FAZ 10.02.2026
19:19 Uhr

Liveblog Olympia 2026: Julia Taubitz gewinnt Goldmedaille im Rodeln


„Der größte Fehler meines Lebens“: Beichte im Live-TV +++ Biathlet Philipp Nawrath auf Platz fünf +++ Journalisten drohen mit Streik +++ Erster offener Transsportler bei Spielen +++  Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: Julia Taubitz gewinnt Goldmedaille im Rodeln

Skispringer Philipp Raimund greift 24 Stunden nach seinem sagenhaften Olympiasieg im Einzel auch mit dem deutschen Mixed-Team nach einer Medaille. Raimund, Felix Hoffmann, Selina Freitag und Agnes Reisch liegen nach dem ersten Durchgang von der Normalschanze in Predazzo zwar nur auf Platz vier, Bronze ist aber durchaus noch in Reichweite.Mit 502,1 Punkten hat das DSV-Quartett umgerechnet rund vier Meter Rückstand auf das drittplatzierte Norwegen (510,8). Slowenien (526,9), das vor vier Jahren in Peking triumphiert hatte, führt mit Topstar Domen Prevc vor Japan (517,2). Raimund mit 98,0 m und Hoffmann mit 100,5 m zeigten solide, allerdings keine überragenden Leistungen. Reisch sprang mit 95,5 m gut, die 91,5 m von Vizeweltmeisterin Freitag waren aber enttäuschend. 2022 hatte Deutschland bei der olympischen Premiere des Mixed-Teams nach einer Disqualifikation von Katharina Schmid nur den zehnten Platz belegt. Fahnenträgerin Schmid war diesmal nicht für die gemischte Mannschaft nominiert worden, nachdem sie im Einzel nur drittbeste Deutsche gewesen war. (sid)

 Deutschlands Eishockeyteam der Frauen ist mit einem abschließenden Vorrundensieg gegen Gastgeber Italien ins Viertelfinale bei den Olympischen Winterspielen eingezogen. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes gewann mit 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) und wurde in der Gruppe B Zweiter.Am Freitag trifft das Team von Trainer Jeff MacLeod entweder auf die USA oder Kanada. Beide Teams gelten als Favoriten auf die Goldmedaille. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei.Emily Nix (33. Minute) und Laura Kluge (59.) schossen die Tore für Deutschland, Justine Reyes (21.) traf vor rund 4000 Zuschauern in Mailand für die Gastgeberinnen. Unter den Zuschauern fieberte auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der in Mailand die mögliche Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region bewerben möchte, mit. Beide Teams standen schon vor dem Spiel als Viertelfinalisten fest. Beiden war klar, dass es dann entweder gegen Kanada oder die USA geht - und das Turnier für beide Nationen dann mit großer Sicherheit vorbei sein wird. Diese Aussicht tat dem Spiel nicht gut. Es war zerfahren und wild.Fast folgerichtig trafen beide Mannschaften im Mittelabschnitt auch eher durch Zufall. Die Führung Italiens fiel durch einen abgefälschten Schuss und beim Ausgleich bugsierte Nix im Zusammenspiel mit einer italienischen Gegenspielerin eine Hereingabe von Kluge über die Linie.Dies war insbesondere für Deutschland recht glücklich, das im zweiten Drittel nur noch drei Schüsse auf das italienische Tor brachte. Im Schlussdrittel nutzte die DEB-Auswahl keine der insgesamt drei Überzahl-Situationen. Kurz vor dem Ende traf Kluge von Boston Fleet aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL doch nach einer feinen Einzelleistung. (dpa)

Trotz eines IOC-Verbots will der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch bei den Winterspielen weiter einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen tragen. Das Kompromiss-Angebot des Internationalen Olympischen Komitees, ausnahmsweise mit einer schwarzen Armbinde zu starten, lehnt der 27-Jährige offenbar ab. „Nein, ich werde den Helm tragen“, sagte Heraskewytsch nach einem weiteren Training in Cortina d'Ampezzo.Zuvor hatte das IOC entschieden, dass der besondere Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb einen Trauerflor tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern, sagte ein IOC-Sprecher. Heraskewytsch will diesen Beschluss nicht hinnehmen. „Wir werden weiter dafür kämpfen, mit diesem Helm teilnehmen zu dürfen. Ich glaube wirklich, dass wir damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoßen“, sagte er.Vorausgegangen war der IOC-Entscheidung ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wadym Gutzajt, sagte, er habe noch einmal das IOC gebeten, den Helm zu erlauben. Unterstützung bekam der Sportler auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu zahlen habe, schrieb Selenskyj auf Telegram. Eine solche Wahrheit könne nicht unbequem oder unangebracht sein. Die Ukraine halte sich an den Geist von Olympia, Angreifer Russland nicht.Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation. (dpa)

Rodel-Weltmeisterin Julia Taubitz steht vor dem Olympiasieg und damit ihrem größten sportlichen Erfolg. Die 29-Jährige vom WSC Oberwiesenthal hat vor dem vierten und letzten Lauf einen komfortablen Vorsprung auf die zweitplatzierte Lettin Elina Bota, die 0,704 Sekunden Rückstand hat. Olympia-Debütantin Merle Fräbel aus Suhl patzte am Start und ist mit fast eineinhalb Sekunden Rückstand aus dem Medaillenrennen. Dritte ist vorerst die Amerikanerin Ashley Farquharson. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die 2022 in Peking olympisches Silber holte, ist auch abgeschlagen.Dabei lieferten sich die deutschen Rodel-Ladies Taubitz und Fräbel am ersten Wettkampftag am Monta noch ein packendes Duell im neu gebauten Cortina Sliding Centre. Mit Startnummer 1 legte die Erzgebirgerin Taubitz Bahnrekord vor, doch die Thüringerin Fräbel konterte und unterbot die Bestmarke nochmals. Im zweiten Lauf überzeugte Taubitz erneut mit Bahnrekord und holte sich die Führung zur Halbzeit zurück. „Der zweite Lauf war supergeil. Da war ich so im Flow drin“, sagte die Weltmeisterin, die vor vier Jahren in Peking noch gestürzt war und als Siebte leer ausging.Olympia-Debütantin Fräbel, die auch den Test-Wettkampf auf dem neuen Eiskanal gewann, patzte dann im dritten Lauf am Start und stand nach einer Bandenberührung komplett quer. Dabei hatte sie 24 Stunden vorher auf die Fehler der Kontrahentinnen und der Schwierigkeit der Startrampe angesprochen noch gesagt: „Also nicht schwierig, aber mir ist es im Training auch schon passiert. Deswegen möchte ich da jetzt nicht drüber herziehen.“ (dpa)

Biathlet Sturla Holm Lägreid hatte gerade seine erste Einzelmedaille bei Olympia gewonnen – und klar, Bronze war „groß“. Doch sein Jubel-Interview im norwegischen Rundfunk NRK nahm plötzlich eine unerwartete Wendung: Lägreid gestand live im TV, dass er seine Freundin betrogen habe.„Vor einem halben Jahr habe ich die Liebe meines Lebens getroffen“, sagte der 28-Jährige unter Tränen, „die schönste, tollste Person der Welt. Aber vor drei Monaten habe ich den größten Fehler meines Lebens begangen und war ihr untreu.“Der Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison berichtete bewegt, er habe seiner Freundin seine Untreue unmittelbar vor den Winterspielen von Mailand gestanden, sie habe sich daraufhin von ihm getrennt. Er blicke auf die „schwerste Woche meines Lebens“ zurück, sagte Lägreid, er habe das Gefühl, die „Goldmedaille meines Lebens“ weggeworfen zu haben: „Ich wünschte, ich könnte das hier mit ihr teilen.“Doch dieses Glück war ihm offenbar nicht vergönnt, wegen dieses „dummen“ Fehlers, wie der Staffel-Olympiasieger von 2022 einräumte. „Ich wäre gerne ein gutes Vorbild und es tut weh, jemandem Schmerzen zuzufügen, den man so sehr liebt. Aber so ist das Leben.“Seine Teamkollegen wussten Bescheid, wie Johannes Dale-Skjevdal berichtete. Lägreid habe sich vorgenommen gehabt, seine Geschichte im Falle eines Medaillengewinns zu erzählen. Er hielt Wort. Live im TV. Mit dem Ziel, sie zurückzugewinnen. „Ich begehe lieber sozialen Selbstmord“, sagte er bei \"Verdens Gang\", als diese Frau aufzugeben. Ob es die richtige Entscheidung gewesen sei, der Welt von seinem Fehltritt zu erzählen, wisse er nicht, sagte Lägreid wenig später auf der Pressekonferenz: „Aber es war die Entscheidungen, die ich getroffen habe.\" Zudem bat er sich bei seinem Landsmann und Einzel-Olympiasieger Johan-Olav Botn. „Ich will dir heute nicht die Show stehlen“, sagte Lägreid: „Ich hoffe, dass es nur die nächsten ein, zwei Tage ein Thema ist. Deine olympische Goldmedaille ist für immer.“  In Antholz gewann Botn den Wettbewerb vor Eric Perrot aus Frankreich, dahinter schaffte es Laegreid im Klassiker über 20 Kilometer noch auf das Podium. „Es ist meine erste olympische Einzel-Medaille und ich möchte mich bei allen bedanken, die mich auf diesem Weg unterstützt haben“, sagte Laegreid noch, bevor das Interview eine unerwartete Wendung nahm. (sid/dpa)

Der Schwede Elis Lundholm hat als erster offener Transsportler einen Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen bestritten. Der Ski-Freestyler identifiziert sich als Mann, startet auf der Buckelpiste aber in der Frauen-Konkurrenz und belegte nach einem Fahrfehler in der Qualifikation den letzten Platz. Deshalb muss Lundholm eine zweite Qualifikation am Mittwoch bestreiten, denn nur die besten zehn Starterinnen erreichten das Finale direkt. Als Transmann gilt ein Mann mit männlicher Geschlechtsidentität, dem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde.Da Lundholm keine geschlechtsangleichenden Operationen durchführen und auch juristisch hinsichtlich des Geschlechts keine Änderung vornehmen ließ, wurde der 23-Jährige gemäß der geltenden Regularien vom Schwedischen Olympia-Komitee für das Frauenteam nominiert. (dpa)

Zwei Tage nach Bronze mit der Mixed-Staffel sind die deutschen Biathleten im ersten Einzelrennen knapp leer ausgegangen. Philipp Nawrath schaffte es als Bester eines deutschen Quartetts im Einzel auf den fünften Platz. Nach 20 Kilometern und lediglich einer Strafminute hatte der 32-Jährige aus Nesselwang 1:31,5 Minuten Rückstand auf den fehlerfreien Olympiasieger Johan-Olav Botn aus Norwegen. Silber und Bronze gingen an Eric Perrot aus Frankreich und Sturla Holm Laegreid aus Norwegen. Beide leisteten sich einen Fehler. Nawrath hatte am Sonntag mit der Mixed-Staffel bereits die Bronzemedaille gewonnen, verpasste es nun aber durch seinen Schießfehler, sich gleich noch mal zu belohnen.Im längsten aller Biathlonrennen wartet der Deutsche Skiverband bei den Männern seit zwölf Jahren auf eine Medaille. 2014 hatte Erik Lesser im russischen Sotschi Silber gewonnen, den bislang letzten deutschen Olympiasieg feierte Michael Greis bei den Winterspielen von Turin 2006. Bei den Frauen triumphierte Denise Herrmann-Wick vor vier Jahren in dieser Disziplin in Peking. Am Mittwoch (14.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport) treten für Deutschland über 15 Kilometer Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Selina Grotian an. (dpa)

Die deutschen Skirennfahrerinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann haben Silber in der olympischen Team-Kombination gewonnen. Für Aicher ist es schon die zweite Medaille bei den Winterspielen in Italien, nachdem sie in der Abfahrt am Sonntag zu Silber gerast war. Am Ende fehlten den zwei Ski-Assen nur 0,05 Sekunden auf Gold.Olympiasiegerinnen auf der Piste Olimpia delle Tofane in Cortina d'Ampezzo wurden überraschend die Österreicherinnen Ariane Rädler und Katharina Huber. Bronze ging das US-Duo Jacqueline Wiles und Paula Moltzan. Deren top-favorisierte Teamkolleginnen Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson wurden trotz Führung nach der Abfahrt nur Vierte.Zur Halbzeit des Events hatte die deutsche Paarung auf Rang sechs gelegen. Der Rückstand auf die Podestplätze betrug nach Weidle-Winkelmanns Abfahrt eine knappe halbe Sekunde. Doch Aicher holte sie im Slalom auf.Die 22 Jahre alte Allrounderin ist die erste deutsche Skirennfahrerin seit Maria Höfl-Riesch vor zwölf Jahren im russischen Sotschi, die gleich zwei Medaillen von den gleichen Winterspielen mit nach Hause nimmt. Mindestens: Im Super-G und im Spezialslalom hat sie noch weitere Chancen.Es sei wieder eine „sehr herausfordernde Abfahrt“ gewesen, meinte Weidle-Winkelmann nach dem ersten Teil der Kombination – auch wegen der mitunter „diffusen“ Sicht. Dennoch war sie mit der Ausgangslage für Aicher zufrieden. Diese sei „eine der besten Slalomfahrerinnen der Welt“, sagte die Starnbergerin über ihre junge Teamkollegin. Sie vertraue ihr zu 100 Prozent – zu Recht.Die Team-Kombination gehörte nach ihrer WM-Premiere 2025 in diesem Jahr erstmals zum Olympia-Programm. Die Zeiten aus Abfahrt und Slalom werden dabei addiert. Bisher kommt das Event bei den Athletinnen und Athleten gut an. (dpa)

Deutschlands Eishockey-Frauen sind bereits vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Italien für das Olympia-Viertelfinale qualifiziert. Da Konkurrent Japan am Mittag gegen Gruppensieger Schweden 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) verlor, ist das deutsche Team nicht mehr aus den Top drei der Gruppe zu verdrängen. Deutschland hatte am Montag 2:1 nach Verlängerung gegen Frankreich gewonnen.Das Team von Trainer Jeff MacLeod spielt damit am Freitag entweder gegen die USA oder Kanada. Beide Teams gelten als Top-Favoriten auf die Goldmedaille. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympischen Winterspielen dabei. (dpa)

Sofija Schkatula kamen nach dem Sprintrennen im Skilanglauf die Tränen. „Es ist einfach nur traurig“, sagte die 18 Jahre alte Ukrainerin. Ihr Elternhaus in der Sumy Region Nähe der russischen Grenzen sei während des russischen Angriffskriegs komplett zerstört, erklärte sie. Bei Olympia im italienischen Tesero lief sie im Sprint gegen eine russische und eine belarussische Athletin.„Es ist sehr merkwürdig“, sagte Schkatula emotional. „Russland bombardiert weiterhin meine Heimat, meine Freunde, meine Familie. Es ist weiterhin nicht einfach, sich hier auf den Sport zu konzentrieren“, erklärte sie. Gleichzeitig betonte sie, dass ihre Wut nicht gegen die Olympiateilnehmerinnen und Teilnehmer aus Russland oder auch Belarus gerichtet ist. „Sie können nichts dafür“, erklärte sie.Das Internationale Olympische Komitee erlaubt Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus, wie schon bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, als individuelle neutrale Athleten anzutreten. Das IOC überlässt jedoch den internationalen Verbänden der einzelnen Sportarten die Entscheidung, ob sie dies auch in ihren Qualifikationswettkämpfen anwenden. Hintergrund der Sanktionen gegen Russland und Belarus ist der seit mehr als drei Jahren andauernde Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das IOC hatte Russlands Olympisches Komitee suspendiert, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hat. Dies wertete das IOC als Verstoß gegen die Olympische Charta. (dpa)

Wenige Wochen nach einem harten emotionalen Tiefschlag hat der Norweger Birk Ruud seine zweite Goldmedaille gewonnen. Nach dem Sieg im Big-Air-Wettbewerb vor vier Jahren in Peking triumphierte der 25 Jahre alte Freestyle-Skifahrer diesmal in der Disziplin Slopestyle. Ruud, der über die Rails und Kicker bereits zweimal Weltmeister geworden war, setzte sich mit 86,28 Punkten knapp vor Alex Hall (USA/85,75) durch, der 2022 in Peking gewonnen hatte. Bronze ging an Big-Air-Weltmeister Luca Harrington aus Neuseeland (85,15). Ruud hatte vor Olympia schwer zu kämpfen. Sein Teamkollege William Bostadslökken war Mitte Dezember vor dem Big-Air-Weltcup in Steamboat Springs/US-Bundesstaat Colorado schwer gestürzt und ist seitdem querschnittsgelähmt. „Ich habe viele Wochen durchgemacht, in denen ich nur an William gedacht habe. Ich musste wirklich tief in mich gehen und die Dinge über Weihnachten aufarbeiten, um an den Punkt zu gelangen, an dem ich jetzt bin“, hatte Ruud vor Olympia berichtet. Bostadlökken drückte seinen Teamkollegen, „der besten Mannschaft der Welt“, von zu Hause aus die Daumen. „Er ist ein Krieger und schlicht und ergreifend ein Held“, sagte Ruud. Dass Bostadlökken trotz seines verhängnisvollen Unfalls wieder ein Lächeln im Gesicht habe, erfülle ihn mit großem Glück.Die Entscheidung im Snow Park von Livigno war knapp. Ruud gelang sein bester von drei Runs bereits zum Auftakt, am Ende lag er 0,53 Punkte vor Hall. Harrrington fehlten 0,5 Punkte zu Silber. (sid)

Laura Gimmler versuchte unter der lauten Anfeuerung ihres Freundes Cyprien Sarrazin alles, auch Johannes Rydzek brüllte seine Schwester Coletta aus Kräften nach vorne – der Traum vom olympischen Finale platzte für die beiden deutschen Langläuferinnen denkbar knapp. Während Norwegens Topstar Johannes Hösflot Kläbo seine Rekordjagd fortsetzte und die Schwedin Linn Svahn erstmals Gold holte, schied das DSV-Duo nach hartem Kampf im Halbfinale aus.„Wir haben die Regel unseres Trainers, dass wir eine Stunde enttäuscht sein dürfen, dann ist das abgehakt“, sagte die 32-jährige Gimmler, der als Dritte ihres Halbfinals 63 Hundertstelsekunden zum ersten deutschen Einzug in ein olympisches Sprintfinale seit 20 Jahren fehlten. Mit Rang sieben konnten aber Gimmler wie auch ihre Familie auf der Tribüne leben: „Das ist ein anständiges Niveau.“ Der französische Alpin-Star Sarrazin, Kitzbühelsieger von 2024, klatschte anerkennend Beifall.Rydzek hatte im Viertelfinale auf der schweren und langen Runde zu viel Kraft gelassen, kam in Gimmlers Lauf letztlich auf Platz vier und Rang acht der Endabrechnung. „Als Sportler will man immer ein bisschen mehr, das Ziel war schon das Finale. Es ist solide gewesen“, sagte die Oberstdorferin, ehe sie Bruder Johannes lange umarmte, der am Mittwoch bei den Kombinierern um Gold kämpft. (sid)

Die Ursache für die Medaillen-Pannen ist nach Angaben der Organisatoren gefunden. „Wir haben uns sofort zielgerichtet darum gekümmert, es gibt eine Lösung. Jetzt wird es Maßnahmen geben“, sagte ein Sprecher des Organisationskomitees, ohne Details zu nennen. Alle Sportlerinnen und Sportler, die Probleme mit ihren Medaillen haben, seien eingeladen, diese zur Reparatur einzureichen. „Wir fühlen uns verpflichtet, dass die Medaillen die höchsten Qualitätsstandards erfüllen“, sagte der Sprecher.Bei mehreren Olympioniken wie der US-Abfahrtsolympiasiegerin Breezy Johnson, dem deutschen Biathleten Justus Strelow und der schwedischen Langläuferin Ebba Andersson war die Medaille während ihrer Jubelaktionen vom Band gerissen. Auch die Eisschnellläuferin Jutta Leerdam hatte offenbar dasselbe Problem. Auf einem Tiktok-Video hält sie zunächst freudig ihre Medaille in die Kamera, ehe sie plötzlich ausruft: „Ich habe sie kaputt gemacht.“Die Organisatoren verwiesen auf die Zuständigkeit der Staatlichen Münzprägeanstalt Italiens, von der die Medaillen hergestellt werden. Skirennfahrerin Johnson hat bereits eine Ersatzmedaille erhalten, die aber noch graviert werden muss. Die defekte Medaille habe sie aber nicht behalten dürfen, ließ die 30-Jährige wissen. „Sie mögen es nicht, wenn du mehrere davon hast“, sagte Johnson lachend vor dem Start der Team-Kombination in Cortina d'Ampezzo.Biathlet Strelow wollte seine beschädigte Bronzemedaille aus der Mixed-Staffel dagegen wohl nicht eintauschen. „So ein Kratzer, das sind ja auch Erinnerungen. Das kann man dann später mal erzählen, wann und warum das passiert ist, das ist eigentlich eine schöne Story“, sagte sein Teamkollege Philipp Horn. (dpa)

Weil dem Sportchef der öffentlich-rechtlichen italienischen Rundfunkanstalt RAI bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele einige peinliche Fehler unterlaufen sind, wollen Sportjournalisten des Senders in einen Streik treten. Die dreitägige Arbeitsniederlegung solle nach den derzeit in Italien stattfindenden Olympischen Spielen stattfinden, erklärte die Gewerkschaft der RAI-Sportjournalisten am Montag. Zudem wollten die Journalisten ihre Olympia-Beiträge nicht mehr mit ihren Namen versehen. In einer Erklärung war die Rede von der „schlimmsten Demütigung von RAI Sport“.RAI-Sport-Chef Paolo Petrecca waren bei der Kommentierung der Eröffnungsfeier am Freitag zahlreiche Fehler unterlaufen. So verwechselte er die Italienerin Matilda De Angelis mit der deutlich älteren US-Sängerin Mariah Carey und die Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees, Kirsty Coventry, mit der Tochter des italienischen Präsidenten. Außerdem bezeichnete er das Mailänder San-Siro-Stadion fälschlicherweise als „Olympiastadion“.Beim Einlauf bei der Nationenparade bezeichnete er die spanischen Athleten als „immer sehr heiß“ und sagte über die chinesischen Athleten, dass „natürlich viele von ihnen Handys in der Hand haben“.In der Erklärung der Gewerkschaften der RAI-Sportjournalisten hieß es, die Rundfunkanstalt solle endlich „den Schaden anerkennen, den der Direktor von RAI Sport angerichtet hat“. Italienische Medien berichteten, dass Petrecca nicht die Schlussfeier der Olympischen Spiele kommentieren dürfe.Nominierungen für Spitzenpositionen bei der RAI werden häufig als politisch angesehen. Petrecca wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni zu positiv darzustellen. Zuvor war er Leiter von RAI News. (dpa)