FAZ 14.02.2026
21:45 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Komplett unnötig“: Raimund ärgert sich über Provokation


Zwei Medaillen im Eiskanal +++ Enttäuschung für Skispringer auf Großschanze +++ Deutschlands Eishockey-Frauen scheitern +++ „Kriminell“: Ärger nach Stürzen im Langlauf +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Komplett unnötig“: Raimund ärgert sich über Provokation

Nach ihrer Operation am Knie vor acht Tagen hat sich die deutsche Freeskierin Muriel Mohr den Traum vom Finale im Big Air nicht erfüllen können. Die 19-Jährige belegte in der Qualifikation am Samstagabend im Livigno Snow Park mit 138,50 Punkten nur Rang 15, für das Finalticket hätte sie unter die besten zwölf kommen müssen. Platz eins in der Qualifikation ging an die Kanadierin Megan Oldham (171,75 Punkte), Star und Topfavoritin Eileen Gu aus China wurde mit 170,75 Punkten Zweite. Die Entscheidung fällt am Montag um 19.30 Uhr.Mohr hatte wegen einer Verletzung, die sie sich in der vergangenen Woche im Slopestyle-Training zugezogen hatte, um ihre Quali-Teilnahme bangen müssen. Bei einer MRT-Untersuchung war ein kleiner eingeklemmter Meniskuslappen im linken Knie diagnostiziert worden, dieser wurde bei einem kleinen arthroskopischen Eingriff in München entfernt. Die Qualifikation im Slopestyle verpasste Mohr deshalb. Für ihren Start im Big Air gaben die Ärzte dann grünes Licht, Mohr gab am Freitag an, „schmerzfrei“ zu sein. Die Münchnerin hatte sich erst vor knapp einem Jahr einen Kreuzbandriss zugezogen, nach ihrem Comeback aber die Qualifikation für Olympia geschafft. (sid)

Olympia-Debütantin Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer haben im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo für die nächsten deutschen Medaillen gesorgt. Kreher raste bei der Skeleton-Entscheidung auf Platz zwei, lag nach vier Läufen 0,30 Sekunden hinter der österreichischen Olympia-Siegerin Janine Flock. Pfeifer hatte als Bronze-Gewinnerin 0,44 Sekunden Rückstand. Peking-Siegerin Hannah Neise belegte Rang vier.Mit einer Hypothek von 0,21 Sekunden auf Flock war Kreher in den Finallauf gegangen. Ein großer Rückstand, doch mit den Erinnerungen an Pyeongchang 2018 nicht unaufholbar. Damals lag Flock nach drei Läufen vorn, rutschte im Finale noch auf Platz vier ab. Doch dieses Mal erlaubte sich die 36-Jährige keinen Fehler und siegte souverän.Kreher zeigte die stabilste Leistung des deutschen Trios, doch zu einem zweiten Coup nach ihrem überraschenden WM-Gold von 2023 reichte es diesmal nicht. Die Sächsin, eine frühere 400-Meter-Läuferin, ist noch ohne Weltcup-Sieg und hatte sich erst im letzten Moment auf ihrer Heimbahn in Altenberg für die Spiele in Italien qualifiziert.Die deutsche Bilanz im neuen Eiskanal von Cortina wurde damit auf neun Medaillen aufgebessert. Im Skeleton-Wettbewerb der Männer hatten Axel Jungk (Silber) und Christopher Grotheer (Bronze) Edelmetall gewonnen. Zuvor hatte das Rodel-Team insgesamt fünf Medaillen abgeräumt. Die Skeleton-Wettbewerbe enden am Sonntag mit der olympischen Premiere der Team-Staffel. (dpa)

Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund hat fünf Tage nach seinem Gold auf der Normalschanze kaum noch Chancen auf eine weitere Medaille. In der Entscheidung von der Großschanze liegt der 25 Jahre alte Oberstdorfer nach dem ersten Durchgang in Predazzo mit einem Sprung auf 131,0 Meter (135,2 Punkte) nur auf Platz elf.Vom Podest trennen Raimund umgerechnet rund fünfeinhalb Meter. Die Führung eroberte der Japaner Ren Nikaido mit einem Sprung auf 140,0 Meter (154,0 Punkte) deutlich vor Sloweniens Topfavorit Domen Prevc (138,5 Meter/147,0 Punkte) und dem Norweger Kristoffer Eriksen Sundal (136,0/145,0).  Der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger darf nach 127,0 Meter als 16. noch auf eine gute Platzierung hoffen. Felix Hoffmann als 25. (126,0 Meter) und Pius Paschke als 29. (125,0 Meter) schafften nur knapp den Einzug in den zweiten Durchgang.Ausgeschieden sind unter anderem der Norweger Marius Lindvik (33.), der 2022 in Peking Olympia-Gold von der Großschanze geholt hatte, und Österreichs dreimaliger Einzel-Weltmeister Stefan Kraft (37.). (sid)

Die deutschen Skeleton-Pilotinnen Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer liegen vor dem abschließenden vierten Lauf auf Medaillenkurs. Kreher hat als Zweite 0,21 Sekunden Rückstand auf die führende Österreicherin Janine Flock. Pfeifer muss nach einem nicht fehlerfreien dritten Lauf 0,43 Sekunden aufholen. Vierte ist Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise mit 0,70 Sekunden Rückstand.Eine weitere deutsche Goldmedaille im Eiskanal ist nicht sehr wahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich. Schon in Pyeongchang vor acht Jahren führte Flock nach drei Läufen, fiel im Finale allerdings auf den vierten Platz zurück. (sid)

Olympia 2026: Biathletin Franziska Preuß schützt sich vor Magenproblemen

Die deutschen Eishockey-Frauen haben bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die Sensation verpasst und sind im Viertelfinale wie erwartet ausgeschieden. Die Mannschaft von Bundestrainer Jeff MacLeod verlor am Samstag das Duell gegen den überlegenen Mitfavoriten Kanada 1:5 (0:2, 0:1, 1:2).Franziska Feldmeier (49.) belohnte die Deutschen in Unterzahl für einen kämpferischen Auftritt mit dem Ehrentreffer. Zuvor hatten Brianne Jenner (2.), Claire Thompson (17.), Sarah Fillier (38.) und Blayre Turnbull (41.) die Kanadierinnen klar in Führung geschossen. Marie-Philip Poulin (56.) sorgte für den Endstand.Die deutsche Mannschaft hatte die Gruppe B der schwächer eingestuften Teams nach Siegen gegen Japan, Frankreich und Italien auf Platz zwei beendet. Den Auftakt gegen Schweden ging verloren. (sid)

US-Athlet Jordan Stolz hat bei den olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerben in Italien sein zweites Gold gewonnen. Drei Tage nach seinem Olympiasieg über die 1.000 Meter setzte er sich auch über die 500 Meter durch.Der 21-Jährige verwies mit einer olympischen Rekordzeit von 33,77 Sekunden Jenning de Boo aus den Niederlanden und den Kanadier Laurent Dubreuil auf die weiteren Ränge. Moritz Klein und Hendrik Dombek, die als Nachrücker ins Starterfeld gerutscht waren, hatten mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun. Klein belegte den 25. Platz, Dombek landete auf Rang 28.Zuvor verpassten die deutschen Eisschnellläuferinnen das Halbfinale in der Teamverfolgung und sind damit ohne Chance auf eine Medaille. In der Besetzung Josie Hofmann, Josephine Schlörb und Lea Sophie Scholz belegte das Trio den fünften Platz. Kanada, Japan, die Niederlande und die USA qualifizierten sich für die Medaillenentscheidung am Dienstag.Schon nach wenigen Metern hatte das deutsche Team quasi keine Chance mehr aufs Halbfinale, weil Schlörb beim Start aus dem Tritt kam, mit dem Schuh im Eis hängen blieb und um das Gleichgewicht kämpfen musste. Dieses Missgeschick habe Energie gekostet, sagte Schlörb. (dpa)

Nach den gesundheitlichen Problemen der deutschen Biathletinnen bei den Olympischen Winterspielen hat sich Franziska Preuß als Sicherheitsmaßnahme isoliert. „Ich bin jetzt auch in ein Einzelzimmer gegangen, um mich einfach nochmal zu schützen“, sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach ihrem siebten Platz im Sprint am Samstag. Bei der Gesamtweltcupsiegerin sei bislang alles „stabil“, nun hoffe sie, „dass es so bleibt“.Teamkollegin Janina Hettich-Walz hatte aufgrund von Magenproblemen das Rennen über 7,5 Kilometer verpasst, zuvor hatte auch Vanessa Voigt Probleme. DSV-Sportdirektor Felix Bitterling sieht aber keinen Grund zur Sorge. „Wir gehen davon aus, dass es kein Virus war, sondern dass wir einfach etwas Falsches gegessen haben“, sagte Bitterling.In Antholz teilt sich die deutsche Mannschaft in ihrer Unterkunft die Küche mit dem Team von Tschechien. „Es waren zweimal die gleichen Symptome zu mehr oder weniger gleicher Zeit“, so Bitterling: „Bei uns waren es Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz, bei den Tschechen waren es, glaube ich, eine Athletin und ein Betreuer.“Nun habe man „die Lage dahingehend stabilisiert, dass wir einfach ein bisschen separiert haben. Wir haben reinigen und desinfizieren lassen. Bis jetzt sind auch keine weiteren Fälle aufgetreten“, sagte der Sportdirektor. (sid)

Die deutschen Curling-Männer haben bei den Olympischen Winterspielen im vierten Spiel die zweite Niederlage kassiert. Das Team um Skip Marc Muskatewitz unterlag am Samstag in Cortina d'Ampezzo den USA mit 6:8 und liegt mit der Bilanz von 2:2 nun gleichauf mit dem Gegner, der sich bereits im ersten End eine 4:0-Führung erspielen konnte und von diesem Vorsprung zehrte.Erstmals seit Sotschi 2014 ist wieder ein deutsches Curling-Team bei Olympia dabei, erklärtes Ziel der Auswahl des kanadischen Trainers Ryan Sherrard sind die Top vier. Weiter geht es bereits am Sonntagmorgen (9.05 Uhr/ZDF und Eurosport) gegen Großbritannien.In der Round Robin treffen die deutschen Europameister von 2024 zudem noch auf Peking-Olympiasieger Schweden, Tschechien, die Schweiz und China. Die besten vier Teams ziehen ins Halbfinale ein, am 20. und 21. Februar geht es um die Medaillen. (sid) 

Ebba Andersson kämpfte auch rund zwei Stunden nach ihrem von einem heftigen Sturz zerstörten Rennen mit ihren Emotionen. „Es ist hart für mich, hier zu sitzen“, sagte die schwedische Langläuferin in Tesero mit feuchten Augen. „Der Plan ist, zurück ins Hotel zu gehen, eine Dusche zu nehmen und die negativen Gefühle von heute wegzuduschen“, erklärte die 28-Jährige.Andersson war die unfreiwillige Hauptdarstellerin einer spektakulären olympischen Staffel, fuhr zeitweise nur auf einem Ski. Beim überraschenden Gold der norwegischen 4 x 7,5 Kilometerstaffel kämpfte sich ihr favorisiertes Team nach Anderssons sportlichem Drama in einem verrückten Rennen noch vor Finnland zu Silber. Die deutsche Staffel kam mit Laura Gimmler (Oberstdorf), Katharina Hennig Dotzler (Oberwiesenthal), Helen Hoffmann (Oberhof) und Pia Fink (Bremelau) auf Rang vier.Schwer zu kämpfen hatten alle Nationen mit dem tiefen Schnee. Bei regnerischem Wetter stürzten bereits in der ersten Runde zahlreiche Läuferinnen. Auch die deutsche Staffel hatte einige Probleme. „Ich bin dankbar, in der Abfahrt stehen geblieben zu sein, weil es kriminell war“, sagte Katharina Hennig Dotzler nach ihrem Rennen.Andersson, zweifache Silbermedaillengewinnerin im Einzel, gelang das nicht. Sie überschlug sich als zweite Läuferin auf einer Abfahrt und verlor dabei einen Ski. Weil sich der Ski nicht mehr am Schuh anbringen ließ, musste sie über eine Minute lang auf einem Ski weiterfahren, während sie den anderen unter dem Arm hielt. Danach erhielt sie einen Ersatz-Ski. Beim nächsten Wechsel lagen die Schwedinnen, die vor dem Sturz Zweite waren, nur noch auf Rang acht. „Es sind keine Erinnerungen, an die ich mich zurückerinnern will. Es war ein harter Tag für mich und leider war es dadurch auch ein harter Tag für das Team“, sagte Andersson. „Aber wir teilen sowohl Siege als auch Zeiten, in denen es nicht so gut läuft. Heute war einer dieser Tage.“ Den Bedingungen gab sie nicht die Schuld: „Es lag alles an mir, nicht an den Bedingungen.“Die dritte Schwedin Frida Karlsson schaltete den Turbo ein und konnte die Top-Favoritinnen zumindest wieder auf Platz drei führen. Schlussläuferin Jonna Sundling sicherte dem enttäuschten Quartett noch Silber. An der Spitze lief Norwegen ein einsames Rennen: Heidi Weng sicherte die Goldmedaille souverän. Finnland jubelte über Bronze. (dpa) 

Das deutsche Biathlon-Team muss weiter auf die erste Einzelmedaille bei den Olympischen Winterspielen warten. Im Sprint der Frauen belegte Franziska Preuß als beste eines Quartetts in Antholz den siebten Platz. Die 31-Jährige leistete sich einen Schießfehler und landete im Ziel 1:00,1 Minuten hinter der fehlerfreien Überraschungs-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide aus Norwegen. Silber ging nach 7,5 Kilometern an Océane Michelon aus Frankreich (0 Fehler), Bronze an ihre Landsfrau Lou Jeanmonnot (1). Weltmeisterin Preuß wird es mit ihrem Rückstand schwer haben, in der Verfolgung am Sonntag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) die Podestplätze anzugreifen. Zum Auftakt hatte es für die Mixed-Staffel am vergangenen Sonntag die Bronzemedaille gegeben, in den folgenden insgesamt vier Einzelrennen reichte es weder für die Männer noch für die Frauen zum Sprung auf das Podest. Die besten Platzierungen waren ein vierter Rang von Vanessa Voigt und ein fünfter Platz von Philipp Nawrath jeweils im Einzel.Die bislang letzte deutsche Olympia-Medaille im Sprint der Frauen hatte die im vergangenen Juli bei einem Bergunfall gestorbene Laura Dahlmeier mit Gold 2018 in Pyeongchang geholt. (dpa) 

Skirennfahrer Lucas Pinheiro Braathen ist ein historischer Olympia-Coup gelungen. Mit seinem Sieg im Riesenslalom von Bormio errang der 25-Jährige die erste Medaille für Brasilien und für einen Südamerikaner bei Winterspielen überhaupt. Der Schweizer Superstar Marco Odermatt hatte 0,58 Sekunden Rückstand und musste sich mit Silber begnügen. Bronze ging an Odermatts Teamkollegen, den Slalom-Weltmeister Loic Meillard (+1,17).Bester Deutscher war Alexander Schmid auf Rang 13. Anton Grammel reihte sich knapp hinter dem Parallel-Weltmeister von 2023 auf Platz 15 ein. Fabian Gratz musste eine bittere Enttäuschung hinnehmen: Der 28-Jährige war nach dem ersten Lauf Zehnter, schied im Finale nach einem Fahrfehler aber aus. Der gebürtige Norweger Pinheiro Braathen startet seit 2024 für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter. Er ist eine der schillerndsten Figuren im alpinen Ski-Weltcup. In den Wochen vor den Winterspielen in Italien war er bereits gut in Form und fuhr im Riesenslalom gleich dreimal nacheinander auf das Podest.Odermatt, der Riesentorlauf-Olympiasieger von 2022 und langjährige Alpin-Dominator, beendet die Spiele in Italien indes ohne Goldmedaille. In der Team-Kombination hatte er zusammen mit Meillard Silber geholt, im Super-G Bronze. (dpa)

Im zweiten Vorrundenspiel bei den Olympischen Winterspielen haben bei den deutschen NHL-Stars die Nerven versagt. Eine viel zu schwache Chancenverwertung des deutschen Eishockey-Teams sorgte für das enttäuschende 3:4 (2:1, 0:1, 2:1) gegen Lettland. Im zweiten Vorrundenspiel in Mailand trafen nur Lukas Reichel (3. Minute), Lukas Kälble (17.) und Tim Stützle (58.) für das Team von Bundestrainer Harold Kreis.Lettland zeigte sich erheblich effizienter und gewann dank Toren von Dans Locmelis (16./29.), Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.). Bereits am Sonntag (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) steht das abschließende Gruppenspiel gegen Weltmeister USA an. Wahrscheinlich muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes am Dienstag dann in die Viertelfinal-Qualifikation.  Wie schon beim 3:1 am Donnerstag gegen Dänemark erwischte die DEB-Auswahl dabei einen Start nach Maß. Diesmal dauerte es 126 Sekunden, ehe Nordamerika-Profi Reichel Deutschland in Führung schoss. Der vom NHL-Team Vancouver Canucks aktuell zum Farmteam in die AHL beorderte Stürmer wurde von Dominik Kahun auf die Reise geschickt und nutzte die Eins-zu-eins-Situation gegen NHL-Keeper Arturs Silovs von den Pittsburgh Penguins sicher. Überhaupt zeigte Reichel eine starke Leistung.Gegen die Dänen hatte NHL-Superstar Leon Draisaitl bereits nach 23 Sekunden getroffen. Wie schon am Donnerstag gab es nach der Führung aber zunächst einen Bruch im deutschen Spiel. Die DEB-Auswahl spielte nicht mehr so zielstrebig und brachte zu wenige Schüsse aufs lettische Tor. In Unterzahl kassierte Deutschland dann den Ausgleich. Noch vor der ersten Pause gelang die erneute Führung durch Abwehrspieler Kälble. Der lettische Keeper sah dabei nicht gut aus. Im Mittelabschnitt wurden dem deutschen Team unglückliche Strafzeiten zum Verhängnis. In doppelter Überzahl traf AHL-Stürmer Locmelis zum abermaligen Ausgleich.Im Schlussdrittel zog die DEB-Auswahl noch einmal an und erarbeitete sich ein deutliches Chancenplus, geriet aber erstmals in Rückstand. Während Draisaitl und Co. vom immer stärker werdenden lettischen Torhüter entnervt wurden, schlug AHL-Stürmer Tralmaks von den Grand Rapids Griffins bei einem Konter zu. Dies war der Auftakt zu einer spannenden Schlussphase, in der die effizienten Letten erst erhöhten und Kreis daraufhin früh Torhüter Philipp Grubauer vom Eis nahm. Mehr als das Anschlusstor von NHL-Star Stützle sprang dabei aber nicht heraus. Eine Minute vor dem Ende hatte Reichel noch Pech mit einem Pfostenschuss.  (dpa)

Die norwegischen Skilangläufer um den neuen Rekord-Olympioniken Johannes Hösflot Kläbo rennen bei den Winterspielen von Mailand und Cortina alles in Grund und Boden. Nun könnte dem Team Norge aber großer Ärger drohen. Weil die Norweger beim Sprint am Dienstag offenbar einen Vorteil beim Wachsen erhalten haben, erwägt Konkurrent Finnland sogar den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Offiziell Protest gegen das Ergebnis des Männer-Sprints wurde bereits eingelegt. Der finnische Skiverband und das Nationale Olympische Komitee fordern eine Korrektur der Resultate. Außerdem, so der Vorwurf, soll das Team der USA unzulässige Wachs-Techniken benutzt haben.Im Fall der Norweger geht es um eine elektrische Maschine zur Fettbehandlung beim Wachsen, die das Team mit an die Wettkampfstrecke gebracht hatte. Für diese hatte sich Norwegen zuvor eine Genehmigung des Weltverbandes FIS eingeholt. Der Weltverband, und dagegen richtet sich der Protest, informierte allerdings die anderen Nationen nicht über den zulässigen Einsatz einer solchen Gerätschaft. Die FIS entschuldigte sich dafür in einer Stellungnahme.Auch der Deutsche Skiverband (DSV) kritisierte den Weltverband. „Das ist ein Fehler der FIS, der nicht passieren darf, schon gar nicht bei einem Großereignis wie Olympia. Die Kommunikation war schlichtweg mangelhaft“, sagte DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach dem SID.Italiens deutscher Nationaltrainer Markus Cramer informierte am Donnerstag andere Mannschaften über Norwegens Praktiken, und vor allem die Finnen zürnten. Lauri Vuorinen, der hinter Norwegens Topstar Kläbo sowie Ben Ogden (USA) und Oskar Opstad Vike (Norwegen) Vierter geworden war, sei „moralischer Olympiasieger“, sagte Finnlands Cheftechniker Heikki Tonteri. Die Läufer aus Norwegen und USA schienen vor allem an den Anstiegen der Konkurrenz überlegen.Die US-Amerikaner hatten hingegen eine Flüssigkeit in den Servicebereich mitgebracht. Dabei soll es sich um Wachsentferner gehandelt haben, auch das ist ausdrücklich untersagt. Der US-Servicechef erklärte, er habe die Flüssigkeit nur zum Händewaschen benutzt. Der Einsatz von Flüssigkeiten, sei es Flüssigwachs oder auch nur Wasser, ist während der Sprintrunden strengstens verboten.„Wir wollen die Missstände offenlegen und dafür sorgen, dass im Spitzensport die Regeln für alle gleich gelten. Die FIS hat selbst eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Daraus entstand ein unfairer Wettbewerb, bei dem zwei Nationen einen unangemessenen Vorteil hatten, ohne dass andere Mannschaften informiert wurden“, sagte Finnlands Verbandsgeschäftsführerin Marleena Valtasola. „Solches Verhalten ist nicht akzeptabel. Eine bloße Entschuldigung reicht nicht aus.“ Die Norweger und US-Amerikaner hätten eindeutig gegen die internationalen Wettkampfregeln und die vorherigen Anweisungen verstoßen. (dpa/sid)