Neben Giorgia Meloni steht der Parlamentspräsident La Russa, auch von Melonis \"Fratelli d'Italia\". Er zeigt Journalisten gern die Sammlung von Mussolini-Büsten , die er zu Hause hat
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22.02.2026 20:36 Uhr |

Neben Giorgia Meloni steht der Parlamentspräsident La Russa, auch von Melonis \"Fratelli d'Italia\". Er zeigt Journalisten gern die Sammlung von Mussolini-Büsten , die er zu Hause hat
Die italienische Flagge wird hereingetragen und gleich die Nationalhymne gespielt. Die Medaillengewinner betreten die Arena. Italien hat 30 Medaillen gewonnen, ein absoluter Rekord.
Angenehm kritische Worte von Stefan Bier im ZDF zu den negativen Seiten der \"dispersed games\", der auf viele Orte aufgeteilten Spiele von Mailand und Cortina. Wenn Freiwillige die Flaggen etlicher teilnehmenden Länder tragen müssen, weil zur Schlussfeier niemand mehr da oder jedenfalls nicht am Ort derselbigen ist, zeigt sich, dass Konzepte immer eine Fassade errichten: Schön anzusehen im Fernsehen. Dahinter sieht es bisweilen anders aus.
Schon jetzt lässt sich festhalten: In Sachen Hutmode setzt Verona gerade Maßstäbe. Ganz große Oper. Offen zum jetzigen Zeitpunkt: Lassen die Deutschen angesichts des Spektakels tatsächlich die Fischerhüte auf?
... ein bisschen Verdi kann nie schaden... Es waren Pro-Palestina-Demonstrationen und Demonstrationen des Netzwerks „Olimpiadi, no grazie“ (Olympische Spiele, nein danke) angekündigt. Aber es soll fast unmöglich sein, sich der Arena zu nähern, wenn man keine Tickets hat. Aus Verona ist außerdem zu hören, dass die Stadt sehr leer sein soll. Die meisten Veroneser, die, wie man in Italien sagt, „tutti mati” (alle verrückt) sein sollen, sind aus der Stadt geflohen und haben die Touristen in überteuerten Hotels zurückgelassen.
Los geht’s in der Arena di Verona. Man ist dort sehr geübt, große Spektakel zu veranstalten. Das antikes römisches Amphitheater im Zentrum von Verona dient im Sommer immer als Bühne für Open-Air-Opernaufführungen und Konzerte. Für die Abschlussfeier und weil dort am 6. März die Eröffnungsfeier für die Paralympics stattfinden werden, wurde sie barrierefrei gemacht – aber leider nur temporär. Die wichtigsten Arbeiten, die der Stadt als Vermächtnis erhalten bleiben, werden erst im Juli 2027 abgeschlossen sein.
Umgeschaltet auf ZDF: Wendl/Arlt, Vorname jeweils Tobias, werden nach ihrer Fahnenträgerstrategie für die Schlussfeier gefragt. Wir stellen fest: Sie haben wieder die berühmt-berüchtigten Fischerhüte auf. Nun gut. Petri heil.
Guten Abend aus Mailand, von wo wir die Schlussfeier in Verona im italienischen und im deutschen Fernsehen verfolgen. Hier, am Arco della Pace erlischt heute Abend das Olympische Feuer. Momentan läuft ein XXL-Highlightreel aller italienischen Erfolge auf Rai Due - die Gastgeber haben zehn Gold-, sechs Silber- und vierzehn Bronzemedaillen gewonnen und stehen im Medaillenspiegel dort, wo die Deutschen gerne wären: Platz drei hinter Norwegen und den Vereinigten Staaten.
Nach dem Triumph der US-Stars im olympischen Eishockey-Finale über den großen Rivalen Kanada ließ auch die Reaktion aus dem Weißen Haus nicht lange auf sich warten. „Gratulation an unser großartiges US-Eishockeyteam. Sie haben Gold gewonnen. Wow. Donald J. Trump“, hieß es in einer Mitteilung auf X. Auf einem Bild dazu war Trump mit einem Eishockey-Schläger beim Empfang von Stanley-Cup-Sieger Florida Panthers zu sehen.Ein weiteres vom Weißen Haus gepostete Foto war brisanter: Es zeigte einen Weißkopfseeadler, der Nationalvogel der Vereinigten Staaten, auf Beutezug. Darunter war ein alter Post des ehemaligen kanadischen Premierministers Justin Trudeau vom vergangenen Jahr zu sehen, als dieser schrieb: „Ihr könnt nicht unser Land nehmen – und ihr könnt nicht unser Spiel nehmen.“ Damals hatte Kanada in Zeiten politischer Spannungen im Finale des Vier-Nationen-Turniers gegen die USA gewonnen. Jetzt gab es also den Revanche-Post des Weißen Hauses. (dpa)
Es sollte einer der schönsten Tage in der Karriere von Freestyle-Star Eileen Gu werden. Doch kurze Zeit nach ihrer Gold-Fahrt bei den Olympischen Winterspielen saß die 22 Jahre alte Chinesin weinend auf der Pressekonferenz und berichtete, dass sie soeben vom Tod ihrer Oma erfahren habe. „Als ich sie das letzte Mal sah, bevor ich zu den Olympischen Spielen fuhr, war sie sehr krank, daher wusste ich, dass dies eine Möglichkeit war. Ich habe ihr nicht versprochen, dass ich gewinnen würde, aber ich habe ihr versprochen, dass ich mutig sein würde, so wie sie mutig war“, berichtete die Chinesin mit zittriger Stimme. „Sie war ein wirklich wichtiger Teil meines Lebens, als ich aufwuchs, und jemand, zu dem ich sehr aufgeschaut habe. Sie war eine Kämpfernatur.“Ihre Gold-Fahrt zuvor rückte damit weit in den Hintergrund. Die 22 Jahre alte Chinesin hatte sich im Halfpipe-Finale vor ihrer Landsfrau Fanghui Li und Zoe Atkin aus Großbritannien durchgesetzt und ihren insgesamt dritten Titel bei Olympia geholt. Bei ihren Heimspielen in Peking hatte Gu 2022 zweimal triumphiert. (dpa)
Kanadas Eishockey-Stars sind entzaubert und die USA zum dritten Mal nach 1960 und 1980 Olympiasieger. Am Sonntag gewann der Weltmeister durch ein 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung gegen den großen Erzrivalen in Mailand zum Abschluss der Winterspiele die Goldmedaille. Kanada verlor ohne den verletzten Kapitän Sidney Crosby damit erstmals nach 2002 und 2010 ein Olympiafinale gegen die USA. Den Siegtreffer schoss Jack Hughes von den New Jersey Devils in der Overtime. In regulärer Spielzeit hatte Matt Boldy (6. Minute) von Minnesota Wild für die USA getroffen, die bereits das Frauen-Finale gegen Kanada gewonnen hatten. Für Kanada traf nur Abwehrspieler Cale Makar (39.), danach fehlte den Kanadiern die Effizienz vor dem Tor. Bitter war die Niederlage vor allem auch für Olympia-Topscorer Connor McDavid. Der beste Spieler der Welt hatte mit den Edmonton Oilers bereits zwei Finalserien um den Stanley Cup verloren. (dpa)
Der unabhängige Verein Athleten Deutschland drängt nach den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina auf Reformen im deutschen Sport. „Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt: zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten für Athletinnen und Athleten“, heißt es in einer Stellungnahme des Lobbyvereins am Sonntag.Geschäftsführer Johannes Herber sagte: „Das Sportfördergesetz und die geplante Spitzensportagentur sind ein erster Schritt, um die Förderung stringenter und zielgerichteter zu gestalten.“ Gleichzeitig müsse die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen. „Dazu gehört der Ausbau der sozialen Absicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung. 800 Euro Sporthilfe-Förderung sind als Mitglied des Olympiakaders entschieden zu wenig, um professionell und fokussiert Sport auf Weltspitzenniveau zu betreiben.“Das deutsche Team war in Italien mit 26 Medaillen (8xGold, 10xSilber, 8xBronze) unter den Erwartungen geblieben und im Medaillenspiegel nur auf Platz fünf gelandet. Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) warnte in ihrem Fazit jedoch bereits vor den bekannten Reflexen. „Wir brauchen echte Reformen – bloße Forderungen nach mehr Geld werden uns nicht weiterhelfen“, sagte die Politikerin.Weiteren Reformbedarf sehen auch die Athleten Deutschland – und nannten Good Governance in den Verbänden und den Schutz der Sportlerinnen und Sportler „in starken Abhängigkeitsverhältnissen“ als Kernthemen. Zunehmend, ergänzte der Verein, werde auch der Hass in den Sozialen Netzwerken zum Problem. „Hatespeech ist kein Randphänomen, sondern eine reale Belastung“, sagte Herber und nannte die „Fürsorgepflicht“ der Verbände. Den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lobte er für den „KI-Filter gegen Beleidigungen und Drohungen“. (sid)
Olympia 2026: Ist das IOC unter Kirsty Coventry fit für die Zukunft?
Nach ihrem schlimmen Unfall im Shorttrack bei Olympia hat die Polin Kamila Sellier ihre amerikanischen Kontrahentin Kristen Santos-Griswold in Schutz genommen. „Ich möchte euch freundlich bitten, ihr keine Vorwürfe zu machen. Bitte denkt daran, dass Unfälle passieren können und niemand beabsichtigt hat, dass das geschieht“, schrieb Sellier auf Instagram. Der 25-Jährigen sei zu Ohren gekommen, dass Santos-Griswold die Schuld für den Unfall gegeben werde. Solche Risiken seien aber Teil des Sports, schrieb Sellier. „Und ich bin mir dieser jedes Mal bewusst, wenn ich das Eis betrete.“Sellier war am Freitag im olympischen Viertelfinale über 1500 Meter zu Fall gekommen. Dabei schlitterte sie so unglücklich über das Eis, dass sie von der hinteren Kufenkante der noch laufenden Santos-Griswold unter dem linken Auge getroffen wurde. Das Rennen war sofort abgebrochen worden. Sellier wurde gleich auf dem Eis versorgt. Sie kam anschließend ins Krankenhaus und wurde dort operiert.„Lasst uns einander unterstützen, anstatt mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Lasst uns Freundlichkeit statt Hass wählen“, schrieb Sellier und richtete sich noch mit ein paar Worten direkt an Santos-Griswold. „Ich schicke dir ganz viel Liebe und Umarmungen. Ich weiß, dass es auch für dich keine einfache Zeit ist.“ (dpa)