FAZ 17.02.2026
09:26 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Ich bin richtig, richtig sauer, weil es keiner von uns versteht“


DSV-Skidirektor nach vorzeitigem Abbruch sauer +++ Hase und Volodin gewinnen Bronze im Paarlauf +++ Nolte gewinnt Silber im Bob +++ Skispringer verpassen Bronze +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Ich bin richtig, richtig sauer, weil es keiner von uns versteht“

Der zweimalige Kombinations-Olympiasieger Vinzenz Geiger ist schwach in den Wettkampf von der Großschanze gestartet und hat kaum noch eine Medaillenchance. Der Oberstdorfer flog in Predazzo nur auf 120,5 m und geht 1:43 Minuten nach dem führenden Japaner Ryota Yamamoto als 18. in den 10-km-Skilanglauf (13.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, ARD und Eurosport) in Lago di Tesero. „Das ist ein Witz“, sagte Geiger frustriert: „Es ist sehr, sehr bitter, aber es war einfach nicht gut genug.\"  Auch Routinier Johannes Rydzek, 2018 erster deutscher Olympiasieger von der Großschanze, liegt nach einem Sprung auf 123,5 m als 15. (+1:23) weit zurück. Team-Weltmeister Julian Schmid schob sich als 16. (+1:35) zwischen seine Teamkollegen.Den Olympiasieg machen der Norweger Jens Luraas Ofetbro und der Österreicher Johannes Lamparter wohl unter sich aus. Superläufer Oftebro, der von der Normalschanze Gold geholt hatte, startet als Fünfter mit nur 22 Sekunden Rückstand. Oftebro wird wohl schnell zu Weltcup-Spitzenreiter Lamparter auflaufen, der als Zweiter 14 Sekunden vor ihm startet.Im Wettkampf von der Normalschanze waren die deutschen Kombinierer zum Auftakt ohne Medaille geblieben, mehr als Rang acht durch Rydzek war nicht drin. Es drohen die ersten Winterspiele seit 2010 ohne Einzelmedaille. (sid)

Nach ihren gehäuften Problemen beim letzten Schießen ist Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß bei den Olympischen Winterspielen nicht mehr Schlussläuferin der deutschen Frauenstaffel. Am Mittwoch (14.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport) tritt die 31-Jährige aus Ruhpolding überraschend bereits an Position zwei an und will gemeinsam mit Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und der neuen Schlussläuferin Vanessa Voigt über 4 x 6 Kilometer eine Medaille gewinnen. In bislang drei Einzelrennen waren die deutschen Frauen leer ausgegangen, nur zum Auftakt mit der Mixedstaffel hatte es bislang Bronze in Südtirol gegeben.Preuß gab mögliche Medaillen bei den Winterspielen in Antholz mehrfach aus der Hand, weil sie im letzten Stehendschießen Nerven zeigte. Zuletzt vergab sie am Sonntag im Verfolgungsrennen mit zwei späten Strafrunden mindestens Bronze, noch mehr war sogar im Einzel möglich. Beide Male verpasste die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison das Podest. Vor ihrem Karriereende nach der Saison wird es für Preuß das letzte große Staffelrennen überhaupt.Über die Gründe für die Schießprobleme rätselte die Bayerin in Antholz selbst. „Es wackelt nur noch. Ich bin dann so angespannt und bekomme nicht mehr den Fokus auf das Wesentliche“, sagte sie nach der Verfolgung: „Dann geht einfach nichts mehr.“Vor vier Jahren in Peking hatte Deutschland mit Preuß die Bronzemedaille gewonnen, damals war sie an Position drei gelaufen. Im Weltcup war sie meist als Schlussläuferin gesetzt. 2002 hatte die Auswahl des Deutschen Skiverbandes in Salt Lake City letztmals Olympia-Gold gewonnen. (dpa)

Vor dem Olympia-Duell mit Deutschland hat Frankreich seinen Eishockey-Nationalspieler Pierre Crinon nach einer Schlägerei im Spiel gegen Kanada suspendiert. „Das provozierende Verhalten von Pierre Crinon beim Verlassen des Eises, obwohl er gerade wegen einer Schlägerei des Spiels verwiesen worden war, stellt einen eindeutigen Verstoß gegen den olympischen Geist dar und schadet zudem den Werten unseres Sports“, teilte der französische Verband FFHG mit.Aus diesem Grund „wurde in voller Übereinstimmung mit dem französischen Nationalen Olympischen Komitee die Entscheidung getroffen, ihn für die nächste(n) Partie(n) des olympischen Turniers nicht zuzulassen“, hieß es in dem Statement weiter. Der Verteidiger Crinon hatte sich bei der 2:10-Klatsche am Sonntag mit dem Kanadier Thomas Wilson geprügelt. Die Schiedsrichter mussten energisch eingreifen, um die beiden Spieler zu trennen.Im Play-off-Duell am Dienstagmittag (12.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport) geht es für die in der Vorrunde punktlosen Franzosen wie für die deutsche Auswahl um Superstar Leon Draisaitl in der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena um den Einzug ins olympische Viertelfinale.

Skistar Lindsey Vonn ist neun Tage nach ihrem folgenschweren Sturz bei den Olympischen Spielen in ihre Heimat zurückgekehrt. „Ich habe seit über einer Woche nicht mehr auf meinen Füßen gestanden... Seit meinem Rennen liege ich immobil in einem Krankenhausbett. Und obwohl ich noch nicht aufstehen kann, fühlt es sich großartig an, wieder auf heimischem Boden zu sein“, schrieb die US-Amerikanerin in der Nacht zu Dienstag auf ihrem Account bei der Plattform X.Nach vier Operationen an ihrem linken Bein bedankte Vonn sich abermals für die fürsorgliche Betreuung nach ihrer schweren Verletzung bei der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo. „Ein großes Dankeschön an alle in Italien, die sich so gut um mich gekümmert haben“, schrieb die 41-Jährige, die eine komplexe Fraktur des Schienbeins erlitten hatte und in der Klinik Ca’ Foncello in Treviso versorgt wurde.Mindestens einen weiteren chirurgischen Eingriff muss Vonn noch über sich ergehen lassen. Trotz eines Kreuzbandrisses im linken Knie war Vonn auf der Jagd nach Gold in Italien an den Start gegangen und nach nur 13 Sekunden auf der Olimpia delle Tofane gestürzt. Die Speed-Queen, die bis zu den Olympischen Spielen in der laufenden Saison zwei Weltcupsiege in der Abfahrt errungen hatte, wollte in Cortina ihren zweiten Olympiasieg nach 2010 schaffen. (dpa)

Wladyslaw Heraskewytsch ist nach seinem Ausschluss von den olympischen Skeleton-Wettbewerben eigenen Angaben zufolge wieder zurück in der Ukraine. Der 27-jährige Ukrainer veröffentlichte ein Video, das ihn seinen Worten zufolge in Kiew zeigt. Er befinde sich vor der Sophienkathedrale, die in der Dunkelheit nicht hinter ihm zu erkennen ist. Heraskewytsch macht dafür die russischen Angriffe verantwortlich.Immer mehr russische Athleten kehrten in die internationale Arena zurück, während Ukrainer weiterhin in einer humanitären Katastrophe lebten, die durch russischen Beschuss ausgelöst werde, schrieb Heraskewytsch. Das Internationale Olympische Komitee mache sich praktisch zum Komplizen, wenn es bei der russischen Propaganda mitspiele. Er schrieb auch: „Trotz der Stromausfälle ist daheim immer noch der beste Ort.“Der 27-Jährige war bei den Winterspielen in Italien kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigt die Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sind. (dpa)

Die Eiskunstläufer Minerva Hase und Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen in Italien die Bronzemedaille gewonnen. Die deutschen Paarlauf-Europameister von 2025 patzten in der Kür und fielen mit 219,09 Punkten noch von Platz eins nach dem Kurzprogramm auf den dritten Rang zurück. Olympiasieger wurden dank einer beeindruckenden Aufholjagd und einer Traum-Kür die japanischen Weltmeister Riku Miura zbd Ryuichi Kihara mit 231,24 Zählern. Silber gewannen Anastasia Metelkina und Luka Berulawa aus Georgien mit 221,75 Punkten. Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke und Robert Kunkel, landete mit 194,11 Punkten auf Platz zehn.Für Hase/Volodin ist Bronze die erste olympische Medaille und der bislang größte Erfolg der Karriere. Allerdings war sogar Gold greifbar. 4,55 Punkte betrug der Vorsprung nach einem fehlerfreien Kurzprogramm auf Metelkina/Berulawa. Doch in der Kür konnten die beiden Sechsundzwanzigjährigen ihren Vorsprung nicht halten. (dpa)

Laura Nolte hat ihren ersten Olympiasieg im Monobob auf dramatische Weise verpasst. In einem Krimi musste die 27 Jahre alte Weltcup-Dominatorin im vierten Lauf noch die US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor vorbeiziehen lassen und gewann mit 0,04 Sekunden Rückstand Silber. Dritte in Cortina d'Ampezzo wurde Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA.Für die deutschen Schlittensportler ist es dennoch die zwölfte Medaille im neunten Rennen der Winterspiele und für Nolte die zweite ihrer Karriere: Vor vier Jahren in Peking war sie mit ihrem Triumph im Zweier zur jüngsten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte aufgestiegen. In Cortina eröffnete sie nun die deutschen Bob-Festspiele, die sich höchstwahrscheinlich schon am Dienstag fortsetzen werden: Im Zweier der Männer führt Johannes Lochner zur Halbzeit vor den Landsleuten Francesco Friedrich und Adam Ammour.Für die in Frankfurt am Main lebende Ausnahmepilotin ist es dennoch eine weitere Enttäuschung in dieser Disziplin, nachdem sie bei der olympischen Premiere des kleinen Frauen-Schlittens in Peking nur Vierte geworden war. Sie führte in Cortina nach jedem der ersten drei Läufe, die bereits 41 Jahre alte Meyers Taylor fuhr an einem überragenden Tag aber noch nach vorne und krönte sich zur ältesten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte. Für die US-Amerikanerin ist es die sechste Olympiamedaille, aber das erste Gold.Nolte will nun im Zweier am Freitag und Samstag zurückschlagen. Gemeinsam mit Anschieberin Deborah Levi ist sie nach fünf Siegen in sieben Weltcup-Rennen die Topfavoritin.Lisa Buckwitz vom BRC Thüringen, Olympiasiegerin im Zweier als Anschieberin von Mariama Jamanka in Pyeongchang 2018, wurde mit deutlichem Rückstand auf das Podium Vierte. Kim Kalicki aus Wiesbaden kam mit der anspruchsvollen Bahn überhaupt nicht zurecht und hatte als 15. mit der Entscheidung nichts zu tun. Im Monobob wird mit Einheitsschlitten gefahren, weshalb die Weltspitze im Vergleich zum Zweier deutlich enger beieinander liegt. In Peking war das erfolgsverwöhnte deutsche Team in der damals neu eingeführten Disziplin komplett leer ausgegangen. (sid)

Die Skispringer Philipp Raimund und Andreas Wellinger haben eine Medaille zum Olympia-Abschluss beim vorzeitig abgebrochenen Wettkampf im Super Team knapp verpasst. Normalschanzen-Olympiasieger Raimund und Wellinger belegten auf der Großschanze in Predazzo den vierten Platz. Gold gewannen die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher. Silber sicherten sich Pawel Wasek und Kacper Tomasiak aus Polen, Bronze ging an das norwegische Duo Johann Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal.Der Wettbewerb wurde im laufenden dritten und letzten Durchgang bei starkem Schneefall abgebrochen, damit wurde das Ergebnis nach zwei Durchgängen gewertet. So fehlten dem deutschen Duo nur 0,3 Punkte auf Bronze, das sind umgerechnet knapp 17 Zentimeter. Raimund dürfte die Winterspiele trotzdem in guter Erinnerung behalten. Der 25-Jährige war nach Italien gereist, ohne jemals im Weltcup gewonnen zu haben. Mit Gold fährt er wieder nach Hause.Raimunds Triumph lenkt ein wenig von den ansonsten aus deutscher Sicht enttäuschenden Skisprung-Wettbewerben ab. Weder die Männer noch die Frauen schafften es in weiteren Wettkämpfen auf das Podest. Nur eine Medaille bei Winterspielen für die deutschen Skispringer hatte es zuletzt 2010 in Kanada gegeben. Damals holte die Mannschaft um Martin Schmitt Silber im Teamspringen.Das Super Team wurde im Val di Fiemme erstmals bei Winterspielen ausgetragen. Statt durch vier Athleten, wie im traditionellen Mannschaftswettbewerb, wurde jede Nation nur durch zwei Sportler vertreten. Die Springer der besten Nationen absolvierten jeweils drei Sprünge. (dpa)

Laura Nolte greift bei den Olympischen Spielen im Monobob nach Gold. Die Weltcup-Dominatorin büßte in Cortina d'Ampezzo im dritten Lauf zwar etwas von ihrem Vorsprung ein, geht aber mit einem Puffer von 0,15 Sekunden auf die starke US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor in den Entscheidungsdurchgang. Dritte ist Kaillie Armbruster Humphries (+0,24) aus den USA, ebenfalls noch in Schlagdistanz.Für Nolte wäre es nach dem Triumph im Zweier vor vier Jahren in Peking der zweite Olympiasieg. Die in Frankfurt am Main lebende Ausnahmepilotin war mit 0,22 Sekunden Vorsprung in den zweiten Wettkampftag gegangen und zeigte erneut eine nahezu fehlerfreie Vorstellung. Die US-Amerikanerinnen schlugen aber mit jeweils Bahnrekord eindrucksvoll zurück. Nolte peilt in Norditalien ihr erstes Gold im Monobob an, nachdem sie bei der olympischen Premiere des kleinen Frauen-Schlittens vor vier Jahren in Peking nur Vierte geworden war.Lisa Buckwitz vom BRC Thüringen ist Vierte (+0,88), hat aber keine realistischen Chancen mehr auf das Podium. Kim Kalicki aus Wiesbaden hat nach einem verkorksten ersten Tag nichts mit der Entscheidung zu tun. Im Monobob wird mit Einheitsschlitten gefahren, weshalb die Weltspitze im Vergleich zum Zweier deutlich enger beieinander liegt. In Peking war das erfolgsverwöhnte deutsche Team in der damals neu eingeführten Disziplin komplett leer ausgegangen.Nolte gilt auch im Zweierbob mit Anschieberin Deborah Levi als Topfavoritin und will an Olympiagold von Peking anknüpfen. (dpa)

Die Eishockey-Frauen der USA sind ohne Mühe zum fünften Mal in Serie ins Olympia-Finale eingezogen. Nach dem 5:0 (1:0, 4:0, 0:0) im Halbfinale gegen Schweden greifen sie damit nach den Triumphen 1998 und 2018 am Donnerstag (19.10 Uhr) zum dritten Mal nach Gold. Cayla Barnes (6.), Taylor Heise (30.), Abbey Murphy (36.), Kendall Coyne (37.) und Hayley Scamurra (38.) schossen den souveränen Erfolg heraus. Den Final-Gegner ermitteln am Abend Dauerrivale Kanada und die Schweiz, Schweden spielt am Donnerstag (14.40 Uhr) um die Bronzemedaille. Die deutschen Frauen waren im Viertelfinale durch ein 1:5 gegen Kanada ausgeschieden. (sid)

Skip Marc Muskatewitz und seine Teamkollegen schrien ihre Freude und Erleichterung heraus. Die deutschen Curling-Männer haben ihre Chancen auf eine Medaille bei den Winterspielen in Cortina am Leben gehalten. Im wegweisenden sechsten Spiel gewann die junge Auswahl gegen Olympiasieger Schweden 7:3 – und steht nun bei drei Siegen und drei Niederlagen.Damit belegen die Europameister von 2024 den geteilten sechsten Rang. Drei Spiele stehen in der Round Robin noch aus, am Dienstag kommt es zu einem Doppelspieltag gegen Tschechien (9.05 Uhr) und die noch ungeschlagenen Schweizer (19.05 Uhr in der ARD und bei Eurosport). Zum Abschluss geht es am Donnerstag gegen China. Peking-Goldmedaillengewinner Schweden steht mit nur einem Sieg vor dem Aus.Nach den Niederlagen am vergangenen Wochenende gegen die USA (6:8) und den Weltranglistenersten Großbritannien (4:9) war der Druck für die deutsche Auswahl vom kanadischen Trainer Ryan Sherrard gestiegen. Muskatewitz und Co. brauchten den Sieg gegen die Schweden, um das erklärte Ziel, top vier, nicht komplett aus den Augen zu verlieren.Erstmals seit 2014 in Sotschi ist wieder eine deutsche Curling-Auswahl bei Olympia dabei. Die besten vier Teams der Zehnergruppe ziehen ins Halbfinale ein, am 20. und 21. Februar geht es im Cortina Curling Stadium um die Medaillen. (sid)

Skirennfahrer Linus Straßer hat ein vernichtendes Urteil über die Olympischen Winterspiele in Italien gefällt. „Es ist für’n Arsch. Sagen wir, wie es ist“, schimpfte der Münchner nach dem Slalom von Bormio, den er auf dem neunten Rang beendet hatte. Den 33-Jährigen störte vor allem, dass die Events unter den fünf Ringen seiner Meinung nach viel zu reguliert seien und keine Emotionen wie etwa bei den Ski-Klassikern von Kitzbühel oder Adelboden zuließen. „Das willst du doch erleben und nicht so ein steriles Ding.“ Die alpinen Ski-Männer waren bei diesen Spielen in Bormio, wo zur gleichen Zeit keine anderen Events oder Sportarten stattfanden. Für viele Athleten und Betreuer fühlte sich Olympia deshalb an wie ein normaler Weltcup. Von einem olympischen Flair oder Miteinander war in dem Bergdorf kaum etwas zu spüren. „Bormio zeigt mir eigentlich, dass Peking gar nicht so schlecht war“, meinte Straßer. „Das zwar mit Corona, das war ein bisschen anstrengend alles, aber wir waren in einem olympischen Dorf, Eiskanal-Athleten waren dabei, es war ein Riesenspeisesaal, es war ein Miteinander.“ 2022 in China waren wegen der Pandemie keine Zuschauer zugelassen. Doch selbst das sei im Vergleich mit Bormio nicht so schlimm gewesen. Schon im ersten Durchgang hatte sich Straßer über die Olympia-Organisation geärgert, als ihm verboten wurde, im Ziel seinen guten Freund AJ Ginnis nach dessen letztem Rennen gebührend zu empfangen. „Das ist typisch Olympia, oder?“, sagte er. „Lasst doch einmal irgendwas … aber gut, alles für die Show, für die sterile.“ Der Münchner erzählte, dass seine Frau und die beiden Kinder sowie andere Familienmitglieder extra nach Bormio gekommen seien, dann aber weit weg von der Strecke stehen mussten. Zu sehen waren sie nicht – Straßer musste mit seiner Frau über Handy einen gemeinsamen Treffpunkt im Ort vereinbaren. (dpa)

Einem Medaillengewinner ganz nah sein? Das können Olympia-Fans in Cortina d'Ampezzo – wenn denn ihre Ferienunterkunft groß genug ist. Nach dem Gewinn zweier Silbermedaillen sucht Skeletoni Axel Jungk notgedrungen eine neue Bleibe, weshalb er im TV-Interview prompt einen Aufruf startete.„Es ist schade, wir müssen morgen früh direkt das Dorf verlassen, weil wohl zu wenig Platz ist“, berichtete Jungk am Montag im ZDF – und fügte grinsend an: \"Also falls hier jemand zuschaut, der in Cortina ist und Platz für ein paar Sportler hat: Wir würden uns freuen, meldet euch!“Viel Schlaf benötigt Jungk trotz der Medaillenparty bis 6.30 Uhr in der neuen Unterkunft nach eigener Aussage allerdings nicht. „Kann ich in den nächsten Wochen zu Hause. Jetzt will ich hier alles aufsaugen und mitnehmen so gut es geht“, sagte der 34-Jährige. Jungk hatte am Sonntag gemeinsam mit Susanne Kreher Silber im Mixed-Team gewonnen, zudem holten Christopher Grotheer, der anschließend sein Karriereende verkündete, und Jacqueline Pfeifer Bronze. Die deutschen Skeletonis sammelten in der kleinsten Schlittensportart damit insgesamt überragende sechs Medaillen in drei Rennen ein. Kreher und Jungk gewannen im Einzel jeweils Silber, Pfeifer und Grotheer jeweils Bronze. (sid)

Der norwegische Skirennfahrer Atle Lie McGrath hat im Olympia-Slalom von Bormio ein sportliches Drama erlebt und seinen Gefühlen danach auf ungewöhnliche Art freien Lauf gelassen. Der 25-Jährige ging als Führender mit deutlichem Vorsprung in den zweiten Durchgang, hatte die Goldmedaille vor Augen, fädelte dann allerdings ein und schied aus. Tief enttäuscht warf McGrath daraufhin erst in hohem Bogen seine Skistöcke weg und stapfte dann zu Fuß los Richtung Wald. Der Skandinavier lief einmal quer über die Piste, passierte die Streckenbegrenzung, ging weiter und weiter – und ließ sich schließlich in der Nähe von ein paar Bäumen in den Schnee fallen. McGrath ist aktuell einer der besten Slalomfahrer der Welt. Der Norweger fuhr in der laufenden Saison schon fünfmal auf ein Weltcup-Podest und führt damit auch die Gesamtwertung im Torlauf an. Bei den Winterspielen in Norditalien hatte er im ersten Lauf auch von seiner frühen Startnummer eins profitiert. Etliche andere Topfahrer waren bei Schneefall und schwierigen Sichtverhältnissen früh ausgeschieden. Nach seinem Patzer im Finale musste McGrath die Goldmedaille allerdings dem Schweizer Weltmeister Loic Meillard überlassen. (dpa)