FAZ 10.02.2026
21:50 Uhr

Liveblog Olympia 2026: Ski-Sportmediziner optimistisch bei Vonn


Deutsche Skispringer verpassen Medaille +++ Julia Taubitz gewinnt Gold im Rodeln +++ „Der größte Fehler meines Lebens“: Beichte im Live-TV +++ Philipp Nawrath auf Platz fünf +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: Ski-Sportmediziner optimistisch bei Vonn

Überflieger Philipp Raimund hat bei den Olympischen Spielen seinen zweiten Skisprung-Coup verpasst. Keine 24 Stunden nach Einzel-Gold musste sich der Oberstdorfer an der Seite von Selina Freitag, Felix Hoffmann und Agnes Reisch im Mixed-Team nach einem Krimi mit Rang vier begnügen. Gold ging wie 2022 an Slowenien vor Norwegen und Japan.Das deutsche Quartett kam nach zwei Durchgängen auf 1032,8 Punkte, zum Podest fehlten umgerechnet nur 60 Zentimeter. Auch im zweiten Mixed-Wettkampf der Olympiageschichte ging Deutschland somit leer aus, vor vier Jahren hatte eine Disqualifikation von Katharina Schmid alle Träume zerstört. Nicht zu schlagen waren die neuen Olympiasieger Domen und Nika Prevc, Anze Lanisek und Nika Vodan (1069,2), die vom ersten bis zum letzten Durchgang in Führung lagen.Die fast 5000 Zuschauer an der Normalschanze, darunter erneut viele Deutsche sowie die nicht nominierten Andreas Wellinger und Fahnenträgerin Schmid als Edelfans, sahen einen von Beginn an spannenden Wettkampf. Schon nach dem ersten Durchgang lag das DSV-Team auf Rang vier, am Ende reichte es nicht zum erhofften Platz auf dem Podium.Erneut in guter Form war Schlussspringer Raimund, der 26-Jährige flog auf 98,0 und 102,5 m. Noch besser war aber Hoffmann (100,5 und 102,5 m), auch Reisch (95,5 und 96,0 m) überzeugte. Luft nach oben hatte dagegen die schon im Einzel leer ausgegangene Freitag, die mit mehr Anlauf auf 91,5 und 98,5 m kam.Für die Skispringer steht nun der Wechsel auf die Großschanze an. Raimund und Co. bieten sich dort mit dem Einzel am Samstag und dem Super-Team am Montag noch zwei Chancen. Die Frauen ermitteln am Sonntag erstmals eine Olympiasiegerin vom großen Bakken, für die siebenmalige Weltmeisterin Schmid wird dies der letzte große Wettkampf ihrer Karriere. (sid)

Skispringer Philipp Raimund greift 24 Stunden nach seinem sagenhaften Olympiasieg im Einzel auch mit dem deutschen Mixed-Team nach einer Medaille. Raimund, Felix Hoffmann, Selina Freitag und Agnes Reisch liegen nach dem ersten Durchgang von der Normalschanze in Predazzo zwar nur auf Platz vier, Bronze ist aber durchaus noch in Reichweite.Mit 502,1 Punkten hat das DSV-Quartett umgerechnet rund vier Meter Rückstand auf das drittplatzierte Norwegen (510,8). Slowenien (526,9), das vor vier Jahren in Peking triumphiert hatte, führt mit Topstar Domen Prevc vor Japan (517,2). Raimund mit 98,0 m und Hoffmann mit 100,5 m zeigten solide, allerdings keine überragenden Leistungen. Reisch sprang mit 95,5 m gut, die 91,5 m von Vizeweltmeisterin Freitag waren aber enttäuschend. 2022 hatte Deutschland bei der olympischen Premiere des Mixed-Teams nach einer Disqualifikation von Katharina Schmid nur den zehnten Platz belegt. Fahnenträgerin Schmid war diesmal nicht für die gemischte Mannschaft nominiert worden, nachdem sie im Einzel nur drittbeste Deutsche gewesen war. (sid)

Julia Taubitz raste mit einem wilden Jubelschrei in den Zielbereich, Sekunden später flossen Tränen des Glücks: Deutschlands Vorzeigerodlerin hat sich in Cortina d'Ampezzo ihren Kindheitstraum erfüllt und erstmals Olympiagold gewonnen. Beim Banden-Drama um ihre Teamkollegin Merle Fräbel raste die 29 Jahre alte Weltmeisterin zwei Tage nach dem Coup von Max Langenhan zum zweiten Triumph für die deutschen Schlittensportler – insgesamt ist es bereits das dritte deutsche Gold in Norditalien.Dabei blieb ein vorher erwarteter Tausendstel-Krimi am Dienstag überraschend aus: Fräbel, mit nur 0,061 Sekunden Rückstand auf Taubitz in den Entscheidungstag gegangen, krachte beim Start des dritten Laufes in die Bande und musste ihre Medaillenträume begraben. Ein guter vierter Durchgang genügte nicht mehr, im Zielbereich zuckte sie frustriert mit den Schultern und vergoss ein paar Tränen. Am Ende nur Platz acht.Taubitz hingegen feierte, auch angefeuert von mehr als 50 Fans aus der Heimat, den größten Erfolg ihrer Karriere. Mit deutlichem Vorsprung setzte sich die achtmalige Weltmeisterin vom WSC Oberwiesenthal vor der Lettin Elina Bota und der US-Amerikanerin Ashley Farquharson durch und bescherte dem Team Deutschland in Norditalien die dritte Goldmedaille. Vier Jahre nach ihrem Olympiatrauma von Peking ist es für Taubitz das ersehnte Happy End.2022 war die als Favoritin gestartete Athletin aus dem Erzgebirge im zweiten Lauf gestürzt und in der Folge nur Siebte geworden. „Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten\", sagte Taubitz. Sie tritt nun die Nachfolge von Natalie Geisenberger an, die in Peking mit ihren Goldmedaillen fünf (Einzel) und sechs (Teamstaffel) zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufgestiegen war.Taubitz, die bereits fünf Gesamtweltcupsiege in ihrer Vita stehen hat, setzte im Eiskanal einen historischen Erfolgslauf fort: Seit 1998 kam die Olympiasiegerin im Einsitzer der Frauen stets aus Deutschland. Schon am vierten Tag der Wettkämpfe in Norditalien erweist sich der Bob- und Schlittenverband BSD einmal mehr als Erfolgsgarant. In Peking hatten die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen gewonnen. Im Rodeln ging Gold dort in allen vier Wettbewerben an den BSD.Taubitz legte den Grundstein für den Erfolg schon am Montag. Während die internationale Konkurrenz reihenweise patzte, setzte sie sich mit Bahnrekord im zweiten Lauf an die Spitze. Nach dem Patzer von Fräbel konnte dann nur noch ein schwerer eigener Fehler den Olympiasieg verhindern, mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung nahm Taubitz mit in den finalen Lauf – und blieb dort cool. Eine olympische Medaille sei ihr „Traum von klein auf\" gewesen, hatte Taubitz vor dem Rennen betont. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, Olympiazweite von Peking, verpasste das Podium als Sechste deutlich. (sid)

 Deutschlands Eishockeyteam der Frauen ist mit einem abschließenden Vorrundensieg gegen Gastgeber Italien ins Viertelfinale bei den Olympischen Winterspielen eingezogen. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes gewann mit 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) und wurde in der Gruppe B Zweiter.Am Freitag trifft das Team von Trainer Jeff MacLeod entweder auf die USA oder Kanada. Beide Teams gelten als Favoriten auf die Goldmedaille. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei.Emily Nix (33. Minute) und Laura Kluge (59.) schossen die Tore für Deutschland, Justine Reyes (21.) traf vor rund 4000 Zuschauern in Mailand für die Gastgeberinnen. Unter den Zuschauern fieberte auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der in Mailand die mögliche Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region bewerben möchte, mit. Beide Teams standen schon vor dem Spiel als Viertelfinalisten fest. Beiden war klar, dass es dann entweder gegen Kanada oder die USA geht - und das Turnier für beide Nationen dann mit großer Sicherheit vorbei sein wird. Diese Aussicht tat dem Spiel nicht gut. Es war zerfahren und wild.Fast folgerichtig trafen beide Mannschaften im Mittelabschnitt auch eher durch Zufall. Die Führung Italiens fiel durch einen abgefälschten Schuss und beim Ausgleich bugsierte Nix im Zusammenspiel mit einer italienischen Gegenspielerin eine Hereingabe von Kluge über die Linie.Dies war insbesondere für Deutschland recht glücklich, das im zweiten Drittel nur noch drei Schüsse auf das italienische Tor brachte. Im Schlussdrittel nutzte die DEB-Auswahl keine der insgesamt drei Überzahl-Situationen. Kurz vor dem Ende traf Kluge von Boston Fleet aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL doch nach einer feinen Einzelleistung. (dpa)

Trotz eines IOC-Verbots will der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch bei den Winterspielen weiter einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen tragen. Das Kompromiss-Angebot des Internationalen Olympischen Komitees, ausnahmsweise mit einer schwarzen Armbinde zu starten, lehnt der 27-Jährige offenbar ab. „Nein, ich werde den Helm tragen“, sagte Heraskewytsch nach einem weiteren Training in Cortina d'Ampezzo.Zuvor hatte das IOC entschieden, dass der besondere Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb einen Trauerflor tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern, sagte ein IOC-Sprecher. Heraskewytsch will diesen Beschluss nicht hinnehmen. „Wir werden weiter dafür kämpfen, mit diesem Helm teilnehmen zu dürfen. Ich glaube wirklich, dass wir damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoßen“, sagte er.Vorausgegangen war der IOC-Entscheidung ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wadym Gutzajt, sagte, er habe noch einmal das IOC gebeten, den Helm zu erlauben. Unterstützung bekam der Sportler auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu zahlen habe, schrieb Selenskyj auf Telegram. Eine solche Wahrheit könne nicht unbequem oder unangebracht sein. Die Ukraine halte sich an den Geist von Olympia, Angreifer Russland nicht.Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation. (dpa)

Rodel-Weltmeisterin Julia Taubitz steht vor dem Olympiasieg und damit ihrem größten sportlichen Erfolg. Die 29-Jährige vom WSC Oberwiesenthal hat vor dem vierten und letzten Lauf einen komfortablen Vorsprung auf die zweitplatzierte Lettin Elina Bota, die 0,704 Sekunden Rückstand hat. Olympia-Debütantin Merle Fräbel aus Suhl patzte am Start und ist mit fast eineinhalb Sekunden Rückstand aus dem Medaillenrennen. Dritte ist vorerst die Amerikanerin Ashley Farquharson. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die 2022 in Peking olympisches Silber holte, ist auch abgeschlagen.Dabei lieferten sich die deutschen Rodel-Ladies Taubitz und Fräbel am ersten Wettkampftag am Monta noch ein packendes Duell im neu gebauten Cortina Sliding Centre. Mit Startnummer 1 legte die Erzgebirgerin Taubitz Bahnrekord vor, doch die Thüringerin Fräbel konterte und unterbot die Bestmarke nochmals. Im zweiten Lauf überzeugte Taubitz erneut mit Bahnrekord und holte sich die Führung zur Halbzeit zurück. „Der zweite Lauf war supergeil. Da war ich so im Flow drin“, sagte die Weltmeisterin, die vor vier Jahren in Peking noch gestürzt war und als Siebte leer ausging.Olympia-Debütantin Fräbel, die auch den Test-Wettkampf auf dem neuen Eiskanal gewann, patzte dann im dritten Lauf am Start und stand nach einer Bandenberührung komplett quer. Dabei hatte sie 24 Stunden vorher auf die Fehler der Kontrahentinnen und der Schwierigkeit der Startrampe angesprochen noch gesagt: „Also nicht schwierig, aber mir ist es im Training auch schon passiert. Deswegen möchte ich da jetzt nicht drüber herziehen.“ (dpa)

Biathlet Sturla Holm Lägreid hatte gerade seine erste Einzelmedaille bei Olympia gewonnen – und klar, Bronze war „groß“. Doch sein Jubel-Interview im norwegischen Rundfunk NRK nahm plötzlich eine unerwartete Wendung: Lägreid gestand live im TV, dass er seine Freundin betrogen habe.„Vor einem halben Jahr habe ich die Liebe meines Lebens getroffen“, sagte der 28-Jährige unter Tränen, „die schönste, tollste Person der Welt. Aber vor drei Monaten habe ich den größten Fehler meines Lebens begangen und war ihr untreu.“Der Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison berichtete bewegt, er habe seiner Freundin seine Untreue unmittelbar vor den Winterspielen von Mailand gestanden, sie habe sich daraufhin von ihm getrennt. Er blicke auf die „schwerste Woche meines Lebens“ zurück, sagte Lägreid, er habe das Gefühl, die „Goldmedaille meines Lebens“ weggeworfen zu haben: „Ich wünschte, ich könnte das hier mit ihr teilen.“Doch dieses Glück war ihm offenbar nicht vergönnt, wegen dieses „dummen“ Fehlers, wie der Staffel-Olympiasieger von 2022 einräumte. „Ich wäre gerne ein gutes Vorbild und es tut weh, jemandem Schmerzen zuzufügen, den man so sehr liebt. Aber so ist das Leben.“Seine Teamkollegen wussten Bescheid, wie Johannes Dale-Skjevdal berichtete. Lägreid habe sich vorgenommen gehabt, seine Geschichte im Falle eines Medaillengewinns zu erzählen. Er hielt Wort. Live im TV. Mit dem Ziel, sie zurückzugewinnen. „Ich begehe lieber sozialen Selbstmord“, sagte er bei \"Verdens Gang\", als diese Frau aufzugeben. Ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, der Welt von seinem Fehltritt zu erzählen, wisse er nicht, sagte Lägreid wenig später auf der Pressekonferenz: „Aber es war die Entscheidungen, die ich getroffen habe.\" Zudem bat er sich bei seinem Landsmann und Einzel-Olympiasieger Johan-Olav Botn. „Ich will dir heute nicht die Show stehlen“, sagte Lägreid: „Ich hoffe, dass es nur die nächsten ein, zwei Tage ein Thema ist. Deine olympische Goldmedaille ist für immer.“  In Antholz gewann Botn den Wettbewerb vor Eric Perrot aus Frankreich, dahinter schaffte es Laegreid im Klassiker über 20 Kilometer noch auf das Podium. „Es ist meine erste olympische Einzel-Medaille und ich möchte mich bei allen bedanken, die mich auf diesem Weg unterstützt haben“, sagte Laegreid noch, bevor das Interview eine unerwartete Wendung nahm. (sid/dpa)

Der Schwede Elis Lundholm hat als erster offener Transsportler einen Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen bestritten. Der Ski-Freestyler identifiziert sich als Mann, startet auf der Buckelpiste aber in der Frauen-Konkurrenz und belegte nach einem Fahrfehler in der Qualifikation den letzten Platz. Deshalb muss Lundholm eine zweite Qualifikation am Mittwoch bestreiten, denn nur die besten zehn Starterinnen erreichten das Finale direkt. Als Transmann gilt ein Mann mit männlicher Geschlechtsidentität, dem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde.Da Lundholm keine geschlechtsangleichenden Operationen durchführen und auch juristisch hinsichtlich des Geschlechts keine Änderung vornehmen ließ, wurde der 23-Jährige gemäß der geltenden Regularien vom Schwedischen Olympia-Komitee für das Frauenteam nominiert. (dpa)

Zwei Tage nach Bronze mit der Mixed-Staffel sind die deutschen Biathleten im ersten Einzelrennen knapp leer ausgegangen. Philipp Nawrath schaffte es als Bester eines deutschen Quartetts im Einzel auf den fünften Platz. Nach 20 Kilometern und lediglich einer Strafminute hatte der 32-Jährige aus Nesselwang 1:31,5 Minuten Rückstand auf den fehlerfreien Olympiasieger Johan-Olav Botn aus Norwegen. Silber und Bronze gingen an Eric Perrot aus Frankreich und Sturla Holm Laegreid aus Norwegen. Beide leisteten sich einen Fehler. Nawrath hatte am Sonntag mit der Mixed-Staffel bereits die Bronzemedaille gewonnen, verpasste es nun aber durch seinen Schießfehler, sich gleich noch mal zu belohnen.Im längsten aller Biathlonrennen wartet der Deutsche Skiverband bei den Männern seit zwölf Jahren auf eine Medaille. 2014 hatte Erik Lesser im russischen Sotschi Silber gewonnen, den bislang letzten deutschen Olympiasieg feierte Michael Greis bei den Winterspielen von Turin 2006. Bei den Frauen triumphierte Denise Herrmann-Wick vor vier Jahren in dieser Disziplin in Peking. Am Mittwoch (14.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport) treten für Deutschland über 15 Kilometer Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Selina Grotian an. (dpa)

Die deutschen Skirennfahrerinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann haben Silber in der olympischen Team-Kombination gewonnen. Für Aicher ist es schon die zweite Medaille bei den Winterspielen in Italien, nachdem sie in der Abfahrt am Sonntag zu Silber gerast war. Am Ende fehlten den zwei Ski-Assen nur 0,05 Sekunden auf Gold.Olympiasiegerinnen auf der Piste Olimpia delle Tofane in Cortina d'Ampezzo wurden überraschend die Österreicherinnen Ariane Rädler und Katharina Huber. Bronze ging das US-Duo Jacqueline Wiles und Paula Moltzan. Deren top-favorisierte Teamkolleginnen Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson wurden trotz Führung nach der Abfahrt nur Vierte.Zur Halbzeit des Events hatte die deutsche Paarung auf Rang sechs gelegen. Der Rückstand auf die Podestplätze betrug nach Weidle-Winkelmanns Abfahrt eine knappe halbe Sekunde. Doch Aicher holte sie im Slalom auf.Die 22 Jahre alte Allrounderin ist die erste deutsche Skirennfahrerin seit Maria Höfl-Riesch vor zwölf Jahren im russischen Sotschi, die gleich zwei Medaillen von den gleichen Winterspielen mit nach Hause nimmt. Mindestens: Im Super-G und im Spezialslalom hat sie noch weitere Chancen.Es sei wieder eine „sehr herausfordernde Abfahrt“ gewesen, meinte Weidle-Winkelmann nach dem ersten Teil der Kombination – auch wegen der mitunter „diffusen“ Sicht. Dennoch war sie mit der Ausgangslage für Aicher zufrieden. Diese sei „eine der besten Slalomfahrerinnen der Welt“, sagte die Starnbergerin über ihre junge Teamkollegin. Sie vertraue ihr zu 100 Prozent – zu Recht.Die Team-Kombination gehörte nach ihrer WM-Premiere 2025 in diesem Jahr erstmals zum Olympia-Programm. Die Zeiten aus Abfahrt und Slalom werden dabei addiert. Bisher kommt das Event bei den Athletinnen und Athleten gut an. (dpa)

Deutschlands Eishockey-Frauen sind bereits vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Italien für das Olympia-Viertelfinale qualifiziert. Da Konkurrent Japan am Mittag gegen Gruppensieger Schweden 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) verlor, ist das deutsche Team nicht mehr aus den Top drei der Gruppe zu verdrängen. Deutschland hatte am Montag 2:1 nach Verlängerung gegen Frankreich gewonnen.Das Team von Trainer Jeff MacLeod spielt damit am Freitag entweder gegen die USA oder Kanada. Beide Teams gelten als Top-Favoriten auf die Goldmedaille. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympischen Winterspielen dabei. (dpa)

Sofija Schkatula kamen nach dem Sprintrennen im Skilanglauf die Tränen. „Es ist einfach nur traurig“, sagte die 18 Jahre alte Ukrainerin. Ihr Elternhaus in der Sumy Region Nähe der russischen Grenzen sei während des russischen Angriffskriegs komplett zerstört, erklärte sie. Bei Olympia im italienischen Tesero lief sie im Sprint gegen eine russische und eine belarussische Athletin.„Es ist sehr merkwürdig“, sagte Schkatula emotional. „Russland bombardiert weiterhin meine Heimat, meine Freunde, meine Familie. Es ist weiterhin nicht einfach, sich hier auf den Sport zu konzentrieren“, erklärte sie. Gleichzeitig betonte sie, dass ihre Wut nicht gegen die Olympiateilnehmerinnen und Teilnehmer aus Russland oder auch Belarus gerichtet ist. „Sie können nichts dafür“, erklärte sie.Das Internationale Olympische Komitee erlaubt Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus, wie schon bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, als individuelle neutrale Athleten anzutreten. Das IOC überlässt jedoch den internationalen Verbänden der einzelnen Sportarten die Entscheidung, ob sie dies auch in ihren Qualifikationswettkämpfen anwenden. Hintergrund der Sanktionen gegen Russland und Belarus ist der seit mehr als drei Jahren andauernde Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das IOC hatte Russlands Olympisches Komitee suspendiert, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hat. Dies wertete das IOC als Verstoß gegen die Olympische Charta. (dpa)

Wenige Wochen nach einem harten emotionalen Tiefschlag hat der Norweger Birk Ruud seine zweite Goldmedaille gewonnen. Nach dem Sieg im Big-Air-Wettbewerb vor vier Jahren in Peking triumphierte der 25 Jahre alte Freestyle-Skifahrer diesmal in der Disziplin Slopestyle. Ruud, der über die Rails und Kicker bereits zweimal Weltmeister geworden war, setzte sich mit 86,28 Punkten knapp vor Alex Hall (USA/85,75) durch, der 2022 in Peking gewonnen hatte. Bronze ging an Big-Air-Weltmeister Luca Harrington aus Neuseeland (85,15). Ruud hatte vor Olympia schwer zu kämpfen. Sein Teamkollege William Bostadslökken war Mitte Dezember vor dem Big-Air-Weltcup in Steamboat Springs/US-Bundesstaat Colorado schwer gestürzt und ist seitdem querschnittsgelähmt. „Ich habe viele Wochen durchgemacht, in denen ich nur an William gedacht habe. Ich musste wirklich tief in mich gehen und die Dinge über Weihnachten aufarbeiten, um an den Punkt zu gelangen, an dem ich jetzt bin“, hatte Ruud vor Olympia berichtet. Bostadlökken drückte seinen Teamkollegen, „der besten Mannschaft der Welt“, von zu Hause aus die Daumen. „Er ist ein Krieger und schlicht und ergreifend ein Held“, sagte Ruud. Dass Bostadlökken trotz seines verhängnisvollen Unfalls wieder ein Lächeln im Gesicht habe, erfülle ihn mit großem Glück.Die Entscheidung im Snow Park von Livigno war knapp. Ruud gelang sein bester von drei Runs bereits zum Auftakt, am Ende lag er 0,53 Punkte vor Hall. Harrrington fehlten 0,5 Punkte zu Silber. (sid)

Laura Gimmler versuchte unter der lauten Anfeuerung ihres Freundes Cyprien Sarrazin alles, auch Johannes Rydzek brüllte seine Schwester Coletta aus Kräften nach vorne – der Traum vom olympischen Finale platzte für die beiden deutschen Langläuferinnen denkbar knapp. Während Norwegens Topstar Johannes Hösflot Kläbo seine Rekordjagd fortsetzte und die Schwedin Linn Svahn erstmals Gold holte, schied das DSV-Duo nach hartem Kampf im Halbfinale aus.„Wir haben die Regel unseres Trainers, dass wir eine Stunde enttäuscht sein dürfen, dann ist das abgehakt“, sagte die 32-jährige Gimmler, der als Dritte ihres Halbfinals 63 Hundertstelsekunden zum ersten deutschen Einzug in ein olympisches Sprintfinale seit 20 Jahren fehlten. Mit Rang sieben konnten aber Gimmler wie auch ihre Familie auf der Tribüne leben: „Das ist ein anständiges Niveau.“ Der französische Alpin-Star Sarrazin, Kitzbühelsieger von 2024, klatschte anerkennend Beifall.Rydzek hatte im Viertelfinale auf der schweren und langen Runde zu viel Kraft gelassen, kam in Gimmlers Lauf letztlich auf Platz vier und Rang acht der Endabrechnung. „Als Sportler will man immer ein bisschen mehr, das Ziel war schon das Finale. Es ist solide gewesen“, sagte die Oberstdorferin, ehe sie Bruder Johannes lange umarmte, der am Mittwoch bei den Kombinierern um Gold kämpft. (sid)