FAZ 06.02.2026
16:32 Uhr

Liveblog Olympia 2026: „Das ist einfach unnötig“: Deutsche Kritik an Piste


Kira Weidle-Winkelmann beschwert sich über Präparierung +++ Papst erinnert an „Olympische Waffenruhe“ +++ Demonstration gegen ICE +++ Österreicher verliert Zähne +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: „Das ist einfach unnötig“: Deutsche Kritik an Piste

Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier hat es italienischen Medienberichten zufolge eine Welle von Cyberangriffen auf mit den Spielen verbundene Internetseiten gegeben. Wie die Zeitung „La Repubblica“ berichtete, gingen die Attacken von einer prorussischen Hackergruppe aus. Offizielle Angaben der Behörden zu den Cyberangriffen gab es zunächst nicht.Die Seite des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) war am Freitagvormittag angegriffen worden und danach rund eine Stunde offline, sagte ein ÖOC-Sprecher der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Man habe die Vorgänge frühzeitig erkannt und entsprechend reagiert.Zwei Internetauftritte des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) waren am Eröffnungstag der Spiele zeitweilig ebenfalls nicht erreichbar. Stattdessen erhielten Nutzer eine Fehlermeldung beim Aufruf der Seite der Dachorganisation sowie der Seite des deutschen Olympia-Teams. Einen konkreten Zusammenhang mit den angeblichen Cyberangriffen bestätigte der DOSB zunächst nicht.Bereits vor wenigen Tagen meldeten die italienischen Behörden Hackerattacken mutmaßlich russischen Ursprungs. Deren Ziele waren unter anderem einige Webseiten der Winterspiele, darunter Hotels in Cortina, sowie Einrichtungen des Außenministeriums in Italien sowie im Ausland. „La Repubblica“ zitierte indes eine Sicherheitsquelle mit den Worten: „Das ist inzwischen Alltag.“Ermittler deuten die Welle von Cyberangriffen nur wenige Stunden vor der großen Eröffnungsshow am Abend als politisch symbolisch. Technisch gesehen seien die jüngsten Attacken nichts Neues, meldete „La Repubblica“ weiter. Die lokalen Behörden haben sich demnach auf solche Risiken während der Winterspiele vorbereitet. Ein Team aus Fachleuten arbeitet gemeinsam mit Experten der Organisatoren daran, Angriffe auf das Großevent abzuwehren. (dpa)

Ski-Freestylerin Muriel Mohr hat sich unmittelbar vor dem Olympia-Start am Knie verletzt und verpasst bei den Spielen in Italien mindestens den Slopestyle-Wettbewerb. Bei einem Landeversuch klemmte sich die 19-Jährige im Training den Meniskuslappen am linken Knie ein, wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte. Daraufhin unterzog sich Mohr einem arthroskopischen Eingriff in der Orthopädischen Chirurgie München. „Das Knie ist stabil und weist keine weiteren Verletzungen auf. Einen positiven Heilungsverlauf vorausgesetzt, kann das Knie in einigen Tagen wieder voll belastbar sein“, erklärte Dr. Manuel Köhne, der die Operation durchführte. Mohr hofft, dass sie am 14. Februar bei der Qualifikation im Big Air antreten kann, die am Samstag anstehende Qualifikation im Slopestyle muss sie auslassen. „Sollte die Heilung positiv verlaufen, werde ich alles versuchen, um in meiner Paradedisziplin starten zu können“, sagte sie. Die Bayerin gilt als größte deutsche Hoffnung im Ski Freestyle. Allerdings hatte sie bereits im vergangenen Jahr wegen eines Kreuzbandrisses monatelang pausieren müssen. (dpa)

Dass in seinem Zimmer im olympischen Dorf in Predazzo ein Fernseher fehlt, hat Philipp Raimund etwas gewundert. Deswegen hat der deutsche Skispringer nun Ersatz geordert. „Ich habe mir einen transportablen Beamer bestellt, der kommt von meinen Eltern am Montag“, sagte der 25-Jährige. „Dann brauche ich keinen Fernseher mehr.“Die Ausstattung in dem kleineren Dorf im Val di Fiemme ist zwar laut Raimund akzeptabel, aber die anderen Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen möchte der Skispringer schon gerne verfolgen. „Die Tage sind lang, unsere Wettkämpfe sind am Abend. Da gibt es genügend Zeit, um vor der Glotze zu sitzen“, erklärte Raimund. Auch Videospiele wie der Klassiker Mario Kart sollen dann über den Beamer laufen.Auch Skispringerin Selina Freitag setzt auf die Hilfe ihrer Eltern. Die Medaillen-Anwärterin vermisst einen Föhn im Zimmer, den sie in den nächsten Tagen sehnsüchtig erwartet und der von den Eltern gebracht wird. Neue Matratzen gab es dazu vom Deutschen Skiverband. „Wir haben es uns jetzt gemütlich gemacht“, erklärte Freitag. (dpa)

Skirennläuferin Kira Weidle-Winkelmann hat nach dem ersten Training für die Olympia-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo die Präparierung der Piste kritisiert. „Es will natürlich jeder etwas Besonderes machen für ein Großereignis und mehr Spannung reinbringen. Ich bin da kein großer Fan von“, sagte die 29-Jährige am Freitag und ergänzte: „Unser Sport ist gefährlich genug, da weiß ich nicht, wieso man immer noch mehr machen muss. Das ist einfach unnötig.“Weidle-Winkelmann, die 2021 in Cortina WM-Silber in der Abfahrt gewonnen hatte, missfielen vor allem die „schärferen“ Wellen auf der Olimpia delle Tofane. „Es ist nicht das schöne Cortina, wie man es gewohnt ist“, sagte sie: „Aber jetzt wissen wir’s und müssen damit umgehen“. Am Samstag (11.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport) steht für die Frauen ein weiteres Training auf dem Programm, am Sonntag (11.30 Uhr  im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und Eurosport) soll das Rennen stattfinden.Bis dahin hoffen Weidle-Winkelmann und Emma Aicher, die beide als mögliche Medaillenkandidatinnen gelten, auf bessere Pistenverhältnisse. Viel Neuschnee hatte das Training am Freitag zusätzlich erschwert. „Ich habe mich ein bisschen schwer getan mit dem Untergrund“, sagte Aicher zur „weichen“ Piste: „Aber man muss es so fahren, wie es ist, es ist mir ziemlich wurscht.“ (dpa)

Die Eiskunstlauf-Mannschaft der USA hat ihren Favoritenstatus im Team-Event der Olympischen Winterspiele in Mailand untermauert. Die Peking-Olympiasieger kommen nach dem Eistanz (Rhythmustanz), Paarlauf und Frauen-Einzel (beide Kurzprogramm) auf 25 Punkte und liegen nach dem ersten Wettkampftag vor Japan (23) und Italien (22) in Führung. Die Läufer der besten fünf Nationen in der Gesamtwertung laufen die Kür.Die USA schicken in Italien drei amtierende Weltmeister ins Rennen. Im Eistanz legten Madison Chock/Evan Bates mit der Bestleistung (91,06 Punkte) vor, in der Frauen-Konkurrenz überzeugte Alysa Liu (74,90). Superstar Ilia Malinin soll am Samstag im Kurzprogramm der Männer (ab 19.45 Uhr/ARD und Eurosport) ins Geschehen eingreifen. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) stellt in Mailand kein Team. Die deutschen Medaillenhoffnungen ruhen im Paarlauf auf den WM-Zweiten Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin (Berlin). Für das Duo, das am Freitag erstmals auf dem Eis in Mailand trainierte, lohnte der Blick auf die Paarlauf-Konkurrenz im Team-Wettbewerb.Dort präsentierten sich die japanischen Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara mit der Bestleistung von 82,84 Punkten in starker Form. Auch die dahinter platzierten Paare Anastassia Metelkina/Luka Berulawa (Georgien/77,54) und Sara Conti/Niccolò Macii (Italien/76,65) überzeugten. (sid)

Papst Leo XIV. hat vor dem Beginn der Winterspiele dazu aufgerufen, die Tradition der „Olympischen Waffenruhe“ zu respektieren. „Ich ermutige alle Nationen nachdrücklich, anlässlich der bevorstehenden Olympischen und Paralympischen Winterspiele dieses Instrument der Hoffnung, das die Olympische Waffenruhe darstellt, wiederzuentdecken und zu respektieren“, erklärte der Papst am Freitag in einem vom Vatikan veröffentlichten Dokument. Dies sei „ein Zeichen und eine Verheißung für eine versöhnte Welt“.In Anlehnung an eine jahrtausendealte griechische Tradition der Olympischen Waffenruhe wird der Olympische Frieden seit 1993 alle zwei Jahre vom Gastgeberland bei den Vereinten Nationen eingeführt. Die UN-Mitgliedstaaten hatten im November vergangenen Jahres eine Resolution verabschiedet, in der sie dazu aufriefen, internationale Konflikte während der Olympischen Spiele auszusetzen. Dieses Leitbild wird zwar alle zwei Jahre grundsätzlich befürwortet, es wird aber immer wieder ignoriert.Theoretisch würde eine solche Olympische Waffenruhe sieben Tage vor dem Beginn der Spiele am 6. Februar in Kraft treten und bis sieben Tage nach Ende der Paralympics am 15. März gelten. Doch ein Ende des Ukraine-Krieges etwa scheint angesichts fortgesetzter russischer Angriffe in weiter Ferne. (AFP)

Die derzeit gesperrte deutsche Skilangläuferin Victoria Carl hat vor dem ersten Rennen bei den Olympischen Winterspielen am Samstag (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport) in Val di Fiemme den Kontakt zum deutschen Team gesucht. „Wir haben gestern in kleiner Runde gesprochen“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder und berichtete von einer Videoschalte.Olympiasiegerin Carl, die nach einer positiven Dopingprobe aktuell vom Wettkampf- und Trainingsbetrieb ausgeschlossen ist, wäre zumindest Anwärterin auf Edelmetall gewesen. Nun kämpft sie separiert mit aller Macht um eine Rückkehr. „Es ist faszinierend, wie intrinsisch motiviert sie ist. Wie sie sich kleine Ziele setzt oder wieder etwas findet, woran sie sich hochzieht“, sagte Schlickenrieder.Vor vier Jahren in Peking stürmte Carl im Teamsprint zusammen mit Katharina Hennig Dotzler überraschend zu Gold. Im vergangenen März wurde die 30-Jährige bei einer Kontrolle außerhalb des Weltcups positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet. Das Kälbermastmittel ist ein Medikament, das in erster Linie zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt wird.Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) erließ im vergangenen September einen Sanktionsvorschlag über zwei Jahre. Ein endgültiges Ergebnis steht noch aus. (dpa)

Aus Protest gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei den Olympischen Winterspielen sind mehrere Hundert Studenten durch Mailand gezogen. Bei dem Demonstrationszug durch die Innenstadt waren Plakate wie „ICE out“ („ICE raus“) zu sehen. An eine Wand sprühten mehrere Männer in Schwarz dem Slogan „Fuck ICE“. Die Proteste verliefen bis zum frühen Nachmittag friedlich. Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden. In der US-Olympiadelegation sollen sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern. Italiens rechte Regierung betonte mehrfach, dass die ICE-Angehörigen auf den Straßen nicht zum Einsatz kämen. Vance kam unterdessen in Mailand mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zusammen. Dabei lobte er die Organisatoren der Spiele für „ausgezeichnete Arbeit“. Bei der großen Eröffnungsfeier am Abend im San-Siro-Stadion werden etwa 50 Staats- und Regierungschefs anwesend sein. Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella wird die Wettbewerbe offiziell für eröffnet erklären. Deutschland wird durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. (dpa) 

Eine Woche nach ihrem folgenschweren Sturz hat Lindsey Vonn das erste Olympia-Training erfolgreich bestritten. Die Amerikanerin, die nach eigenen Angaben mit einem durchgerissenen Kreuzband im linken Knie antritt, zeigte auf der Tofana-Strecke in Cortina d'Ampezzo eine solide Fahrt ohne zu großes Risiko. Auch der Deutschen Kira Weidle-Winkelmann gelang eine ansprechende Fahrt; Teamkollegin und Mitfavoritin Emma Aicher dagegen hatte Probleme und verpasste einige Tore. Nachdem das erste Training am Donnerstag wegen Schneefalls abgesagt worden war, gestaltete das Wetter auch den Freitag kompliziert. Schon nach fünf Fahrerinnen musste das Training wegen dichten Nebels für längere Zeit unterbrochen werden. Zudem meldeten die ersten Starterinnen, dass die Piste teils sehr anspruchsvoll angelegt sei, woraufhin nachgearbeitet wurde. Die Wartezeit vertrieben sich die Fahrerinnen am Start auf unterschiedliche Weise. Während einige versuchten, fokussiert zu bleiben, fingen die TV-Kameras unter anderem die Amerikanerinnen beim Rumblödeln und Rumspielen an ihren Handys ein. Irgendwann führten die fünf US-Sportlerinnen sogar eine Tanzchoreografie auf. Selbst Vonn mit dem maladen Knie machte dabei mit. Die 41-Jährige hatte sich schon am Morgen gut gelaunt präsentiert. Bei Instagram postete sie ein Foto von sich vom Start und schrieb dazu: „Nichts macht mich glücklicher! Niemand hätte geglaubt, dass ich hier sein werde... aber ich habe es geschafft! Ich bin hier, ich lächle, und egal was passiert, ich weiß, wie glücklich ich bin. Ich werde mir diese Chance nicht entgehen lassen.“ (dpa) 

Die Olympia-Strecke von Bormio hat bei einem österreichischen Ski-Ass schon vor der Abfahrt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Daniel Hemetsberger war am Donnerstag im zweiten Training gestürzt, hatte dabei seinen Helm verloren und war in einen Fangzaun gekracht. Tags darauf präsentierte der 34-Jährige im Abschlusstraining sein malträtiertes Gesicht: Das linke Auge war dunkelblau angelaufen, Pflaster klebten auf Nase und Backe, und zu allem Überfluss hat der Routinier auch noch einige Zähne verloren.Vor dem Start am Freitag aber flachste er noch mit anderen Fahrern herum, Italiens Mitfavorit Dominik Paris machte ein Selfie mit dem Rivalen aus Österreich. Das Rennen steht am Samstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) an.Hemetsberger war auf der Stelvio-Piste bei einer Rechtskurve zu Fall gekommen. Im Rutschen schlug er dann gegen ein Tor, das ihm den Helm vom Kopf riss. „Ich war Gott sei Dank nicht ohnmächtig und habe den ganzen Sturz live miterlebt“, sagte der Sportler. „Ich weiß auch noch alles. Das ist einmal gut, weil mich hat es doch ziemlich auf die Birne gehaut. Das Gute ist, dass ich mir rechts eh kein Kreuzband reißen kann, weil keines mehr drinnen ist.“Nach drei schweren Knie-Operationen fährt Hemetsberger ohne Kreuzband. Das habe zur Folge, dass unter anderem der Unterschenkel nicht adäquat fixiert ist und sogar während der Fahrt verschoben werden kann. „Aber ich habe meine Muskulatur so trainiert, dass ich das im Griff habe“, sagte er zuletzt der „Kleinen Zeitung“ aus Österreich. „Bei mir kann halt auch nichts reißen. Wenn das Schienbein ganz rausgeht, sitze ich halt am Hintern.“Anders als Hemetsberger verzichteten übrigens 21 Fahrer auf das letzte Training in Bormio. Simon Jocher fuhr wie etliche andere nur einige Teile im Rennmodus, die anderen dafür aufrecht stehend und mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Die Trainingszeiten hatten daher keine Aussagekraft. Die Favoriten sind Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni aus Italien, dessen Teamkollege Paris und der Schweizer Weltcup-Dominator Marco Odermatt. (dpa)

Nach ihrem positiven Dopingtest glaubt das italienische Biathlon-Team an die Unschuld von Rebecca Passler. „Wir stehen hinter Rebecca und sind überzeugt, dass sie unschuldig ist und sich alles aufklären wird“, sagte Sportdirektor Klaus Höllrigl im Interview von „Rai News“. Die gesamte Mannschaft sei überzeugt, dass es sich um ein Missverständnis handle. Auch von den anderen Teams habe man viel Zuspruch für Passler erhalten. „Was das Allerwichtigste ist: Wir haben alle ein reines Gewissen“, sagte Höllrigl. Einen Generalverdacht gegenüber dem italienischen Team spüre man nicht. Die Nachricht sei am Montag aus heiterem Himmel gekommen und ein Schock gewesen. „Wir haben uns danach Rat von Psychologen geholt, wie wir jetzt am besten mit der Situation umgehen. Denn natürlich hat die Nachricht das ganze Team hart getroffen“, sagte Höllrigl. Die aus Antholz stammende Passler, wo ab Sonntag die olympischen Rennen der Skijäger stattfinden, wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar laut Italiens Anti-Doping-Behörde positiv auf Letrozol getestet. Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Der 24-Jährigen gehe es den Umständen entsprechend, aber „Rebecca ist eine starke Frau, sie wird es sicher mit der Zeit verarbeiten. Rebecca ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft“, sagte Höllrigl. Passler, die ursprünglich zu Italiens fünfköpfigem Frauenteam für die Winterspiele gehörte, wurde vorläufig suspendiert und verpasst die Rennen in ihrer Heimat. Eine Nachnominierung werde es momentan nicht geben, man plane mit den Medaillenanwärterinnen Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi sowie Hannah Auchentaller und Michela Carrara. Es könnte aber in einem Krankheitsfall oder als Reserve für die Staffel noch eine Skijägerin nachrücken. (dpa)

Olympia 2026: Neue Sportarten und Wettbewerbe in Mailand Cortina

Das Fehlen von Topfavorit Domen Prevc im ersten Olympiatraining hat bei den deutschen Skispringern für Verwunderung gesorgt. „Die kleine Schanze hier ist nicht einfach. Vielleicht rächt sich das“, sagte Philipp Raimund nach den ersten drei Sprüngen auf der Normalschanze in Predazzo am Donnerstagabend. Das slowenische Team um Weltmeister Prevc hatte sich entschieden, erst am Freitag nach Italien zu reisen. Prevc bleiben somit nur die drei Trainingssprünge am Sonntag, um sich vor der Entscheidung am Montag (19.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026 in der ARD und auf Eurosport) an die umgebaute Normalschanze zu gewöhnen. Am Donnerstag blieb er ebenso wie seine Teamkollegen Anže Lanišek und Timi Zajc in Planica. Zur Eröffnungsfeier reiste Prevc dann an, schließlich ist er gemeinsam mit seiner Schwester Nika Fahnenträger. Prevc kann in Italien seinen vierten großen Sieg innerhalb von nur zwölf Monaten holen: Bei WM, Vierschanzentournee und Flug-WM hat er bereits triumphiert. Holt er auch Olympiagold, fehlt ihm von den fünf großen Einzeltiteln nur noch der Gesamtweltcup, diesen führt er derzeit an. Alle fünf Titel hat bislang nur der 2019 verstorbene Finne Matti Nykänen geschafft – in seiner ganzen Karriere wohlgemerkt. (sid)

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele gibt es Ärger um einen der Auftritte bei der Eröffnungsfeier in Mailand: Der Italo-Rapper Ghali hat behauptet, vom Singen der italienischen Nationalhymne ausgeschlossen worden zu sein. Der Zweiunddreißigjährige – außerhalb Italiens wenig bekannt – gehört zu den Künstlern, die bei der Eröffnungsshow vor mehr als 70.000 Zuschauern im San-Siro-Stadion auftreten sollen. Die Hymne soll von der italienischen Sängerin Laura Pausini kommen. Auf seinem Instagram-Account schrieb Ghali, der mit Nachnamen Amdouni heißt: „Ich weiß, warum ich die italienische Nationalhymne nicht mehr singen durfte. (...) Ich weiß auch, dass mein Schweigen Lärm macht. Ich weiß, dass alles ein großes Theater ist.“ Eine genauere Erklärung blieb er allerdings schuldig. Der Mailänder hatte 2024 beim Musikfestival von Sanremo Schlagzeilen gemacht, weil er mit Blick auf Israels Vorgehen im Gazastreifen von „Völkermord“ gesprochen hatte. Aus der rechten Dreierkoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die in Rom an der Regierung ist, hatte es zuvor schon Kritik an Ghalis Auftritt bei der Eröffnungsfeier gegeben. Sportminister Andrea Abodi kündigte an, der Rapper werde „auf der Bühne seine Meinung nicht äußern“. Bei der Eröffnungsfeier müssten „Grundsätze der olympischen Werte“ eingehalten werden. Die kleinere Regierungspartei Lega warf Ghali vorab bereits vor, Italien „demütigen“ zu wollen. (dpa) 

Skeletoni Katie Uhlaender will im Kampf um ihre Olympiateilnahme nicht klein beigeben und hat US-Vizepräsident J. D. Vance um Hilfe gebeten. „Er ist unser Olympiadelegierter und genießt meines Wissens einen guten internationalen Ruf. Ich hielt das für eine gute Gelegenheit, auf die größte Bedrohung für den Sport aufmerksam zu machen: Wettbewerbsmanipulation“, sagte Uhlaender der schwedischen Tageszeitung Expressen. „Ich hatte immer geglaubt, Doping sei die größte Bedrohung für den Sport, aber es ist das hier“, ergänzte Uhlaender. Die zweimalige Weltmeisterin aus den USA fühlt sich vom kanadischen Team um einen Platz bei den Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo betrogen. Uhlaender hatte zuletzt vor der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs CAS eine Abfuhr kassiert. Diese erklärte sich für ihren Fall als nicht zuständig, weil er zu lange zurückliege. Die Einundverizigjährige beklagt „offensichtliche Wettbewerbsmanipulation“ der Kanadier durch den Rückzug von vier Starterinnen bei einem Rennen in Lake Placid. Uhlaender hatte im Januar auf ihrer Heimstrecke gesiegt, durch das kurzfristige Fehlen der Konkurrenz aber nicht die nötigen Qualifikationspunkte für Olympia sammeln können. Kanada hätte einen seiner eigenen Olympiastartplätze verlieren können, wäre das Quartett angetreten. Der Verband wies die Vorwürfe der Manipulation zurück, Grund für den Rückzug sei ein anstrengender Zeitplan gewesen. Eine Untersuchung des Internationalen Bob- und Skeletonverbandes sowie ein anschließender Einspruch von Uhlaender blieben ergebnislos. Am vergangenen Samstag beantragte das US-Olympiakomitee, unterstützt von acht weiteren Ländern, die Schaffung einer Wildcard. Das Schreiben ging auch an IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. (sid)