FAZ 07.02.2026
11:15 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Qatar Polizia“ sorgt für Verwirrung in Italien


Trump reagiert auf Pfiffe gegen Vance +++ Medien begeistert nach Feier +++ ARD erklärt Grund für Tonprobleme +++ Deutsches Team mit Humor nach Spott über Outfit +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Qatar Polizia“ sorgt für Verwirrung in Italien

Lindsey Vonn nickte zufrieden und zeigte kurz die Faust: Die US-Amerikanerin hat auch den abschließenden Test vor der Olympia-Abfahrt gut überstanden und scheint gerüstet für die Entscheidung am Sonntag (11.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport). Vonn, die in Cortina d'Ampezzo trotz eines Kreuzbandrisses an den Start gehen wird, absolvierte auch das zweite Training auf der Olimpia delle Tofane souverän, das lädierte Knie wirkt stabil.Auch die deutschen Medaillenkandidatinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann, die in Cortina 2021 WM-Silber in der Abfahrt gewonnen hatte, kamen am Samstag scheinbar gut zurecht. Wie schon in den Vortagen beeinträchtigten die Witterungsbedingungen in Cortina jedoch die Verhältnisse auf der Piste – auch deswegen sind die Leistungen in den Probedurchgängen, in denen die meisten Läuferinnen nicht volles Tempo fahren, nicht überzubewerten.Vonn hatte bei einem Sturz bei der Weltcup-Abfahrt am vergangenen Freitag in Crans-Montana einen Kreuzbandriss im linken Knie und Knochenprellungen erlitten. Auch ihr Meniskus ist lädiert. Die 41-Jährige will ihren Olympia-Traum aber nicht aufgeben und in Cortina, wo sie im Weltcup mit zwölf Erfolgen Rekordsiegerin ist, ihr famoses Comeback mit ihrer zweiten Goldmedaille bei einer Olympia-Abfahrt nach 2010 krönen. (sid)

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Gekleidet in eine Jacke der deutschen Mannschaft unterhielt sich Frank-Walter Steinmeier angeregt mit den deutschen Athletinnen und Athleten um Eishockey-Star Leon Draisaitl, auch dem Bundespräsidenten war die Vorfreude deutlich anzumerken. „Ich bin sicher, wie immer wird Olympia ansteckend sein“, sagte das deutsche Staatsoberhaupt am Samstag, dem ersten Entscheidungstag der Spiele, im Olympischen Dorf.Besonders die „fulminante Eröffnungsfeier“ im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion am Vorabend hatte bei Steinmeier bleibenden Eindruck hinterlassen. Er habe eine „begeisternde Stimmung“ wahrgenommen, betonte der 70-Jährige. Sein Wunsch und der von vielen sei, dass die Spiele in Norditalien „ein Zeichen setzen für Verständigung und für Frieden, nachdem wir uns alle sehnen“.Gleichzeitig zeigte sich Steinmeier „beeindruckt von den Sportlerinnen und Sportlern, die wir hier getroffen haben, mit denen wir gesprochen haben“ – darunter auch Fahnenträger Draisaitl. Der NHL-Profi, der die deutsche Mannschaft am Freitag angeführt hatte, sei „heiß auf dieses Turnier“, freute sich Steinmeier: „Und ich bin mir ganz sicher, er wird der Mannschaft auch noch ein Plus geben.“Steinmeier, der am Donnerstag in Mailand gelandet war und neben der Eröffnungsfeier auch bei einem Empfang des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella zugegen war, bleibt noch bis Sonntag in Italien. Geplant sind Besuche beim zweiten Gruppenspiel der deutschen Eishockey-Frauen am Samstag in Mailand gegen Japan sowie bei der Abfahrt der Alpin-Frauen in Cortina und der Biathlon-Mixed-Staffel in Antholz (jeweils am Sonntag). Am Sonntagabend fliegt Steinmeier zurück nach Berlin. (sid)

Jetzt geht es richtig los bei den Winterspielen: Die erste Medaillenentscheidung ist auch gleich einer der Höhepunkte. Die Abfahrt der Männer auf der Stelvio-Piste gehört normalerweise auch zum Weltcup-Programm und gilt als eine der schwierigsten Strecken der Welt. Einziger deutscher Teilnehmer ist Simon Jocher, der aber wohl ohne Medaillenchance ist. Zu den Favoriten zählen stattdessen der Schweizer Star Marco Odermatt sowie dessen Landsmann Franjo von Allmen. Verfolgen Sie das Rennen in unserem F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026.

Die ARD hatte bei der Übertragung der Eröffnungsfeier mit Tonproblemen zu kämpfen. Die ARD-Kommentatoren Tom Bartels und Giovanni di Lorenzo waren teilweise schwer zu verstehen. Bartels bat noch während der Sendung um Entschuldigung, der Sender lieferte am Folgetag die Erklärung.„Die Beschallungslautstärke des Show-Programms im Stadion war außergewöhnlich hoch. Darauf waren die Headset-Mikrofone unseres Kommentatoren-Duos zu Beginn nicht optimal eingestellt“, hieß es in einer Stellungnahme des Bayerischen Rundfunks, der federführend für die Olympia-Übertragungen der ARD ist.„Wir haben das sofort wahrgenommen, nachjustiert und an den Headsets eine technische Komponente ausgetauscht“, hieß es weiter. „So konnten wir zügig wieder die Tonqualität bieten, die unserem Anspruch entspricht und die unser Publikum zu Recht erwartet. Die Unannehmlichkeiten am Anfang der Übertragung bedauern wir.“ (dpa)

Wie fanden eigentlich die Italiener ihre Eröffnungsfeier? Das schreiben die Medien über den Beginn der Winterspiele: „Tuttosport“: „Mailand-Cortina – ein Spektakel, von der Choreographie bis zum doppelten Feuerkelch: Italien zeigt sich von seiner besten Seite!“„La Repubblica“: „Die Herausforderung der Spiele: Italien nach der Parade von Mailand, Cortina und anderen Orten auf dem Prüfstand. Pfiffe für Vance und Israel, Ovationen für Mattarella“„Corriere della Sera“: „Eine prächtige Eröffnungsfeier mit zwei olympischen Feuern und vier Pisten, wie bei den großen Shows von einst. Die Olympischen Spiele 2024 in Paris hatten den großen Mut, die gesamte Lichterstadt einschließlich der Seine als unvergleichliche Kulisse zu wählen. Auch hier gab es keine Angst davor, Großstädte und Alpengebiete, Sport und Geschichte, Pop und Tradition miteinander zu verbinden.“„Gazzetta dello Sport“: „Eine grandiose Hommage an die Kunst, Kultur und Harmonie, die Italien der Welt geschenkt hat. Ein Lichtermeer und Ausdruck von Stolz, gekrönt von der genialen Idee, Präsident Sergio Mattarella in einer typischen Mailänder Straßenbahn, gesteuert vom ehemaligen Motorradweltmeister Valentino Rossi, im San Siro vorfahren zu lassen. Ein außergewöhnliches Spektakel zum Auftakt der Olympischen Spiele Mailand-Cortina.“ 

Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß führt die deutsche Mixed-Staffel zum Auftakt der olympischen Biathlonrennen in Antholz an. Die 31-Jährige aus Ruhpolding greift am Sonntag (14.05 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport) gemeinsam mit Justus Strelow, Philipp Nawrath und Vanessa Voigt als Schlussläuferin nach der ersten deutschen Medaille in diesem Wettbewerb bei Winterspielen überhaupt.Die Konkurrenz auf den anspruchsvollen Strecken in rund 1600 Metern Höhe in Südtirol ist groß. Goldfavorit ist Weltmeister Frankreich, aber auch Olympiasieger Norwegen, Gastgeber Italien und Schweden dürften in den Kampf um die Medaillen eingreifen.Die Auswahl des Deutschen Skiverbandes agierte in der kurzen Olympia-Historie der Mixed-Staffel bislang glücklos. Bei der Premiere 2014 in Sotschi wurde das Quartett nach Bekanntwerden des Dopingfalls um Evi Sachenbacher-Stehle nachträglich disqualifiziert, vier Jahre später in Pyeongchang reicht es zum vierten Platz. 2022 in Peking belegten Voigt, Denise Herrmann-Wick, Benedikt Doll und Nawrath nur den fünften Rang. Startläuferin Voigt hatte sich dabei gleich zwei Strafrunden geleistet. (dpa)

Die Übertragung der Eröffnungsfeier war die erfolgreichste TV-Sendung des Tages, blieb aber deutlich hinter der Zeremonie der Sommerspiele in Paris. Durchschnittlich 5,234 Millionen Menschen sahen am Freitagabend die Bilder aus Mailand, Cortina, Predazzo und Livigno. Die Zeremonie bescherte der ARD einen Marktanteil von 22,3 Prozent.Die Eröffnung bei den Sommerspielen in Paris war vor zwei Jahren deutlich erfolgreicher. Bei der Zeremonie hatten im Schnitt 10,44 Millionen Menschen zugeschaut und für einen Marktanteil von 45,5 Prozent gesorgt. Laut ARD war dies die meistgesehene Übertragung bei Olympischen Spielen seit zwanzig Jahren.Zum Vergleich: Bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Peking, das in einer anderen Zeitzone liegt, hatten 2022 durchschnittlich 3,77 Millionen Menschen das ZDF eingeschaltet. Der Marktanteil lag zur Mittagszeit in Deutschland bei 32,8 Prozent. (dpa)

Das deutsche Olympia-Team nimmt den Spott über seine Outfits bei der Eröffnungsfeier mit Humor. In Anspielung auf die ausgefallene Garderobe mit Fischerhut und einem Poncho in Übergröße schrieb die deutsche Auswahl bei Instagram zu einem Bild vom Einlauf bei der Nationenparade in der Mode-Metropole Mailand: „Ab jetzt angeln wir uns die Medaillen!“Auch bei der Parade im zweiten offiziellen Gastgeber-Ort Cortina d'Ampezzo erlaubten sich die deutschen Sportler einen kleinen Scherz. Bobfahrer Joshua Tasche warf sich plötzlich vor seinen Teamkollegen auf den Boden und wand sich wie ein zappelnder Fisch am Haken. Bobpilot Adam Ammour schrieb zu einem Video der Szene: „Das deutsche Angelteam ist bereit für Olympia.“ Im Fernsehbild war die Aktion allerdings nicht besonders gut zu erkennen, wie Skeletonpilot Axel Jungk einräumte: „Ist glaub ich ein bisschen in die Hose gegangen, weil wir davorstanden.“Team-Ausrüster Adidas hatte sich das Outfit ausgedacht und damit schon vor der Auftakt-Zeremonie für Diskussionen gesorgt. „Die Farbe schwarz dominiert, geschwungene Linien in rot und gelb sollen die tanzende Bewegung von Flammen nachahmen, die das Feuer symbolisieren“, das in allen Athleten und Athletinnen brenne, teilte der Deutsche Olympische Sportbund mit.Modeschöpfer Harald Glööckler meinte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Was einem hier geboten wird, ist weder innovativ noch erfrischend neu – geschweige denn ansprechend.“ Dagegen lobten die Teamführung und eine Reihe der Sportlerinnen und Sportler die Olympia-Kleidung. (dpa)

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US-Präsident Donald Trump hat sich über die Buhrufe und Pfiffe gegen seinen Vize J. D. Vance bei der Eröffnungsfeier überrascht gezeigt. Angesprochen auf die kritischen Reaktionen verwies er im Regierungsflieger Air Force One vor Journalisten darauf, dass die Leute seinen republikanischen Parteifreund mögen würden. Fairerweise müsse man aber sagen, dass der US-Vizepräsident zurzeit in einem anderen Land unterwegs sei – „in diesem Land (den USA) wird er nicht ausgebuht“, betonte Trump. Diese Behauptung stimmt allerdings nicht. Allein in der US-Hauptstadt Washington wurde Vance im vergangenen Jahr mehrmals öffentlich ausgebuht, zum Beispiel beim Besuch eines Konzertes im Kennedy Center, einem renommierten Kulturhaus, das Trump kurz nach seinem Amtsantritt unter seine Kontrolle gebracht hat. Im legendären Fußballstadion San Siro von Mailand verfolgten am Freitag Zehntausende Zuschauer die Eröffnungsshow mit der üblichen Parade der Athleten. Parallel dazu wurde erstmals an gleich drei weiteren Orten gefeiert - in Cortina, der zweiten Gastgeberstadt, sowie in Predazzo und Livigno. Pfiffe und Buhrufe kamen auf, als Israels Team ins Stadion kam. Und gebuht wurde auch, als Vance beim Einzug des US-Teams groß auf den Videoleinwänden zu sehen war. Trumps Stellvertreter verfolgte die Zeremonie auf der Ehrentribüne.Vance war am Donnerstag in Mailand angekommen und hatte bei seinem Besuch unter anderem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni getroffen. Aus Protest gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE bei Olympia waren vor der Eröffnungsfeier mehrere Hundert Studenten durch Mailand gezogen. ICE-Beamte stehen wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den USA in der Kritik. In der US-Olympiadelegation sollen sie sich um den Schutz von Offiziellen wie Vance und US-Außenminister Marco Rubio kümmern. (dpa) 

Die deutschen Athletinnen und Athleten haben begeistert auf die auf mehrere Standorte verteilte Olympia-Eröffnungsfeier reagiert. „Es war wirklich viel cooler als erwartet“, sagte Skeletoni Axel Jungk: „Ich habe immer noch ein bisschen eine zittrige Stimme. Es war sehr, sehr schön.“Die Feierlichkeiten fanden zeitgleich im legendären Mailänder San Siro Stadion, Predazzo, Cortina und Livigno statt. Jungk gehörte dem Teil der Delegation an, der in Cortina an der Zeremonie teilnahm. „Natürlich wäre Mailand nochmal ein Stück krasser gewesen“, sagte der 34-Jährige: „Aber hier durch die Gassen zu laufen, zu sehen, dass da doch sehr viele Leute waren, die haben alle gejubelt und geschrien, das war Gänsehaut.“Auch Geburtstagskind Jacqueline Pfeifer, die wie Jungk im Skeleton um die Medaillen fahren will, sprach von einem „sehr schönen Gefühl“. Es sei „mega cool“ gewesen und habe „den Tag perfekt abgerundet“. Gerade nach den Corona-Spielen von Peking „ist es einfach total schön, mit den Fans und Publikum die Wettkämpfe zu starten“.Doch nicht nur in Cortina war die deutsche Delegation von dem Auftakt angetan. Für Eishockey-Nationalmannschaftskapitänin Daria Gleißner war der Einmarsch in das San Siro „der Wahnsinn“, sie sei „mega dankbar, hier sein zu dürfen“. Und auch Snowboard-Hoffnungsträgerin Ramona Hofmeister „hatte richtig Spaß“ in Livigno. (sid)

Das war's! Das Feuer brennt, die Menschen gehen heim. Das Schlusswort gehört dem Kollegen Alexander Butenko aus Lviv: \"Es war wunderbar, dass das Publikum die Ukraine so begeistert empfangen hat. Das war sehr wichtig. Ich bin mir sicher, von denen, die in der Ukraine zuschauen konnten, wird jeder Zweite geweint haben.\"Aus Mailand verabschieden sich Christoph Becker, Marc Heinrich und Karen Krüger, aus Cortina Achim Dreis. Buonanotte.

Das Olympische Feuer brennt – und das sogar zweifach. Neben der Hauptflamme in Mailand züngelt nun auch ein zumindest für 17 Tage währendes \"ewiges\" Licht in Cortina d'Ampezzo. Entzündet wurde das Zweitfeuer von Ski-Olympiasiegerin Sofia Goggia auf der Piazza Dibona, dem Hauptplatz im Herzen des mondänen Dolomiten-Sportortes. Namenspate Angelo Dibona (1879-1956), der dort mit einer Bronzebüste verewigt ist, war ein berühmter Bergführer und gilt als einer der besten Kletterer der Geschichte.