könnte der große Abräumer der Spiele werden. „Er ist so perfekt, dass es unmenschlich wirkt“, sagte die Schwedin Frida Karlsson, die am Samstag den Frauen-Skiathlon gewonnen hatte. Im Sprint sowie beim Teamsprint und in der Staffel wäre alles andere als Gold eine Riesenüberraschung, auch über 10 und 50 Kilometer ist er der Favorit. Bei der WM 2025 in Trondheim gewann Kläbo alle sechs Langlauf-Titel der Männer. Mit drei weiteren Goldmedaillen in Tesero würde Kläbo an seinen Landsleuten Marit Björgen, Björn Dählie und Ole Einar Björndalen (alle achtmal Gold) als Wintersportler mit den meisten Olympiasiegen vorbeiziehen. Gut möglich, dass Kläbo sogar die legendäre Bestmarke von Eric Heiden erreicht oder übertrifft. Der US-Eisschnellläufer gewann 1980 in Lake Placid als bislang einziger Wintersportler fünfmal Olympia-Gold in einem Jahr.  Der frühere Tour-de-Ski-Zweite Moch lief auf der schweren Strecke ein mutiges Rennen und zunächst in der Spitzengruppe mit, letztlich hatte er 2:25,3 Minuten Rückstand. Florian Notz wurde 28., Jakob Moch kam auf Platz 33.Ein bemerkenswertes Rennen zeigte der als neutraler Athlet zugelassene Russe Saweli Korosteljew. Der frühere Junioren-Weltmeister, der erst seit Dezember wieder im Weltcup starten darf, kämpfte lange um eine Medaille und wurde Vierter. Peking-Olympiasieger Alexander Bolschunow war hingegen nicht am Start. Der Weltverband FIS hatte dem Russen den Status als neutraler Athlet verweigert, Bolschunow versuchte vergeblich, vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS sein Startrecht zu erstreiten. (sid)

Skirennläuferin Emma Aicher hat die erste Medaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Bei der Abfahrt der Frauen, die von einem schweren Sturz von Lindsey Vonn überschattet wurde, fuhr sie hinter Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA zu Silber, ihr Rückstand betrug nur 0,04 Sekunden. Bronze ging an die Italienerin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden), Super-G-Olympiasiegerin von 2018.„Es hat sich wild angefühlt, über jedem Sprung hat es mich aufgerissen, ich habe gar nicht gemacht, was ich machen wollte, aber es ist ja zum Glück nochmal gutgegangen“, sagte Aicher im ZDF. Tatsächlich war das 22 Jahre alte Multitalent im oberen Streckenabschnitt sogar schneller gewesen als Johnson, die noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen hat – nun aber zweimal Gold. Für Aicher ist es die zweite Olympia-Medaille nach Silber 2022 mit dem Team. Aicher gewann auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Abfahrts-Olympiasieg von „Gold-Rosi“ Mittermaier als erste deutsche Skirennläuferin seit den Spielen von Sotschi 2014 eine Einzel-Medaille. Damals holte Maria Höfl-Riesch Gold (Kombination) und Silber (Super-G), Viktoria Rebensburg fuhr zu Bronze (Riesenslalom). Vor vier Jahren in Peking wurden die deutschen Alpinen Zweite im Team-Wettbewerb. (sid)

Heftiger Unfall statt Medaillen-Krönung: Ski-Star Lindsey Vonn ist bei der Abfahrt schwer gestürzt. Die 41 Jahre alte Amerikanerin kam schon im Anfangsteil der Strecke zu Fall, überschlug sich und blieb liegen. Bei der TV-Übertragung war zu hören, wie Vonn vor Schmerzen schrie. Helfer und Sanitäter eilten zu ihr und bereiteten einen Abtransport der Sportlerin vor. Ein Helikopter holte sie per Seilwinde ab.Vonn war im zweiten Winter nach ihrem Comeback die beste Abfahrerin der Saison, hatte sich aber just vor den Spielen in Mailand und Cortina nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss zugezogen. Sie wagte dennoch einen Start.Dann aber hakte sie bei einem Sprung mit dem Arm an einem Tor ein und verlor in der Luft die Kontrolle. Sie schlug heftig auf der Piste auf, ihre Knie schienen sich dabei zu verdrehen. Vonn fuhr mit einer Teilprothese im rechten Knie, das linke Knie – jenes mit dem Kreuzbandriss – wurde von einer Schiene gestützt.Nach dem Sturz hielten im Ziel in der Cortina d'Ampezzo die Zuschauerinnen und Zuschauer den Atem an. Unter ihnen waren auch Vonns Vater und ihre Schwester. Auch Rap-Star Snoop Dogg war in die Dolomiten gekommen. „Sie hat das Risiko oben definitiv schon genommen. Das war die Angst, die ich hatte, dass sie für dieses eine Rennen so versucht, übers Limit drüber zu gehen“, sagte der frühere Profi Felix Neureuther in der ARD. „Wenn du so schwer verletzt warst und auch ohne Kreuzband fährst, musst du auch mental über dich hinauswachsen, dass du eine Chance hast.“ „Das war definitiv das Letzte, was wir sehen wollten“, sagte Vonns Schwester Karin Kildow bei Peacock: „Sie gibt immer 110 Prozent, niemals weniger. Ich weiß, dass sie ihr ganzes Herzblut hineingesteckt hat, und manchmal passieren eben solche Dinge. Es ist ein sehr gefährlicher Sport.“ Die Familie freue sich darüber, „dass alle ihr die Daumen drücken und sind dankbar für die Unterstützung“, so Kildow. Eine Diagnose nach ihrem Sturz gab es zunächst nicht. Das Rennen war für längere Zeit unterbrochen. „Ich habe gleich weggeschaut“, sagte Emma Aicher. Die beste deutsche Rennfahrerin lag zu dem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz und hatte damit beste Chancen auf eine Medaille. Aicher fehlten nach einer wilden Fahrt nur 0,04 Sekunden auf die Führenden Breezy Johnson aus den USA. (dpa/sid)

Als Max Langenhan am Samstag im Eiskanal von Cortina den Grundstein zu einer möglichen Goldmedaille legte, konnte niemand mit dem Rodel-Weltmeister mithalten – bis auf einen kleinen, fliegenden Begleiter. Eine Drohne verfolgte die Rennrodler im nagelneuen Sliding Centre durch die ersten engen Kurven und lieferte spektakuläre Bilder, sorgte aber auch für ein gut hörbares Surren. Auch im Ski alpin folgten Drohnen den Abfahrern und erweckten Eindrücke wie aus einem Videospiel. „Wir sehen das als eine Weiterentwicklung des Sports. Ich denke, die Erwartungshaltung aller ist es heutzutage, beim Konsum einer Sportveranstaltung, insbesondere der Olympischen Spiele, diese Art von Erlebnis zu haben“, sagte IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Das Internationale Olympische Komitee strebe „stets danach, das beste Seherlebnis zu bieten – egal ob im Stadion oder außerhalb“. Die Sportler seien dadurch „nicht wesentlich“ beeinträchtigt, führte Ducrey aus. Anna Riccardi, die Sportdirektorin der Spiele von Mailand/Cortina, verwies auf beständigen Austausch mit den Athletinnen und Athleten. Auch seien die Drohnen bei „verschiedenen Veranstaltungen“ im Vorfeld getestet worden: „Bisher haben wir keine Beschwerden erhalten, die zu einem zukünftigen Verzicht auf Drohnen führen könnten.“ (sid)

Rodel-Ikone Georg Hackl ist an der neu gebauten Bahn am Cortina Sliding Centre gestürzt und hat eine Verletzung erlitten. Das bestätigte der Rodel-Weltverband FIL der Deutschen Presse-Agentur. Laut einer lettischen FIL-Ärztin hat sich Hackl die Schulter ausgekugelt und ist derzeit in einer Klinik. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Unfall während des Trainings der Frauen berichtet. Der 59 Jahre alte „Schorsch“ Hackl, der 2022 vom deutschen Verband zu den Österreichern wechselte, ist mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen der erfolgreichster Rodler der olympischen Geschichte. „Ich wollte mir das Training meiner Rodler anschauen. Ich bin auf einen Weg gegangen und ein wenig hochgeklettert, um auf die Bahn zu gucken. Das ist ja mein Job. Dummerweise ist unter mir etwas weggebrochen und ich bin aus 1,80 Meter auch auf den Kopf gefallen“, sagte Hackl der „Bild“-Zeitung. Ob er beim ersten großen Gold-Duell bei den Männern zwischen Max Langenhan und dem Österreicher Jonas Müller am Sonntagabend an der Bahn sein kann, ist fraglich. (dpa)

Snowboard-Hoffnung Ramona Hofmeister hat vor den entscheidenden Rennen im Parallel-Riesenslalom noch Luft nach oben. Die 29-Jährige aus Bischofswiesen kam in der Qualifikation nach einem durchwachsenen ersten von zwei Läufen auf den siebten Rang und verpasste damit eine optimale Ausgangslage für den Kampf um die Medaillen.Auch Cheyenne Loch schaffte als 15. gerade noch den Sprung unter die besten 16, Melanie Hochreiter und Mathilda Scheid schieden aus. Die zweifache Olympiasiegerin Ester Ledecka (Tschechien) unterstrich als Erste derweil ihre Gold-Ambitionen.  „Mit der ersten Runde war ich nicht ganz zufrieden. Im Finale ist aber alles drin, ich freue mich drauf“, sagte Hofmeister im ZDF. Nach der Qualifikation fahren die Athletinnen – beginnend mit dem Achtelfinale – in direkten Duellen gegeneinander. Nur die Siegerin zieht in die nächste Runde ein. Die Finalläufe starten um 13.00 Uhr.Hofmeister, die 2018 in Pyeongchang Olympia-Bronze geholt hatte, war nach einem Bruch des Sprungbeins im September erst Anfang des Jahres in den Weltcup zurückgekehrt. Bei ihrem Comeback fuhr sie direkt auf Platz eins, in vier weiteren Rennen vor Olympia folgten ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang. (dpa)