FAZ 13.02.2026
16:46 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Ich wurde von einem untreuen Kerl geschlagen. Oh mein Gott“


Stichelei nach Geständnis von Biathlet +++ Deutsche Skeleton-Piloten auf Medaillenkurs +++ Vonn meldet sich aus dem Krankenhaus +++ Deutscher Snowboarderin fehlen Zentimeter +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Ich wurde von einem untreuen Kerl geschlagen. Oh mein Gott“

In einem hochklassigen Halfpipe-Finale hat Yuto Totsuka aus Japan die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Italien gewonnen. Mit nur 1,5 Punkten Rückstand musste sich der Australier Scotty James wie schon 2022 mit Silber begnügen, Bronze ging mit Ryusei Yamada an einen weiteren Japaner. Landsmann Ruka Hirano fehlte auf Platz vier nur ein Punkt, um Bronze zu holen. Dass insgesamt vier Starter mehr als 90 von maximal 100 Punkten von der Jury erhielten, unterstrich das hohe Niveau. Allerdings kamen vor den Augen der amerikanischen Snowboard-Legende Shaun White im Publikum allein im ersten von drei Läufen schon sieben der zwölf Finalteilnehmer zu Fall, weitere Stürze folgten im Verlauf des Wettbewerbs. Auch Mitfavorit James kam nicht sauber durch. Dabei waren sein erster und sein letzter Durchgang bis zu einem späten Ausrutscher technisch äußerst anspruchsvoll. Totsuka stürzte ebenfalls im letzten Run, hatte sich aber zuvor von 91,00 auf 95,00 Punkte gesteigert – genug für den Olympiasieg. Bei der Halfpipe-Entscheidung zeigen die Starter pro Durchgang bis zu sechs Tricks. Bewertet werden Höhe, Schwierigkeitsgrad, Ausführung, Variation und Gesamteindruck, es zählt der beste von drei Durchgängen. (dpa)

Axel Jungk und Christopher Grotheer greifen abermals nach einer Olympia-Medaille. Vor dem abschließenden vierten Lauf liegen die deutschen Skeleton-Piloten auf den Rängen zwei und drei. Allerdings konnte der britische Weltmeister Matt Weston mit Bahnrekord seine Führung weiter ausbauen. Der Weltcupgesamtsieger hat vor Jungk 0,39 Sekunden Vorsprung. Der in Dortmund lebende und für den Dresdner SC startende Jungk hatte schon vier Jahren in Peking Silber gewonnen. Damals lag der 34-Jährige aber hinter Olympiasieger Grotheer, der in dieser Saison enorme Verletzungsprobleme hatte. Daher wäre eine Olympia-Medaille ein mehr als versöhnlicher Abschluss für den 33-Jährigen vom BRC Thüringen. Felix Keisinger vom WSV Königssee liegt vor dem Finallauf auf Rang sechs. (dpa)

Wladimir Semirunnij, ein gebürtiger Russe, der nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine zum westlichen Nachbarn Polen gewechselt ist, hat für sein neues Land bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die zweite Medaille gewonnen. Über 10.000 m, der längsten Eisschnelllauf-Distanz, musste sich der 23-Jährige nur dem nochmal vier Jahre jüngeren Tschechen Metodej Jilek geschlagen geben. Bronze ging an den 40-jährigen Niederländer Jorrit Bergsma. Es war Polens zweites Silber in Italien. Semirunnij, geboren in Jekaterinburg, sprach sich 2023 gegen den Krieg aus und wechselte nach Polen, wo er im vergangenen Jahr die Staatsbürgerschaft erhielt. Semirunnij startet bei den Winterspielen auch noch über die 1500 m, dort trifft er am 19. Februar auf den deutschen Hoffnungsträger Finn Sonnekalb. Deutsche Eisschnellläufer waren über die 10.000 m im Milano Speed Skating Stadium nicht am Start. (sid)

Die deutschen Skeleton-Frauen haben zur Halbzeit der olympischen Rennen allesamt noch intakte Gold-Chancen. Vor den beiden abschließenden Läufen an diesem Samstag liegt das deutsche Trio unter den besten Vier. Olympia-Debütantin Susanne Kreher vom Dresdner SC hat nur vier Hundertstelsekunden Rückstand auf die führende Österreicherin Janine Flock, die in Lauf eins zwischenzeitlich Bahnrekord fuhr. Dritte mit nur 0,13 Sekunden Rückstand Platz eins ist Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland, die 2018 in Pyeongchang überraschend Silber und im vergangenen November auch den Weltcup auf der neuen Bahn in Cortina gewonnen hatte. Nach einigen Fehlern im oberen Teil der Bahn setzte sie mit Bahnrekord im zweiten Lauf ein Zeichen. „Der zweite Lauf war noch nicht perfekt, aber wesentlich besser. Ich kann noch viel besser fahren und bin entspannt für morgen“, sagte Pfeifer in der ARD. Auch Kreher zauberte starke Läufe ins Eis des neu gebauten Cortina Sliding Centres. Die 27-Jährige, die 2023 überraschend Weltmeisterin in St. Moritz wurde, löste erst beim Weltcup-Finale auf ihrer Heimbahn in Altenberg das Olympia-Ticket. Nun kämpft sie mit um Gold. „Es hat super Spaß gemacht, das hat mich ein bisschen beflügelt“, sagte Kreher. Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise vom BSC Winterberg liegt hinter Pfeifer auf Rang vier. Die 25-Jährige hat 0,24 Sekunden Rückstand auf Bronze. (dpa)

Die schwer gestürzte Lindsey Vonn muss noch mindestens zweimal operiert werden. Das bestätigte die 41 Jahre alte Skirennläuferin in einem Video, das sie aus der Klinik Ca' Foncello in Treviso in den Sozialen Medien postete. Sie blicke auf „ein paar harte Tage“ zurück, erzählte Vonn im Krankenbett, „ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst, aber es ist noch ein langer, weiter Weg.“Die nächste und dann schon vierte OP an ihrem schwer verletzten linken Bein werde bereits am Samstag durchgeführt, berichtete Vonn. Danach könne sie die Klinik wohl verlassen und sich zu Hause in den USA einem weiteren Eingriff unterziehen.Vonn bedankte sich in dem 1:45 Minuten langen Clip für all die Genesungswünsche, Blumen und Briefe, die sie erreicht hätten. „Das hat mir wirklich sehr geholfen.“ Ihr Kopf ruhte auf einem Stofftier-Hai, einen Stoffhund hielt sie mit einem Lächeln in die Kamera.Insgesamt sei sie „noch immer ziemlich unbeweglich“, meinte Vonn, aber sie bekomme Besuch von „vielen Freunden und Familie. Ich fühle mich sehr vom Glück begünstigt.“ Am Ende schickte sie einen Gruß an die US-Mannschaft bei den Winterspielen, die für sie mit ihrem Sturz bei der Abfahrt so jäh beendet waren: „Go, Team USA!“ (sid)

In einem Eilverfahren ist der Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Rennen durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS bestätigt worden. Die Ad-hoc-Kommission wies den Einspruch des 27-Jährigen gegen die Entscheidung des Weltverbands IBSF zurück. Dieser hatte Heraskewytsch wegen seines vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen disqualifiziert. Der Skeleton-Fahrer wird damit auch nicht nachträglich wieder zum Wettbewerb zugelassen. In der Begründung des CAS hieß es, das Gericht sei der Ansicht, dass die IOC-Richtlinien „ein angemessenes Gleichgewicht herstellen zwischen dem Interesse der Athleten, ihre Meinung zu äußern, und ihrem Interesse, ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre sportlichen Leistungen an der Wettkampfstätte zu erhalten.“ An diese Regeln sei auch der CAS gebunden. Heraskewytsch hatte sich am Donnerstag vor dem Start des ersten Durchgangs in Cortina d'Ampezzo geweigert, auf das Tragen seines Gedenk-Helms zu verzichten. Auf dem Kopfschutz sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Das IOC hatte dem Ukrainer die Erlaubnis verweigert, mit dem Helm seinen Wettkampf zu bestreiten. Auf dieser Basis hatte ihn die IBSF ausgeschlossen. Daraufhin zog Heraskewytsch vor den CAS, der bei den Winterspielen in Mailand eine Außenstelle für olympische Eilverfahren unterhält. Er argumentierte, es habe bereits ähnliche Fälle bei Olympia ohne drastische Sanktionen gegeben, und sieht keinen Regelbruch. Das IOC untersagt politische Botschaften während der Wettkämpfe und hatte den Ukrainer mehrfach aufgefordert, einen anderen Helm zu verwenden. „Von Tag eins an habe ich gesagt, dass ich glaube, dass ich im Recht bin“, erklärte Heraskewytsch nach einer knapp dreistündigen Anhörung vor der Cas-Schiedsrichterin, der deutschen Rechtsanwältin Annett Rombach. Umhüllt von einer ukrainischen Flagge beteuerte Heraskewytsch: „Ich bereue nichts.“ IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte in letzter Minute an der Olympia-Bahn noch versucht, den Athleten vom Tragen des Kopfschutzes während seiner Rennen abzuhalten. Heraskewytsch habe die Position des IOC verstanden, sei aber seiner Sache sehr verpflichtet. „Leider ändert das nicht die Regeln“, sagte Coventry wenige Stunden vor der CAS-Entscheidung. Sie verwies darauf, dass der Regelrahmen für Meinungsäußerungen bei Olympischen Spielen auch von zahlreichen Vertretern der Athletengemeinde mit entwickelt worden und bekräftigte: „Ich halte diese Richtlinien für sehr gut.“ Ukrainische Sportler und Politiker kritisierten den Ausschluss von Heraskewytsch scharf. Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte dem Skeleton-Piloten für seine klare Haltung und verlieh dem Sportler den Orden der Freiheit, die zweithöchste Auszeichnung des Landes. Heraskewytsch gehörte bei Olympia nicht zu den Topfavoriten. Ohne ihn waren am Donnerstag schon die ersten beide Läufe gestartet worden, die Medaillenentscheidung mit den Läufen drei und vier war für Freitagabend angesetzt. (dpa)

Die deutschen Skeleton-Frauen haben sich aussichtsreich für den Medaillenkampf in Stellung gebracht. Nach dem ersten von vier Läufen hat Olympia-Debütantin Susanne Kreher vom Dresdner SC nur zwei Hundertstelsekunden Rückstand auf die führende Österreicherin Janine Flock, die auf Anhieb Bahnrekord fuhr. Dabei war der Lauf von der ehemaligen Weltmeisterin Kreher noch nicht fehlerfrei.Auch Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland, die 2018 in Pyeongchang überraschend Silber und im vergangenen November auch den Weltcup auf der neuen Bahn in Cortina gewann, leistete sich im oberen Teil einige Patzer. Auf den Bronze-Platz, den die sprintstarke Britin Tabitha Stoecker belegt, fehlen aber nur drei Hundertstel.Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise vom BSC Winterberg liegt hauchdünn hinter Pfeifer auf Rang fünf, hat aber mit nur 0,23 Sekunden Rückstand auf Platz eins immer noch Siegchancen. Hinter ihr lauert die Weltcup-Gesamtsiegerin Kim Meylemans aus Belgien. (dpa)

Die deutschen Biathleten sind auch im zweiten Einzelrennen ohne Medaille geblieben. Philipp Horn landete nach einem Fehler mit dem letzten Schuss als Bester eines Quartetts mit 1:09,2 Minuten Rückstand auf dem zehnten Platz. Ohne die späte Strafrunde hätte der 31-Jährige beim beeindruckenden Olympiasieg des fehlerfreien Franzosen Quentin Fillon Maillet zwar noch etwas weiter vorn landen können, die Medaillen waren aber außer Reichweite. Silber sicherte sich der Norweger Vetle Sjastad Christiansen, dessen ebenfalls fehlerfreier Landsmann Sturla Holm Laegreid gewann wie schon im Einzel Bronze. Der 28-jährige Laegreid hatte nach seiner ersten Medaille mit einem Interview für Aufsehen gesorgt, als er vor TV-Kameras einen Seitensprung beichtete.An seinem 33. Geburtstag leistete sich Philipp Nawrath, der im Einzel am Dienstag noch Fünfter geworden war, drei Strafrunden und musste sich mit einem Platz außerhalb der Top 20 begnügen. Mit einem Rückstand von 1:52,9 Minuten hat der Bayer auch in der Verfolgung am Sonntag kaum Chancen auf eine Medaille. Auch Justus Strelow (1 Fehler) und David Zobel (0) konnten trotz starker Schießleistungen nicht um die vorderen Sprint-Plätze mitmischen.Die bislang letzte deutsche Olympia-Medaille im Sprint der Männer hatte Arnd Peiffer mit Gold 2018 in Pyeongchang geholt. Vor vier Jahren in Peking war Benedikt Doll beim Olympiasieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö als Achter der beste Deutsche gewesen.Die deutschen Frauen kämpfen am Samstag im Sprint um die nächsten Medaillen. Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß gehört wieder zu den Mitfavoritinnen und führt das Quartett an, zu dem auch die Einzel-Vierte Vanessa Voigt sowie Janina Hettich-Walz und Olympia-Debütantin Julia Tannheimer gehören. (dpa)

Nach der umstrittenen Eistanz-Entscheidung zugunsten der Franzosen Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron sorgen die Wertungen einer Landsfrau weiter für Wirbel. Bei der französischen Preisrichterin Jézabel Dabouis gab es deutliche Abweichungen vom Jury-Durchschnitt.Fournier Beaudry und Cizeron hatten am Mittwochabend trotz eines großen Patzers beim Twizzle – einer schnellen Drehung auf einem Bein – den Olympiasieg geholt und lagen damit 0,83 Punkte vor den Topfavoriten Madison Chock und Evan Bates aus den USA.Dabouis hatte das siegreiche französische Duo auffällig besser bewertet als die acht anderen Preisrichterinnen und Preisrichter und Chock/Bates auffällig schlechter. Von den neun Juroren sahen fünf das amerikanische Paar vorn, doch wegen der extremen Abweichungen brachte dies Chock/Bates nichts. Schon im Laufe der Saison war Dabouis laut Medienberichten immer wieder mit großen Abweichungen aufgefallen.„Immer wenn die Öffentlichkeit die Ergebnisse nicht versteht, schadet das unserem Sport“, sagte Chock. „Ich denke, es ist schwer, Fans zu halten, wenn es schwierig ist zu verstehen, was auf dem Eis passiert. Die Leute müssen verstehen, wofür sie jubeln, und sich sicher fühlen können in dem Sport, den sie unterstützen.“Inzwischen gibt es eine an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Internationale Eislaufunion ISU gerichtete Online-Petition, die mit Stand von Freitagmittag mehr als 13.000 Menschen unterschrieben haben. Die Unterstützung der Fans sei unglaublich, betonte Bates.Der Eislauf-Weltverband wehrt sich. „Es ist normal, dass es innerhalb eines Panels unterschiedliche Wertungen gibt, und es existieren verschiedene Mechanismen, um diese Abweichungen zu mildern“, wurde die ISU von der US-Nachrichtenagentur Associated Press zitiert. Gleichzeitig betonte der Dachverband sein „vollstes Vertrauen in die vergebenen Punktzahlen“ und seine „vollständige Verpflichtung zu Fairness“. (dpa)

Snowboardcross-Fahrerin Jana Fischer haben nur Zentimeter gefehlt, um das Halbfinale zu erreichen. Die 26-Jährige wurde in ihrem Lauf Dritte und verpasste im Fotofinish das Weiterkommen. Im Zielbereich schlug sie sich enttäuscht mit der flachen Hand auf den Helm.Fischer war mit dem zehnten Platz in der Qualifikation in den Tag gestartet. Im Achtelfinale war sie als Zweite in die nächste Runde gekommen, ehe sie gegenüber der Französin Lea Casta und Pia Zerkhold aus Österreich das Nachsehen hatte. Fischer hat aber am Sonntag (ab 13.45 Uhr) noch die Möglichkeit auf eine Medaille. Zusammen mit Leon Ulbricht startet sie im Mixed-Teamwettbewerb. (dpa)

Der norwegische Skilanglauf-Star Johannes Hoesflot Klaebo hat sein achtes Olympia-Gold gewonnen und damit zu den Rekordsiegern bei Winterspielen aufgeschlossen. Der 29-Jährige setzte sich im Rennen über zehn Kilometer in der freien Technik vor dem Franzosen Mathis Desloges durch. Bronze ging an Klaebos Landsmann Einar Hedegart, der lange auf Siegkurs gelegen hatte. Einen Kilometer vor dem Ziel hatte Hedegart in einem packenden Rennen noch vorne gelegen, brach dann aber noch ein.„Ich habe noch nie in dieser Disziplin gewonnen, das Rennen war sehr lange in meinem Kopf. Das bei Olympia zu schaffen, ist der Wahnsinn. Ich war sehr motiviert, es hier zu schaffen. Heute war ich an der Reihe“, sagte Klaebo in der ARD.Klaebo hat nun genau wie seine norwegischen Landsleute Marit Björgen (Langlauf), Ole Einar Björndalen (Biathlon) und Björn Dählie (Langlauf) achtmal Gold gewonnen. Alle drei sammelten zudem jeweils viermal Silber. Damit liegen sie in der Rangliste noch vor Klaebo, der einmal bei Winterspielen Zweiter wurde. Björgen, Björndalen und Dählie haben ihre Karrieren allerdings bereits beendet. Klaebo hat in Italien derweil weitere große Gold-Chancen. Siegt er noch einmal, würde er sich alleine an die Spitze setzen. Die deutschen Starter hatten mit dem Kampf um die vorderen Plätze wie erwartet nichts zu tun. Aus der Mannschaft von Teamchef Peter Schlickenrieder schaffte es keiner unter die besten 20 Athleten. (dpa)

Die deutsche Freeski-Athletin Muriel Mohr bekommt wohl doch noch ihren Einsatz. Wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Freitag mitteilte, ist die 19-Jährige nach ihrer Verletzung, die sie sich vergangene Woche im Slopestyle-Training zugezogen hatte, wieder in Livigno ins Schneetraining eingestiegen. „Sollte sich alles so weiterentwickeln wie bisher, möchte ich bei der Big-Air-Qualifikation an den Start gehen“, wurde Mohr zitiert.Die Qualifikation wird am Samstag um 19.30 Uhr ausgetragen, das Finale findet am Montag um 19.30 Uhr statt. Am Freitag steht um 18.30 Uhr bereits das offizielle Training an. Für ihren Start hatte Mohr zuvor grünes Licht von ihren betreuenden Ärzten in München erhalten.In der vergangenen Woche war bei Mohr nach einer missglückten Landung im Slopestyle-Training ein kleiner eingeklemmter Meniskuslappen im linken Knie diagnostiziert worden. Die Quali in dieser Disziplin verpasste Mohr, die es trotz eines Kreuzbandrisses vor knapp einem Jahr zu den Spielen geschafft hatte, deshalb. Nach einem „kleinen arthroskopischen Eingriff vergangene Woche“ sei die Rehabilitation „komplikationslos und nach Plan“ verlaufen, erklärte Operateur Manuel Köhne. Mohrs Knie sei „stabil und voll belastbar.“ (dpa)

Wenige Tage nach dem Horror-Sturz von Ski-Star Lindsey Vonn hat der Chefarzt, unter dessen Leitung die US-Amerikanerin operiert wurde, Einblick in die bisherige Behandlung gegeben. „Wir haben unsere Pflicht getan. Wir wussten, dass bestimmte Situationen eintreten könnten und waren darauf vorbereitet“, sagte Dr. Stefano Zanarella der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Man habe den komplizierten Fall mit einem Expertenteam betreut und sei mit dem Genesungsprozess zufrieden.Vonn war in der Olympia-Abfahrt von Cortina d'Ampezzo vorigen Sonntag heftig gestürzt und per Hubschrauber geborgen worden. Sie hatte sich eine komplexe Schienbeinverletzung zugezogen und wurde in einem Krankenhaus in Treviso seitdem dreimal am linken Bein operiert. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die 41-Jährige ein Foto aus ihrem Krankenbett in den sozialen Medien und bedankte sich unter anderem beim medizinischen Personal. „Großartig“ und „inspirierend“ sei Vonns Botschaft gewesen, meinte die Chefin des Internationalen Olympischen Komitees, Kirsty Coventry.„Die Worte der Patientin erfüllen uns mit Stolz, auch weil wir eine heikle und langwierige medizinische Situation erfolgreich bewältigt haben“, sagte Zanarella. Vonn sei „eine vorbildliche Patientin, ebenso wie ihr amerikanisches Team und die Ärzte des US-Verbandes, die uns wirklich tatkräftig unterstützen. Sie sind hervorragende Menschen und gleichzeitig großartige Fachleute.“Vonn wollte 16 Jahre nach ihrem Abfahrts-Gold in Kanada bei den Spielen in Italien unbedingt noch eine weitere Olympia-Medaille gewinnen und ging trotz eines kurz zuvor erlittenen Kreuzbandrisses an den Start. Sie erlebte eine sportliche Tragödie. Ihre Zukunft ließ sie bislang offen. Vor dem Saisonhighlight hatte Vonn aber angekündigt, dass sie spätestens nach diesem Winter mit dem Skirennsport aufhören werde. (dpa)

Skurriler Zensurvorwurf gegen das italienische Fernsehen: Der öffentlich-rechtliche Sender RAI steht wegen der Darstellung von Leonardo da Vincis Vitruvianischem Menschen in der Kritik. Ursache der Empörung ist der retuschierte Genitalbereich des Kunstwerkes. In einem Vorspann zu den Livesendungen der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo ist dieser Tage die originale Zeichnung in einer Animation nicht vollends originalgetreu – sondern ohne Penis und Hoden dargestellt.Ein Umstand, der die stolze Kulturnation erzürnt – und nun zum Politikum wird: So stellte die stärkste italienische Oppositionspartei, die Partito Democratico (PD), bereits eine parlamentarische Anfrage an den Kulturminister Alessandro Giuli, um zu klären, ob für den Sender die Nutzung des Bildes autorisiert war und ob Änderungen am Original zulässig gewesen seien. Erhitzte Gemüter gibt es zudem aufseiten der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung. Der Vorfall sei die „rückständigste Wohnzimmerzensur, weil die Führungsspitze der RAI offenbar fürchtet, ein Penis könne Anstoß erregen“, so die linkspopulistische Partei.Der TV-Konzern hingegen wies sämtliche Vorwürfe unlängst in einer Mitteilung von sich – und sprach von einer „an den Haaren herbeigezogenen Kontroverse“. Vorspann und Grafikpaket stammten von Olympic Broadcasting Services, dem offiziellen Produktionsdienst des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).Alle Sender müssten die Inhalte unverändert ausstrahlen, dementsprechend könne RAI „diese Inhalte wie jeder andere Sender auch in keinster Weise verändern“.Ursächlich für die Zensur könnten die Richtlinien des IOC sein, die „explizit sexuelle Inhalte“ strengstens untersagen. (dpa)