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15.02.2026
09:51 Uhr
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Lindsey Vonn meldet sich aus Krankenhaus und reagiert auf Kritik +++ Lena Dürr auf Medaillenkurs +++ Curling-Männer verlieren +++ Handgranate auf Parkplatz entdeckt +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Der kanadische Freestyle-Skier und „König der Buckelpiste“ Mikael Kingsbury hat sich in Livigno am Sonntag doch noch zum Olympiasieger gekürt. Der 33-Jährige entschied die erstmals bei Winterspielen ausgetragene Disziplin Dual Moguls, bei der zwei Athleten parallel auf der Buckelpiste gegeneinander antreten, für sich – im Finale setzte er sich gegen Ikuma Horishima aus Japan durch. Bronze ging an den Australier Matt Graham.Kingsbury, mit Abstand erfolgreichster Athlet der Geschichte in den Buckelpisten-Disziplinen, krönte damit seine Laufbahn. Schon 2018 hatte er in Pyeongchang Einzel-Gold gewonnen, hinzu kommen insgesamt drei olympische Silbermedaillen. Kingsbury hatte angekündigt, bei den Spielen 2030 nicht mehr starten zu wollen.Die Einzelentscheidung am Donnerstag hatte für Kingsbury noch schmerzhaft geendet: Im letzten aller Finalläufe kam er wie der Australier Cooper Woods, der noch nie einen Weltcupwettbewerb gewonnen hat, auf 83,71 Punkte. Wegen der besser bewerteten Schwünge gewann Woods jedoch Gold, für Kingsbury blieb nur Silber. Unmittelbar nach der Entscheidung hatte der Kanadier wütend seine Skier in den Schnee geschleudert, später zeigte er sich im Reinen mit seiner Leistung: „Es war knapp, ein Tiebreak“, sagte er -, „leider zu meinen Ungunsten.“ Der Überraschungsolympiasieger Woods hatte am Sonntag nichts mit der Medaillenvergabe zu tun: Er scheiterte nach einem Sturz bereits im Achtelfinale. Deutsche Athleten waren in Livigno nicht am Start. (sid)
Biathlet Philipp Horn hat im Verfolgungsrennen als bester Deutscher den elften Platz belegt. Der 31-Jährige hatte nach zwei fehlerfreien Liegendeinlagen gut ins Rennen gefunden. Dann aber ließ der Sprint-Zehnte im Stehendanschlag noch drei Scheiben stehen und hatte am Ende 2:10,8 Minuten Rückstand auf den siegreichen Martin Ponsiluoma.Der nur mit einer Strafrunde belastete Schwede feierte damit seinen ersten Olympiasieg. Silber sicherte sich mit einem Rückstand von 20,6 Sekunden der Norweger Sturla Holm Laegreid (2 Fehler), es war bereits seine dritte Medaille im dritten Einzelrennen. Dritter wurde der bis zum letzten Schießen führende Franzose Emilien Jaquelin (3 Fehler/+ 29,7 Sekunden). Es war das erste Einzelrennen in Antholz, in dem nicht nur Norweger und Franzosen auf dem Podest standen.Auch die anderen Deutschen schossen zu oft daneben und konnten sich nicht großartig verbessern. Philipp Nawrath landete nach sechs Strafrunden auf Rang 25, Justus Strelow (4 Fehler) wurde vor den Augen von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich 30. und David Zobel (5) beendete das Jagdrennen auf Rang 34.Nach Bronze zum Auftakt mit der Mixed-Staffel konnten die Männer in drei Individualrennen keine weitere Medaille mehr gewinnen. Das beste Resultat bislang ist der fünfte Platz von Philipp Nawrath im Einzel. Das zweite Top-Ten-Ergebnis schaffte Horn als Zehnter im Sprint. Zwei Medaillenchancen bleiben den Herren noch: am Dienstag mit der Staffel und am Freitag im abschließenden Massenstart. In beiden Wettkämpfen kommen die Favoriten vor allem aus Frankreich und Norwegen.Die bislang letzte deutsche Medaille in der Verfolgung hatte Benedikt Doll 2018 im südkoreanischen Pyeongchang gewonnen. Seit Einführung des Wettbewerbs ins olympische Programm 2002 gab es noch keinen deutschen Gold-Gewinner. (dpa)
Die deutschen Curling-Männer müssen um den Einzug ins Halbfinale bangen. Das Team um Skip Marc Muskatewitz kassierte mit der deutlichen 4:9-Pleite am Sonntag gegen den Weltranglistenersten und Weltmeister Großbritannien die dritte Niederlage im fünften Spiel – das erklärte Ziel Top vier rückte damit erst einmal in weite Ferne.In den ersten drei Ends (2:2) spielte das junge deutsche Team gegen den Silbermedaillengewinner von Peking 2022 auf Augenhöhe, leistete sich in der Folge aber zu viele Fehler und lag nach dem siebten End (2:7) bereits aussichtslos zurück. „Da können wir auch Feierabend machen“, sagte Muskatewitz nach der Vorentscheidung, zu einer verfrühten Aufgabe kam es aber erst zwei Ends später.In den abschließenden vier Spielen der Round Robin gegen Peking-Olympiasieger Schweden am Dienstag (14.05 Uhr in der ARD und bei Eurosport) sowie Tschechien, die bislang ungeschlagenen Schweizer und China dürfen sich die Europameister von 2024, die erstmals seit 2014 wieder ein deutsches Curling-Team bei Olympia stellen, nun keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Die besten vier Teams ziehen ins Halbfinale ein, am 20. und 21. Februar geht es um die Medaillen. (sid)
Die zweimalige Olympiasiegerin Julia Simon wird in der Verfolgung der Biathletinnen aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Start gehen. Das bestätigte Frankreichs Schießtrainer Jean-Paul Giachino wenige Stunden vor dem Jagdrennen am Sonntag (14.45 Uhr im ZDF und bei Eurosport). „Es hat keinen Sinn, sie liegt zwei Minuten zurück. Sie schont sich für die Staffel am Mittwoch und den Massenstart am Samstag“, sagte Giachino.Simon, die in Antholz bereits Gold mit der Mixed-Staffel und im Einzel gewonnen hat, hatte im Sprint der Frauen am Samstag mit zwei Schießfehlern nur den 34. Rang belegt. Zur Siegerin Maren Kirkeeide aus Norwegen fehlten ihr 1:55,8 Minuten. Im Anschluss hatte sie über gesundheitliche Probleme berichtet.„Es war ein sehr schwieriges Rennen. Ich fühle mich ein bisschen, als wäre ich krank, mir war ein wenig übel“, sagte Simon: „Ich hatte Pfähle statt Beine, Sodbrennen, mir ging es wirklich nicht gut.“ Die Chancen auf weitere französische Medaillen stehen aber auch ohne Simon sehr gut. Oceane Michelon startet nach Silber im Sprint 3,8 Sekunden nach Kirkeeide, Teamkollegin und Bronzemedaillengewinnerin Lou Jeanmonnot 23,7 Sekunden hinter der Norwegerin. (sid)
Auf einem Parkplatz ist eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Sprengkörper wurde in der Nähe des Austragungsorts für die Skisprung-Wettbewerbe in Predazzo gefunden, wie die Polizei mitteilte. Normalerweise wird das Parkplatz-Gelände zur Lagerung von Holz genutzt. Die Handgranate sei von Experten entschärft worden. Für die öffentliche Sicherheit habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, hieß es.Der Olympia-Parkplatz zwischen den Ortschaften Preddazo und Moena kann sowohl für Busse als auch für Pkw genutzt werden. In Predazzo fand am Samstagabend das Skispringen von der Großschanze statt. Die Winterspiele mit Mailand und Cortina d'Ampezzo als offiziellen Gastgeberstädten dauern noch bis kommenden Sonntag. Vor allem in kleineren Austragungsorten wie Predazzo und Antholz wurden dazu Liegenschaften angemietet, um den vielen Besuchern von außerhalb Parkmöglichkeiten zu bieten. (sid)
Skirennläuferin Lena Dürr hat völlig überraschend eine große Chance auf eine Medaille im olympischen Riesenslalom. Nach einem ersten Lauf voller Überraschungen liegt die 34 Jahre Münchnerin hinter Weltmeisterin und Super-G-Olympiasiegerin Federica Brignone auf Rang zwei. Dürrs Rückstand auf die Italienerin beträgt 0,34 Sekunden. Auf die drittplatzierte Sofia Goggia aus Italien hat sie einen Vorsprung von 0,12 Sekunden.Auf Rang vier folgen zeitgleich gleich drei Läuferinnen: Sara Hector aus Schweden, Olympiasiegerin vor vier Jahren in Peking, die Norwegerin Thea Louise Stjernesund und die für Albanien startende Italienerin Lara Colturi. Auf dieses Trio hat Dürr einen Vorsprung von 0,40 Sekunden, von der auf Platz sieben im Zwischenklassement platzierten Mikaela Shiffrin (USA), Olympiasiegerin 2018, trennen sie 0,68 Sekunden. Emma Aicher hat in ihrer schwächsten Disziplin mit einem Rückstand von 1,25 Sekunden auf Brignone praktisch keine Chance mehr im Kampf um die Medaillen. (dpa)
Laura Nolte ist furios ins Monobob-Rennen gestartet. Die 27 Jahre alte Weltcup-Gesamtsiegerin verbesserte trotz einer kleinen Bande im oberen Bereich ihren eigenen Bahnrekord im Cortina Sliding Centre vom November. Vor dem zweiten Lauf hat die mittlerweile in Dortmund lebende Nolte 0,05 Sekunden Vorsprung vor der US-Pilotin Elana Meyers Taylor und weitere fünf Hundertstel auf deren Landsfrau Kaysha Love, die im Vorjahr in Lake Placid WM-Gold vor Nolte geholt hatte. Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA liegt auf Rang vier vor Europameisterin Melanie Hasler aus der Schweiz. Lisa Buckwitz leistete sich zu viele Patzer und stürzte fast. Die 31-Jährige hat als Siebte mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf Bronze. Kim Kalicki belegt nach dem ersten Durchgang Platz zehn vor der Australierin Bree Walker, die als Mitfavoritin eine unsaubere Fahrt hinlegte.Monobob ist die einzige Disziplin, in der Einheitsschlitten vom Weltverband IBSF gefahren werden. Allerdings dürfen die Pilotinnen ihre eigenen Kufen verwenden, die jedoch von der IBSF von einem zentralen Edelstahl-Hersteller bezogen werden. (dpa)
Die deutschen Sportlerinnen und Sportler werden massiv im Internet angegangen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am Sonntag mit Blick auf Hass und Hetze im Netz Alarm geschlagen. „Unsere Befürchtungen, dass sich dieses Thema weiter verschärfen wird, sind leider wahr geworden“, sagte Leistungssport-Vorstand und Chef de Mission Olaf Tabor: „Es wurden bislang schon gut 1300 Hasskommentare von der KI herausgefiltert, einige davon werden von der Staatsanwaltschaft untersucht.“Der DOSB setzt wie bei den Sommerspielen 2024 auch bei den Winterspielen auf einen Hatespeech-Filter, um die Athletinnen und Athleten zu schützen. Während den Spielen 2024 in Paris wurden bei einem deutlich größeren deutschen Aufgebot laut DOSB mehr als 61.000 Kommentare erfasst, knapp 4000 davon wurden automatisch ausgeblendet. Das KI-System erkennt Beleidigungen, Drohungen sowie rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte in Echtzeit – und zwar in bis zu 30 Sprachen und 25 Kategorien.Auch die enge Zusammenarbeit mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) besteht weiter, sodass rechtlich relevante Inhalte weiterhin unmittelbar an die Ermittlungsbehörden übermittelt werden können. Der Hass im Internet während Olympia ist ein internationales Problem. Diverse Athleten haben damit zu kämpfen. Besonders prominent waren in den vergangenen Tagen die Fälle von US-Sportlern, die sich kritisch über ihre Regierung unter Präsident Donald Trump geäußert hatten. (sid)
Finnlands Protest gegen die Wertung des Männer-Langlaufsprints bleibt erfolglos. Wie der Weltverband Fis auf Anfrage mitteilte, sind die Fristen für einen möglichen Einspruch abgelaufen und damit nach ihrer Auffassung nicht mehr zulässig.Die Finnen hatten zwei Vorfälle, die Norwegen und die USA betrafen, beim Sprint-Wettkampf am Dienstag moniert. Es gewann Norwegens Star Johannes Høsflot Klæbo vor Ben Ogden (USA) und seinem Teamkollegen Oskar Opstad Vike, dahinter landete der Finne Lauri Vuorinen. Der finnische Skiverband und das Nationale Olympische Komitee warfen dem Weltverband vor, gegen seine eigenen Regeln und das Fair-Play-Prinzip verstoßen zu haben.Wie der Weltverband nun mitteilte, hätte ein Protest gegen einen anderen Athleten oder dessen Ausrüstung spätestens 15 Minuten nach Veröffentlichung der inoffiziellen Ergebnisse eingelegt werden müssen. Der finnische Protest erfolgte aber erst am Samstag. Zudem sei auch die Frist für die Einlegung einer Berufung gegen eine Jury-Entscheidung – spätestens 48 Stunden nach Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse – inzwischen abgelaufen.Bei dem Rennen hatte die Fis dem norwegischen Serviceteam eine Ausnahmegenehmigung erteilt, einen Wachskessel während des Sprint-Vorlaufs im Servicebereich zu nutzen. Das ist eigentlich nicht erlaubt. Die anderen Nationalteams wurden von der Fis nicht über diese Möglichkeit informiert. Zudem hatte das US-Team eine verbotene Flüssigkeit in den Servicebereich mitgebracht. Die Fis bat in diesem Fall später um Entschuldigung für ihr Vorgehen und räumte einen Fehler ein.Der deutsche Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder hatte mit deutlichen Worten reagiert. „Das ist meiner Meinung nach ein ganz klares Versagen der Fis-Verantwortlichen – zum wiederholten Male“, sagte der 55-Jährige mit Blick auf den Weltverband. (dpa)
Nur 13 Medaillen nach der Hälfte der 116 Entscheidungen – auch wegen wachsender internationaler Konkurrenz: Nach Ansicht von Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), hat „der Rest der Welt“ der deutschen Olympiamannschaft bei den Winterspielen von Mailand/Cortina „das Leben schwer gemacht“. Dies erklärte Tabor am Sonntag in seiner Halbzeitbilanz und fasste zusammen: „Mit der bisherigen Ausbeute muss ich im Moment sehr zufrieden sein.“ Die erste Woche habe „Höhen und Tiefen“ gehabt, sagte der 55-Jährige: \"Das schmerzt uns an bestimmten Stellen, wo wir angesichts der Vorleistung bessere Resultaten erwarten konnten.\" In Peking vor vier Jahren war Deutschland zweitstärkste Nation mit zwölfmal Gold und 27 Medaillen insgesamt. Bislang konnte sich das Team D auf die Stärke im Eiskanal verlassen, Stand Sonntagmorgen wurden im Rodeln und Skeleton mehr als zwei Drittel der Medaillen gewonnen, dazu drei von vier Goldmedaillen. Das resümierte auch Tabor: „Wir werden derzeit von den Schlittensportarten getragen“, andere Sportarten hätten „ihre Potenziale noch nicht so abgerufen“. (sid)
Die beiden Olympiasieger Philipp Raimund und Andreas Wellinger gehen am Montag (19.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport) im letzten Skisprung-Wettkampf für Deutschland an den Start. Das gab der Deutsche Skiverband (DSV) am Sonntagmorgen nach dem Einzel von der Großschanze bekannt. Für Felix Hoffmann und Pius Paschke sind die Winterspiele somit beendet.Beim Super Team, das bei Olympia erstmals den traditionellen Teamwettkampf mit vier Startern pro Nation ersetzt, treten pro Land zwei Springer in drei Durchgängen an.Raimund (9.), in Val di Fiemme Sieger von der Normalschanze, und Wellinger (15.), der 2014 (Team) und 2018 (Einzel Normalschanze) Gold geholt hatte, hatten am Samstag für die besten Ergebnisse der DSV-Adler gesorgt, Hoffmann (24.) und Paschke (25.) folgten mit deutlichem Abstand. (dpa)
Die Organisatoren haben Nachschub bei den Gratis-Kondomen für die Athletinnen und Athleten versprochen. „Wir können bestätigen, dass die Versorgung mit Kondomen in den olympischen Dörfern zeitweise aufgebraucht war, weil die Nachfrage höher als erwartet war“, teilte das Organisationskomitee auf dpa-Anfrage mit. Nachschub sei unterwegs und werde bis Montag über die Dörfer verteilt. Zunächst hatte die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet.Ein Bericht, dass die Kondome in den olympischen Dörfern ausgegangen seien, hatte nicht nur für Gesprächsstoff bei den Athletinnen und Athleten gesorgt. „Das Klischee ist, dass der Valentinstag im olympischen Dorf im vollen Gange ist“, sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Wochenende mit einem Augenzwinkern. „10.000 wurden benutzt, 2.800 Athleten – man kann es sich ausrechnen.“Nun haben die italienischen Organisatoren auf den Kondom-Engpass reagiert. „Sie werden kontinuierlich bis zum Ende der Spiele aufgefüllt, um sicherzustellen, dass immer welche verfügbar sind“, teilte das Ok weiter mit. Die Winterspiele enden am 22. Februar.Bei jeder Ausgabe der Olympischen Spiele sind die Gratis-Kondome wieder ein großes Thema. Zum ersten Mal lagen 1988 bei den Sommerspielen im südkoreanischen Seoul Kondome für die Athletinnen und Athleten parat. Bei den Spielen 2024 in Paris sollen es etwa 300.000 gewesen sein. Die Kondome sind auch als Souvenir beliebt. (dpa)
Mit einem Last-Minute-Ticket zu Olympia und nun Silber: Susanne Kreher kann ihren Kopfüber-Coup im Eiskanal nicht fassen. „Nach den Trainingsläufen hätte ich das nie für möglich gehalten. Ich war schon relativ weit weg von den Schnellsten“, sagte die sächsische Skeleton-Pilotin, die wie Rodel-Königin Julia Taubitz aus Annaberg-Buchholz kommt. „Ich habe es noch nicht ganz realisiert“, sagte sie nach der tränenreichen Siegerehrung im Cortina Sliding Centre. „Es fühlt sich noch wie ein Traum an“, sagte die Überraschungs-Weltmeisterin von 2023 mit etwas Abstand. Vor allem die erstmals erlebte Nacht nach der Hälfte der vier Läufe war für die Olympia-Debütantin ungewohnt. „Das ist doch mal das Besondere bei Olympia. Da muss man noch eine Nacht drüber schlafen und nochmal abliefern. Mir wäre es lieber gewesen, dass alles schon gestern vorbei gewesen wäre“, sagte die Athletin vom Dresdner SC.Vier solide Läufe lieferte sie ab, Gold war fast unerreichbar. Die Österreicherin Janine Flock war von den deutschen Starterinnen nicht zu knacken und raste zum verdienten Sieg. Jaqueline Pfeifer hatte sich durchaus etwas mehr ausgerechnet. Fuhr die Olympia-Zweite doch im zweiten Lauf Bahnrekord. Zudem gewann sie den Weltcup-Auftakt auf der neu gebauten Bahn.
Johannes Thingnes Bö genießt dieser Tage seinen sportlichen Ruhestand in vollen Zügen – schließlich bringt der neue Job als TV-Experte ganz besondere Vorteile mit sich. „Ich werde nicht mit einer Medaille ins Bett gehen“, sagte die norwegische Biathlon-Ikone im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Antholz, „aber bevor ich schlafen gehe, werde ich ein Bier trinken. Man kann nicht beides haben.“Einst sah der Plan Bös vor, die Medaillenrennen in Südtirol auf jeden Fall noch mitzunehmen. Im vergangenen Jahr verkündete der fünfmalige olympische Gold-Gewinner aber dann unter Tränen beim Weltcup in Ruhpolding früher als geplant sein Karriereende – die Energie für ein weiteres Jahr im Biathlon-Zirkus war nicht mehr da.„Ja“, er vermisse den sportlichen Wettbewerb schon, sagte Bö, der in Antholz für den norwegischen Rundfunk NRK die Wettbewerbe analysiert: „Aber ich habe kein schlechtes Gewissen, weil ich die falsche Entscheidung getroffen habe.\" Er habe sich „schon seit vielen Jahren auf Mailand und Cortina 2026 gefreut. Es hätten meine letzten Olympischen Spiele sein sollen“, sagte der Rekordweltmeister, „aber dann änderten sich die Dinge.“ Und so sei es „schön, hier auf der anderen Seite zu sein“ – inklusive Kaltgetränk am Abend. (sid)