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08.02.2026
11:04 Uhr
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Scharfe Kritik nach Krawallen in Mailand +++ Erste deutsche Medaille am Sonntag? +++ Ärger um Niederlandes Eisschnelllauf-Star +++ Schlager wieder populär +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Snowboard-Hoffnung Ramona Hofmeister hat vor den entscheidenden Rennen im Parallel-Riesenslalom noch Luft nach oben. Die 29-Jährige aus Bischofswiesen kam in der Qualifikation nach einem durchwachsenen ersten von zwei Läufen auf den siebten Rang und verpasste damit eine optimale Ausgangslage für den Kampf um die Medaillen.Auch Cheyenne Loch schaffte als 15. gerade noch den Sprung unter die besten 16, Melanie Hochreiter und Mathilda Scheid schieden aus. Die zweifache Olympiasiegerin Ester Ledecka (Tschechien) unterstrich als Erste derweil ihre Gold-Ambitionen. „Mit der ersten Runde war ich nicht ganz zufrieden. Im Finale ist aber alles drin, ich freue mich drauf“, sagte Hofmeister im ZDF. Nach der Qualifikation fahren die Athletinnen – beginnend mit dem Achtelfinale – in direkten Duellen gegeneinander. Nur die Siegerin zieht in die nächste Runde ein. Die Finalläufe starten um 13.00 Uhr.Hofmeister, die 2018 in Pyeongchang Olympia-Bronze geholt hatte, war nach einem Bruch des Sprungbeins im September erst Anfang des Jahres in den Weltcup zurückgekehrt. Bei ihrem Comeback fuhr sie direkt auf Platz eins, in vier weiteren Rennen vor Olympia folgten ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang. (dpa)
Der niederländische Eisschnelllauf-Star Jutta Leerdam hat im Rahmen der Winterspiele vor Journalisten für Aufregung gesorgt. Die 27-Jährige lehnte zwei Tage vor der Medaillenentscheidung über die 1000 Meter am Montag in Mailand nach einem Interview mit der niederländischen Rundfunkanstalt NOS weitere Gespräche mit schreibenden Journalisten ab, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.Leerdam, die auf ihren eigenen Social-Media-Kanälen sehr aktiv ist, hatte sich zuvor schon geweigert, mit der Presse zu sprechen. Daraufhin hatte die niederländische Sportpresse Beschwerde eingelegt. Leerdam ruderte zunächst zurück und kündigte an, am Samstag mit den Medien zu reden. Sie habe ihre Entscheidung revidiert, weil sie „keine große Welle daraus machen wollte“, erklärte sie in einem NOS-Interview. Doch dann gab es wieder die Rolle rückwärts.Leerdam ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten bei diesen Winterspielen – und das nicht nur aufgrund ihrer Erfolge. Allein auf Instagram hat die siebenmalige Weltmeisterin rund fünf Millionen Follower. Zudem ist sie die Verlobte des US-Influencers Jake Paul, der auch für seine Boxkämpfe – zuletzt gegen den ehemaligen Weltmeister Anthony Joshua – bekannt ist.„Vor einer Weltmeisterschaft spreche ich auch öfter nicht mit den Medien. Ich habe nicht besonders viel zu erzählen, bin voll fokussiert und arbeite jeden Tag daran, auf dem Eis besser zu werden. Ich arbeite auf diesen Wettkampf hin, also habe ich eigentlich nicht sehr viel zu sagen“, wurde Leerdam von der NOS zitiert.Schon vor wenigen Tagen hatte Leerdam für Aufsehen gesorgt, als sie anders als ihre Teamkolleginnen mit einem Privatjet zu den Spielen gereist war. Auch das hatte Kritik in ihrem Heimatland zur Folge. (dpa)
Das israelische Bob-Team ist gut eine Woche vor den olympischen Rennen in Cortina Opfer eines Diebstahls geworden. „Während des Trainings wurde in das Apartment eingebrochen, Ausrüstung im Wert von Tausenden Dollar sowie Pässe wurden gestohlen“, schrieb Bob-Pilot Adam Edelman am Samstag auf der Plattform \"X\": „Was für eine Saison.“ Das Team habe noch am selben Tag die folgende Trainingseinheit dennoch absolvieren können.Der Einbruch habe sich „vor den Spielen in einer Unterkunft“ ereignet, sagte IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams am Sonntag: „Es lag damit nicht in unserem Zuständigkeitsbereich.“ Edelman wird im Zweier- (16./17. Februar) und im Viererbob (21./22. Februar) antreten, es sind besondere Rennen für den israelischen Sport: Erstmals ist das Land auf olympischer Bühne im Bobsport vertreten, 2022 noch hatte Edelman die Qualifikation knapp verpasst. Die persönliche Geschichte des 34-Jährigen ist ebenfalls außergewöhnlich. Der gebürtige Amerikaner nahm bereits an den Winterspielen 2018 teil, damals noch als Skeleton-Pilot. Edelman ist der erste Israeli, der sich in zwei verschiedenen Sportarten für Olympische Spiele qualifiziert hat. Noch Ende Januar fehlte dem Team das nötige Geld für Flüge und Equipment für die Teilnahme in Cortina d'Ampezzo, letztlich kam die Summe über einen Spendenaufruf zusammen. (dpa)
Nach Krawallen in Mailand rund um die Winterspiele hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni scharfe Kritik geübt. Beteiligte an den Ausschreitungen nannte sie in den sozialen Medien „Feinde Italiens und der Italiener“. Sie sorgten dafür, dass die Bilder der Krawalle „im Fernsehen auf der halben Welt“ gezeigt werden, schrieb die rechte Regierungschefin weiter und stellte einen Beitrag des US-Senders Fox dazu.Am Samstagabend hatte sich in der norditalienischen Metropole ein Protestmarsch von mehr als 3000 Menschen in Richtung des olympischen Dorfes aufgemacht. Dabei warfen Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung der Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab dabei sechs Festnahmen.Meloni erwähnte auch einen Vorfall auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn im Norden des Landes. An drei Stellen des Netzes waren am Samstag Beschädigungen entdeckt worden, was für erhebliche Probleme im Bahnverkehr sorgte. Ermittler schließen nicht aus, dass es sich wie zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris dabei um Sabotageakte handeln könnte.„Tausende und Abertausende Italiener arbeiten in diesen Stunden daran, dass während der Olympischen Spiele alles funktioniert“, schrieb Meloni in ihrem Instagram-Post. Viele von ihnen seien als Freiwillige unterwegs, „weil sie möchten, dass ihre Nation einen guten Eindruck macht, bewundert und respektiert wird“. Ihnen gegenüber stünden die von ihr als Feinde bezeichneten Leute, die „gegen die Olympischen Spiele“ demonstrierten, so die Politikerin. (dpa)
Gibt es heute die erste deutsche Medaille bei diesen Winterspielen? Gut möglich. Denn es gibt einige Chancen. In insgesamt acht Wettbewerben fallen an diesem Sonntag die Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze.
Im Kampf gegen ihre vorläufige Dopingsperre bekommt die italienische Biathletin Rebecca Passler bei den Winterspielen im eigenen Land moralische Unterstützung von ihren Teamkolleginnen. „Ich habe ihr natürlich eine Nachricht geschrieben, weil ich ihr in diesem schwierigen Moment nahe sein wollte“, sagte die frühere Weltmeisterin Dorothea Wierer in Antholz. Passler sei eine „tolle Person“, die Unterstützung verdient, ergänzte die 35-Jährige, die zweimal den Gesamtweltcup gewann. „Mehr können wir im Moment nicht tun. Wir können nur abwarten und ihr eine große Umarmung schicken.“Die 24 Jahre alte Passler will ihre Sperre nicht akzeptieren und reichte beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einen entsprechenden Antrag dagegen ein. Schon am kommenden Dienstag wird sie deswegen angehört. Das teilte die Ad-hoc-Kammer des Cas bei den Winterspielen in Mailand mit. (dpa)
Die Winterspiele machen auch italienische Schlager wieder populär, die ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Am ersten Tag wurde an vielen Wettkampfstätten von den Zuschauern vor allem „Nel blu, dipinto di blu“ mitgesungen, das international besser als „Volare“ bekannt ist.Das Lied aus dem Jahr 1958 – im Original von Domenico Modugno und Johnny Dorelli – war auch Bestandteil der zentralen Eröffnungsfeier im San-Siro-Stadion in Mailand. Allerdings gab es an der Interpretation durch die US-Popdiva Mariah Carey einige Kritik. Auch dass der italienische Text für die Amerikanerin in Lautsprache auf dem Teleprompter lief, sorgte für Spott.Bei den Wettkämpfen war des Öfteren auch der Klassiker „Azzurro“ von Adriano Celentano zu hören. Bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben spielte ihn eine Blasmusik-Band aus den Niederlanden. Bei der Eröffnungsfeier hatten sich die Organisatoren für einen anderen Celentano-Song entschieden, den Titel „Prisencolinensinainciusol“, der sich zwar sehr englisch anhört, aber in einer erfundenen Sprache geschrieben ist.Celentano kommt aus Mailand. Zur Eröffnung der Spiele in seiner Heimatstadt trat der inzwischen 88-Jährige aber nicht in Erscheinung. Am Rande der Wettkämpfe liefen auch oft auch „Felicità“ von Al Bano und Romina Power sowie „Sarà perché ti amo“ von Ricchi e Poveri vom Band. (dpa)
Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin hat im Teamwettbewerb den ersten Rückschlag bei den Olympischen Spielen in Italien hinnehmen müssen. Das US-Wunderkind belegte im Kurzprogramm mit 98,00 Punkten nur den zweiten Platz und hatte mehr als zehn Zähler Rückstand auf den Japaner Yuma Kagiyama, der mit einer fulminanten Darbietung auf 108,67 Punkte kam. Malinin, der wegen seiner vielen Vierfachsprünge auch als „Vierfach-Gott“ bezeichnet wird, zeigte in Mailand ungewöhnliche Schwächen – unter anderem beim dreifachen Axel. Auf Gold-Kurs ist der 21-Jährige mit den USA aber trotzdem. Zur Halbzeit führt der Topfavorit mit 34 Punkten knapp vor Japan (33 Punkte). Den dritten Platz belegt nach dem Rhythmustanz im Eistanz sowie den Kurzprogrammen bei den Paaren, Frauen und Männern mit 28 Zählern Gastgeber Italien. Insgesamt zehn Nationen nahmen am Wettbewerb teil. Dabei werden für die Gesamtpunktzahl die Platzierungen zusammengerechnet – für einen Sieg gibt es die meisten Punkte, für den letzten Platz die wenigsten. Für die Kürprogramme qualifizierten sich die besten fünf Teams. Die Entscheidung fällt am Sonntagabend (21.55 Uhr) mit der Kür der Männer. Das deutsche Team hatte sich nicht qualifiziert. (dpa)
Katharina Schmid zuckte enttäuscht mit den Schultern, Selina Freitag lächelte gequält: Die deutschen Skispringerinnen haben ausgerechnet zum Olympia-Auftakt einen der schwächsten Wettkämpfe der Saison abgeliefert. Beim überraschenden Sieg der Norwegerin Anna Odine Ström war mehr als Rang sieben für Freitag nicht drin, die erhoffte Medaille weit entfernt. „Ich hatte ein bisschen Pech, es war bei mir vielleicht nicht ganz so locker“, sagte Schmid, die bei der Eröffnungsfeier 24 Stunden zuvor an gleicher Stelle die deutsche Fahne getragen hatte. Für die zweimalige Olympia-Zweite stand am Ende Rang 16 auf der Normalschanze von Predazzo. Zweitbeste Deutsche war Agnes Reisch auf Rang neun. Nicht zu schlagen war Ström, die mit Flügen auf 100,0 und 101,0 m Topfavoritin Nika Prevc auf Rang zwei verwies. Nozomi Maruyama aus Japan holte Bronze. Weltmeisterin Prevc brach nach dem Wettkampf in Tränen aus, denn Teil eins der erwarteten Prevc-Festspiele in Italien ist misslungen. Bruder Domen kann es am Montag an gleicher Stelle besser machen. Für das DSV-Team endete derweil eine beeindruckende Serie: Bei der vierten Olympia-Entscheidung der Geschichte stand erstmals keine Deutsche auf dem Podest. Carina Vogt hatte bei der Premiere 2014 Gold gewonnen, 2018 und 2022 holte Schmid jeweils Silber. „Ich glaube, im Moment bin ich ein bisschen enttäuscht“, sagte Schmid nach dem mäßigen Start in das letzte Großereignis ihrer Karriere. Reisch sah das ähnlich: „ich habe meine Leistung gezeigt – aber ich habe mir schon ein höheres Ziel gesetzt als Platz neun.“ Juliane Seyfarth verpasste als 32. sogar den zweiten Durchgang. Bundestrainer Heinz Kuttin hatte sich nach den starken Vorleistungen durchaus mehr erhofft. „Selina und Agnes sind richtig gut drauf, beide haben richtig gute Medaillenchancen“, hatte der Österreicher vor dem Wettkampf gesagt. Reisch, Freitag und Schmid hatten in dieser Saison alle schon das Podest erreicht. Doch auf dem kleinen Bakken reichte es nicht zum großen Wurf, schon nach dem ersten Durchgang waren die Chancen quasi dahin. Reisch und Freitag empfahlen sich aber zumindest für einen Platz im Mixed am Dienstag, in diesem geht jede Nation mit zwei Männern und zwei Frauen an den Start. Freitag und Co. haben in Italien noch zwei weitere Medaillenchancen: Nach dem Mixed wird am 15. Februar erstmals eine Olympiasiegerin von der Großschanze gekürt. (sid)
Finnlands Eishockey-Frauen sind nach dem Norovirus-Ausbruch in ihrem ersten Turnierspiel bei den Olympischen Spielen chancenlos geblieben. Die Bronzemedaillengewinnerinnen von 2022 verloren gegen den Favoriten USA mit 0:5 (0:1, 0:3, 0:1).Die finnische Mannschaft hätte eigentlich am Donnerstagabend gegen Kanada spielen sollen. Nachdem der Großteil des Teams aber erkrankt war, hatte das IOC das Duell mit den Olympiasiegerinnen von Peking auf den 12. Februar (14.30 Uhr) verlegt. Laut finnischem Verband wären lediglich acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen einsatzbereit gewesen, die restlichen 13 Spielerinnen seien von der Durchfallerkrankung betroffen gewesen.Die Amerikanerinnen hatten vor den Augen von US-Vizepräsident JD Vance gegen die geschwächten Finninnen nur wenig Mühe. Insgesamt standen 49:11 Schüsse in der Statistik. Kapitänin Hilary Knight stellte mit dem 4:0 den Rekord für die meisten Tore bei Winterspielen des Team USA ein, mit 14 Treffern liegt die 36-Jährige nun gleichauf mit Katie King and Natalie Darwitz.Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel liegen die USA bereits früh auf Kurs. In der Top-Gruppe A stehen alle fünf Teams bereits im Viertelfinale, in dem Goldfavorit USA auch auf die deutsche Auswahl treffen könnte. (sid)
Bei einer Demonstration am Rande der Olympischen Winterspiele ist es in Mailand zu Krawallen gekommen. Nach einem Protestmarsch von mehr als 3.000 Menschen in Richtung des olympischen Dorfes warfen einige Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab mindestens fünf vorläufige Festnahmen.Der Protest richtete sich unter anderem gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Die Polizei sprach von etwa 3.000 Teilnehmern. Nach anderen Schätzungen waren es etwa 5.000. Bei dem Demonstrationszug waren – wie bei früheren Märschen – wieder Plakate wie „ICE out“ («ICE raus») oder „ICE=SS“ zu sehen. Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden. In der US-Delegation sollen sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern. Italiens rechte Regierung betonte mehrfach, dass die ICE-Angehörigen auf den Straßen nicht zum Einsatz kämen. Insgesamt werden rund um die Spiele mehr als 6.000 italienische Sicherheitskräfte eingesetzt. Vor einer Woche waren bei einer Kundgebung von Autonomen in der früheren Olympiastadt Turin mehr als 100 Menschen verletzt worden. (dpa)
Die italienische Biathletin Rebecca Passler geht gegen ihre vorläufige Dopingsperre vor. Die 24-Jährige reichte beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einen Antrag ein und wird schon am kommenden Dienstag angehört. Das teilte die Ad-hoc-Kammer des Cas bei den Winterspielen in Mailand mit.Passler fordert den Angaben zufolge, die Sperre wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in ihrer Heimat Antholz zu ermöglichen. Sie war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar laut Italiens Anti-Doping-Behörde positiv auf Letrozol getestet worden.Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Die Biathletin argumentiert laut Cas-Mitteilung, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. (dpa)
Eisschnellläuferin Francesca Lollobrigida hat über die 3000 Meter sensationell das erste Gold für Olympia-Gastgeber Italien gewonnen. Die 35-Jährige siegte an ihrem Geburtstag in Mailand in einer olympischen Rekordzeit von 3:54,28 Minuten vor Ragne Wiklund aus Norwegen (3:56,54 Minuten) und der Kanadierin Valérie Maltais (3:56,93 Minuten). Lollobrigida, die die Großnichte der berühmten Schauspielerin Gina Lollobrigida ist, ist die erste italienische Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in der Geschichte der Spiele. Die Niederlande um Topfavoritin Joy Beune ging überraschend leer aus. Beune enttäuschte als Vierte. Josie Hofmann als einzige deutsche Teilnehmerin landete im Milano Speed Skating Stadium vor den Augen der früheren Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in 4:06,54 Minuten auf dem 14. Platz. Die Olympiasiegerin von 2010 über die 3000 Meter, Martina Sablikova aus Tschechien, musste ihren Start krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Es sei die „schwerste sportliche Entscheidung“ ihres Lebens gewesen, äußerte Sablikova auf Instagram. (dpa)
Die ersehnte Medaille bei den Winterspielen von Mailand und Cortina ist für Rodler Felix Loch in weite Ferne gerückt. Der Goldfavorit patzte im ersten von vier Läufen schwer und liegt zur Halbzeit der olympischen Rodelrennen nur auf Rang acht. Vor den beiden abschließenden Läufen an diesem Sonntag hat der 36-Jährige aus Berchtesgaden 0,919 Sekunden Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen Max Langenhan. Trotz Startrekord in 3,497 Sekunden berührte der Weltcup-Gesamtführende Loch oben eine Bande und verlor somit viel Geschwindigkeit. So schüttelte der dreimalige Olympiasieger im Ziel nur den Kopf. Die erhoffte Aufholjagd im zweiten Durchgang blieb aus, sein Rückstand auf die Medaillenränge wuchs weiter an.„Es wollte einfach nicht“, sagte Loch: „Es ist bitter, wenn es bei Olympia passiert. Aber es geht morgen weiter, da müssen alle noch zweimal runter.“ Nun werde er sich „bei einem Bierchen“ überlegen, was er noch verändern kann. Loch mutmaßte, das Setup sei nicht das richtige gewesen: „Vielleicht finden wir irgendwo noch eine Zehntel, aber mehr wird am Ende nicht möglich sein. Die Zeit verliere ich von oben bis unten.“ Langenhan sei „stark gefahren“, ergänzte er anerkennend – nun werde er ihm „die Daumen drücken“.Besser machte es Weltmeister Langenhan vom BRC Friedrichroda. Der mit Startnummer eins ins Rennen gegangenen 26-Jährige zauberte gleich einen Bahnrekord ins Eis des neu gebauten Cortina Sliding Centres und verbesserte diese Bestmarke im zweiten Durchgang noch einmal.Zweiter vor den beiden entscheidenden Läufen am Sonntag ist der Österreicher Jonas Müller, der bislang drei Rennen in dieser Saison gewann. Er hat 0,162 Sekunden Rückstand auf Langenhan. Auf Rang drei folgt der Italiener Dominik Fischnaller, der in Peking vor vier Jahren Bronze holte. Der Chemnitzer Timon Grancagnolo liegt auf Rang neun direkt hinter Loch. (dpa)