FAZ 14.02.2026
19:02 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Es war kriminell“: Kritik an Langlauf-Bedingungen nach Stürzen


Deutschlands Eishockeyspielerinnen scheiden gegen Kanada aus +++ Biathletinnen im Sprint ohne Medaille +++ Braathen gewinnt historisches Gold für Brasilien +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Es war kriminell“: Kritik an Langlauf-Bedingungen nach Stürzen

Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund hat fünf Tage nach seinem Gold auf der Normalschanze kaum noch Chancen auf eine weitere Medaille. In der Entscheidung von der Großschanze liegt der 25 Jahre alte Oberstdorfer nach dem ersten Durchgang in Predazzo mit einem Sprung auf 131,0 Meter (135,2 Punkte) nur auf Platz elf.Vom Podest trennen Raimund umgerechnet rund fünfeinhalb Meter. Die Führung eroberte der Japaner Ren Nikaido mit einem Sprung auf 140,0 Meter (154,0 Punkte) deutlich vor Sloweniens Topfavorit Domen Prevc (138,5 Meter/147,0 Punkte) und dem Norweger Kristoffer Eriksen Sundal (136,0/145,0).  Der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger darf nach 127,0 Meter als 16. noch auf eine gute Platzierung hoffen. Felix Hoffmann als 25. (126,0 Meter) und Pius Paschke als 29. (125,0 Meter) schafften nur knapp den Einzug in den zweiten Durchgang.Ausgeschieden sind unter anderem der Norweger Marius Lindvik (33.), der 2022 in Peking Olympia-Gold von der Großschanze geholt hatte, und Österreichs dreimaliger Einzel-Weltmeister Stefan Kraft (37.). (sid)

Die deutschen Skeleton-Pilotinnen Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer liegen vor dem abschließenden vierten Lauf auf Medaillenkurs. Kreher hat als Zweite 0,21 Sekunden Rückstand auf die führende Österreicherin Janine Flock. Pfeifer muss nach einem nicht fehlerfreien dritten Lauf 0,43 Sekunden aufholen. Vierte ist Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise mit 0,70 Sekunden Rückstand.Eine weitere deutsche Goldmedaille im Eiskanal ist nicht sehr wahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich. Schon in Pyeongchang vor acht Jahren führte Flock nach drei Läufen, fiel im Finale allerdings auf den vierten Platz zurück. (sid)

Olympia 2026: Biathletin Franziska Preuß schützt sich vor Magenproblemen

Die deutschen Eishockey-Frauen haben bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die Sensation verpasst und sind im Viertelfinale wie erwartet ausgeschieden. Die Mannschaft von Bundestrainer Jeff MacLeod verlor am Samstag das Duell gegen den überlegenen Mitfavoriten Kanada 1:5 (0:2, 0:1, 1:2).Franziska Feldmeier (49.) belohnte die Deutschen in Unterzahl für einen kämpferischen Auftritt mit dem Ehrentreffer. Zuvor hatten Brianne Jenner (2.), Claire Thompson (17.), Sarah Fillier (38.) und Blayre Turnbull (41.) die Kanadierinnen klar in Führung geschossen. Marie-Philip Poulin (56.) sorgte für den Endstand.Die deutsche Mannschaft hatte die Gruppe B der schwächer eingestuften Teams nach Siegen gegen Japan, Frankreich und Italien auf Platz zwei beendet. Den Auftakt gegen Schweden ging verloren. (sid)

US-Athlet Jordan Stolz hat bei den olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerben in Italien sein zweites Gold gewonnen. Drei Tage nach seinem Olympiasieg über die 1.000 Meter setzte er sich auch über die 500 Meter durch.Der 21-Jährige verwies mit einer olympischen Rekordzeit von 33,77 Sekunden Jenning de Boo aus den Niederlanden und den Kanadier Laurent Dubreuil auf die weiteren Ränge. Moritz Klein und Hendrik Dombek, die als Nachrücker ins Starterfeld gerutscht waren, hatten mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun. Klein belegte den 25. Platz, Dombek landete auf Rang 28.Zuvor verpassten die deutschen Eisschnellläuferinnen das Halbfinale in der Teamverfolgung und sind damit ohne Chance auf eine Medaille. In der Besetzung Josie Hofmann, Josephine Schlörb und Lea Sophie Scholz belegte das Trio den fünften Platz. Kanada, Japan, die Niederlande und die USA qualifizierten sich für die Medaillenentscheidung am Dienstag.Schon nach wenigen Metern hatte das deutsche Team quasi keine Chance mehr aufs Halbfinale, weil Schlörb beim Start aus dem Tritt kam, mit dem Schuh im Eis hängen blieb und um das Gleichgewicht kämpfen musste. Dieses Missgeschick habe Energie gekostet, sagte Schlörb. (dpa)

Nach den gesundheitlichen Problemen der deutschen Biathletinnen bei den Olympischen Winterspielen hat sich Franziska Preuß als Sicherheitsmaßnahme isoliert. „Ich bin jetzt auch in ein Einzelzimmer gegangen, um mich einfach nochmal zu schützen“, sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach ihrem siebten Platz im Sprint am Samstag. Bei der Gesamtweltcupsiegerin sei bislang alles „stabil“, nun hoffe sie, „dass es so bleibt“.Teamkollegin Janina Hettich-Walz hatte aufgrund von Magenproblemen das Rennen über 7,5 Kilometer verpasst, zuvor hatte auch Vanessa Voigt Probleme. DSV-Sportdirektor Felix Bitterling sieht aber keinen Grund zur Sorge. „Wir gehen davon aus, dass es kein Virus war, sondern dass wir einfach etwas Falsches gegessen haben“, sagte Bitterling.In Antholz teilt sich die deutsche Mannschaft in ihrer Unterkunft die Küche mit dem Team von Tschechien. „Es waren zweimal die gleichen Symptome zu mehr oder weniger gleicher Zeit“, so Bitterling: „Bei uns waren es Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz, bei den Tschechen waren es, glaube ich, eine Athletin und ein Betreuer.“Nun habe man „die Lage dahingehend stabilisiert, dass wir einfach ein bisschen separiert haben. Wir haben reinigen und desinfizieren lassen. Bis jetzt sind auch keine weiteren Fälle aufgetreten“, sagte der Sportdirektor. (sid)

Die deutschen Curling-Männer haben bei den Olympischen Winterspielen im vierten Spiel die zweite Niederlage kassiert. Das Team um Skip Marc Muskatewitz unterlag am Samstag in Cortina d'Ampezzo den USA mit 6:8 und liegt mit der Bilanz von 2:2 nun gleichauf mit dem Gegner, der sich bereits im ersten End eine 4:0-Führung erspielen konnte und von diesem Vorsprung zehrte.Erstmals seit Sotschi 2014 ist wieder ein deutsches Curling-Team bei Olympia dabei, erklärtes Ziel der Auswahl des kanadischen Trainers Ryan Sherrard sind die Top vier. Weiter geht es bereits am Sonntagmorgen (9.05 Uhr/ZDF und Eurosport) gegen Großbritannien.In der Round Robin treffen die deutschen Europameister von 2024 zudem noch auf Peking-Olympiasieger Schweden, Tschechien, die Schweiz und China. Die besten vier Teams ziehen ins Halbfinale ein, am 20. und 21. Februar geht es um die Medaillen. (sid) 

Das deutsche Biathlon-Team muss weiter auf die erste Einzelmedaille bei den Olympischen Winterspielen warten. Im Sprint der Frauen belegte Franziska Preuß als beste eines Quartetts in Antholz den siebten Platz. Die 31-Jährige leistete sich einen Schießfehler und landete im Ziel 1:00,1 Minuten hinter der fehlerfreien Überraschungs-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide aus Norwegen. Silber ging nach 7,5 Kilometern an Océane Michelon aus Frankreich (0 Fehler), Bronze an ihre Landsfrau Lou Jeanmonnot (1). Weltmeisterin Preuß wird es mit ihrem Rückstand schwer haben, in der Verfolgung am Sonntag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) die Podestplätze anzugreifen. Zum Auftakt hatte es für die Mixed-Staffel am vergangenen Sonntag die Bronzemedaille gegeben, in den folgenden insgesamt vier Einzelrennen reichte es weder für die Männer noch für die Frauen zum Sprung auf das Podest. Die besten Platzierungen waren ein vierter Rang von Vanessa Voigt und ein fünfter Platz von Philipp Nawrath jeweils im Einzel.Die bislang letzte deutsche Olympia-Medaille im Sprint der Frauen hatte die im vergangenen Juli bei einem Bergunfall gestorbene Laura Dahlmeier mit Gold 2018 in Pyeongchang geholt. (dpa) 

Skirennfahrer Lucas Pinheiro Braathen ist ein historischer Olympia-Coup gelungen. Mit seinem Sieg im Riesenslalom von Bormio errang der 25-Jährige die erste Medaille für Brasilien und für einen Südamerikaner bei Winterspielen überhaupt. Der Schweizer Superstar Marco Odermatt hatte 0,58 Sekunden Rückstand und musste sich mit Silber begnügen. Bronze ging an Odermatts Teamkollegen, den Slalom-Weltmeister Loic Meillard (+1,17).Bester Deutscher war Alexander Schmid auf Rang 13. Anton Grammel reihte sich knapp hinter dem Parallel-Weltmeister von 2023 auf Platz 15 ein. Fabian Gratz musste eine bittere Enttäuschung hinnehmen: Der 28-Jährige war nach dem ersten Lauf Zehnter, schied im Finale nach einem Fahrfehler aber aus. Der gebürtige Norweger Pinheiro Braathen startet seit 2024 für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter. Er ist eine der schillerndsten Figuren im alpinen Ski-Weltcup. In den Wochen vor den Winterspielen in Italien war er bereits gut in Form und fuhr im Riesenslalom gleich dreimal nacheinander auf das Podest.Odermatt, der Riesentorlauf-Olympiasieger von 2022 und langjährige Alpin-Dominator, beendet die Spiele in Italien indes ohne Goldmedaille. In der Team-Kombination hatte er zusammen mit Meillard Silber geholt, im Super-G Bronze. (dpa)

Im zweiten Vorrundenspiel bei den Olympischen Winterspielen haben bei den deutschen NHL-Stars die Nerven versagt. Eine viel zu schwache Chancenverwertung des deutschen Eishockey-Teams sorgte für das enttäuschende 3:4 (2:1, 0:1, 2:1) gegen Lettland. Im zweiten Vorrundenspiel in Mailand trafen nur Lukas Reichel (3. Minute), Lukas Kälble (17.) und Tim Stützle (58.) für das Team von Bundestrainer Harold Kreis.Lettland zeigte sich erheblich effizienter und gewann dank Toren von Dans Locmelis (16./29.), Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.). Bereits am Sonntag (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) steht das abschließende Gruppenspiel gegen Weltmeister USA an. Wahrscheinlich muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes am Dienstag dann in die Viertelfinal-Qualifikation.  Wie schon beim 3:1 am Donnerstag gegen Dänemark erwischte die DEB-Auswahl dabei einen Start nach Maß. Diesmal dauerte es 126 Sekunden, ehe Nordamerika-Profi Reichel Deutschland in Führung schoss. Der vom NHL-Team Vancouver Canucks aktuell zum Farmteam in die AHL beorderte Stürmer wurde von Dominik Kahun auf die Reise geschickt und nutzte die Eins-zu-eins-Situation gegen NHL-Keeper Arturs Silovs von den Pittsburgh Penguins sicher. Überhaupt zeigte Reichel eine starke Leistung.Gegen die Dänen hatte NHL-Superstar Leon Draisaitl bereits nach 23 Sekunden getroffen. Wie schon am Donnerstag gab es nach der Führung aber zunächst einen Bruch im deutschen Spiel. Die DEB-Auswahl spielte nicht mehr so zielstrebig und brachte zu wenige Schüsse aufs lettische Tor. In Unterzahl kassierte Deutschland dann den Ausgleich. Noch vor der ersten Pause gelang die erneute Führung durch Abwehrspieler Kälble. Der lettische Keeper sah dabei nicht gut aus. Im Mittelabschnitt wurden dem deutschen Team unglückliche Strafzeiten zum Verhängnis. In doppelter Überzahl traf AHL-Stürmer Locmelis zum abermaligen Ausgleich.Im Schlussdrittel zog die DEB-Auswahl noch einmal an und erarbeitete sich ein deutliches Chancenplus, geriet aber erstmals in Rückstand. Während Draisaitl und Co. vom immer stärker werdenden lettischen Torhüter entnervt wurden, schlug AHL-Stürmer Tralmaks von den Grand Rapids Griffins bei einem Konter zu. Dies war der Auftakt zu einer spannenden Schlussphase, in der die effizienten Letten erst erhöhten und Kreis daraufhin früh Torhüter Philipp Grubauer vom Eis nahm. Mehr als das Anschlusstor von NHL-Star Stützle sprang dabei aber nicht heraus. Eine Minute vor dem Ende hatte Reichel noch Pech mit einem Pfostenschuss.  (dpa)

Die norwegischen Skilangläufer um den neuen Rekord-Olympioniken Johannes Hösflot Kläbo rennen bei den Winterspielen von Mailand und Cortina alles in Grund und Boden. Nun könnte dem Team Norge aber großer Ärger drohen. Weil die Norweger beim Sprint am Dienstag offenbar einen Vorteil beim Wachsen erhalten haben, erwägt Konkurrent Finnland sogar den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Offiziell Protest gegen das Ergebnis des Männer-Sprints wurde bereits eingelegt. Der finnische Skiverband und das Nationale Olympische Komitee fordern eine Korrektur der Resultate. Außerdem, so der Vorwurf, soll das Team der USA unzulässige Wachs-Techniken benutzt haben.Im Fall der Norweger geht es um eine elektrische Maschine zur Fettbehandlung beim Wachsen, die das Team mit an die Wettkampfstrecke gebracht hatte. Für diese hatte sich Norwegen zuvor eine Genehmigung des Weltverbandes FIS eingeholt. Der Weltverband, und dagegen richtet sich der Protest, informierte allerdings die anderen Nationen nicht über den zulässigen Einsatz einer solchen Gerätschaft. Die FIS entschuldigte sich dafür in einer Stellungnahme.Auch der Deutsche Skiverband (DSV) kritisierte den Weltverband. „Das ist ein Fehler der FIS, der nicht passieren darf, schon gar nicht bei einem Großereignis wie Olympia. Die Kommunikation war schlichtweg mangelhaft“, sagte DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach dem SID.Italiens deutscher Nationaltrainer Markus Cramer informierte am Donnerstag andere Mannschaften über Norwegens Praktiken, und vor allem die Finnen zürnten. Lauri Vuorinen, der hinter Norwegens Topstar Kläbo sowie Ben Ogden (USA) und Oskar Opstad Vike (Norwegen) Vierter geworden war, sei „moralischer Olympiasieger“, sagte Finnlands Cheftechniker Heikki Tonteri. Die Läufer aus Norwegen und USA schienen vor allem an den Anstiegen der Konkurrenz überlegen.Die US-Amerikaner hatten hingegen eine Flüssigkeit in den Servicebereich mitgebracht. Dabei soll es sich um Wachsentferner gehandelt haben, auch das ist ausdrücklich untersagt. Der US-Servicechef erklärte, er habe die Flüssigkeit nur zum Händewaschen benutzt. Der Einsatz von Flüssigkeiten, sei es Flüssigwachs oder auch nur Wasser, ist während der Sprintrunden strengstens verboten.„Wir wollen die Missstände offenlegen und dafür sorgen, dass im Spitzensport die Regeln für alle gleich gelten. Die FIS hat selbst eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Daraus entstand ein unfairer Wettbewerb, bei dem zwei Nationen einen unangemessenen Vorteil hatten, ohne dass andere Mannschaften informiert wurden“, sagte Finnlands Verbandsgeschäftsführerin Marleena Valtasola. „Solches Verhalten ist nicht akzeptabel. Eine bloße Entschuldigung reicht nicht aus.“ Die Norweger und US-Amerikaner hätten eindeutig gegen die internationalen Wettkampfregeln und die vorherigen Anweisungen verstoßen. (dpa/sid)

Die Freestyle-Skierin Jakara Anthony hat sich zur ersten Olympiasiegerin in der Disziplin Dual Moguls gekürt. Bei dem Wettbewerb auf der Buckelpiste, bei dem zwei Athletinnen parallel gegeneinander antreten, setzte sich die Australierin im Finalduell gegen Jaelin Kauf aus den USA durch. Bronze ging an Kaufs Landsfrau Elizabeth Lemley, die sich im kleinen Finale gegen die Französin Perrine Laffont behauptete. Deutsche Athletinnen waren in Livigno nicht dabei. Lemley verpasste die Chance, sich in Livigno auf der Buckelpiste zur Doppelolympiasiegerin zu küren. Am Mittwoch hatte sie sich beim Einzelwettbewerb noch durchgesetzt und vor Kauf und Laffont Gold gewonnen; am Samstag hatte sie im Halbfinale gegen die spätere Siegerin Anthony das Nachsehen. Anthony errang hingegen ihr insgesamt zweites Olympia-Gold der Karriere, 2022 in Peking hatte sie im Einzel gesiegt.Im Livigno Aerials and Mogul Park ging auch Elis Lundholm aus Schweden an den Start. Lundholm hatte zuvor als erste offene Transperson bei Olympischen Winterspielen für Aufsehen gesorgt, am Samstag schied der 23-Jährige bereits im Sechzehntelfinale aus. Lundholm, dem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, startet bei den Frauen, fühlt sich aber als Mann – eine geschlechtsangleichende Operation hat er nicht durchlaufen. (sid)

Auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn sind zur Halbzeit der Olympischen Winterspiele abermals mutmaßliche Sabotageakte verübt worden. Der Verkehr auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen der Hauptstadt Rom und Florenz sowie zwischen Rom und Neapel sei in Folge von „mutwilligen Handlungen“ behindert, teilte die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) mit. Unklar ist, ob es einen Zusammenhang zu den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo gibt.Die Bahngesellschaft sprach von mindestens drei verdächtigen Vorfällen. Im Großraum Rom seien an zwei Stellen die Kabelkanäle beschädigt worden, über die der Zugverkehr gesteuert wird. Vermutet wird Brandstiftung. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln. Es kam zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden.Bereits zu Beginn der Olympischen Spiele vor einer Woche waren im Norden Italiens Schäden auf drei Bahnstrecken entdeckt worden, die erhebliche Verspätungen zur Folge hatten. In die Ermittlungen schaltete sich eine Anti-Terror-Einheit ein. Später gab es dazu ein Selbstbezichtigungsschreiben. Allerdings steht noch nicht fest, ob das Schreiben echt ist. Die Vorfälle erinnern an ähnliche Vorkommnisse zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris. Damals hatten Unbekannte kurz vor Eröffnung der Spiele koordinierte Brandanschläge auf das Netz der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge verübt. (dpa)

Im Olympia-Sport der Eis-Gentlemen benahmen sich die Beteiligten plötzlich rüpelhaft. Zwischen den Teams von Kanada und Schweden wurde die Stimmung in der Halle von Cortina am Freitag über mehrere Ends frostiger und frostiger, bis der erstaunliche Curling-Streit in hitzigen Betrugsvorwürfen und Beleidigungen ausartete.„Komm, verpiss Dich!“, rief der kanadische Third Marc Kennedy dem Schweden Oskar Eriksson zu, „verpiss Dich einfach!“ Da die Spieler alle verkabelt sind, ging der Streit erst live um die Welt und später in den Sozialen Medien viral. Aber was war überhaupt Stein des Anstoßes? Schon früh im Spiel hatte Schweden unterbrechen lassen, um einen Regelverstoß der Kanadier zu überprüfen. Auch Kanada bat darum, den Schweden genauestens auf die Finger zu schauen. Im wahrsten Sinne: Die Steine müssen im Curling vor einer bestimmten Linie losgelassen werden, sie sind dabei am Griff zu führen. Mindestens ein kanadischer Spieler aber hatte seinem Stein mit dem Finger offensichtlich noch einen verbotenen Schubs gegeben. Team Schweden stichelte damit immer wieder, bis Kennedy vor Wut kochte. „Wer? Wer? Wer tut das? Ich habe das noch nie getan“, rief er erbost. Eriksson wies auf ihn und sagte: „Ich zeige dir das Video nach dem Spiel.“ Nach dem letzten Stein ging es weiter, in einem Interview sagte Kennedy: „Ich habe ihm gesagt, wo er sich das hinstecken soll.“ Und: „Das ist mir scheißegal.“Die Curling-Steine haben bei den Winterspielen elektronische Griffe. Wird ein Stein erst hinter der „hog line“ losgelassen, leuchtet rotes Licht für einen Regelverstoß. Darum aber ging es Schweden nicht, sondern um die verbotene Doppelberührung. „Wir haben es den Schiedsrichtern gesagt, aber sie haben die Regel falsch ausgelegt“, betonte Eriksson. World Curling teilte mit, es seien keine Regelverstöße aufgefallen. Am Ende übrigens gewann Kanada 8:6 und steht bei drei Siegen ohne Niederlage. Die Schweden haben ihre ersten drei Spiele verloren. (sid)