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12.02.2026
08:35 Uhr
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Kontroversen um Eistanzpartner +++ Biathletin Voigt legt nach Hass-Kommentaren Social-Media-Pause ein +++ Ukrainischer Skeleton-Fahrer fordert Einlenken von IOC im Helm-Streit +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Nach der knapp verpassten Bronzemedaille im Biathlon-Einzel bei den Olympischen Winterspielen verordnet sich Vanessa Voigt eine Social-Media-Pause. „Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders. Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen“, schrieb die 28 Jahre alte Thüringerin bei Instagram. Zuvor hatte sie der ARD gesagt: „Klar, es sind wieder diese ewigen Themen, Laufzeit, Schießzeit, ich werde es jetzt schon wieder hören im Internet, wie es wieder drunter und drüber geht.“ Aber sie habe ohne Schießfehler ihr Bestes gegeben, „ich habe im olympischen Rennen wieder meine beste Leistung ausgepackt, ich kann mir nichts vorwerfen“.Voigt sah sich mit Kritik und Hass-Nachrichten konfrontiert, nachdem sie bei Olympia zum zweiten Mal nacheinander über 15 Kilometer das Podest verfehlt hatte. Am Mittwoch fehlten 12,9 Sekunden zur Medaille. „Während viele wieder kritisch über meine Laufzeit und Schießzeiten sprechen, stehe ich hier – und bin verdammt stolz“, schrieb Voigt nach ihrem stärksten Saison-Auftritt: „Denn kaum jemand redet über den Leistungs- und Trainingsrückstand, der entsteht, wenn ein Großteil einer vorolympischen Weltcupsaison wegbricht.“Im vergangenen Jahr hatte sie ihre Saison vorzeitig abbrechen müssen, weil ihr Körper streikte. Auch eine Teilnahme an der WM in der Schweiz war im Frühjahr 2025 unmöglich. Voigt kämpfte sich in der Saisonvorbereitung wieder an das Weltcup-Niveau heran. Die Olympia-Qualifikation schaffte sie souverän, außerdem stand sie mit der Frauen-Staffel in diesem Winter schon auf dem Podest. Auch der Olympia-Auftakt gelang, mit der Mixed-Staffel hatte Voigt am Sonntag überraschend Bronze gewonnen.Vier weitere Renneinsätze sind für sie in Südtirol noch möglich. „Es ist noch nicht vorbei. Das war erst die zweite Medaillenchance“, schrieb Voigt. Insgesamt hat sie mit Staffeln in ihrer Karriere bereits jeweils zwei Medaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gewonnen. (dpa)
Im Helm-Streit mit dem IOC fordert der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch kurz vor Beginn des olympischen Rennens erneut ein Einlenken des Internationalen Olympischen Komitees. „Ich hoffe sehr auf eine Antwort vor dem Start des Skeleton-Wettbewerbs“, teilte 27-Jährige am Morgen auf Instagram mit. Er will weiter den vom IOC verbotenen Kopfschutz mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen tragen. Der erste von vier Läufen in Cortina d'Ampezzo beginnt um 9.30 Uhr. Heraskewytsch hat die Startnummer 11. Das IOC hatte zuvor auf sein Regelwerk verwiesen und könnte den Ukrainer aus dem Rennen nehmen, sollte er tatsächlich mit besagtem Helm antreten. Im Training war Heraskewytsch damit angetreten.„Ich wollte nie einen Skandal mit dem IOC und ich habe ihn nicht erschaffen“, schrieb Heraskewytsch. Er forderte das IOC auf, den Bann gegen den Helm aufzuheben. Zudem verlangte er eine Entschuldigung für den Druck, der auf ihn in den vergangenen Tagen ausgeübt worden sei. „Wir wollen, dass er teilnimmt. Wir wollen wirklich, dass er seinen Moment hat“, hatte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch gesagt. Zuvor hatte das IOC jedoch entschieden, dass der Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Der Athlet dürfe ausnahmsweise im Wettbewerb einen Trauerflor tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern, hieß es. Heraskewytsch zeigte sich an einem Kompromiss nicht interessiert. Auf dem Helm sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)
Im echten Leben liefern sich Francesco Friedrich und Johannes Lochner seit Jahren enge Duelle in der Bobbahn, kurz vor dem Start bei den Olympischen Spielen müssen beide nun allerdings eine völlig neue Herausforderung meistern: Donald Duck braucht ihre Hilfe. Also wurden Lochner und Friedrich erfolgreich „duckifiziert“ und in eine Geschichte des neuen Micky Maus Magazins integriert.Die Ausgabe, die am Freitag (13. Februar) erscheint, sei „ein sportlicher Spaß“, sagt der verantwortliche Redakteur Johannes Kanty. Die Story der Geschichte „Rivalen der Bobbahn“ passt in die Welt Entenhausens: Donald Duck verfolgt seine Neffen, weil diese sich mehr für Sport als für das Schneeschippen interessieren. Der Onkel wird dabei unfreiwillig selbst zum Bobfahrer, es kommt zu spektakulären Szenen im Eiskanal, und auch Friedrich und Lochner müssen als Comic-Figuren ihr Fahrkönnen unter Beweis stellen.Bei den olympischen Wettbewerben in Cortina d'Ampezzo peilen beide Gold im Zweier- und im Viererbob an. 2018 und 2022 holte Friedrich jeweils beide Siege, in Italien will Lochner nun zurückschlagen. Die Bobwettbewerbe beginnen am 15. Februar. (sid)
In bislang drei Rennen gehörte Marco Odermatt bei den Olympischen Spielen in Norditalien dreimal zu den Geschlagenen – das Selbstbewusstsein, sich die allerhöchsten Ziele zu setzen, hat der Schweizer Skirennfahrer dennoch nicht verloren: „Natürlich will ich Gold gewinnen“, sagte er mit Blick auf den olympischen Riesenslalom am Samstag (10.00 Uhr/13.30 Uhr, ARD und Eurosport). Es ist seine letzte Chance bei diesen Spielen: Sowohl in der Abfahrt als auch in der Team-Kombination und im Super-G musste der Weltcup-Dominator jeweils seinem Landsmann Franjo von Allmen den Vortritt lassen.Entsprechend gequält wirkte Odermatts Lächeln nach dem Super-G am Mittwoch, bei dem er sich zwar Bronze schnappte – aber eben nicht das angepeilte Gold, das von Allmen gewann. In der Abfahrt reichte es bei von Allmens erstem Streich für Odermatt nur zum vierten Platz, in der Team-Kombi gewann er hinter von Allmen und Tanguy Nef gemeinsam mit Loic Meillard immerhin Silber. Und doch: Es sind noch nicht die Spiele des Marco Odermatt, der den Gesamtweltcup mit knapp 600 Punkten Vorsprung souverän anführt.„Klar, das Ziel war eine Goldmedaille“, räumte Odermatt nach dem Super-G ein, „aber Franjo ist einfach im Flow und es funktioniert alles. Wenn man dann noch ein, zwei kleinen Fehler macht, reicht es halt nicht“, analysierte der 28-Jährige.Es seien jedoch „nicht so viele Dinge, über die ich frustriert sein muss“, befand Odermatt dennoch mit etwas Abstand. „Ich bin Vierter, Dritter und Zweiter geworden, das ist nicht so schlecht.“ Was ihm zudem Hoffnung machen könnte: Bei den Spielen 2022 in Peking holte er bis zum Riesenslalom gar keine Medaille – und schnappte sich dann Gold. „Dass ich jetzt schon zwei Medaillen habe, gibt etwas Ruhe“, sagte Odermatt. Und: Franjo von Allmen geht im Riesenslalom nicht an den Start. (sid)
Ski-Star Lindsey Vonn ist nach ihrem schweren Sturz bei den Winterspielen in Italien ein weiteres Mal operiert worden. Zu einem Bild aus dem Krankenhaus-Bett schrieb die 41-Jährige drei Tage nach dem Unfall in der Olympia-Abfahrt bei Instagram: „Ich hatte heute meine dritte Operation und sie war erfolgreich. Erfolg hat heute eine völlig andere Bedeutung als vor wenigen Tagen.\" Vonn hatte sich bei ihrem heftigen Crash eine komplexe Schienbeinverletzung zugezogen.„Ich mache Fortschritte, und auch, wenn es langsam geht, weiß ich, dass ich okay sein werde\", ließ die US-Amerikanerin wissen. Auf dem Foto aus der Klinik in Italien reckt Vonn mit müdem Gesicht einen Daumen nach oben. Im Vordergrund ist ihr lädiertes linkes Bein zu sehen, an dem sich augenscheinlich ein Fixateur externe befindet. Mit diesem äußeren Haltesystem wollen Ärzte für gewöhnlich die Knochen bei Knochenbrüchen stabilisieren.Vonn war nach ihrem Unfall in Cortina d'Ampezzo in ein Krankenhaus im gut 100 Kilometer entfernten Treviso gebracht worden. „Danke an das unglaubliche medizinische Team, Freunde und Familie, die an meiner Seite waren und für die wunderbare Welle der Liebe und Unterstützung von Menschen aus aller Welt\", schrieb sie. Zudem gratulierte sie ihren US-Teamgefährten, die sie inspirieren und ihr etwas zum Jubeln geben würden.Abermals ließ Vonn ihre weitere Zukunft offen. Sie hatte schon vor den Winterspielen angekündigt, dass sie spätestens nach dieser Saison mit dem Skirennsport aufhören werde. Kurz vor Olympia hatte sie sich bei einem Rennunfall nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss zugezogen, entschied sich aber trotzdem für eine Teilnahme an den Winterspielen.Bei dem Rennen in Cortina d'Ampezzo, in dem Vonn noch einmal Olympiasiegerin werden wollte, hatte sie schon nach wenigen Sekunden mit dem Arm bei einem Tor eingefädelt. Beim folgenden Sprung verdrehte es sie derart, dass sie hart auf die Piste aufschlug. (dpa)
Tobias Wendl und Tobias Arlt haben für die nächste deutsche Rodel-Medaille bei den Olympischen Winterspielen gesorgt. Das Duo fuhr im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo im Doppelsitzer auf den dritten Platz. Gold ging an die Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner, Platz zwei sicherten sich die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl.Für das deutsche Team war es die vierte Rodel-Medaille nach den Olympiasiegen von Max Langenhan und Julia Taubitz im Einsitzer sowie der Silbermedaille von Dajana Eitberger und Magdalena Matschina im Doppelsitzer der Frauen.Eggert/Müller auf Platz vierIn einem hochspannenden Wettbewerb im neu gebauten Cortina Sliding Centre hatten Wendl und Arlt nur 0,09 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Italiener. Für das Erfolgsduo war damit die nächste Medaille perfekt, auch wenn sich der Traum vom siebten Olympia-Gold nicht erfüllte. Das zweite deutsche Duo Toni Eggert und Florian Müller landete auf Platz vier.Bereits im ersten Durchgang entwickelte sich ein ganz enges Rennen um die Top-Platzierungen. Die ersten sieben Teams lagen nur gut 16 Hundertstelsekunden auseinander. Im zweiten Durchgang setzte sich der Krimi fort, die Amerikaner Marcus Müller und Ansel Haugsjaa waren lange auf Gold-Kurs, ehe sie auf den letzten Metern auf Platz sechs rutschten. (dpa)
Der deutsche Eisschnelllauf-Shootingstar Finn Sonnekalb hat ein durchwachsenes Olympia-Debüt gefeiert. Der 18-Jährige aus Erfurt, der zuletzt mit einem Infekt zu kämpfen hatte, lief am Mittwoch auf seiner Nebenstrecke 1000 m in 1:08,80 Minuten auf den zwölften Platz und verpasste eine Top-10-Platzierung.Sonnekalb, in Mailand jüngstes männliches Mitglied des Team D und in seiner Königsdisziplin 1500 m (19. Februar) mit Außenseiterchancen, blieb deutlich hinter den Medaillenrängen zurück. US-Sprint-Star Jordan Stolz lief in olympischem Rekord (1:06,28) zu Gold. Das Podium komplettierten der niederländische Vize-Weltmeister Jenning de Boo (1:06,78) und Ning Zhongyan aus China (1:07,34). Die beiden weiteren deutschen Starter Moritz Klein (Erfurt) und Hendrik Dombek (München/beide 1:09,19) auf den Plätzen 15 und 16 trennten nur drei Tausendstelsekunden. Sonnekalb ging im 13. von 15 Paaren auf das Eis – ein Startplatz, der seine guten Vorleistungen im olympischen Winter widerspiegelte. Ins Duell mit Cooper McLeod aus den USA, dem WM-Dritten über die Kurzdistanz 500 m, startete Sonnekalb auf der Innenbahn. Nach einem nicht idealen Angang (16,77 Sekunden) steigerte sich Sonnekalb im Rennverlauf. In die vorderen Ränge lief er trotzdem nicht mehr.Sonnekalb trägt trotz seines jungen Alters bereits die Hoffnungen der arg gebeutelten Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Verband war bei den Olympischen Winterspielen 2014, 2018 und 2022 ohne Podestplatzierung geblieben. Strukturelle Probleme bestehen offenbar weiterhin. Laut eines Beitrags der ARD wächst der Unmut unter den Athleten gegenüber der Verbandsspitze und DESG-Präsident Matthias Große, dem Lebensgefährten der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein.Die 53-Jährige steht anders als vor vier Jahren in Peking nicht mehr auf dem Eis. Stattdessen hat die DESG nun wieder einen Rohdiamanten in ihren Reihen – trotz des holprigen Olympia-Starts: Sonnekalb feierte bei den Olympischen Jugendspielen in Gangwon 2024 sowie der Junioren-WM im Februar 2025 je drei Titel. In seiner ersten Weltcup-Saison im Seniorenbereich lief der deutsche Meister über 1000 m und 1500 m dreimal aufs Podium.Den ersten Olympia-Auftritt seines Sohnes verfolgte in Mailand auch Vater Gerrit Schädler. Der Senior war am Montag nach sieben Tagen und 1000 Kilometern auf dem Rad in der Mode-Metropole eingetroffen und hatte damit seine Wettschulden eingelöst. „Im Jahr 2024 habe ich ihm gesagt: Wenn du es schaffst, 2026 nach Mailand zu kommen, dann komme ich mit dem Rad runtergefahren. Das muss ich jetzt einlösen\", hatte Schädler vor Beginn seiner Tour von Erfurt aus über die Alpen dem MDR gesagt. (sid)
Das Internationale Olympische Komitee verteidigt den Verkauf eines T-Shirts mit einem Motiv zu den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin gegen Kritik. Im Onlineshop wird das Shirt im Rahmen der sogenannten „Heritage Collection“ mit Artikeln, die Plakate früherer Olympischer Spiele zeigen, angeboten und ist derzeit ausverkauft. Auf dem Shirt ist unter den olympischen Ringen eine männliche Figur mit Lorbeerkranz über der Quadriga des Brandenburger Tors sowie unter anderem der Aufdruck „Germany Berlin 1936 Olympic Games“ zu sehen.Klara Schedlich, Sprecherin für Sportpolitik der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, wirft dem IOC vor, „dass es seine eigene Geschichte offenbar nicht ausreichend reflektiert“. Sie forderte, den Verkauf zu stoppen. „Die Olympischen Spiele 1936 waren ein zentrales Propagandainstrument des NS-Regimes. Das T-Shirt erweckt optisch den Eindruck, an diese Ästhetik anzuknüpfen.“ Ohne kritische Einordnung sei „diese Bildwahl problematisch und für ein T-Shirt ungeeignet.“Das IOC betonte, dass man „selbstverständlich die historische Problematik der „NS-Propaganda“ im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin“ anerkenne. „Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass in Berlin 4.483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Wettbewerben um Medaillen kämpften.“ Der historische Zusammenhang dieser Spiele werde weiter im olympischen Museum in Lausanne erklärt. Die Anzahl der vom IOC produzierten T-Shirts zur Ausgabe von 1936 sei limitiert, „weshalb sie derzeit ausverkauft sind“. (dpa)
Die deutschen Rennrodlerinnen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina haben den historischen ersten Olympiasieg im Doppelsitzer der Frauen knapp verpasst. Bei der Premiere des Wettbewerbs auf der größten Bühne gewann das Duo am Mittwochabend Silber, Gold ging an die Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer. Die Weltmeisterinnen und Topfavoritinnen Selina Egle und Lara Kipp aus Österreich mussten sich nach einem engen Rennen mit Bronze begnügen. Anders als im Einsitzer gibt es bei den Doppelsitzern nur zwei Läufe.Im Frauen-Doppel riss damit auch der deutsche Gold-Lauf der vergangenen Tage im Cortina Sliding Centre: Max Langenhan und Julia Taubitz hatten jeweils Einzelgold gewonnen, nun wurde das deutsche Rodel-Team in Norditalien erstmals geschlagen. In der Staffel am Donnerstag bekommen Eitberger/Matschina aber noch eine weitere Chance auf Edelmetall.Und für die 35 Jahre alte Eitberger ist auch Silber ein später Höhenpunkt der erfolgreichen Karriere - errungen gewissermaßen auf dem zweiten Bildungsweg. Schon im Einsitzer gehörte sie jahrelang zur Weltspitze, gewann bereits 2018 in Pyeongchang Olympia-Silber. Zur Saison 2023/2024 wechselte sie dann auf den Doppelsitzer, bildet seit nun zwei Wintern ein Duo mit der 15 Jahre jüngeren Matschina. Eitberger, Mutter eines fünfjährigen Sohnes, wird ihre Karriere nach der Saison beenden.Dieser letzte große Wettbewerb für sie war indes ein überschaubarer. In Cortina gingen nur elf Duos an den Start - und die Weltmeisterinnen von 2022 und 2023 fehlten: Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal hatten die interne Qualifikation im engen Zweikampf mit Eitberger/Matschina verpasst. Jede Nation durfte für die Premiere des Events nur einen Schlitten ins Rennen schicken. „Ich finde es ein bisschen traurig, dass das IOC da nicht mehr Startplätze zur Verfügung stellt\", sagte Bundestrainer Patric Leitner über das Fehlen der Weltcup-Dritten: „Das sollte man wirklich mal überdenken, ob das dann noch ein würdiges Rennen ist.\" (sid)
Den deutschen Rennrodlern Tobias Wendl und Tobias Arlt droht bei den Olympischen Spielen eine herbe Enttäuschung. Das seit 2014 bei Olympia ungeschlagene Doppelsitzer-Duo aus Bayern liegt in Cortina d'Ampezzo nach dem ersten Lauf nur auf Rang fünf. Der Rückstand auf die überraschend führenden US-Amerikaner Marcus Mueller und Ansel Haugsjaa beträgt 0,101 Sekunden. Rekordweltmeister Toni Eggert und Florian Müller lauern auf Rang vier (+0,097).Eine Silbermedaille würde Wendl und Arlt schon reichen, um an Deutschlands Rekord-Winterolympionikin Natalie Geisenberger (6x Gold, 1x Bronze) vorbeizuziehen. Doch das mit drei Weltcupsiegen in Folge angereiste Duo will eigentlich mehr: Seit Sotschi 2014 sind die beiden 38-Jährigen bei Olympia im Doppelsitzer und in der Teamstaffel mit Deutschland ungeschlagen. Nach den Triumphen von Max Langenhan und Julia Taubitz droht den deutschen Rodlern im Eiskanal nun die erste Niederlage. Zweiter eines extrem engen Rennens sind die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl (+0,003), die Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner (+0,017) liegen auf Bronzekurs.Für Wendl/Arlt ist ein weiterer Rekord in Gefahr: Mit den Goldmedaillen sieben und acht könnten sie mit den norwegischen Ikonen Ole Einar Björndalen (Biathlon), Björn Dählie und Marit Björgen (beide Langlauf) als erfolgreichste Winterolympioniken gleichziehen. Rekorde treiben das Duo aber nicht mehr an. „Wir wollen eine geile Show liefern\", hatte Wendl vor dem Rennen gesagt – der erste Lauf war aber nicht perfekt. Im Training hatte sich zudem gezeigt, dass das Material der Bayern nicht optimal läuft.Die Weltmeister Paul Gubitz und Hannes Orlamünder sind in Cortina derweil nur Zuschauer: In der internen Qualifikation hatte es hinter Wendl/Arlt und Eggert/Müller nur zu Rang drei gereicht. (sid)
Vinzenz Geiger hat den Besuch von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry bei der Nordischen Kombination nach einem persönlichen Gespräch sehr positiv bewertet. Coventry, die bei der ersten Entscheidung der um die Olympia-Zukunft kämpfenden Sportart im Langlaufstadion dabei war, habe laut Geiger „geschwärmt“.Der Oberstdorfer sagte: „Sie hat geschwärmt, dass es super aufregend war. Dass wir es leicht aussehen lassen haben. Ihr haben die Zuschauer gefallen. Sie hat sehr positiv geklungen. Ich hoffe, mal dass es ein positives Zeichen für unseren Sport ist.“ Er nehme ein „positives Gefühl mit“, sagte der 28-Jährige.Ski-Weltverbandspräsident Johan Eliasch, der das Rennen gemeinsam mit Coventry in Tesero verfolgte, sah das ähnlich. „Sie war sehr enthusiastisch. Sie hatte großes Interesse und ist oft von ihrem Platz aufgestanden und hat applaudiert. Ich denke, ihr hat gefallen, was sie gesehen hat“, sagte er. Auch Julian Schmid, der bei dem Gespräch ebenfalls dabei war, äußerte sich zuversichtlich. Er sprach nach dem Olympiasieg des Norwegers Jens Luraas Oftebro, bei dem Johannes Rydzek als bester Deutscher Achter wurde, von „Werbung für unseren Sport“.Rydzek sah das genauso. Hätte er mit Coventry gesprochen, hätte er der 42-Jährigen allerdings nach eigenen Angaben mit Blick auf die bei den Winterspielen fehlenden Frauen auch gesagt, „dass das leider nur die halbe Kombination heute war. Der andere Teil sitzt leider daheim vor dem Fernseher und drückt uns die Daumen. Sie hätten es genauso verdient.“ Als einzige Sportart bei den Winterspielen sind in der Kombination keine Frauen zugelassen. Noch ist offen, ob für die nächste Ausgabe des Großereignisses Athletinnen aufgenommen werden oder ob die Kombination vielleicht sogar ganz aus dem Programm genommen wird.„Es ist kein Szenario möglich, dass Frauen nicht dabei sein werden“, sagte Eliasch. „Ich garantiere, dass ich um die Sportart kämpfen werde. Wir werden alles Mögliche tun, damit diese Sportart im Kalender bleibt - für eine lange Zeit.“ Die Entscheidung trifft allerdings das IOC. Sie soll in der Sommerpause fallen. (dpa)