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14.02.2026
14:37 Uhr
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Deutsche Eishockey-Herren verlieren gegen Lettland +++ Drama bei Langlauf-Frauen: Schwedin auf nur einem Ski unterwegs +++ Streit bei Langlauf-Männern +++ Ukrainer kritisiert IOC +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Im zweiten Vorrundenspiel bei den Olympischen Winterspielen haben bei den deutschen NHL-Stars die Nerven versagt. Eine viel zu schwache Chancenverwertung des deutschen Eishockey-Teams sorgte für das enttäuschende 3:4 (2:1, 0:1, 2:1) gegen Lettland. Im zweiten Vorrundenspiel in Mailand trafen nur Lukas Reichel (3. Minute), Lukas Kälble (17.) und Tim Stützle (58.) für das Team von Bundestrainer Harold Kreis.Lettland zeigte sich erheblich effizienter und gewann dank Toren von Dans Locmelis (16./29.), Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.). Bereits am Sonntag (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) steht das abschließende Gruppenspiel gegen Weltmeister USA an. Wahrscheinlich muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes am Dienstag dann in die Viertelfinal-Qualifikation. Wie schon beim 3:1 am Donnerstag gegen Dänemark erwischte die DEB-Auswahl dabei einen Start nach Maß. Diesmal dauerte es 126 Sekunden, ehe Nordamerika-Profi Reichel Deutschland in Führung schoss. Der vom NHL-Team Vancouver Canucks aktuell zum Farmteam in die AHL beorderte Stürmer wurde von Dominik Kahun auf die Reise geschickt und nutzte die Eins-zu-eins-Situation gegen NHL-Keeper Arturs Silovs von den Pittsburgh Penguins sicher. Überhaupt zeigte Reichel eine starke Leistung.Gegen die Dänen hatte NHL-Superstar Leon Draisaitl bereits nach 23 Sekunden getroffen. Wie schon am Donnerstag gab es nach der Führung aber zunächst einen Bruch im deutschen Spiel. Die DEB-Auswahl spielte nicht mehr so zielstrebig und brachte zu wenige Schüsse aufs lettische Tor. In Unterzahl kassierte Deutschland dann den Ausgleich. Noch vor der ersten Pause gelang die erneute Führung durch Abwehrspieler Kälble. Der lettische Keeper sah dabei nicht gut aus. Im Mittelabschnitt wurden dem deutschen Team unglückliche Strafzeiten zum Verhängnis. In doppelter Überzahl traf AHL-Stürmer Locmelis zum abermaligen Ausgleich.Im Schlussdrittel zog die DEB-Auswahl noch einmal an und erarbeitete sich ein deutliches Chancenplus, geriet aber erstmals in Rückstand. Während Draisaitl und Co. vom immer stärker werdenden lettischen Torhüter entnervt wurden, schlug AHL-Stürmer Tralmaks von den Grand Rapids Griffins bei einem Konter zu. Dies war der Auftakt zu einer spannenden Schlussphase, in der die effizienten Letten erst erhöhten und Kreis daraufhin früh Torhüter Philipp Grubauer vom Eis nahm. Mehr als das Anschlusstor von NHL-Star Stützle sprang dabei aber nicht heraus. Eine Minute vor dem Ende hatte Reichel noch Pech mit einem Pfostenschuss. (dpa)
Dramatische Szenen in der olympischen Langlaufstaffel der Frauen: Ebba Andersson kam als zweite Läuferin der favorisierten schwedischen Staffel auf Platz zwei liegend zu Sturz, überschlug sich und verlor dabei ihren Ski. Weil sich der Ski nicht mehr am Schuh anbringen ließ, musste die Schwedin über eine Minute lang mit einem Ski weiterfahren, während sie den anderen unter dem Arm hielt. Danach erhielt sie einen Ersatz-Ski.Andersson fiel durch den Sturz zwischenzeitlich von Platz zwei weit zurück und übergab als Achte an ihre Kollegin. Auch die deutsche Mannschaft zog in dieser Phase vorbei, Katharina Hennig Dotzler schickte Helen Hoffmann als Siebte in die nächste Runde.Die deutschen Läuferinnen verpassten anschließend allerdings die erhoffte Staffel-Medaille. Das DSV-Quartett landete beim deutlichen Sieg Norwegens trotz einer tollen Aufholjagd auf Platz vier. Norwegen lag am Ende 50,9 Sekunden vor den hochfavorisierten Schwedinnen. Bronze ging an Finnland. (dpa)
Die norwegischen Skilangläufer um den neuen Rekord-Olympioniken Johannes Hösflot Kläbo rennen bei den Winterspielen von Mailand und Cortina alles in Grund und Boden. Nun könnte dem Team Norge aber großer Ärger drohen. Weil die Norweger beim Sprint am Dienstag offenbar einen Vorteil beim Wachsen erhalten haben, erwägt Konkurrent Finnland sogar den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Offiziell Protest gegen das Ergebnis des Männer-Sprints wurde bereits eingelegt. Der finnische Skiverband und das Nationale Olympische Komitee fordern eine Korrektur der Resultate. Außerdem, so der Vorwurf, soll das Team der USA unzulässige Wachs-Techniken benutzt haben.Im Fall der Norweger geht es um eine elektrische Maschine zur Fettbehandlung beim Wachsen, die das Team mit an die Wettkampfstrecke gebracht hatte. Für diese hatte sich Norwegen zuvor eine Genehmigung des Weltverbandes FIS eingeholt. Der Weltverband, und dagegen richtet sich der Protest, informierte allerdings die anderen Nationen nicht über den zulässigen Einsatz einer solchen Gerätschaft. Die FIS entschuldigte sich dafür in einer Stellungnahme.Auch der Deutsche Skiverband (DSV) kritisierte den Weltverband. „Das ist ein Fehler der FIS, der nicht passieren darf, schon gar nicht bei einem Großereignis wie Olympia. Die Kommunikation war schlichtweg mangelhaft“, sagte DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach dem SID.Italiens deutscher Nationaltrainer Markus Cramer informierte am Donnerstag andere Mannschaften über Norwegens Praktiken, und vor allem die Finnen zürnten. Lauri Vuorinen, der hinter Norwegens Topstar Kläbo sowie Ben Ogden (USA) und Oskar Opstad Vike (Norwegen) Vierter geworden war, sei „moralischer Olympiasieger“, sagte Finnlands Cheftechniker Heikki Tonteri. Die Läufer aus Norwegen und USA schienen vor allem an den Anstiegen der Konkurrenz überlegen.Die US-Amerikaner hatten hingegen eine Flüssigkeit in den Servicebereich mitgebracht. Dabei soll es sich um Wachsentferner gehandelt haben, auch das ist ausdrücklich untersagt. Der US-Servicechef erklärte, er habe die Flüssigkeit nur zum Händewaschen benutzt. Der Einsatz von Flüssigkeiten, sei es Flüssigwachs oder auch nur Wasser, ist während der Sprintrunden strengstens verboten.„Wir wollen die Missstände offenlegen und dafür sorgen, dass im Spitzensport die Regeln für alle gleich gelten. Die FIS hat selbst eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Daraus entstand ein unfairer Wettbewerb, bei dem zwei Nationen einen unangemessenen Vorteil hatten, ohne dass andere Mannschaften informiert wurden“, sagte Finnlands Verbandsgeschäftsführerin Marleena Valtasola. „Solches Verhalten ist nicht akzeptabel. Eine bloße Entschuldigung reicht nicht aus.“ Die Norweger und US-Amerikaner hätten eindeutig gegen die internationalen Wettkampfregeln und die vorherigen Anweisungen verstoßen. (dpa/sid)
Die Freestyle-Skierin Jakara Anthony hat sich zur ersten Olympiasiegerin in der Disziplin Dual Moguls gekürt. Bei dem Wettbewerb auf der Buckelpiste, bei dem zwei Athletinnen parallel gegeneinander antreten, setzte sich die Australierin im Finalduell gegen Jaelin Kauf aus den USA durch. Bronze ging an Kaufs Landsfrau Elizabeth Lemley, die sich im kleinen Finale gegen die Französin Perrine Laffont behauptete. Deutsche Athletinnen waren in Livigno nicht dabei. Lemley verpasste die Chance, sich in Livigno auf der Buckelpiste zur Doppelolympiasiegerin zu küren. Am Mittwoch hatte sie sich beim Einzelwettbewerb noch durchgesetzt und vor Kauf und Laffont Gold gewonnen; am Samstag hatte sie im Halbfinale gegen die spätere Siegerin Anthony das Nachsehen. Anthony errang hingegen ihr insgesamt zweites Olympia-Gold der Karriere, 2022 in Peking hatte sie im Einzel gesiegt.Im Livigno Aerials and Mogul Park ging auch Elis Lundholm aus Schweden an den Start. Lundholm hatte zuvor als erste offene Transperson bei Olympischen Winterspielen für Aufsehen gesorgt, am Samstag schied der 23-Jährige bereits im Sechzehntelfinale aus. Lundholm, dem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, startet bei den Frauen, fühlt sich aber als Mann – eine geschlechtsangleichende Operation hat er nicht durchlaufen. (sid)
Auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn sind zur Halbzeit der Olympischen Winterspiele abermals mutmaßliche Sabotageakte verübt worden. Der Verkehr auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen der Hauptstadt Rom und Florenz sowie zwischen Rom und Neapel sei in Folge von „mutwilligen Handlungen“ behindert, teilte die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) mit. Unklar ist, ob es einen Zusammenhang zu den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo gibt.Die Bahngesellschaft sprach von mindestens drei verdächtigen Vorfällen. Im Großraum Rom seien an zwei Stellen die Kabelkanäle beschädigt worden, über die der Zugverkehr gesteuert wird. Vermutet wird Brandstiftung. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln. Es kam zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden.Bereits zu Beginn der Olympischen Spiele vor einer Woche waren im Norden Italiens Schäden auf drei Bahnstrecken entdeckt worden, die erhebliche Verspätungen zur Folge hatten. In die Ermittlungen schaltete sich eine Anti-Terror-Einheit ein. Später gab es dazu ein Selbstbezichtigungsschreiben. Allerdings steht noch nicht fest, ob das Schreiben echt ist. Die Vorfälle erinnern an ähnliche Vorkommnisse zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris. Damals hatten Unbekannte kurz vor Eröffnung der Spiele koordinierte Brandanschläge auf das Netz der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge verübt. (dpa)
Im Olympia-Sport der Eis-Gentlemen benahmen sich die Beteiligten plötzlich rüpelhaft. Zwischen den Teams von Kanada und Schweden wurde die Stimmung in der Halle von Cortina am Freitag über mehrere Ends frostiger und frostiger, bis der erstaunliche Curling-Streit in hitzigen Betrugsvorwürfen und Beleidigungen ausartete.„Komm, verpiss Dich!“, rief der kanadische Third Marc Kennedy dem Schweden Oskar Eriksson zu, „verpiss Dich einfach!“ Da die Spieler alle verkabelt sind, ging der Streit erst live um die Welt und später in den Sozialen Medien viral. Aber was war überhaupt Stein des Anstoßes? Schon früh im Spiel hatte Schweden unterbrechen lassen, um einen Regelverstoß der Kanadier zu überprüfen. Auch Kanada bat darum, den Schweden genauestens auf die Finger zu schauen. Im wahrsten Sinne: Die Steine müssen im Curling vor einer bestimmten Linie losgelassen werden, sie sind dabei am Griff zu führen. Mindestens ein kanadischer Spieler aber hatte seinem Stein mit dem Finger offensichtlich noch einen verbotenen Schubs gegeben. Team Schweden stichelte damit immer wieder, bis Kennedy vor Wut kochte. „Wer? Wer? Wer tut das? Ich habe das noch nie getan“, rief er erbost. Eriksson wies auf ihn und sagte: „Ich zeige dir das Video nach dem Spiel.“ Nach dem letzten Stein ging es weiter, in einem Interview sagte Kennedy: „Ich habe ihm gesagt, wo er sich das hinstecken soll.“ Und: „Das ist mir scheißegal.“Die Curling-Steine haben bei den Winterspielen elektronische Griffe. Wird ein Stein erst hinter der „hog line“ losgelassen, leuchtet rotes Licht für einen Regelverstoß. Darum aber ging es Schweden nicht, sondern um die verbotene Doppelberührung. „Wir haben es den Schiedsrichtern gesagt, aber sie haben die Regel falsch ausgelegt“, betonte Eriksson. World Curling teilte mit, es seien keine Regelverstöße aufgefallen. Am Ende übrigens gewann Kanada 8:6 und steht bei drei Siegen ohne Niederlage. Die Schweden haben ihre ersten drei Spiele verloren. (sid)
Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch hat den Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz getroffen und den ukrainischen Orden der Freiheit erhalten. Selenskyj dankte seinem Landsmann abermals für dessen Haltung im Konflikt mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in der Helm-Kontroverse bei den Winterspielen.„Die Ukraine wird immer Sieger und Olympioniken haben. Doch der größte Schatz der Ukraine sind vor allem die Ukrainer – jene, die die Wahrheit und die Erinnerung an die von Russland getöteten Sportler bewahren, an Athleten, die aufgrund der russischen Aggression nie wieder antreten werden“, schrieb Selenskyj auf seinem Account auf der Plattform X zu Fotos vom Treffen.Dabei präsentierte Heraskewytsch im Beisein seines Vaters Mychailo dem Präsidenten seinen Helm mit Porträts ukrainischer Athleten, die im Angriffskrieg durch Russland ihr Leben verloren haben. Diesen Helm wollte der Athlet auch im Wettkampf tragen, das wurde vom IOC als unvereinbar mit der Olympischen Charta bezüglich der Richtlinien zum Ausdruck von Athleten angesehen.Heraskewytsch wurde wegen der Causa schließlich durch den Bob- und Schlitten-Weltverband IBSF disqualifiziert, sein Antrag auf Wiederzulassung scheiterte am Freitag vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. „Ich bin sehr frustriert“, sagte der 27-Jährige am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz der Nachrichtenagentur AFP.„Es war eine eindeutig diskriminierende Entscheidung des IOC. Ich sollte dabei sein“, betonte Heraskewytsch: „Gleichzeitig verstehe ich aber, dass dieser Skandal die Menschen weltweit im Hinblick auf unser Problem und die Opferbereitschaft dieser großartigen Athleten vereint hat. Und ich glaube, dieses Ziel ist viel wichtiger als jede Medaille.“ (sid)
Bittere Gewissheit nach dem Schockmoment: Für den Schweizer Eishockey-Nationalspieler Kevin Fiala sind die Olympischen Spiele vorzeitig beendet. Der NHL-Star erlitt im zweiten Gruppenspiel gegen Kanada am Freitagabend eine Unterschenkelverletzung, wie der Schweizer Verband am Samstag in einer kurzen Mitteilung bekannt gab. Demnach sind weitere Einsätze des wichtigen Spielers im Turnier nach den Untersuchungen ausgeschlossen. Der Profi von den Los Angeles Kings war beim 1:5 der Schweizer in Mailand nach einem Zweikampf mit Kanadas Tom Wilson kurz vor dem Ende des Spiels auf dem Eis liegen geblieben und musste anschließend mit einer Trage vom Eis gebracht werden. „Es ist nicht einfach für uns alle, es ist emotional, einen Spieler auf der Trage zu sehen“, sagte Nationaltrainer Patrick Fischer laut Blick, „es tut mir leid für ihn, Kevin hat alles gegeben.\" Es war zudem nicht die einzige Verletzung, die die Nati an diesem Abend verkraften musste. Verteidiger Andrea Glauser verließ das Eis nach einem Check mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, Denis Malgin wurde von einer Blessur an der Schulter gestoppt. Ihr abschließendes Gruppenspiel im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale bestreiten die Schweizer am Sonntag (12.10 Uhr) gegen Tschechien. (sid)
Janina Hettich-Walz fällt heute für den olympischen Biathlon-Sprint aus. Die 29-Jährige hatte die vergangenen beiden Tage mit Magenproblemen zu kämpfen, wie sie auf Instagram mitteilte. „Schweren Herzens“ müsse sie ihren Start über die 7,5 Kilometer absagen. Für Hettich-Walz kommt kurzfristig Selina Grotian zum Einsatz, die im Einzel am Mittwoch den 55. Platz belegt hatte.„Um sich die Chance auf einen Staffeleinsatz und gegebenenfalls im Massenstart nicht vorzeitig zu nehmen, wurde diese Entscheidung gemeinsam von Athletin, Trainern und der medizinischen Leitung vor Ort getroffen“, sagte der deutsche Mannschaftsarzt Sebastian Torka.„Auch wenn es mir heute schon wieder besser geht, kommt der Sprint leider zu früh, eine schwere Entscheidung, aber die Gesundheit geht vor“, teilte Hettich-Walz mit. Damit verpasst sie auch die Verfolgung am Sonntag. Hettich-Walz hatte im Einzel am vergangenen Mittwoch als Achte ein gutes Olympia-Debüt hingelegt. (dpa)
Skeleton-Pilot Axel Jungk hat seine olympische Silbermedaille von Cortina d'Ampezzo einem ganz besonderen Menschen gewidmet. Im Moment des Erfolges dachte Jungk an einen langjährigen Freund, den er seit über 30 Jahren kannte und der im vergangenen Jahr an Krebs gestorben war. „Dem widme ich definitiv diese Medaille. Guido, die ist für dich“, sagte der 34-Jährige. Die beiden waren demnach früher gemeinsam Ski gesprungen, ehe Jungk in den Eiskanal wechselte. Jungk, der vor vier Jahren in Peking auch bereits Silber gewonnen hatte, musste sich am Freitag nur dem überragenden Briten Matt Weston geschlagen geben. Peking-Olympiasieger Christopher Grotheer holte Bronze. (dpa)
Der ukrainische Eiskunstläufer Kyrylo Marsak hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nach seiner Kür am Freitagabend schwere Vorwürfe gemacht. Marsak sagte nach seinem schwachen und von Fehlern durchzogenen Auftritt: \"Es gab in den vergangenen Tagen schlicht zu viel negative Nachrichten für uns rund um die Disqualifikation von Wladyslaw (Heraskewytsch; d. Red.) und durch die Situation rund um das IOC. Letztlich bin ich damit nicht klar gekommen – dazu kam, dass ich Gleich nach dem „neutralen“ Athleten (dem Russen Pjotr Gumennik; d. Red.) antreten musste.“ Das IOC hatte dem Skeleton-Athleten Heraskewytsch einen Start mit seinem Helm, der 22 durch russische Truppen getötete ukrainische Sportler zeigt, untersagt, der Internationale Bob- und Skeletonverband hatte ihn noch vor dem Start aus dem Rennen genommen. Die Disqualifikation war am Freitag vom Internationalen Sportschiedsgericht für rechtens erklärt worden. Marsak, dessen Vater in Donezk an der Front gegen die russischen Invasoren kämpft, sagte, er habe hauptsächlich „negative Gedanken“ in den vergangenen drei Tagen gehabt. „Es kommt mir so vor, dass das Internationale Olympische Komitee komplett gegen uns ist, komplett gegen Ukrainer ist. Sie wollen alles Ukrainische löschen, es ging ja nicht nur Wladyslaw so, sondern auch einem Shorttracker und einem Skifahrer, meine ich, ich will nichts Falsches sagen.“ Marsak bezog sich auf Oleh Handei und Kateryna Kotsar. Dem Shorttracker Handei war untersagt worden, seinen Helm mit der Aufschrift „Where there is heroism there is no final defeat“ (Wo es Heldentum gibt, gibt es keine endgültige Niederlage) zu zieren. Der Freestyle-Skifahrerin Kateryna Kotsar wurde die Aufschrift “Be brave like Ukrainians“ (Seid mutig wie Ukrainer) verboten. „Aus meiner Sicht geht es um Manipulation. Darum, uns unter Druck zu setzen. Ich weiß das natürlich nicht mit Sicherheit, ich sage nur meine Meinung“, sagte Marsak weiter. Er hatte nach dem Kurzprogramm am Dienstag auf Platz elf und vor Gummenik gelegen. Anschließend hatte er von der Sorge um seinen Vater berichtet und erzählt, dass er wegen der psychischen Belastungen mit einem Psychotherapeuten zusammenarbeitet und im vergangenen Sommer Medikamente nehmen musste. Am Freitag fiel er mit der zweitschlechtesten Kür des Abends auf Platz 19 zurück. Gummenik wurde beim sensationellen Sieg des Kasachen Michail Schaidorow Fünfter. Von seinem Vater, erzählte Marsak am Freitag, habe er zuletzt nach dem Auftritt im Kurzprogramm gehört. Er sei „sehr, sehr glücklich“ über den Auftritt gewesen. „Aber heute hatten wir leider keinen Kontakt.“ (chwb.)
Ilia Malinin verstand die Eiskunstlauf-Welt nicht mehr. „Das war definitiv kein angenehmes Gefühl“, sagte US-Amerikaner nach seiner völlig verpatzten Olympia-Kür, die ihn das sicher geglaubte Gold gekostet hatte. „All die Jahre des Trainings, die Vorbereitung darauf – es ging einfach viel zu schnell vorbei. Ich hatte keine Zeit, zu verarbeiten, was ich tun sollte oder irgendetwas anderes. Es ging alles so schnell.“Nicht einmal eine Medaille gewann der hoch gewettete Weltmeister, Platz acht war eine herbe Niederlage für den Team-Olympiasieger. Der Grund? „Der Druck bei Olympia ist enorm“, sagte er und ergänzte: „Man sagt ja, es gäbe einen Olympiafluch, dass der Goldfavorit bei Olympia immer schlecht läuft. Und genau so ist es dann auch.“Malinin, der aus dem Kurzprogramm eine komfortable Führung mitgenommen hatte, schien auf dem Eis von Mailand verloren zu sein. „Es war fast so, als ob ich gar nicht mehr wusste, wo ich im Programm war“, bekannte er. „Normalerweise habe ich mehr Zeit und ein besseres Gefühl dafür, wie es läuft, aber diesmal ging alles so schnell vorbei, und ich hatte wirklich keine Zeit, etwas zu ändern oder den Ablauf anzupassen.“Gleich zu Beginn patzte er beim vierfachen Axel, den er aufriss, mehrfach landete er auf dem Eis. „Vor der Kür war ich sehr zuversichtlich, fühlte mich richtig gut – und dann ist es plötzlich vorbei. Plötzlich gleitet dir das, was du in Händen hältst, wieder weg.“Gold ging stattdessen an den kasachischen Vize-Weltmeister Michail Schaidorow, der nach dem Kurzprogramm noch auf Rang fünf gelegen hatte. Silber holte der Japaner Yuma Kagiyama, Bronze dessen Landsmann Shun Sato.
Eiskunstlauf-Drama in Mailand: US-Wunderkind Ilia Malinin hat nach mehreren Fehlern in der Kür die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Italien vollkommen überraschend verpasst. Der 21-Jährige patzte gleich bei mehreren Sprüngen und musste sich mit einem enttäuschenden achten Platz begnügen. Gold holte Sensations-Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan. Fünf Tage zuvor hatte Malinin noch im Teamevent gewonnen. Der Superstar musste damit die erste Niederlage nach mehr als zwei Jahren einstecken – und das ausgerechnet bei Olympia. Nach dem Kurzprogramm hatte er noch geführt. „Dass der so auseinanderfällt, das hätte niemand erwartet“, sagte die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt in der ARD. Malinin kam auf 264,49 Punkte, Schaidorow auf 291,58 Zähler. Silber sicherte sich Yuma Kagiyama aus Japan (280,06 Punkte) vor seinem Landsmann Shun Sato (274,90 Punkte). „Favorit zu sein, ist das eine“, sagte Malinin noch nach seinem Kurzprogramm und fügte hinzu: „Aber es tatsächlich zu schaffen, es unter Druck umzusetzen und den Lauf deines Lebens zu zeigen, um diese Medaille zu verdienen, ist etwas ganz anderes“. Dem Druck konnte er nicht ansatzweise standhalten. Malinin patzte auch beim technisch besonders anspruchsvollen vierfachen Axel, den er nur einfach sprang. Er wäre der erste Läufer in der Geschichte der Olympischen Spiele gewesen, der diesen Sprung steht. Dazu machte er unter anderem auch Fehler beim Rittberger und beim Salchow. Vor allem zum Ende der Kür wirkte er komplett ausgepumpt. Ohne Probleme zeigte Malinin wie auch der siebtplatzierte Franzose Adam Siao Him Fa den aufsehenerregenden Rückwärtssalto, der fast 50 Jahre lang verboten war und erst seit Ende 2024 wieder erlaubt ist. Doch zum Olympiasieg verhalf ihm dieser nicht. Ein deutscher Eiskunstläufer war bei den Winterspielen in Italien nicht am Start. (dpa)
Die deutschen Curling-Männer haben einen weiteren Schritt Richtung Olympia-Halbfinale gemacht. Das Team um Kapitän Marc Muskatewitz bezwang Gastgeber Italien knapp mit 6:5. Zahlreiche Fans mit grün-weiß-roten, aber auch einige mit schwarz-rot-goldenen Fahnen sorgten für Stadionatmosphäre in der Halle. Die Italiener gewannen den siebten Durchgang mit 2:0. Die Deutschen schlugen im achten mit einem 3:0 zurück und entschieden das Spiel im sogenannten Extra-End letztlich für sich. Für die deutsche Auswahl war es der zweite Sieg in der dritten Vorrundenpartie bei den diesjährigen Winterspielen. Zum Auftakt hatte die Mannschaft von Bundestrainer Uli Kapp – ebenfalls erst in der Verlängerung – gegen Kanada verloren, danach knapp gegen Norwegen gewonnen. Nächster Gegner sind am Samstag (14.05 Uhr) die USA. Insgesamt zehn Teams treten in der Vorrunde an – jeder gegen jeden. Nur die besten Vier ziehen am Ende ins Halbfinale ein und spielen von da an die Medaillen aus. (dpa)