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22.02.2026
15:38 Uhr
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Russin Neprjajeva nimmt versehentlich Ski von Henning Dotzler +++ Deutsche Bobpiloten holen Gold und Silber im Eiskanal +++ Ski-Star Vonn postet weiter aus dem Krankenhaus +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Der unabhängige Verein Athleten Deutschland drängt nach den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina auf Reformen im deutschen Sport. „Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt: zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten für Athletinnen und Athleten“, heißt es in einer Stellungnahme des Lobbyvereins am Sonntag.Geschäftsführer Johannes Herber sagte: „Das Sportfördergesetz und die geplante Spitzensportagentur sind ein erster Schritt, um die Förderung stringenter und zielgerichteter zu gestalten.“ Gleichzeitig müsse die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen. „Dazu gehört der Ausbau der sozialen Absicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung. 800 Euro Sporthilfe-Förderung sind als Mitglied des Olympiakaders entschieden zu wenig, um professionell und fokussiert Sport auf Weltspitzenniveau zu betreiben.“Das deutsche Team war in Italien mit 26 Medaillen (8xGold, 10xSilber, 8xBronze) unter den Erwartungen geblieben und im Medaillenspiegel nur auf Platz fünf gelandet. Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) warnte in ihrem Fazit jedoch bereits vor den bekannten Reflexen. „Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen“, sagte die Politikerin.Weiteren Reformbedarf sehen auch die Athleten Deutschland – und nannten Good Governance in den Verbänden und den Schutz der Sportlerinnen und Sportler „in starken Abhängigkeitsverhältnissen“ als Kernthemen. Zunehmend, ergänzte der Verein, werde auch der Hass in den Sozialen Netzwerken zum Problem. „Hatespeech ist kein Randphänomen, sondern eine reale Belastung“, sagte Herber und nannte die „Fürsorgepflicht“ der Verbände. Den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lobte er für den „KI-Filter gegen Beleidigungen und Drohungen“. (sid)
Olympia 2026: Ist das IOC unter Kirsty Coventry fit für die Zukunft?
Nach ihrem schlimmen Unfall im Shorttrack bei Olympia hat die Polin Kamila Sellier ihre amerikanischen Kontrahentin Kristen Santos-Griswold in Schutz genommen. „Ich möchte euch freundlich bitten, ihr keine Vorwürfe zu machen. Bitte denkt daran, dass Unfälle passieren können und niemand beabsichtigt hat, dass das geschieht“, schrieb Sellier auf Instagram. Der 25-Jährigen sei zu Ohren gekommen, dass Santos-Griswold die Schuld für den Unfall gegeben werde. Solche Risiken seien aber Teil des Sports, schrieb Sellier. „Und ich bin mir dieser jedes Mal bewusst, wenn ich das Eis betrete.“Sellier war am Freitag im olympischen Viertelfinale über 1.500 Meter zu Fall gekommen. Dabei schlitterte sie so unglücklich über das Eis, dass sie von der hinteren Kufenkante der noch laufenden Santos-Griswold unter dem linken Auge getroffen wurde. Das Rennen war sofort abgebrochen worden. Sellier wurde gleich auf dem Eis versorgt. Sie kam anschließend ins Krankenhaus und wurde dort operiert.„Lasst uns einander unterstützen, anstatt mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Lasst uns Freundlichkeit statt Hass wählen“, schrieb Sellier und richtete sich noch mit ein paar Worten direkt an Santos-Griswold. „Ich schicke dir ganz viel Liebe und Umarmungen. Ich weiß, dass es auch für dich keine einfache Zeit ist.“ (dpa)
Deutsche Bilanz bei Olympia 2026: Das größte Problem sind nicht die Athleten
Schwedens Curlerinnen haben bei Olympia in Cortina d'Ampezzo die Goldmedaille gewonnen. Das Team um Skip Anna Hasselborg setzte sich bei der vorletzten Entscheidung der Winterspiele im Finale 6:5 gegen die Schweiz durch. Für die Schwedinnen ist es bereits der vierte Olympiasieg, die abermals starke Hasselborg durfte nach 2018 zum zweiten Mal jubeln. (sid)
Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein ist unzufrieden mit dem Abschneiden der deutschen Olympia-Mannschaft bei den Winterspielen von Mailand und Cortina. In ihrem Fazit am Sonntag gratulierte die CDU-Politikerin den erfolgreichen Athletinnen und Athleten zunächst und hielt dann fest: „Deutschland ist und bleibt eine Wintersportnation. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir in der Gesamtbilanz unseren eigenen Ansprüchen bei den Winterspielen 2026 nicht gerecht geworden sind.“Das Ziel sei ein Platz unter den besten drei Nationen im Winter, mit acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen reichte es für das Team des deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) letztlich nur zu Rang fünf. „Die Ergebnisse aus Italien sind deshalb auch ein klarer Handlungsauftrag, unsere geplanten Reformen weiter voranzutreiben“, sagte Schenderlein: „Das gilt insbesondere für das Sportfördergesetz.“Schenderlein gab zudem dem DOSB einen Ratschlag mit auf den Rückweg aus Italien. „Auch der organisierte Sport sollte das Momentum jetzt nutzen, gemeinsam mit einer professionell aufgestellten Spitzensport-Agentur die nötigen Reformen anzustoßen“, sagte sie und mahnte zur Zurückhaltung bei den bekannten Reflexen: „Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen.“ (sid)
Nach einem Fehler beim Skiwechsel im Langlaufrennen ist die unter neutraler Flagge startende Russin Darija Neprjajeva nachträglich disqualifiziert worden. Sie hatte während des Rennens versehentlich die Skier von Katharina Hennig Dotzler genommen. Laut der offiziellen Ergebnisliste der Olympischen Winterspiele war die 23-Jährige etwa eine halbe Stunde nach dem Rennen nicht mehr in der Platzierung aufgeführt. Stattdessen standen hinter ihrem Namen die Buchstaben „DSQ“ für disqualifiziert. Henning Dotzler absolvierte die 50 Kilometer lange Strecke in 2:25:16 Stunden und belegte damit einen achtbaren neunten Platz. Von dem Wechselfehler bekam sie nach Angaben ihres Teams nichts mit.„Sowas habe ich auch noch nicht erlebt“, hatte der deutsche Teamchef Peter Schlickenrieder den ungewöhnlichen Fauxpas im ZDF kommentiert. Wenn die Skier von der Konkurrentin genommen würden, sei das „ein mittleres Desaster“.Im Rennen über 50 Kilometer ist es üblich, dass die Sportlerinnen die Skier zwischendurch wechseln. So machte es auch Neprjajeva, nutzte aber die falsche Wechselbox und griff daher zum falschen Material. Die deutschen Skitechniker bemühten sich um schnellen Ersatz. Rund 20 Kilometer vor dem Ende des Rennens konnte Hennig Dotzler dann ihre Skier wechseln. „Katha hat nichts mitbekommen. Das war just in time“, sagte Schlickenrieder.Der 56-Jährige hatte sofort eine Disqualifikation gefordert. „Das geht nicht. Das wäre ja dann die nächste Taktik: Dass ich mir ausgucke, wer hat denn in der ersten Runde den besten Ski und nehme mir dann den Ski von der Konkurrentin“, sagte Schlickenrieder. „Das ist, wie wenn man bei der Formel 1 in die falsche Boxengasse fährt, wenn der Ferrari beim McLaren reinfährt.“Cheftechniker Lukas Ernst schilderte die Situation aus seiner Sicht. „Das Problem war, dass es der letzte Wettkampftag ist. Irgendwann ist einfach Schluss, und das war in diesem Fall fünf Minuten vor dem Start“, sagte er. „Zu diesem Zeitpunkt war das Technikerteam bereits in der Mittagspause, der Wachstruck war im Prinzip heruntergefahren. Wir mussten also alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen.“Ernst ergänzte: „Jedes Bügeleisen, jede Wanne, jede Rotorbürste war bereits eingepackt. Da braucht man erst einmal Rüstzeit, bevor man überhaupt wieder anfangen kann, einen Ski zu wachsen. Das war schon eine echte Herausforderung.“ (dpa/shüs.)
Olympia 2026: Getränkeverkäuferin über Alltag in Eishockey-Halle
Die Schwedin Ebba Andersson ist die erste Olympiasiegerin im Langlauf über 50 Kilometer. Die 28-Jährige setzte sich bei der Winterspiele-Premiere der Distanz für Frauen mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor Silbergewinnerin Heidi Weng aus Norwegen durch. Bronze gewann die Schweizerin Nadja Kälin. Außer in der Staffel hat Schweden bei diesen Winterspielen alle Langlauftitel bei den Frauen gewonnen. (dpa)
Im letzten Versuch hat sich Freestyle-Star Eileen Gu bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien doch noch ihr ersehntes Gold geschnappt. Nach zwei Silbermedaillen im Slopestyle und im Big Air wiederholte die für China startende Gu am Sonntag in der Halfpipe ihren Olympiasieg von 2022. Mit 94,75 Punkten für ihren besten Lauf setzte sie sich im Livigno Snow Park vor ihrer Landsfrau Li Fanghui (93,00) und der Britin Zoe Atkin (92,50) durch. Gu stand im Wettkampf zu Beginn unter Druck, nach Problemen bei ihrem ersten Trick im ersten Run reihte sie sich zunächst nur auf Rang acht ein. Im zweiten Versuch zeigte sie dann ihr ganzes Können und setzte sich an die Spitze des Feldes, bevor sie sich im dritten Run nochmal um 0,75 Punkte verbesserte.Die 22-Jährige hat in ihrer Karriere insgesamt drei Goldmedaillen und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen gewonnen und ist damit nun allein und geschlechterübergreifend die erfolgreichste Freeski-Athletin der bisherigen Geschichte. Mit ihrem Gold am Sonntag übertrumpfte sie den kanadischen Aerials-Athleten Mikael Kingsbury, der in seiner Laufbahn zwei olympische Gold- und drei Silbermedaillen geholt hat. (sid)
Mit einer freiwilligen Aufgabe nach zwei von vier Durchgängen hat Israels Viererbob am letzten Tag der Olympischen Winterspiele für Wirbel gesorgt. Wie das israelische Olympia-Komitee (OCI) gegenüber der „Times of Israel“ mitteilte, sah es sich zur Abmeldung seines eigenen Teams gezwungen, da dieses einen Fahrer auf unerlaubte Weise auswechseln wollte. Das entspricht den Informationen der Deutschen Presse-Agentur, wonach das Team nicht vom Bob- und Skeleton-Weltverband disqualifiziert worden war, sondern sich selbst aus dem Wettbewerb nahm.Israel war am Samstag mit dem Team bestehend aus AJ Edelman, Menachem Chen, Uri Zisman und Omer Katz in den ersten beiden Läufen des Wettbewerbs angetreten und lag auf dem 24. Rang. Im dritten Lauf am Sonntagmorgen startete die Auswahl dann nicht mehr. Wie das israelische Olympische-Komitee in der „Times of Israel“ erklärte, habe Zisman eine Krankheit vorgetäuscht, um seinem Teamkollegen und Ersatzfahrer Ward Fawarseh die Teilnahme an seiner Stelle zu ermöglichen. Später soll der Fahrer die Lüge zugegeben haben, erklärte das OCI und bezeichnete das Verhalten als „unangemessen“ und als Verstoß „gegen faire und sportliche Verhaltensweisen“.Auf Instagram meldete sich Pilot Edelman, ging aber nicht konkret auf den Vorwurf der Lüge ein. „Da unsere Platzierung vor dem letzten Lauf so gut wie feststand, war es uns wichtiger, dass unser Ersatzmann die Möglichkeit hatte, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das Team entschied sich für den Wechsel“, schrieb der Bobfahrer. (dpa)
Die Bobfahrerinnen Laura Nolte und Deborah Levi haben ihren zweiten Gold-Coup im Zweierbob nach Peking 2022 im Deutschen Haus ausgiebig gefeiert. „Wir sind voll am Genießen, das jetzt geschafft zu haben und vor allem dann den Moment mit Familie und Freunden teilen zu können“, sagte Nolte, die ihre olympische Zukunft in vier Jahren noch offen lässt. 2030 werden die Medaillen in den französischen Alpen vergeben. „In La Plagne haben wir unseren ersten Weltcupsieg zusammen geholt. Doch vier Jahre sind noch weit weg. Schauen wir mal“, sagte die 27 Jahre alte Pilotin und gab Einblick in ihre Zukunftsplanungen: „Wir wollten 2026 eigentlich aufhören. Ich glaube, das haben wir uns beide so ein bisschen anders überlegt. Es macht einfach nur super viel Spaß“, betonte Nolte. (dpa)
Der Sommer-Rekordler huldigt dem Winter-Rekordler: Schwimm-Ikone Michael Phelps hat dem norwegischen Skilanglaufstar Johannes Hoesflot Klaebo nach dessen sechstem Gold bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina gratuliert. „Herzlichen Glückwunsch an Johannes, der nun zu einem erlesenen Kreis gehört“, schrieb der 40 Jahre alte US-Amerikaner in einer Botschaft an das norwegische Fernsehen.Phelps, der in seiner Karriere 23 Goldmedaillen gewann, und Klaebo, der auf elf kommt, sind die einzigen Sportler in der bisherigen olympischen Geschichte, die Siege in zweistelliger Zahl gesammelt haben.„Es ist unglaublich, die Gelegenheit zu haben, etwas zu sehen, was seit Beginn der olympischen Geschichte nur wenigen gelungen ist“, schrieb Phelps: „Ich weiß, wie viel harte Arbeit und Hingabe dahinter stecken.“ (sid)