FAZ 10.02.2026
21:50 Uhr

Liveblog Olympia 2026: Franjo von Allmen gewinnt historische dritte Goldmedaille


Australischer Snowboarder erleidet Halswirbelbrüche +++ Aufregung nach Geständnis im Biathlon +++ US-Snowboarder hält emotionale Rede +++ DOSB-Chef reagiert auf Helm-Verbot +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: Franjo von Allmen gewinnt historische dritte Goldmedaille

Die deutschen Snowboarderinnen haben auf der Halfpipe den Finaleinzug verpasst. Nach zwei Versuchen in der Qualifikation fehlten Leilani Ettel auf dem 13. Platz 7,75 Punkte für das Weiterkommen. Bei den Spielen 2022 in Peking erreichte sie das Finale und belegte den elften Rang. „Natürlich ist es extrem schade, dass es jetzt so knapp war. Ich wäre sehr gerne auch im Finale gefahren. Aber ich habe mich so gut auf dem Board gefühlt, wie seit zwei Jahren nicht mehr – das spornt mich an“, sagte die 24-Jährige. Nur die besten zwölf Starterinnen dürfen weiter auf Medaillen im Livigno Snow Park hoffen. Leilanis sechs Jahre jüngere Schwester Kona Ettel (18.) scheiterte ebenso wie auch Anne Hedrich (21.). Die zweimalige Halfpipe-Olympiasiegerin Chloe Kim aus den USA geht derweil als Favoritin in das Finale am Donnerstag (19.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport). Mit einer weiteren Goldmedaille wäre sie die erste Snowboarderin mit drei Olympiasiegen. (dpa)

Mit „norwegischem Spirit“ für Deutschland: Die in Oslo geborene Skilangläuferin Theresa Fürstenberg erhält kurzfristig einen Startplatz im DSV-Team für das olympische Freistil-Rennen über zehn Kilometer am Donnerstag. „Sie reist an und wird das in Angriff nehmen. Sie freut sich riesig“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder.Die 23 Jahre alte Fürstenberg hatte sich als Ersatzläuferin in der Heimat bereit gehalten. „Ihr Papa ist Norweger, die Mama Deutsche. Sie ist in Norwegen aufgewachsen. Sie hat den Spirit, den man in Norwegen in die Wiege gelegt bekommt, mitgenommen“, sagte Schlickenrieder. Fürstenberg hatte bis 2022 als Norwegerin an Juniorenrennen teilgenommen.Da Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler ebenso wie Katherine Sauerbrey auf das Rennen (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport) verzichtet, erhält Fürstenberg eine Chance. „Es geht darum, Erfahrung zu sammeln und ihre gute Saison mit einem Olympia-Auftritt zu krönen. Das ist das Schönste, wenn man unverhofft zu so einem Einsatz kommt. Da nimmt man auch in Kauf, dass es eine Dreiecksfahrerei gibt“, sagte Schlickenrieder. Fürstenberg wird nach ihrem Olympiastart zum zweitklassigen Continental Cup im tschechischen Nove Mesto reisen.Hennig Dotzler verzichtet dagegen auf das Rennen in dem von ihr weniger geliebten freien Stil. „Sie hat im Skiathlon gesehen, dass ihr der Skating-Teil schwer gefallen ist. Also volle Konzentration auf die Staffel“, sagte Schlickenrieder. (dpa)

Während Johan-Olav Botn und Sturla Holm Lägreid bei Feuerwerk und einem Stückchen Siegerkuchen ihren sportlich herausragenden Olympia-Tag ausklingen ließen, brodelte es im heimischen Norwegen. „Es war eine falsche Handlung, wir sahen einen reuigen Jungen, der dort stand“, sagte der zurückgetretene Rekordweltmeister und heutige TV-Experte Johannes Thingnes Bö: „Sowohl Zeit, Ort als auch Timing sind leider völlig falsch.“Mit seiner Kritik nahm die norwegische Biathlon-Ikone Lägreid ins Visier, der nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Einzel live im Fernsehen unter Tränen von einem Seitensprung berichtet hatte. Das Geständnis verbreitete sich schnell und sorgte dafür, dass der hochemotionale Olympiasieg seines Landsmanns Botn in den Hintergrund rückte. „Bei Sturla liegen die Gefühle offen zutage. Er kann sie nicht verbergen“, sagte Bö, der nicht als einziger scharfe Worte wählte. Auch Petter Northug, Langlauf-Legende der Norweger, missfiel Lägreids Auftritt. Während Botn Erfolg habe, „wenn es darauf ankommt“ und seinen kurz vor Weihnachten verstorbenen Freund Sivert Guttorm Bakken „ehre“, schrieb Northug bei X, habe sich Lägreid stattdessen darauf konzentriert, „mit wem er geschlafen hat und mit wem nicht und wirkt dabei wie eine Figur aus 'Ex on the Beach'“.Er wolle dem Sieger „nicht die Show stehlen“, sagte Lägreid auf der Pressekonferenz entschuldigend in Richtung Botn. Er hoffe, „dass es nur die nächsten ein, zwei Tage ein Thema ist“, die Goldmedaille seines Teamkollegen sei dagegen „für immer“. Botn ließ sich zumindest äußerlich keinen Ärger anmerken, Lägreid könne „in der Mixed Zone tun, was er will. Ich entscheide nicht darüber, worüber er sprechen möchte.“ Für ihn sei es „in erster Linie ein persönlicher und emotionaler Sieg für mich selbst“. (sid)

Der australische Snowboarder Cameron Bolton hat sich mehreren Medienberichten zufolge im Training bei den Olympischen Winterspielen in der Halfpipe zwei Halswirbel gebrochen. Der australische Verband bestätigte eine Verletzung sowie das Olympia-Aus des 35-Jährigen auf seinem Instagram-Kanal.Zunächst dachte Bolton noch, sein Sturz sei glimpflich ausgegangen. Er habe die erste Nacht noch im Hotel verbracht. Am Morgen nach dem Unfall seien die Nackenschmerzen aber stärker geworden. Daraufhin sei Bolton mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. Dort seien zwei Frakturen festgestellt worden.Alisa Camplin, sogenannter Chef de Mission des australischen Teams, erklärte, Bolton sei trotz der Schwere der Verletzung guter Dinge und werde von seiner Frau begleitet. „Cam wollte seinen Teamkollegen klarmachen, was passiert ist, dass es ihm gut geht und er gut versorgt wird“, sagte Camplin in Livigno. Bei den Weltmeisterschaften  in der Schweiz im vergangenen Jahr gewann Bolton mit seiner Kollegin Mia Clift die Silbermedaille im Mixed-Wettbewerb beim Snowboardcross.Es ist bereits die vierte Verletzung, die das australische Team trifft. Die Favoritin im Aerials-Wettbewerb, Laura Peel, erlitt vor den Olympischen Spielen eine Knieverletzung, genau wie die Freestyle-Skifahrerin Daisy Thomas. Die Snowboarderin Misaki Vaughan musste ihren Start ebenfalls absagen, nachdem sie am Montag beim Training einen Schlag auf den Kopf erlitten hatte. (dpa)

Berührender Moment beim olympischen Eiskunstlauf: Der US-Amerikaner Maxim Naumov hat mit einem Familienfoto an seine vor einem Jahr tödlich verunglückten Eltern erinnert. Nach seinem Auftritt im Kurzprogramm in Mailand hielt der 24-Jährige ein Bild in die Kamera, das ihn als dreijährigen Jungen bei seinem ersten Gang aufs Eis mit seinen Eltern zeigt. Die ehemaligen Paarlauf-Weltmeister Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow, die ihren Sohn auch trainiert und auf eine Teilnahme bei Olympischen Winterspielen vorbereitet hatten, waren im Januar 2025 bei einem Absturz eines Passagierflugzeugs in Washington gestorben.„Ich hatte das Gefühl, dass sie mich heute begleitet haben“, sagte Naumov. „Ich konnte ihre Unterstützung förmlich spüren, fast wie eine Schachfigur auf einem Schachbrett, von einem Element zum nächsten.“ Nach der Schlussfigur seines Kurzprogramms schaute Naumov andächtig nach oben und kniff dann die Augen zusammen. „Ich landete am Ende auf den Knien und wusste dann nicht, ob ich weinen, lächeln oder lachen sollte. Alles, was ich machen konnte, war nach oben zu blicken und zu sagen: „Schaut, was wir gerade geschafft haben“.“Naumov sagte, er hätte sich gewünscht, mit ihnen gemeinsam in der sogenannten „Kiss-and-Cry“-Zone, wo die Eiskunstläufer mit ihren Coaches auf die Bewertungen warten, auf die Anzeigetafel zu schauen und diesen Moment zu erleben. „Sie verdienen es, direkt neben mir zu sitzen, so wie sie es immer getan haben.“ Der US-Amerikaner belegte im Kurzprogramm Platz 14 und qualifizierte sich somit für die Kür am Freitag (19.00 Uhr), deutlich in Führung liegt der amerikanische Eiskunstlauf-Star Ilia Malinin.Naumovs Eltern waren im Paarlauf für Russland startend bei Olympischen Winterspielen Fünfte (1992) und Vierte (1994) geworden und hatten dann 1994 mit dem Titel bei den Weltmeisterschaften ihren größten Erfolg gefeiert. Später arbeiteten sie in den USA als Trainer.Bei dem Flugzeugabsturz waren 67 Passagiere ums Leben gekommen, darunter auch 14 Menschen, die von den US-Meisterschaften im Eiskunstlauf und einem Nachwuchstrainingscamp von Wichita (Kansas) nach Washington fliegen wollten. (dpa)

Nach dem IOC-Verbot für den Helm des ukrainischen Skeletonfahrers Wladislaw Heraskewytsch mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen rät DOSB-Präsident Thomas Weikert dem 27-Jährigen, die Regeln einzuhalten. „Wenn man nach Regeln kämpft und spielt, dann muss man sich auch an die Regeln im Ergebnis halten. Deshalb würde ich ihm empfehlen, diese Regel nicht zu brechen“, sagte Weikert am Rande der Olympischen Winterspiele in Mailand.Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) zeigte zugleich aber auch Verständnis für den Ukrainer. „Also ich verstehe auf der einen Seite natürlich den Athleten, der das nach außen zeigen möchte und zeigen möchte, dass der Aggressor aus Russland kommt und die Ukraine überfallen hat“, sagte Weikert. Er fügte hinzu: „Ich glaube, auch aus seiner Sicht ist es cleverer, das vernünftig zu machen und danach darf er ja politische Äußerungen abgeben. Dann sollte er das in aller Klarheit tun.“Trotz des Verbots und eines Kompromissangebots des IOC, ausnahmsweise mit einer schwarzen Armbinde zu starten, hatte Heraskewytsch angekündigt, den Helm tragen zu wollen. Zuvor hatte das IOC entschieden, dass der besondere Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb einen Trauerflor tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern, hatte ein IOC-Sprecher gesagt.Vorausgegangen war der IOC-Entscheidung ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten.Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen oder Angriffen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation. (dpa)

Mit einem zweiminütigen Monolog und gegen Ende brüchiger Stimme hat Snowboardcross-Olympiasieger Nick Baumgartner emotional auf die Spannungen zwischen US-Sportlern und Präsident Donald Trump reagiert. In dem Statement bei einer Pressekonferenz rief er zum Zusammenhalt in den USA auf und hielt eine Liebeserklärung an sein Land.„Ich bin stolz und fühle mich geehrt, die Möglichkeit zu haben, die Vereinigten Staaten auf der größten Bühne zu repräsentieren“, sagte der 44 Jahre alte Routinier, der zum fünften Mal an den Winterspielen teilnimmt und 2022 Gold im Team gewann. „Sport gibt uns eine einzigartige Möglichkeit und eine Plattform, um Menschen zusammenzubringen. Menschen mit verschiedenen Hintergründen, mit verschiedenen Perspektiven und verschiedenen Meinungen.“Im Rahmen der Olympischen Spiele in Italien gab es bereits mehrfach Protest gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, besonders mit Blick auf die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten. Auch mehrere US-Athleten hatten sich kritisch über die politische Lage in ihrer Heimat geäußert.Ski-Freestyler Hunter Hess hatte erklärt, dass es in ihm „gemischte Gefühle“ hervorrufe, derzeit die USA zu vertreten. „Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert“, sagte der 27-Jährige. Nachdem Trump ihn daraufhin als „Loser“ bezeichnet hatte, stellte Hess via Instagram klar, dass er sein Land liebe.Mitten in seinem Monolog zögerte Baumgartner für einen Augenblick und zückte sein Handy. Er habe sich Notizen gemacht und wolle auch ja nichts vergessen, erklärte er.„Ich habe die Möglichkeit bekommen, die Welt zu bereisen und meinen Traum zu verfolgen, nicht wahr?“, fragte Baumgartner und fügte an: „Und mit dieser Freiheit geht auch Verantwortung einher. Eine Verantwortung, die ich sehr ernst nehme. Ich möchte noch hinzufügen, dass das Beste an jeder meiner Reisen die Rückkehr in das meiner Meinung nach großartigste Land der Welt ist – die Vereinigten Staaten von Amerika.“ Mit zunehmend brüchiger Stimme sagte er zum Ende seines Statements, dass er alles tun werde, „um alle daheim stolz zu machen.“ (dpa)

Trotz der komplexen Schienbeinverletzung wird Ski-Star Lindsey Vonn nach Einschätzung des erfahrenen Sportmediziners Manuel Köhne voraussichtlich vollständig genesen. Der Orthopäde und Unfallchirurg lobte die schnelle Behandlung der Amerikanerin nach deren Sturz vom Sonntag bei der Olympia-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo.„Bei Schienbeinbrüchen zählen die ersten Stunden. Und da hat die Versorgung von Lindsey Vonn in meinen Augen wunderbar geklappt. Sie wurde noch am selben Tag operiert\", sagte Köhne der Deutschen Presse-Agentur und prognostizierte: „Das heißt, dass die Voraussetzungen gut sind, dass sie trotz dieser Fraktur später wieder ein normales Leben führen kann.\"Vonn war nach ihrem Unfall im gut 100 Kilometer entfernten Treviso operiert worden. Sie teilte im Anschluss mit, dass sie einen komplexen Bruch des Schienbeins erlitten habe, der mehrere Operationen erfordere. Medien hatten zuletzt bereits von zwei erfolgten Eingriffen berichtet.„Wenn es stimmt, dass schon zwei Operationen durchgeführt wurden, spricht das dafür, dass innerhalb der Stunden nach der Verletzung der Druck im Gewebe durch die Schwellung zu sehr gestiegen war. Dann musste durch eine operative Spaltung einiger Bindegewebehüllen, also Faszien, der Druck reduziert werden\", schilderte Köhne.Er ist Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes (DSV) und während Olympia in Bormio. Er habe keine medizinischen Akten oder Röntgenbilder von Vonn gesehen, schilderte aber, dass Schienbeinverletzungen sehr häufig im Skisport seien, auch bei Freizeitathleten. „In Notaufnahmen in der Nähe von Skigebieten weltweit kommen fast täglich solche Verletzungen rein.\"Nicht bestätigt war, wo Vonns Schienbein gebrochen ist, ob am Schaft oder beim Schienbeinkopf. Bei komplizierten Brüchen werde ein sogenannter Fixateur angelegt. „Dank diesem äußeren Metallgestell mit verbundenen Stiften im Knochen kann das Bein in der ersten Phase ruhig gestellt werden\", sagte Köhne. Der Arzt erklärte: „In der Unfallmedizin rechnet man bei komplexen Schienbeinbrüchen mit acht bis zehn Monaten Pause, ehe Sportler wieder auf Schnee gehen.\" Vonn hatte bereits vor Olympia angekündigt, dass sie spätestens nach dieser Saison ihre Karriere beendet hätte.Weil die 41-Jährige sich schon vor Olympia das Kreuzband im linken Knie gerissen hat, steht auch dort eine Operation an. „Normalerweise wird zunächst die Fraktur behandelt, bis diese stabil verheilt ist und alle Weichteile um den Knochen wieder gesund sind\", sagte Köhne. „Erst dann würde ich mich als behandelnder Arzt um eine Operation des gerissenen Kreuzbandes kümmern, sofern das Knie instabil ist.\"Zur Frage, inwieweit die Verletzungen zusammenhängen, vermutete er: „Die Schienbeinverletzung hat meiner Meinung nach nicht unmittelbar am verletzten Kreuzband gelegen. Diese Vorverletzung war auch nicht der Grund für den Sturz. Die große Frage ist aber, was das mit einem macht, wenn man vorverletzt in Grenzsituationen kommt. Ob man sich dann anders verhält als eine Sportlerin mit gesundem Knie.\" (dpa)

Überflieger Philipp Raimund hat bei den Olympischen Spielen seinen zweiten Skisprung-Coup verpasst. Keine 24 Stunden nach Einzel-Gold musste sich der Oberstdorfer an der Seite von Selina Freitag, Felix Hoffmann und Agnes Reisch im Mixed-Team nach einem Krimi mit Rang vier begnügen. Gold ging wie 2022 an Slowenien vor Norwegen und Japan.Das deutsche Quartett kam nach zwei Durchgängen auf 1032,8 Punkte, zum Podest fehlten umgerechnet nur 60 Zentimeter. Auch im zweiten Mixed-Wettkampf der Olympiageschichte ging Deutschland somit leer aus, vor vier Jahren hatte eine Disqualifikation von Katharina Schmid alle Träume zerstört. Nicht zu schlagen waren die neuen Olympiasieger Domen und Nika Prevc, Anze Lanisek und Nika Vodan (1069,2), die vom ersten bis zum letzten Durchgang in Führung lagen.Die fast 5000 Zuschauer an der Normalschanze, darunter erneut viele Deutsche sowie die nicht nominierten Andreas Wellinger und Fahnenträgerin Schmid als Edelfans, sahen einen von Beginn an spannenden Wettkampf. Schon nach dem ersten Durchgang lag das DSV-Team auf Rang vier, am Ende reichte es nicht zum erhofften Platz auf dem Podium.Erneut in guter Form war Schlussspringer Raimund, der 26-Jährige flog auf 98,0 und 102,5 m. Noch besser war aber Hoffmann (100,5 und 102,5 m), auch Reisch (95,5 und 96,0 m) überzeugte. Luft nach oben hatte dagegen die schon im Einzel leer ausgegangene Freitag, die mit mehr Anlauf auf 91,5 und 98,5 m kam.Für die Skispringer steht nun der Wechsel auf die Großschanze an. Raimund und Co. bieten sich dort mit dem Einzel am Samstag und dem Super-Team am Montag noch zwei Chancen. Die Frauen ermitteln am Sonntag erstmals eine Olympiasiegerin vom großen Bakken, für die siebenmalige Weltmeisterin Schmid wird dies der letzte große Wettkampf ihrer Karriere. (sid)

Skispringer Philipp Raimund greift 24 Stunden nach seinem sagenhaften Olympiasieg im Einzel auch mit dem deutschen Mixed-Team nach einer Medaille. Raimund, Felix Hoffmann, Selina Freitag und Agnes Reisch liegen nach dem ersten Durchgang von der Normalschanze in Predazzo zwar nur auf Platz vier, Bronze ist aber durchaus noch in Reichweite.Mit 502,1 Punkten hat das DSV-Quartett umgerechnet rund vier Meter Rückstand auf das drittplatzierte Norwegen (510,8). Slowenien (526,9), das vor vier Jahren in Peking triumphiert hatte, führt mit Topstar Domen Prevc vor Japan (517,2). Raimund mit 98,0 m und Hoffmann mit 100,5 m zeigten solide, allerdings keine überragenden Leistungen. Reisch sprang mit 95,5 m gut, die 91,5 m von Vizeweltmeisterin Freitag waren aber enttäuschend. 2022 hatte Deutschland bei der olympischen Premiere des Mixed-Teams nach einer Disqualifikation von Katharina Schmid nur den zehnten Platz belegt. Fahnenträgerin Schmid war diesmal nicht für die gemischte Mannschaft nominiert worden, nachdem sie im Einzel nur drittbeste Deutsche gewesen war. (sid)

Julia Taubitz raste mit einem wilden Jubelschrei in den Zielbereich, Sekunden später flossen Tränen des Glücks: Deutschlands Vorzeigerodlerin hat sich in Cortina d'Ampezzo ihren Kindheitstraum erfüllt und erstmals Olympiagold gewonnen. Beim Banden-Drama um ihre Teamkollegin Merle Fräbel raste die 29 Jahre alte Weltmeisterin zwei Tage nach dem Coup von Max Langenhan zum zweiten Triumph für die deutschen Schlittensportler – insgesamt ist es bereits das dritte deutsche Gold in Norditalien.Dabei blieb ein vorher erwarteter Tausendstel-Krimi am Dienstag überraschend aus: Fräbel, mit nur 0,061 Sekunden Rückstand auf Taubitz in den Entscheidungstag gegangen, krachte beim Start des dritten Laufes in die Bande und musste ihre Medaillenträume begraben. Ein guter vierter Durchgang genügte nicht mehr, im Zielbereich zuckte sie frustriert mit den Schultern und vergoss ein paar Tränen. Am Ende nur Platz acht.Taubitz hingegen feierte, auch angefeuert von mehr als 50 Fans aus der Heimat, den größten Erfolg ihrer Karriere. Mit deutlichem Vorsprung setzte sich die achtmalige Weltmeisterin vom WSC Oberwiesenthal vor der Lettin Elina Bota und der US-Amerikanerin Ashley Farquharson durch und bescherte dem Team Deutschland in Norditalien die dritte Goldmedaille. Vier Jahre nach ihrem Olympiatrauma von Peking ist es für Taubitz das ersehnte Happy End.2022 war die als Favoritin gestartete Athletin aus dem Erzgebirge im zweiten Lauf gestürzt und in der Folge nur Siebte geworden. „Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten\", sagte Taubitz. Sie tritt nun die Nachfolge von Natalie Geisenberger an, die in Peking mit ihren Goldmedaillen fünf (Einzel) und sechs (Teamstaffel) zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufgestiegen war.Taubitz, die bereits fünf Gesamtweltcupsiege in ihrer Vita stehen hat, setzte im Eiskanal einen historischen Erfolgslauf fort: Seit 1998 kam die Olympiasiegerin im Einsitzer der Frauen stets aus Deutschland. Schon am vierten Tag der Wettkämpfe in Norditalien erweist sich der Bob- und Schlittenverband BSD einmal mehr als Erfolgsgarant. In Peking hatten die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen gewonnen. Im Rodeln ging Gold dort in allen vier Wettbewerben an den BSD.Taubitz legte den Grundstein für den Erfolg schon am Montag. Während die internationale Konkurrenz reihenweise patzte, setzte sie sich mit Bahnrekord im zweiten Lauf an die Spitze. Nach dem Patzer von Fräbel konnte dann nur noch ein schwerer eigener Fehler den Olympiasieg verhindern, mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung nahm Taubitz mit in den finalen Lauf – und blieb dort cool. Eine olympische Medaille sei ihr „Traum von klein auf\" gewesen, hatte Taubitz vor dem Rennen betont. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, Olympiazweite von Peking, verpasste das Podium als Sechste deutlich. (sid)

 Deutschlands Eishockeyteam der Frauen ist mit einem abschließenden Vorrundensieg gegen Gastgeber Italien ins Viertelfinale bei den Olympischen Winterspielen eingezogen. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes gewann mit 2:1 (0:0, 1:1, 1:0) und wurde in der Gruppe B Zweiter.Am Freitag trifft das Team von Trainer Jeff MacLeod entweder auf die USA oder Kanada. Beide Teams gelten als Favoriten auf die Goldmedaille. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei.Emily Nix (33. Minute) und Laura Kluge (59.) schossen die Tore für Deutschland, Justine Reyes (21.) traf vor rund 4000 Zuschauern in Mailand für die Gastgeberinnen. Unter den Zuschauern fieberte auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der in Mailand die mögliche Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region bewerben möchte, mit. Beide Teams standen schon vor dem Spiel als Viertelfinalisten fest. Beiden war klar, dass es dann entweder gegen Kanada oder die USA geht - und das Turnier für beide Nationen dann mit großer Sicherheit vorbei sein wird. Diese Aussicht tat dem Spiel nicht gut. Es war zerfahren und wild.Fast folgerichtig trafen beide Mannschaften im Mittelabschnitt auch eher durch Zufall. Die Führung Italiens fiel durch einen abgefälschten Schuss und beim Ausgleich bugsierte Nix im Zusammenspiel mit einer italienischen Gegenspielerin eine Hereingabe von Kluge über die Linie.Dies war insbesondere für Deutschland recht glücklich, das im zweiten Drittel nur noch drei Schüsse auf das italienische Tor brachte. Im Schlussdrittel nutzte die DEB-Auswahl keine der insgesamt drei Überzahl-Situationen. Kurz vor dem Ende traf Kluge von Boston Fleet aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL doch nach einer feinen Einzelleistung. (dpa)