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13.02.2026
07:24 Uhr
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Ukrainischer Skeleton-Athlet Heraskewytsch zieht vor CAS +++ Norwegischer Biathlet bittet um Entschuldigung +++ Halfpipe-Star Kim verpasst Gold-Hattrick +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Mehrere Europa-Abgeordnete positionieren sich gegen den Olympia-Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewytsch. „Wir halten den Ausschluss von Wladyslaw Heraskewytsch und das Verbot des Helmes für falsch. Die Sanktionierung des Gedenkens birgt die Gefahr, selbst als politische Entscheidung wahrgenommen zu werden und damit den olympischen Gedanken zu untergraben“, schrieben rund 40 Abgeordnete des Europäischen Parlaments um Initiator Erik Marquardt (Grüne) in einem Brief an das Internationale Olympische Komitee. „Wir fordern das IOC daher dringend auf, diese Entscheidung zu überdenken.“Das IOC hatte den ukrainischen Skeletoni von den Wettbewerben in Italien ausgeschlossen. Heraskewytsch wollte mit einem Helm antreten, auf dem Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen sind, die infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine ums Leben gekommen sind.„Eine Erinnerung an das Leid des Krieges und die in einem völkerrechtswidrigen Krieg getöteten Sportlerinnen und Sportler ist keine Propaganda oder politische Demonstration. Dieses Gedenken ist Ausdruck von Respekt und Erinnerung. Damit entspricht es dem Kern des olympischen Gedankens“, heißt es in dem Brief. Die rund 40 Abgeordneten kommen aus den Fraktionen der Grünen, Sozialdemokraten, Linken, Liberalen und der konservativen EVP, zu der auch CDU und CSU gehören. (dpa)
Skeleton-Athlet Wladyslaw Heraskewytsch hat auf einer Pressekonferenz im Konsulat der Ukraine in Mailand am Donnerstagabend deutlich gemacht, dass er weiter einen Start beim olympischen Wettbewerb in Cortina d’Ampezzo anstrebt. Der vom Internationalen Olympischen Komitee ausgeschlossene Sportler sagte, er hoffe, den Einzelrichter des Internationalen Sportgerichtshofs CAS am Freitagmorgen von seiner Position überzeugen zu können. „Mein Helm verstößt nicht gegen Regeln“, wiederholte Heraskewytsch während der rund 60 Minuten dauernden, am Nachmittag angekündigten Medienrunde. Es sei nicht seine Aufgabe, sich zu überlegen, wie seine Teilnahme am Wettbewerb noch gestaltet werden könnte. Neben dem 27 Jahre alten Heraskewytsch nahmen sein Vater Mychailo, Sportminister Matvij Bidnyi, der Chef des Nationalen Olympischen Komitees Wadym Hutsait an der Runde teil. Die Sitzung solle am Freitagmorgen um neun Uhr beginnen und in einem hybriden Format in Mailand stattfinden, sagte Heraskewytsch. Seine Anwälte werden aus der Ukraine zugeschaltet. Nach Informationen der F.A.Z. wird sich der Schweizer Anwalt Antonio Rigozzi mit dem Fall befassen.Heraskewytsch war nach einem Treffen mit der Präsidentin der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, vom Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden, da er sich geweigert hatte, ohne den Helm anzutreten, auf dem 22 durch russische Angriffe ums Leben gekommene ukrainische Sportler abgebildet sind. Das Gespräch mit Coventry sei, wie von dieser ausgeführt, respektvoll abgelaufen, sagte Heraskewytsch. Gleichwohl habe er kein Verständnis für die Entscheidung des IOC, da während der Spiele Sportlerinnen und Sportler nahezu jeden Tag Botschaften während des Wettkampfs zum Ausdruck bringen. „Die vergangenen drei Tage waren die verrücktesten meines Lebens“, sagte Heraskewytsch. Er sei müde, was sicherlich nicht hilfreich für einen Wettkampf sei. Aber der Ausschluss habe zwei positive Aspekte: Die Namen der Getöteten seien um die Welt gegangen. Und die Unterstützung, die er aus der Ukraine erfahren habe, zeige, dass das Land „supervereint“ sei. (chwb.)
US-Superstar Chloe Kim hat bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien den erhofften historischen Gold-Hattrick in der Halfpipe verpasst. Die Snowboarderin kam beim Olympiasieg der Südkoreanerin Choi Gaon (90,25 Punkte) mit 88,00 Punkten am Donnerstagabend auf Rang zwei. Bronze ging an Ono Mitsuki aus Japan (85,00 Punkte).Kim hätte die erste Snowboarderin mit drei Olympiasiegen bei drei aufeinanderfolgenden Spielen werden können. In der Sportart hat bislang weder bei den Männern noch bei den Frauen ein Athlet beziehungsweise eine Athletin dieses Kunststück vollbracht. Kim war nach ihren Erfolgen in Pyeongchang 2018 und Peking 2022 auch die erste Snowboarderin gewesen, die zwei Goldmedaillen in der Halfpipe gewonnen hatte.Kim zeigte vor den Augen des US-Rappers Snoop Dogg und der Snowboard-Ikone Shaun White im ersten Run eine herausragende Leistung und legte mit 88,00 Punkten vor, während gleich mehrere ihrer Konkurrentinnen stürzten. Bei Schneefall behielt die Athletin mit südkoreanischen Wurzeln im Livigno Snow Park auch nach dem zweiten Lauf die Führung, obwohl sie ihren Versuch diesmal nicht erfolgreich zu Ende bringen konnte. Im dritten Durchgang wurde sie dann von Choi übertrumpft, der nach dem ersten Lauf aufgrund eines schweren Sturzes noch das frühzeitige Aus gedroht hatte.Kim hatte Anfang Januar noch um ihre Teilnahme an den Spielen gezittert – bei einem Sturz im Training hatte sich die 25-Jährige die Schulter ausgekugelt. Nach ihrem Qualifikationssieg am Mittwoch sagte sie jedoch, dass sich ihre Schulter „wirklich gut“ angefühlt habe: „Ich bin stolz, dass ich es so weit geschafft habe“, fügte sie an, „wir werden sehen, wie es morgen Abend läuft.“Deutsche Athletinnen hatten sich für die Entscheidung nicht qualifizieren können, wobei Leilani Ettel das Finale als 13. nur um einen Rang verpasste. Schwester Kona wurde 18., Anne Hedrich kam auf Platz 19. (sid)
Der norwegische Biathlet Sturla Holm Laegreid hat vor dem nächsten Olympia-Rennen bei seinem Team für sein öffentliches Seitensprung-Geständnis um Entschuldigung gebeten. Wie der Gesamtweltcupsieger der Vorsaison der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“ sagte, habe er bei einem gemeinsamen Essen schon am Mittwochabend das Wort ergriffen. „Ich wollte vor allen sprechen und mich bei allen entschuldigen“, sagte der 28-Jährige. „Ich habe gesagt, dass es eine harte Woche war und ich nicht ich selbst gewesen bin.“Der siebenmalige Weltmeister hatte nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Einzel am Dienstag in Antholz vor einer Fernsehkamera öffentlich gemacht, dass er seine Freundin betrogen hat. Er sei seiner Partnerin, die er erst vor sechs Monaten kennengelernt hatte, vor drei Monaten untreu gewesen. In der vergangenen Woche habe Laegreid ihr das Fremdgehen gestanden, das Paar sei mittlerweile getrennt. Er wolle sie mit seiner Offenheit zurückgewinnen, hatte er in dem Interview gesagt.Für diese Aktion gab es viel Kritik. Vor allem auch, weil der Olympiasieg von Landsmann Johan-Olav Botn dabei völlig unterging. „Man könnte sagen, ich habe die Party ruiniert“, sagte Laegreid. Das sei aber nicht seine Absicht gewesen, deswegen ging die Entschuldigung speziell auch an Botn. „Ich glaube, er hat im Nachhinein verstanden, dass es nicht der richtige Ort dafür war“, sagte Norwegens Schießtrainer Siegfried Mazet, der die Entschuldigung bestätigte: „Es war wichtig für Sturla, es vor allen auszusprechen.“Am Freitag (14.00 Uhr) kämpft Laegreid um die nächste Olympia-Medaille. Genau wie Botn tritt er in Südtirol im Sprint über zehn Kilometer an und gehört nach dem starken Auftritt im Einzel zu den Mitfavoriten. (dpa)
Der Ukrainer Wladyslaw Heraskewytsch will seine nachträgliche Teilnahme am olympischen Skeleton-Wettbewerb einklagen. Der 27-Jährige zieht gegen seine Disqualifikation vom Donnerstagmorgen vor die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs CAS.Der WM-Vierte beantragt die Aufhebung der Entscheidung der Jury des Weltverbands IBSF und „als einstweilige Maßnahme des CAS die Wiederaufnahme mit sofortiger Wirkung in die Olympischen Winterspiele 2026 oder alternativ die Durchführung eines vom CAS überwachten offiziellen Laufs bis zur endgültigen Entscheidung des Wettkampfs“, wie der Gerichtshof mitteilte.Es sei ein Einzelschiedsrichter ernannt worden, „der die Angelegenheit dringend prüfen soll“. Es werde zunächst ein „operativer Beschluss“ erwartet, also ein Urteil ohne Begründung. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei es vonseiten der Ad-hoc-Kammer des CAS „nicht möglich, einen genauen Zeitrahmen für eine operative Entscheidung anzugeben“.Die Ad-hoc-Abteilung des Sportgerichtshofs bestätigte am Donnerstagabend, man habe einen Antrag des 27-Jährigen gegen den Internationalen Bob- und Skeletonverband um 16.30 Uhr registriert. Heraskewytsch hatte bereits am Morgen, kurz nach seinem Rauswurf, diesen Schritt angekündigt.Es scheint auch aufseiten der Richter Eile geboten: Die ersten beiden Läufe wurden am Donnerstagmorgen im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo ausgetragen, die letzten beiden finden am Freitagabend statt.Heraskewytsch hatte beabsichtigt, im Wettkampf einen Helm mit Porträts ukrainischer Athleten zu tragen, die im Angriffskrieg durch Russland ihr Leben verloren haben, was vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als unvereinbar mit der Olympischen Charta bezüglich der Richtlinien zum Ausdruck von Athleten angesehen wurde. (sid)
Mitfavorit Kanada ist mit einem lockeren Sieg in das Eishockeyturnier bei den Olympischen Winterspielen gestartet. Die mit zahlreichen NHL-Profis gespickte Auswahl um die Stars Connor McDavid und Sidney Crosby gewann ihr Auftaktspiel gegen Tschechien 5:0 (1:0, 2:0, 2:0). Vor der Schweiz und Frankreich führt das Team von Jon Cooper die Gruppe A an.McDavid und Crosby kamen am Donnerstag in Mailand auf viel Eiszeit und glänzten mit gemeinsam fünf Assists. Die Tore erzielten Macklin Celebrini (20.), Mark Stone (27.), Bo Horvat (38.), Nathan MacKinnon (48.) und Nick Suzuki (54.).Erstmals seit Sotschi 2014 nehmen die NHL-Stars wieder am olympischen Eishockeyturnier teil. Neben Kanada gelten vor allem die USA als Titelfavorit. Das US-Team, das in der deutschen Gruppe C ist, trifft am Abend (21.10 Uhr) auf Lettland. (sid)
Die deutschen Rodler haben Gold in der Team-Staffel gewonnen. Das Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt krönte sich in Cortina d'Ampezzo durch seinen insgesamt siebten Olympiasieg zu Deutschlands erfolgreichsten Athleten bei Winterspielen überhaupt. Gemeinsam mit den Einsitzer-Olympiasiegern Max Langenhan und Julia Taubitz sowie Dajana Eitberger und Magdalena Matschina im Frauendoppel rasten die „Rekord-Tobis“ zum Viererpack: In der 2014 in Sotschi eingeführten Staffel ging der Olympiasieg im vierten Rennen zum vierten Mal an Deutschland.Wendl/Arlt, die im Wettbewerb der Doppelsitzer am Mittwoch Bronze geholt und sich damit über Nacht gemeinsam mit Natalie Geisenberger (6× Gold, 1× Bronze) an die Spitze der Rekordliste gesetzt hatten, lassen ihre frühere Teamkollegin nun hinter sich. „Wir machen es nicht, um Rekorde zu sammeln oder Rekorde aufzustellen. Wir machen es, weil es uns Spaß macht. Wir machen es, weil es ein geiler Sport ist“, hatte Arlt vor der Staffel gesagt – und dann Vollgas gegeben.In einem packenden Rennen setzten sich die deutschen Rodler souverän vor Österreich und Italien durch und unterstrichen ihre Ausnahmestellung als Medaillenlieferant für das Team Deutschland: Im fünften Rennen konnten sich die Athleten des Bob- und Schlittenverbandes (BSD) über die fünfte Medaille freuen. In den kommenden Tagen sollen die Skeletonis und die traditionell ebenfalls starken Bob-Pilotinnen und Bob-Piloten nachlegen.Stunden nach den aufwühlenden Ereignissen um den disqualifizierten ukrainischen Skeletonsportler Wladyslaw Heraskewytsch spielte die Sportpolitik noch immer eine Rolle im Cortina Sliding Centre. Heraskewytschs Landsleute knieten vor ihrer Staffel nieder und reckten ihre Helme in den Himmel. Eine Geste der Solidarität und ein Zeichen an das IOC.Die deutschen Rodler hingegen durften feiern, nachdem sie ihre Euphorie mit Blick auf die Staffel in den vergangenen Tagen gebremst hatten. Taubitz gab nach ihrem emotionalen Olympiasieg am Dienstag nur „ein bisschen Halbgas“, kündigte die große Sause aber schon an. Auch Einsitzer-König Langenhan und Eitberger/Matschina, Silbermedaillengewinnerinnen bei der olympischen Premiere im Frauen-Doppelsitzer, können die Party-Handbremse nun lösen.Das gilt natürlich auch für Wendl und Arlt. Die 38-Jährigen gehören spätestens jetzt zu den ganz Großen des deutschen Sports, auch wenn sie am Mittwoch bei Olympia erstmals geschlagen wurden. Das Duo war bei allen vier Teamstaffel-Erfolgen dabei, holte zudem Gold im Doppel in Sotschi, Pyeongchang und Peking. Für Langenhan und Taubitz ist es jeweils die zweite Goldmedaille bei Olympischen Spielen, für Eitberger und Matschina eine Premiere.Und auch die Zukunft des deutschen Rodelns erscheint golden, obwohl die Konkurrenz aus Österreich und Italien aufgeholt hat: Langenhan ist mit 26 Jahren im besten Sportleralter, Taubitz will „noch ein paar Jahre“ dranhängen. Und auch die zwei „Tobis“ hatten zuletzt noch keinen Gedanken an ein Karriereende verschwendet. (dpa, sid)
Die deutschen Eishockey-Frauen bekommen es im Viertelfinale der Olympischen Winterspiele mit dem erwarteten schweren Gegner zu tun. Die Mannschaft von Bundestrainer Jeff MacLeod trifft in der Runde der besten acht auf die mitfavorisierten Kanadierinnen, die am Donnerstag ihr Nachholspiel gegen Finnland mit 5:0 (1:0, 2:0, 2:0) klar für sich entschieden. Das Viertelfinale steigt am Samstag (16.40 Uhr/ARD und Eurosport).Die USA und Kanada dominieren das Frauen-Eishockey und haben sämtliche Olympiasiege bislang unter sich ausgemacht. Kanada, das sich in der stärker besetzten Gruppe A auf Rang zwei platzierte, hatte am Dienstag überraschend deutlich gegen das US-Team (0:5) verloren.Deutschland beendete die Gruppe B der schwächer eingestuften Teams auf Platz zwei. Bei ihrer bis dato letzten Olympiateilnahme waren die deutschen Frauen 2014 in Sotschi in der Gruppenphase ausgeschieden. (sid)
Die deutschen Curling-Männer haben ihren ersten Sieg bei den Olympischen Winterspielen gefeiert. Die Mannschaft um Skip Marc Muskatewitz setzte sich am Donnerstag in Cortina d'Ampezzo mit 5:4 gegen Norwegen durch. Den Auftakt hatte Deutschland noch auf bittere Art und Weise mit 6:7 nach Extra-End gegen Kanada verloren. Nach einem frühen Rückstand ging das Muskatewitz-Team im dritten End mit 3:1 in Führung und sorgte so für großen Jubel bei den vielen deutschen Fans im Cortina Curling Olympic Stadium. In der Folge blieb es eine ausgeglichene Begegnung; immer wieder sicherten sich beide Teams einzelne Punkte. Zu Beginn des letzten Ends lag Deutschland aber weiter mit zwei Zählern vorn – und brachte den wichtigen Sieg ins Ziel. Zum ersten Mal seit Sotschi 2014 ist wieder ein deutsches Curling-Team bei Olympia dabei; erklärtes Ziel der Auswahl vom kanadischen Trainer Ryan Sherrard sind die Top vier. Weiter geht es am Freitag (19.05 Uhr/ARD und Eurosport) gegen Gastgeber Italien. In der Round Robin treffen die Europameister von 2024 zudem auf die USA, Großbritannien, Peking-Olympiasieger Schweden, Tschechien, die Schweiz und China. Die besten vier Teams ziehen ins Halbfinale ein; am 20. und 21. Februar geht es um die Medaillen. (sid)
Der finnische Skisprung-Trainer Igor Medved ist wegen seines Verhaltens durch das Nationale Olympische Komitee Finnlands von Olympia in Italien ausgeschlossen worden. „Medved ist heute nach Hause gereist. Es geht um Alkoholprobleme“, sagte Janne Hänninen, NOK-Direktor Finnlands. „Wir nehmen den Regelverstoß sehr ernst und haben umgehend reagiert.“ Laut Mitteilung gehe es um ein Verhalten, dass „gegen die Regeln und Werte des finnischen Teams“ verstoße. „Die Angelegenheit wird unmittelbar nach den Olympischen Spielen in Mailand mit Igor besprochen“, erklärte Marleena Valtasola, Geschäftsführerin des finnischen Skiverbandes. Sie sprach beim TV-Sender Yle von einem „bedauerlichen Vorfall, bei dem Alkohol entgegen den Teamregeln konsumiert wurde“. Valtasola äußerte sich nicht dazu, wo und wann Alkohol konsumiert wurde. Der 44 Jahre alte Coach der finnischen Männer bat bereits nach seinem Vergehen um Entschuldigung. „Ich habe einen Fehler gemacht. Es tut mir sehr leid. Ich möchte mich beim gesamten finnischen Team, den Athleten und auch den Fans entschuldigen“, sagte der Slowene Medved laut der Mitteilung. Für die restlichen Wettkämpfe im Einzel- und im Teamwettbewerb von der Großschanze wird Lasse Moilanen das Männer-Team begleiten, mit Unterstützung von Frauen-Coach Ossi-Pekka Valta sowie Sportdirektor Petter Kukkonen. (dpa/sid)
Nach einer verhängnisvollen Kollision waren die beiden besten deutschen Snowboardcrosser am Boden zerstört: Beim Kampf um eine erhoffte Medaille bei den Olympischen Spielen räumten sich Leon Ulbricht und Martin Nörl in ihrem gemeinsamen Viertelfinallauf selbst ab – ein weiterer Rückschlag für die deutschen Snowboarder, die in Livigno aller Voraussicht nach ohne Medaille bleiben werden. Das war dem Verband schon 2022 in Peking passiert.Wie vor vier Jahren sicherte sich der Österreicher Alessandro Hämmerle die Goldmedaille. In einem spannenden Finale ließ der 32-Jährige wie in Peking den Kanadier Eliot Grondin hinter sich, der abermals Silber gewann. Bronze ging an den früheren Weltmeister Jakob Dusek aus Österreich.In einem packenden Viertelfinallauf lag der zweimalige Gesamtweltcupsieger Nörl zunächst in Führung, fiel dann aber zurück und geriet bei der Aufholjagd zunächst leicht mit dem US-Amerikaner Nick Baumgartner aneinander. Dabei kam der Niederbayer ins Rutschen, schoss Ulbricht ab und landete mit ihm gemeinsam im Fangnetz. „Das ist schon ein bisschen bitter“, sagte der WM-Zweite von 2023 im ZDF.Nörl wunderte sich, dass die Jury den Lauf nicht per Video überprüfte – „dass ich stürzte, hatte mit einem Kontakt zu tun“, betonte er. Er und Ulbricht hätten „sicher nicht zu den Favoriten gehört“, ergänzte er, „aber wir hatten gutes Material und waren wahnsinnig schnell.“ Nörl beendete das Viertelfinale noch als chancenloser Dritter, Ulbricht gab auf. Ulbricht und Nörl waren bereits im Achtelfinale gemeinsam in einem Lauf am Start gewesen, sie belegten die Plätze eins und zwei. Für ihre Teamkollegen Niels Conradt und Julius Reichle war bereits in der ersten K.-o.-Runde Schluss gewesen, beide belegten in ihrem Lauf jeweils Rang vier. (sid)
Erst im Fangzaun, dann auf Wolke sieben: Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson hat beim Super-G in Cortina d'Ampezzo eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Als sie nach ihrem Sturz wohlbehalten am Fuße der Tofana angekommen war, sank ihr Freund Connor Watkins vor ihr auf die Knie und machte ihr einen Heiratsantrag. Johnson schossen die Tränen in die Augen, den Antrag nahm sie ebenso gerührt an wie den dargebotenen Silberring mit blauem Edelstein Watkins stand auf, das Paar küsste sich und Jubel brandete auf. Neben dem Ring überreichte Watkins seiner Verlobten ein Stückchen Holz, in das eine Zeile aus dem Song „The Alchemy“ von Pop-Queen Taylor Swift eingraviert war.Hatte Johnson damit gerechnet? „Das war meine Hoffnung“, sagte sie bei NBC, „aber es ist definitiv viel verrückter, weil alles gleichzeitig passiert, und die Realität so anders ist, als man es sich vorgestellt hat – und so viel besser.“ Die 30-Jährige hatte sich 2022 als bisexuell geoutet und in den Sozialen Medien geschrieben, dass sie „offen darüber sein möchte, wer ich bin“. Johnson ist auch Weltmeisterin in der Abfahrt und der Team-Kombination. Die Hoffnung auf eine weitere Olympia-Medaille erfüllte sich in Cortina aber nicht: In der Team-Kombination wurde sie trotz Bestzeit in der Abfahrt an der Seite von Ski-Königin Mikaela Shiffrin Vierte, im Super-G kam das frühe Aus – mit Happy End. (sid)
Die Schwedin Frida Karlsson hat im Skilanglauf bei den Olympischen Spielen furios ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Die 26-Jährige distanzierte über die 10 Kilometer im Freistil in 22:49,2 Minuten die Konkurrenz. Landsfrau Ebba Andersson holte mit einem Rückstand von knapp 47 Sekunden ebenfalls ihr zweites Silber vor der US-Amerikanerin Jessie Diggins, die völlig ausgepumpt minutenlang im Ziel liegen blieb. Die deutschen Frauen waren erwartungsgemäß im Medaillenkampf chancenlos. Pia Fink aus Bremelau kam als beste DSV-Läuferin als 19. ins Ziel. Helen Hoffmann aus Oberhof lief auf Platz 28. „Das Material hat heute nicht gepasst“, monierte Hoffmann nach dem Rennen. „Bei so einem Abstand weiß ich nicht, ob das nur an mir liegt.“Wie bereits beim Skiathlon und im Sprint dominierten die schwedischen Langläuferinnen das Rennen nach Belieben und sicherten sich Gold und Silber. Damit gewannen die Skandinavierinnen in den bisherigen drei Langlaufrennen dreimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze. In der Staffel am Samstag gilt Schweden daher als klarer Favorit.Medaillenchancen rechnen sich die deutschen Langläuferinnen erst im Team-Sprint am kommenden Mittwoch aus. Vor vier Jahren gelang in Peking Katharina Hennig Dotzler und der wegen einer positiven Dopingprobe gesperrten Victoria Carl ein Gold-Coup. (dpa)
Der entthronte „König der Buckelpiste“ warf wütend und frustriert seine Silber-Ski in den Schnee, hinter ihm sank der Sensations-Olympiasieger auf die Knie. Der Australier Cooper Woods hat dem kanadischen Topfavoriten Mikael Kingsbury die sicher geglaubte Goldmedaille im „Moguls“ noch aus den Händen gerissen.Außenseiter Woods, der noch nie einen Weltcup gewonnen hat, kam im letzten aller Finalläufe wie der 100-malige Sieger Kingsbury auf 83,71 Punkte. Weil der Herausforderer aber die besseren Schwünge (Turns) zeigte und dort auf einen höheren Wert kam (48,4 zu 47,7), erhielt er Gold.„Ah, besser wird's nicht!“, sagte Woods, als er im Schnee kniete und abwechselnd weinte und lachte. Auch der 25-Jährige selbst schien nicht mit seinem Coup gerechnet zu haben, war völlig überwältigt.Kein Wunder: Kingsbury ist die lebende Legende auf der Buckelpiste, der „GOAT“ seines Sports, der Größte, jemals. Mit Olympia aber steht der 33-Jährige, der neunmal Weltmeister war, ein bisschen auf dem Kriegsfuß. Nur 2018 reichte es zu Gold, schon 2014 und 2022 holte er „nur“ Silber.Woods schockte nicht nur den „König“. Hinter Kingsbury gewann Weltmeister Ikuma Horishima aus Japan (83,44 Punkte) Bronze. Dem Schweden Walter Wallberg, Olympiasieger von Peking, blieb in einem hochklassigen Wettkampf der undankbare vierte Platz (82,40). (sid)