FAZ 14.02.2026
08:05 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Es ging alles so schnell“ – Malinin spricht über verpatzte Kür


Eiskunstlauf-Star aus den USA stürzt mehrfach und verpasst Medaille +++ Curling-Männer gewinnen Krimi gegen Italien +++ Lindsey Vonn teilt Videobotschaft aus dem Krankenhaus +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Es ging alles so schnell“ – Malinin spricht über verpatzte Kür

Eiskunstlauf-Drama in Mailand: US-Wunderkind Ilia Malinin hat nach mehreren Fehlern in der Kür die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Italien vollkommen überraschend verpasst. Der 21-Jährige patzte gleich bei mehreren Sprüngen und musste sich mit einem enttäuschenden achten Platz begnügen. Gold holte Sensations-Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan. Fünf Tage zuvor hatte Malinin noch im Teamevent gewonnen. Der Superstar musste damit die erste Niederlage nach mehr als zwei Jahren einstecken – und das ausgerechnet bei Olympia. Nach dem Kurzprogramm hatte er noch geführt. „Dass der so auseinanderfällt, das hätte niemand erwartet“, sagte die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt in der ARD. Malinin kam auf 264,49 Punkte, Schaidorow auf 291,58 Zähler. Silber sicherte sich Yuma Kagiyama aus Japan (280,06 Punkte) vor seinem Landsmann Shun Sato (274,90 Punkte). „Favorit zu sein, ist das eine“, sagte Malinin noch nach seinem Kurzprogramm und fügte hinzu: „Aber es tatsächlich zu schaffen, es unter Druck umzusetzen und den Lauf deines Lebens zu zeigen, um diese Medaille zu verdienen, ist etwas ganz anderes“. Dem Druck konnte er nicht ansatzweise standhalten. Malinin patzte auch beim technisch besonders anspruchsvollen vierfachen Axel, den er nur einfach sprang. Er wäre der erste Läufer in der Geschichte der Olympischen Spiele gewesen, der diesen Sprung steht. Dazu machte er unter anderem auch Fehler beim Rittberger und beim Salchow. Vor allem zum Ende der Kür wirkte er komplett ausgepumpt. Ohne Probleme zeigte Malinin wie auch der siebtplatzierte Franzose Adam Siao Him Fa den aufsehenerregenden Rückwärtssalto, der fast 50 Jahre lang verboten war und erst seit Ende 2024 wieder erlaubt ist. Doch zum Olympiasieg verhalf ihm dieser nicht. Ein deutscher Eiskunstläufer war bei den Winterspielen in Italien nicht am Start. (dpa)

Die deutschen Curling-Männer haben einen weiteren Schritt Richtung Olympia-Halbfinale gemacht. Das Team um Kapitän Marc Muskatewitz bezwang Gastgeber Italien knapp mit 6:5. Zahlreiche Fans mit grün-weiß-roten, aber auch einige mit schwarz-rot-goldenen Fahnen sorgten für Stadionatmosphäre in der Halle. Die Italiener gewannen den siebten Durchgang mit 2:0. Die Deutschen schlugen im achten mit einem 3:0 zurück und entschieden das Spiel im sogenannten Extra-End letztlich für sich. Für die deutsche Auswahl war es der zweite Sieg in der dritten Vorrundenpartie bei den diesjährigen Winterspielen. Zum Auftakt hatte die Mannschaft von Bundestrainer Uli Kapp – ebenfalls erst in der Verlängerung – gegen Kanada verloren, danach knapp gegen Norwegen gewonnen. Nächster Gegner sind am Samstag (14.05 Uhr) die USA. Insgesamt zehn Teams treten in der Vorrunde an – jeder gegen jeden. Nur die besten Vier ziehen am Ende ins Halbfinale ein und spielen von da an die Medaillen aus. (dpa)

Kopfüber und bäuchlings mit über 125 km/h ins Glück: Axel Jungk und Christopher Grotheer haben mit Silber und Bronze hinter Olympiasieger Matt Weston für einen erfolgreichen Auftakt der deutschen Skeletonis gesorgt. Mit Deutschland-Fahnen feierten Jungk und Grotheer neben dem Briten ihren Erfolg.Beim zweiten Silber nach 2022 in Peking erfüllte sich der 34-jährige Jungk noch einmal einen Olympia-Traum und flippte mit einem Riesenschrei nach dem Zieldurchlauf aus. Dabei hatte er schon an einen Rücktritt gedacht. Doch er zeigte von Beginn an solide Fahrten. Nur im finalen Durchgang reihten sich Fehler an Fehler.„Totale Katastrophe“, gestand er in der ARD, „es war ein unfassbar schlechter Lauf von oben bis unten. Ich habe echt ganz, ganz doll gezittert, als ich über die Ziellinie gefahren bin, ob das jetzt gereicht hat. Ich hätte gern mit einem besseren Lauf aufgehört. Aber total egal – Hauptsache, die Silbermedaille.“Für Peking-Olympiasieger Grotheer, der in dieser Saison enorme Verletzungsprobleme hatte, ist Bronze ein mehr als versöhnlicher Abschluss für den 33-Jährigen vom BRC Thüringen. Im Zielraum umarmte er Frau und Kind. „Ich bin megastolz auf mich. Bronze ist vom Stellenwert für mich wie die Goldene von Peking“, sagte er mit Tränen in den Augen. Felix Keisinger vom WSV Königssee kam auf Rang sechs. (dpa)

In einem hochklassigen Halfpipe-Finale hat Yuto Totsuka aus Japan die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Italien gewonnen. Mit nur 1,5 Punkten Rückstand musste sich der Australier Scotty James wie schon 2022 mit Silber begnügen, Bronze ging mit Ryusei Yamada an einen weiteren Japaner. Landsmann Ruka Hirano fehlte auf Platz vier nur ein Punkt, um Bronze zu holen. Dass insgesamt vier Starter mehr als 90 von maximal 100 Punkten von der Jury erhielten, unterstrich das hohe Niveau. Allerdings kamen vor den Augen der amerikanischen Snowboard-Legende Shaun White im Publikum allein im ersten von drei Läufen schon sieben der zwölf Finalteilnehmer zu Fall, weitere Stürze folgten im Verlauf des Wettbewerbs. Auch Mitfavorit James kam nicht sauber durch. Dabei waren sein erster und sein letzter Durchgang bis zu einem späten Ausrutscher technisch äußerst anspruchsvoll. Totsuka stürzte ebenfalls im letzten Run, hatte sich aber zuvor von 91,00 auf 95,00 Punkte gesteigert – genug für den Olympiasieg. Bei der Halfpipe-Entscheidung zeigen die Starter pro Durchgang bis zu sechs Tricks. Bewertet werden Höhe, Schwierigkeitsgrad, Ausführung, Variation und Gesamteindruck, es zählt der beste von drei Durchgängen. (dpa)

Axel Jungk und Christopher Grotheer greifen abermals nach einer Olympia-Medaille. Vor dem abschließenden vierten Lauf liegen die deutschen Skeleton-Piloten auf den Rängen zwei und drei. Allerdings konnte der britische Weltmeister Matt Weston mit Bahnrekord seine Führung weiter ausbauen. Der Weltcupgesamtsieger hat vor Jungk 0,39 Sekunden Vorsprung. Der in Dortmund lebende und für den Dresdner SC startende Jungk hatte schon vier Jahren in Peking Silber gewonnen. Damals lag der 34-Jährige aber hinter Olympiasieger Grotheer, der in dieser Saison enorme Verletzungsprobleme hatte. Daher wäre eine Olympia-Medaille ein mehr als versöhnlicher Abschluss für den 33-Jährigen vom BRC Thüringen. Felix Keisinger vom WSV Königssee liegt vor dem Finallauf auf Rang sechs. (dpa)

Wladimir Semirunnij, ein gebürtiger Russe, der nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine zum westlichen Nachbarn Polen gewechselt ist, hat für sein neues Land bei den Olympischen Winterspielen in Mailand die zweite Medaille gewonnen. Über 10.000 m, der längsten Eisschnelllauf-Distanz, musste sich der 23-Jährige nur dem nochmal vier Jahre jüngeren Tschechen Metodej Jilek geschlagen geben. Bronze ging an den 40-jährigen Niederländer Jorrit Bergsma. Es war Polens zweites Silber in Italien. Semirunnij, geboren in Jekaterinburg, sprach sich 2023 gegen den Krieg aus und wechselte nach Polen, wo er im vergangenen Jahr die Staatsbürgerschaft erhielt. Semirunnij startet bei den Winterspielen auch noch über die 1500 m, dort trifft er am 19. Februar auf den deutschen Hoffnungsträger Finn Sonnekalb. Deutsche Eisschnellläufer waren über die 10.000 m im Milano Speed Skating Stadium nicht am Start. (sid)

Die deutschen Skeleton-Frauen haben zur Halbzeit der olympischen Rennen allesamt noch intakte Gold-Chancen. Vor den beiden abschließenden Läufen an diesem Samstag liegt das deutsche Trio unter den besten Vier. Olympia-Debütantin Susanne Kreher vom Dresdner SC hat nur vier Hundertstelsekunden Rückstand auf die führende Österreicherin Janine Flock, die in Lauf eins zwischenzeitlich Bahnrekord fuhr. Dritte mit nur 0,13 Sekunden Rückstand Platz eins ist Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland, die 2018 in Pyeongchang überraschend Silber und im vergangenen November auch den Weltcup auf der neuen Bahn in Cortina gewonnen hatte. Nach einigen Fehlern im oberen Teil der Bahn setzte sie mit Bahnrekord im zweiten Lauf ein Zeichen. „Der zweite Lauf war noch nicht perfekt, aber wesentlich besser. Ich kann noch viel besser fahren und bin entspannt für morgen“, sagte Pfeifer in der ARD. Auch Kreher zauberte starke Läufe ins Eis des neu gebauten Cortina Sliding Centres. Die 27-Jährige, die 2023 überraschend Weltmeisterin in St. Moritz wurde, löste erst beim Weltcup-Finale auf ihrer Heimbahn in Altenberg das Olympia-Ticket. Nun kämpft sie mit um Gold. „Es hat super Spaß gemacht, das hat mich ein bisschen beflügelt“, sagte Kreher. Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise vom BSC Winterberg liegt hinter Pfeifer auf Rang vier. Die 25-Jährige hat 0,24 Sekunden Rückstand auf Bronze. (dpa)

Die schwer gestürzte Lindsey Vonn muss noch mindestens zweimal operiert werden. Das bestätigte die 41 Jahre alte Skirennläuferin in einem Video, das sie aus der Klinik Ca' Foncello in Treviso in den Sozialen Medien postete. Sie blicke auf „ein paar harte Tage“ zurück, erzählte Vonn im Krankenbett, „ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst, aber es ist noch ein langer, weiter Weg.“Die nächste und dann schon vierte OP an ihrem schwer verletzten linken Bein werde bereits am Samstag durchgeführt, berichtete Vonn. Danach könne sie die Klinik wohl verlassen und sich zu Hause in den USA einem weiteren Eingriff unterziehen.Vonn bedankte sich in dem 1:45 Minuten langen Clip für all die Genesungswünsche, Blumen und Briefe, die sie erreicht hätten. „Das hat mir wirklich sehr geholfen.“ Ihr Kopf ruhte auf einem Stofftier-Hai, einen Stoffhund hielt sie mit einem Lächeln in die Kamera.Insgesamt sei sie „noch immer ziemlich unbeweglich“, meinte Vonn, aber sie bekomme Besuch von „vielen Freunden und Familie. Ich fühle mich sehr vom Glück begünstigt.“ Am Ende schickte sie einen Gruß an die US-Mannschaft bei den Winterspielen, die für sie mit ihrem Sturz bei der Abfahrt so jäh beendet waren: „Go, Team USA!“ (sid)

In einem Eilverfahren ist der Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Rennen durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS bestätigt worden. Die Ad-hoc-Kommission wies den Einspruch des 27-Jährigen gegen die Entscheidung des Weltverbands IBSF zurück. Dieser hatte Heraskewytsch wegen seines vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen disqualifiziert. Der Skeleton-Fahrer wird damit auch nicht nachträglich wieder zum Wettbewerb zugelassen. In der Begründung des CAS hieß es, das Gericht sei der Ansicht, dass die IOC-Richtlinien „ein angemessenes Gleichgewicht herstellen zwischen dem Interesse der Athleten, ihre Meinung zu äußern, und ihrem Interesse, ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre sportlichen Leistungen an der Wettkampfstätte zu erhalten.“ An diese Regeln sei auch der CAS gebunden. Heraskewytsch hatte sich am Donnerstag vor dem Start des ersten Durchgangs in Cortina d'Ampezzo geweigert, auf das Tragen seines Gedenk-Helms zu verzichten. Auf dem Kopfschutz sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Das IOC hatte dem Ukrainer die Erlaubnis verweigert, mit dem Helm seinen Wettkampf zu bestreiten. Auf dieser Basis hatte ihn die IBSF ausgeschlossen. Daraufhin zog Heraskewytsch vor den CAS, der bei den Winterspielen in Mailand eine Außenstelle für olympische Eilverfahren unterhält. Er argumentierte, es habe bereits ähnliche Fälle bei Olympia ohne drastische Sanktionen gegeben, und sieht keinen Regelbruch. Das IOC untersagt politische Botschaften während der Wettkämpfe und hatte den Ukrainer mehrfach aufgefordert, einen anderen Helm zu verwenden. „Von Tag eins an habe ich gesagt, dass ich glaube, dass ich im Recht bin“, erklärte Heraskewytsch nach einer knapp dreistündigen Anhörung vor der Cas-Schiedsrichterin, der deutschen Rechtsanwältin Annett Rombach. Umhüllt von einer ukrainischen Flagge beteuerte Heraskewytsch: „Ich bereue nichts.“ IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte in letzter Minute an der Olympia-Bahn noch versucht, den Athleten vom Tragen des Kopfschutzes während seiner Rennen abzuhalten. Heraskewytsch habe die Position des IOC verstanden, sei aber seiner Sache sehr verpflichtet. „Leider ändert das nicht die Regeln“, sagte Coventry wenige Stunden vor der CAS-Entscheidung. Sie verwies darauf, dass der Regelrahmen für Meinungsäußerungen bei Olympischen Spielen auch von zahlreichen Vertretern der Athletengemeinde mit entwickelt worden und bekräftigte: „Ich halte diese Richtlinien für sehr gut.“ Ukrainische Sportler und Politiker kritisierten den Ausschluss von Heraskewytsch scharf. Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte dem Skeleton-Piloten für seine klare Haltung und verlieh dem Sportler den Orden der Freiheit, die zweithöchste Auszeichnung des Landes. Heraskewytsch gehörte bei Olympia nicht zu den Topfavoriten. Ohne ihn waren am Donnerstag schon die ersten beide Läufe gestartet worden, die Medaillenentscheidung mit den Läufen drei und vier war für Freitagabend angesetzt. (dpa)

Die deutschen Skeleton-Frauen haben sich aussichtsreich für den Medaillenkampf in Stellung gebracht. Nach dem ersten von vier Läufen hat Olympia-Debütantin Susanne Kreher vom Dresdner SC nur zwei Hundertstelsekunden Rückstand auf die führende Österreicherin Janine Flock, die auf Anhieb Bahnrekord fuhr. Dabei war der Lauf von der ehemaligen Weltmeisterin Kreher noch nicht fehlerfrei.Auch Jacqueline Pfeifer von der RSG Hochsauerland, die 2018 in Pyeongchang überraschend Silber und im vergangenen November auch den Weltcup auf der neuen Bahn in Cortina gewann, leistete sich im oberen Teil einige Patzer. Auf den Bronze-Platz, den die sprintstarke Britin Tabitha Stoecker belegt, fehlen aber nur drei Hundertstel.Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise vom BSC Winterberg liegt hauchdünn hinter Pfeifer auf Rang fünf, hat aber mit nur 0,23 Sekunden Rückstand auf Platz eins immer noch Siegchancen. Hinter ihr lauert die Weltcup-Gesamtsiegerin Kim Meylemans aus Belgien. (dpa)

Den Seitenhieb gegen seinen Konkurrenten Sturla Holm Laegreid konnte sich der knapp geschlagene Biathlet Emilien Jacquelin nicht verkneifen. „Ich wurde von einem untreuen Kerl geschlagen. Oh mein Gott“, sagte der Franzose kichernd und nicht ganz ernst nach seinem vierten Platz im Olympia-Sprint von Antholz der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“.Die Seitensprung-Beichte des Norwegers war bei den Winterspielen auch nach dem nächsten Biathlon-Rennen ein Thema – vor allem auch, weil Laegreid unbeeindruckt von dem ganzen Wirbel und den Reaktionen aus der ganzen Welt die nächste Medaille holte. Nach Bronze im Einzel am Dienstag gab es beim überlegenen Olympiasieg des Franzosen Quentin Fillon Maillet schon wieder Bronze.Während die deutschen Männer chancenlos waren und Philipp Horn als Bester mit einem Fehler Zehnter wurde, richteten sich alle Augen auf Laegreid, der drei Tage zuvor für großes Aufsehen gesorgt hatte. In einem Interview beim Sender NRK beichtete er einen Seitensprung live auf Sendung und brach in Tränen aus. Sein Ziel war es, seine betrogene frühere Freundin mit seiner Offenheit zurückzugewinnen. Doch die Frau, die anonym bleiben will, ließ sich davon bislang nicht beeindrucken.„Es war speziell. Ich habe versucht, mich davon nicht beeinflussen zu lassen“, sagte Laegreid zum medialen Trubel der vergangenen Tage. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich heute trotz der Bedingungen erreicht habe.“ Kritik an Laegreid hatte es auch gegeben, weil er mit der Aktion seinem Landsmann Johan-Olav Botn die Show stahl. Dessen Olympiasieg inklusive des Gedenkens an den verstorbenen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken verkam zu einer Randnotiz. Mit seiner fragwürdigen Aktion schaffte es Laegreid sogar in die US-Late-Night-Show von Jimmy Kimmel, wo sich der Starmoderator mit Schauspieler Nick Kroll über ihn lustig machte.Laegreid landete am Ende nur 0,2 Sekunden vor Jacquelin, der bei wenig winterlichen Temperaturen mit kurzen Ärmeln an den Start gegangen war, und teilte ebenfalls verbal aus. „Ich weiß nicht, was mit Jacquelin los war. Hat er angehalten, um das Publikum zu grüßen?“, fragte Laegreid bei \"VG\" auch nicht ganz ernst gemeint. Der Franzose hatte auf seiner Schlussrunde viel Zeit verloren. (dpa)

Die deutschen Biathleten sind auch im zweiten Einzelrennen ohne Medaille geblieben. Philipp Horn landete nach einem Fehler mit dem letzten Schuss als Bester eines Quartetts mit 1:09,2 Minuten Rückstand auf dem zehnten Platz. Ohne die späte Strafrunde hätte der 31-Jährige beim beeindruckenden Olympiasieg des fehlerfreien Franzosen Quentin Fillon Maillet zwar noch etwas weiter vorn landen können, die Medaillen waren aber außer Reichweite. Silber sicherte sich der Norweger Vetle Sjastad Christiansen, dessen ebenfalls fehlerfreier Landsmann Sturla Holm Laegreid gewann wie schon im Einzel Bronze. Der 28-jährige Laegreid hatte nach seiner ersten Medaille mit einem Interview für Aufsehen gesorgt, als er vor TV-Kameras einen Seitensprung beichtete.An seinem 33. Geburtstag leistete sich Philipp Nawrath, der im Einzel am Dienstag noch Fünfter geworden war, drei Strafrunden und musste sich mit einem Platz außerhalb der Top 20 begnügen. Mit einem Rückstand von 1:52,9 Minuten hat der Bayer auch in der Verfolgung am Sonntag kaum Chancen auf eine Medaille. Auch Justus Strelow (1 Fehler) und David Zobel (0) konnten trotz starker Schießleistungen nicht um die vorderen Sprint-Plätze mitmischen.Die bislang letzte deutsche Olympia-Medaille im Sprint der Männer hatte Arnd Peiffer mit Gold 2018 in Pyeongchang geholt. Vor vier Jahren in Peking war Benedikt Doll beim Olympiasieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö als Achter der beste Deutsche gewesen.Die deutschen Frauen kämpfen am Samstag im Sprint um die nächsten Medaillen. Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß gehört wieder zu den Mitfavoritinnen und führt das Quartett an, zu dem auch die Einzel-Vierte Vanessa Voigt sowie Janina Hettich-Walz und Olympia-Debütantin Julia Tannheimer gehören. (dpa)

Nach der umstrittenen Eistanz-Entscheidung zugunsten der Franzosen Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron sorgen die Wertungen einer Landsfrau weiter für Wirbel. Bei der französischen Preisrichterin Jézabel Dabouis gab es deutliche Abweichungen vom Jury-Durchschnitt.Fournier Beaudry und Cizeron hatten am Mittwochabend trotz eines großen Patzers beim Twizzle – einer schnellen Drehung auf einem Bein – den Olympiasieg geholt und lagen damit 0,83 Punkte vor den Topfavoriten Madison Chock und Evan Bates aus den USA.Dabouis hatte das siegreiche französische Duo auffällig besser bewertet als die acht anderen Preisrichterinnen und Preisrichter und Chock/Bates auffällig schlechter. Von den neun Juroren sahen fünf das amerikanische Paar vorn, doch wegen der extremen Abweichungen brachte dies Chock/Bates nichts. Schon im Laufe der Saison war Dabouis laut Medienberichten immer wieder mit großen Abweichungen aufgefallen.„Immer wenn die Öffentlichkeit die Ergebnisse nicht versteht, schadet das unserem Sport“, sagte Chock. „Ich denke, es ist schwer, Fans zu halten, wenn es schwierig ist zu verstehen, was auf dem Eis passiert. Die Leute müssen verstehen, wofür sie jubeln, und sich sicher fühlen können in dem Sport, den sie unterstützen.“Inzwischen gibt es eine an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Internationale Eislaufunion ISU gerichtete Online-Petition, die mit Stand von Freitagmittag mehr als 13.000 Menschen unterschrieben haben. Die Unterstützung der Fans sei unglaublich, betonte Bates.Der Eislauf-Weltverband wehrt sich. „Es ist normal, dass es innerhalb eines Panels unterschiedliche Wertungen gibt, und es existieren verschiedene Mechanismen, um diese Abweichungen zu mildern“, wurde die ISU von der US-Nachrichtenagentur Associated Press zitiert. Gleichzeitig betonte der Dachverband sein „vollstes Vertrauen in die vergebenen Punktzahlen“ und seine „vollständige Verpflichtung zu Fairness“. (dpa)

Snowboardcross-Fahrerin Jana Fischer haben nur Zentimeter gefehlt, um das Halbfinale zu erreichen. Die 26-Jährige wurde in ihrem Lauf Dritte und verpasste im Fotofinish das Weiterkommen. Im Zielbereich schlug sie sich enttäuscht mit der flachen Hand auf den Helm.Fischer war mit dem zehnten Platz in der Qualifikation in den Tag gestartet. Im Achtelfinale war sie als Zweite in die nächste Runde gekommen, ehe sie gegenüber der Französin Lea Casta und Pia Zerkhold aus Österreich das Nachsehen hatte. Fischer hat aber am Sonntag (ab 13.45 Uhr) noch die Möglichkeit auf eine Medaille. Zusammen mit Leon Ulbricht startet sie im Mixed-Teamwettbewerb. (dpa)