|
17.02.2026
17:34 Uhr
|
Deutsche Curler verpassen Medaille +++ Kritik an Olympia: „Die Magie hat mich nie erreicht“ +++ Ausgeschlossener Ukrainer erhält viel Geld +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Mit der bemerkenswerten Punktzahl von 195,50 Zählern hat Ski-Freestyler Tormod Frostad aus Norwegen bei den Olympischen Winterspielen die Goldmedaille im Big Air gewonnen. In einem anspruchsvollen und hochklassigen Finale setzte sich der 23 Jahre alte Außenseiter, der bei der WM 2025 in dieser Disziplin lediglich den 37. Platz belegt hatte, knapp vor Mac Forehand aus den USA (193,25 Punkte) und dem Österreicher Matej Svancer (191,25 Punkte) durch.Maximal hätten die Athleten bei zwei von drei gewerteten Durchgängen 200 Punkte erreichen können. Frostad behielt im letzten Run die Nerven und verdrängte Forehand noch, der vorgelegt hatte.Für die Starter geht es im Big Air darum, nach einem Sprung über eine große Rampe in der Luft Tricks zu zeigen und dann sicher zu landen. Für die Punktevergabe werden unter anderem der Schwierigkeitsgrad, die saubere Ausführung, die Höhe und die Landung berücksichtigt. (dpa)
Die deutschen Curling-Männer haben das Halbfinale und damit eine Medaille bei den Olympischen Winterspielen verpasst. Die Auswahl um Kapitän Marc Muskatewitz verlor 4:8 gegen die bisher ungeschlagene Schweiz und kann damit nicht mehr unter die besten Vier kommen. Zuvor hatten Muskatewitz und Co. gegen die zuvor sieglosen Tschechen verloren.Nach neun Spielen hat das deutsche Team damit nur drei Siege auf dem Konto. Der Abschluss der Gruppenphase gegen China am Donnerstagmorgen (9.05 Uhr) hat sportlich keine Bedeutung mehr.Entscheidend für das Aus war die Niederlage gegen Tschechien am Morgen. Die bis dahin sieglosen Osteuropäer gewannen überraschend 9:7, ihnen gelang damit der erste Sieg ihrer Olympia-Historie.Gegen die souverän auftretende Schweiz war ein Erfolg nicht erwartet worden. Letztlich hatte die deutsche Auswahl zu keinem Zeitpunkt der Partie eine Chance. Ab dem achten End kam Ersatzmann Mario Trevisiol, sammelte so noch olympische Erfahrung.Die deutschen Curler sind erstmals seit zwölf Jahren wieder bei Winterspielen dabei. 2024 waren sie in Finnland Europameister geworden. (dpa)
Biathletin Selina Grotian blickt enttäuscht auf ihre erste Olympia-Erfahrung zurück. „Ich wusste, dass sie aufgrund der Distanz und der Einschränkungen in anderer Weise etwas Besonderes sein würden“, schrieb die 21-Jährige am Dienstagabend bei Instagram über die Winterspiele in Norditalien, „aber die Magie der Ringe, das Zusammenkommen der Athleten, der Geist... das hat mich nie wirklich erreicht.“Für sie hätten sich die Wettbewerbe in Antholz „eher wie eine sehr lange Weltmeisterschaft mit mehr Medienaufmerksamkeit“ angefühlt, fügte Grotian an: „Olympische Spiele hatte ich mir anders vorgestellt.“ Die Biathletinnen und Biathleten sind durch ihre Rennen in Südtirol von allen anderen Sportarten abgeschnitten. Eine schnelle Reise zu einer anderen Wettkampfstätte ist da aus zeitlichen und logistischen Gründen kaum möglich.Doch auch aus sportlicher Sicht hinterlassen die Winterspiele bei Grotian einen bitteren Beigeschmack. „Vor den Spielen hatte ich mir große Ziele gesetzt. Seit meiner Covid-Infektion hatte sich meine Form stetig verbessert und unsere Vorbereitung verlief recht gut“, sagte die Biathletin. Nach schwachen Ergebnissen im Einzel (55. Platz), Sprint (52.) und in der Verfolgung (41.) suche sie nun „ehrlich gesagt nach Antworten. Hat mich die Höhe nach Covid mehr beeinträchtigt als erwartet? Normalerweise komme ich gut mit der Höhe zurecht“, schrieb Grotian: „Und am Schießstand hat nichts so funktioniert wie sonst.“ (sid)
Nach dem Ausschluss bei Olympia wegen seines Gedenkhelms hat der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch in seiner Heimat hohe Geldsummen erhalten. „Dieses Geld ist gleich der Olympiaprämie, die er und sein Team im Falle eines Sieges erhalten hätten“, schrieb der Kohle- und Stahlmagnat Rinat Achmetow gemäß einer Mitteilung seiner Stiftung. Umgerechnet wurden demnach dem Wohltätigkeitsfonds von Heraskewytsch knapp 200.000 Euro überwiesen. Weitere fünf Unternehmen haben der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge Überweisungen in Höhe von umgerechnet knapp 60.000 Euro angekündigt.Der Siebenundzwanzigjährige war bei den Winterspielen in Italien kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigt die Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sind.Die finanziellen Mittel sollen laut Mitteilung Heraskewytsch dabei helfen, seine Karriere als Sportler und seinen Einsatz für die Ukraine auf internationaler Ebene fortzusetzen. Haupt-Geldgeber Achmetow ist auch Besitzer des ukrainischen Fußball-Spitzenclubs Schachtar Donezk. (dpa)
Felix Loch will es nochmal wissen bei Olympia und verlängert seine Karriere. Nach langer Besprechung mit seiner Familie will der 36-Jährige nun sogar bis zu den Spielen 2030 in den französischen Alpen weitermachen. „Ich liebe meinen Sport. Und solange ich vorne mitfahren kann, werde ich alles geben, um 2030 wieder für unser Team Deutschland am Start zu stehen“, schrieb er bei Instagram. „Also werd ich weitermachen – solange ich gesund und fit bin“, sagte der dreimalige Rodel-Olympiasieger, der ohnehin keine Gedanken an ein abruptes Karriereende verschwendete. Nun möchte er nach seinem enttäuschenden sechsten Platz bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo nochmal eine Medaille auf der Bahn in La Plagne anpeilen.Zuvor möchte er als Führender im Gesamtweltcup noch einmal die große Kristallkugel gewinnen, sagte der 36 Jahre alte Rodler. „Es sind noch zwei Rennen, wo ich mich mit Jonas (Müller) batteln werde.“ Im Moment führt Loch sehr knapp mit nur einem Punkt Vorsprung. Über einen möglichen Erfolg sagte er: „Ich würde mich freuen, dann kann man sagen, es ist eine versöhnliche Saison. Momentan ist es aber bitter.“ (dpa)
Wegen dichten Schneefalls und eingeschränkter Sicht ist das für diesen Dienstag geplante Slopestyle-Finale der Snowboarderinnen bei den Olympischen Spielen vorerst abgesagt und neu terminiert worden. Ein Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes teilte mit, dass die Piste in Livigno nicht präpariert werden könne.Die einzige deutsche Starterin Annika Morgan und ihre Konkurrentinnen werden nun am Mittwoch ab 14.30 Uhr um Medaillen kämpfen. Das Finale der Männer, an dem kein deutscher Athlet teilnimmt, wird am Mittwoch von 12.30 Uhr auf 11.20 Uhr vorverlegt.Auch die Sprung-Qualifikationswettbewerbe der Frauen und Männer im Ski Freestyle mussten wegen der Wetterbedingungen am Dienstag vorerst abgesagt werden. Die Frauen um Emma Weiß sind nun am Mittwoch ab 10.00 Uhr an der Reihe, das Finale soll um 13.00 Uhr beginnen. Die Männer werden am Donnerstag ab 11.00 Uhr im Einsatz sein – ohne deutsche Beteiligung. (dpa)
Die deutschen Eisschnellläufer haben sich mit Erfolgserlebnissen aus den Team-Wettbewerben der Olympischen Winterspiele in Mailand verabschiedet. Am Dienstag gewannen Felix Maly, Fridtjof Petzold und Patrick Beckert in dessen wohl letztem Olympialauf das Platzierungsrennen gegen Japan in 3:45,25 Minuten und wurden Siebte. Den Einzug ins Halbfinale hatte das deutsche Trio verpasst.Auch für die deutschen Frauen ging es nicht mehr um eine Medaille. Lea Sophie Scholz, Josie Hofmann und Josephine Schlörb setzten sich im Rennen um den fünften Platz in 3:00,65 Minuten gegen Belgien durch.Die Oranje-Männer um Routinier Jorrit Bergsma verpassten Bronze im Duell mit China um neun Hundertstel. Gold ging vor den Augen von Doppel-Olympiasiegerin Francesca Lollobrigida an Italien vor den USA, es war bereits das neunte Gold für das Gastgeberland. Auch bei den Frauen verpassten die Niederlande den erhofften Sieg im Duell mit Kanada. Bronze sicherte sich Japan. (dpa)
„Ich habe vorgestern eine kleine Kampfansage gemacht“, sagte Philipp Horn, „und jetzt stehe ich hier enttäuscht. Das war unsere größte Chance.“ Platz vier ist es geworden für die deutschen Biathleten im olympischen Staffelrennen am Dienstagabend in Antholz – mit deutlichem Abstand auf die „großen drei“. Éric Perrot brachte die französische Staffel als Erster ins Ziel, der Norweger Vetle Sjåstad Christiansen holte ihn auf der letzten Runde nicht mehr ein. Die Tür zum Bronzerang hatte der Schwede Sebastian Samuelsson dem Deutschen Philipp Horn im letzten Liegendschießen einen Spalt breit geöffnet, als er zwei Scheiben nicht traf und seine Nachladepatronen einsetzen musste. Doch Horn machte einen Schritt zurück statt nach vorn. „Das Liegendschießen war nicht das, was ich kann“, resümierte der Thüringer, „ich habe versucht, Samuelsson unter Druck zu setzen. Aber dann habe ich gleich den ersten Schuss danebengesetzt, da war ich zu hektisch.“ Mit fast einer Minute Rückstand folgte Horn dem Schweden auf die Laufstrecke, doch selbst mit einem fehlerfreien Stehendschießen konnte er den Rückstand nicht wettmachen. Horns Vorläufer Justus Strelow, David Zobel und Philipp Nawrath hatten zuvor große Probleme im Stehen, Strelow lud zweimal nach, Zobel und Nawrath dreimal. Und so ging auch das Rennen, in dem sich die deutschen Biathleten größte Hoffnung auf eine Medaille gemacht hatten, für sie erfolglos zu Ende. Bei der Weltmeisterschaft vor einem Jahr war es noch Horn gewesen, der den dritten Platz für sein Team gegen Samuelsson abgesichert hatte. Seine Kampfansage vor dem olympischen Rennen lautete deshalb: „Wir kämpfen genau wie letztes Jahr und zeigen denen, dass wir es können. Und dann wollen wir in der Staffel auf dem Podium stehen.“ Horn, Nawrath und Zobel bleibt in Antholz noch eine Medaillenchance am Freitag im Massenstart. Strelow muss als Nachrücker um einen Startplatz bangen. (jbc.)
Das Internationale Olympische Komitee sieht sich für den Fall des von einem Schweizer TV-Kommentatoren angegangenen Olympia-Bobpiloten Adam Edelman nicht zuständig. „Was konkrete Äußerungen eines Kommentators angeht, so müssen Sie sich an den Sender wenden“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag und betonte: „Es geht bei Olympia darum, Menschen zusammenzubringen – unabhängig davon, was in der Welt passiert.“ Ein Kommentator des öffentlich-rechtlichen Senders RTS hatte behauptet, der israelische Sportler Edelman habe in den sozialen Medien mehrere Beiträge veröffentlicht, die den „Genozid in Gaza“ befürworteten. Zudem habe Edelman vom „moralisch gerechtesten Krieg der Geschichte“ gesprochen oder eine „Free Palestine“-Inschrift verspottet. Edelman sprach auf der Plattform X von einer „Schmährede“. Wer die wahre Geschichte der „Shul Runnings“ kenne, wie sich das israelische Bobteam in Anlehnung an den legendären Olympia-Schlitten aus Jamaika nennt, könne den Worten des Kommentators „keinerlei Glaubwürdigkeit“ schenken. Der Fernsehmann ging noch weiter und stellte die Teilnahme Edelmans an den Spielen von Mailand und Cortina insgesamt in Frage. Wie jene Russen, die Putins Angriffskrieg in der Ukraine unterstützten, hätte auch der 34-Jährige ausgeschlossen werden müssen, legte er nahe. RTS hat den entsprechenden Beitrag von seiner Internetseite genommen. Zugleich verteidigte der Sender seinen Mitarbeiter. „Unser Journalist wollte die Politik des IOC bezüglich der Äußerungen des betroffenen Athleten hinterfragen“, teilte der Sender laut dem Portal 20 Minuten mit: „Allerdings ist eine solche Information, obwohl sachlich richtig, aufgrund ihrer Länge für einen Sportkommentar ungeeignet.“ Der Fall zog Kreise bis in die hohe Politik. Der US-Botschafter in Israel, der Republikaner Mike Huckabee, kommentierte bei X: „Es ist einfach nur widerlich, dass der judenfeindliche Schweizer 'Sportreporter' während des Wettkampfs Hass und Hetze gegen das israelische Bobteam und dessen Kapitän AJ Edelman verbreitete.“ Edelman ist gebürtiger US-Amerikaner. 2018 war er als Skeletoni bei Olympia, jetzt hat er die Spiele als erster israelischer Sportler in einer zweiten Sportart erreicht. (dpa)
Deutschlands Eishockey-Nationalteam steht nach einem Pflichtsieg gegen Frankreich im Viertelfinale der Olympischen Winterspiele. In Mailand gewann die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis mit 5:1 (3:0, 0:1, 2:0). Gegen den Außenseiter Frankreich schossen Kapitän Leon Draisaitl (4. Minute), Frederik Tiffels (11.), JJ Peterka (19.), Joshua Samanski (48.) und Nico Sturm (60.) die deutschen Tore. Bereits am Mittwoch (12.10 Uhr/ZDF und Eurosport) geht es gegen die Slowakei weiter.Bei ihrem Auftritt im Eishockeystadion Santagiulia in Mailand überzeugte die DDEB-Auswahl trotz klarer Überlegenheit nicht vollends. Vor der Pflichtaufgabe in der ersten K.-o.-Runde war es zu einer teaminternen Aussprache am Montag gekommen. Die beiden Niederlagen in der Vorrunde gegen Lettland (3:4) und die USA (1:5) hatten zu großer Unzufriedenheit in der Olympia-Auswahl geführt, die als das auf dem Papier beste deutsche Eishockey-Team jemals gilt. (dpa)
Die deutschen Nordischen Kombinierer steuern auf ernüchternde olympische Spiele zu. Das Team von Bundestrainer Eric Frenzel gewann auch im zweiten Wettkampf der Winterspiele von Italien keine Medaille. Vinzenz Geiger belegte als bester Deutscher im Einzel von der Großschanze mit dem entscheidenden Skilanglaufrennen über zehn Kilometer den neunten Platz.Gold sicherte sich wie schon im Normalschanzen-Wettbewerb der Norweger Jens Luraas Oftebro. Silber ging abermals an den Österreicher Johannes Lamparter. Bronze holte Ilkka Herola aus Finnland. Als zweitbester Deutscher lief Johannes Rydzek in Tesero bei seinen wohl letzten Olympischen Winterspielen auf Rang zehn. Julian Schmid kam auf Platz zwölf. Auf den Sieger hatten Geiger und Rydzek jeweils mehr als anderthalb Minuten Rückstand, Schmid fehlten sogar knapp zweieinhalb Minuten.Schon nach dem Skispringen am Vormittag in Predazzo waren die deutschen Medaillenchancen auf ein Minimum gesunken. Rydzek lag vor dem Langlaufrennen mit einem Rückstand von 1:23 Minuten auf den führenden Ryota Yamamoto aus Japan auf Rang 15. Schmid hatte 1:35 Minuten, Geiger sogar 1:43 Minuten Rückstand auf die Spitze. „Ein Witz“, hatte Geiger nach seiner Landung verärgert ausgerufen. Damit meinte er sowohl seinen Sprung als auch die Bedingungen auf der Großschanze. „Ich war frustriert. Da kommt so etwas raus“, sagte der 28-Jährige. „Ich bin zwar ein positiver Mensch, aber die Medaillenplätze sind vergeben.“ Schmid versteckte seinen Ärger ebenfalls nicht. „Es war grottenschlecht. Das kann man ganz klar so sagen“, sagte der 26-Jährige.Eine Chance haben die Deutschen noch, nicht komplett ohne Edelmetall von den Winterspielen abzureisen. Am Donnerstag steht der Teamsprint auf dem Programm. Winterspiele ohne Medaille gab es für die Kombinierer zuletzt 1998 im japanischen Nagano. (dpa)
Die positiv auf eine verbotene Substanz getestete italienische Biathletin Rebecca Passler (24) wird bei den Olympischen Winterspielen nicht zu einem Einsatz kommen. Die 24-Jährige fehlt im Aufgebot der Gastgeber für die Staffel am Mittwoch (14.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport), stattdessen gehen Hannah Auchentaller, Dorothea Wierer, Michela Carrara und Verfolgungs-Olympiasiegerin Lisa Vittozzi an den Start. Da Passler auch nicht für den abschließenden Massenstart am Samstag qualifiziert ist, wird sie keinen Auftritt bei ihrem Heimspiel haben.Passler war am 2. Februar vorläufig gesperrt worden, nachdem sie bei einer Dopingkontrolle außerhalb des Wettkampfs positiv auf Letrozol getestet worden war– ein Antiöstrogen, das in der Brustkrebstherapie eingesetzt wird. In der Folge hatte sie argumentiert, dass es sich bei dem Befund „um einen Fall von Kontamination handelt, für den die Athletin keine Schuld trifft“.Italienischen Medienberichten zufolge soll ein Löffel kontaminiert gewesen sein, den Passler in einem Nutella-Glas zusammen mit ihrer Mutter genutzt hatte. Letztere leidet demnach an Brustkrebs und verwendet zur Therapie das Mittel Letrozol.Nachdem sich der Internationale Sportgerichtshof CAS für „nicht zuständig“ erklärt hatte, gab dann das Nationale Berufungsgericht der italienischen Anti-Doping-Agentur NADO am vergangenen Freitag Passlers Berufung gegen die vorläufige Suspendierung statt und erkannte die „offensichtliche Begründetheit der unbeabsichtigten Einnahme oder der unwissentlichen Kontamination mit der betreffenden Substanz“ an. (sid)
Die Betrugsvorwürfe am Rande des olympischen Wettbewerbs haben bei den kanadischen Curlern offenbar tiefe Wunden hinterlassen. „Die Geist des Curlings ist tot“, sagte der Kanadier Marc Kennedy.Kennedy hatte den Curling-Zoff am vergangenen Freitag im Duell mit Olympiasieger Schweden erst mit ausgelöst, als er seinem Widersacher Oskar Eriksson ein herzhaftes „Verpiss Dich!“ zurief. Erikssons Schweden warfen den Kanadiern eine Doppelberührung und damit einen Regelverstoß vor. Seither ist in Anlehnung an das englische Wort für stupsen oder antippen vom „Boop-Gate“ die Rede.Der Vorfall bringt Kennedy auch Tage später noch auf die Palme. Es falle ihm „schwer“, sagte er, noch vom „Gentlemen-Sport“ zu sprechen. Stattdessen herrsche die „Gier nach Medaillen“ vor, die zu falschen Anschuldigungen führe. „Das ist einfach nur Mist. Leider.“ Er habe Eriksson mitgeteilt, dass er „niemals“ dieselben Vorwürfe gegen ihn erhoben hätte, weil sich das nicht gehöre.Doch der Fall zieht längst Kreise. Die kanadischen Frauen wurden bei den Spielen von Cortina d'Ampezzo für dasselbe Vergehen bestraft. Die Schweden behaupten, dass Kanada schon seit längerer Zeit systematisch die Regeln umgehe. Das wiederum rief den kanadischen Spitzencurler Michael Fournier auf den Plan. Er rief Eriksson in einer Kolumne auf der Fachseite The Curling News zu: „Du solltest dich schämen!“Dass es auch anders geht, bewiesen die Schweden und die deutsche Mannschaft am Montag. Als Wischer Johannes Scheuerl im letzten End des Duells an gleich zwei schwedischen Steinen hängenblieb, einigten sich beide Teams lächelnd darauf, die Position der leicht verschobenen Steine zu korrigieren. „Curling“, sagte Scheuerl danach, „ist ein Gentlemen-Sport“. (sid)
Der frühere russische Biathlet Anton Schipulin (38) hat sich geweigert, sein olympisches Staffel-Gold von den Winterspielen 2014 für die Übergabe an das deutsche Team zurückzugeben. Auf die Frage, ob er die Medaille aus Sotschi wie gefordert an das Internationale Olympische Komitee (IOC) zurückgeschickt habe, sagte der damalige Schlussläufer dem russischen Sender Match TV: „Nein, wozu? Ich habe sie erkämpft. Sie ist meine, ich werde sie nicht zurückgeben.“Am Sonntag hatten Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp mit zwölf Jahren Verspätung ihre Goldmedaillen bekommen, die dem russischen Quartett in einem jahrelangen Verfahren aberkannt wurden. Jewgeni Ustjugow wurde des Dopings überführt und nach seiner rückwirkenden Sperre scheiterte er mit seinen Einsprüchen vor allen gerichtlichen Instanzen, anschließend rückte Deutschland vom Silber- auf den Goldrang vor.„Ich denke mal nicht, weil keine Kratzer dran sind“, antwortete Lesser bei den Winterspielen im italienischen Antholz schon auf die Frage, ob er davon ausgehe, eine originale Medaille der russischen Auswahl erhalten zu haben. „Ich unterstelle jetzt mal dem Russen, dass er bestimmt noch mal einen Kratzer drauf gemacht hätte, bevor er sie weggeschickt hätte.“ Das deutsche Team leitete die Silbermedaillen an das IOC weiter. Diese bekamen die Österreicher. Schipulin äußerte sich auf seiner Instagram-Seite noch ausführlicher. Erst wenn das IOC und die internationalen Verbände „unseren Sportlern die Flagge und die Hymne zurückgeben, damit aufhören, sie mit dem „neutralen Status“ zu „erniedrigen“, würde er anders entscheiden: „Dann bin ich bereit, meine Medaillen zurückzugeben“, schrieb Schipulin provokant zu einem Video des Zielsprints. Am 22. Februar 2014 hatte er diesen gegen den deutschen Schlussläufer Schempp mit 3,5 Sekunden Vorsprung für sich entschieden.Russische Biathletinnen und Biathleten sind bei den aktuellen Winterspielen in Italien nicht dabei, auch nicht als sogenannte „Individuelle Neutrale Athleten“ (AIN) mit neutralem Status. (dpa)