|
12.02.2026
15:42 Uhr
|
Ukrainer erhält Akkreditierung zurück +++ Deutsche kegeln sich gegenseitig aus Wettbewerb +++ IOC-Präsidentin wird emotional +++ Antrag nach Olympia-Aus +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Nach einer verhängnisvollen Kollision waren die beiden besten deutschen Snowboardcrosser am Boden zerstört: Beim Kampf um eine erhoffte Medaille bei den Olympischen Spielen räumten sich Leon Ulbricht und Martin Nörl in ihrem gemeinsamen Viertelfinallauf selbst ab – ein weiterer Rückschlag für die deutschen Snowboarder, die in Livigno aller Voraussicht nach ohne Medaille bleiben werden. Das war dem Verband schon 2022 in Peking passiert.Wie vor vier Jahren sicherte sich der Österreicher Alessandro Hämmerle die Goldmedaille. In einem spannenden Finale ließ der 32-Jährige wie in Peking den Kanadier Eliot Grondin hinter sich, der abermals Silber gewann. Bronze ging an den früheren Weltmeister Jakob Dusek aus Österreich.In einem packenden Viertelfinallauf lag der zweimalige Gesamtweltcupsieger Nörl zunächst in Führung, fiel dann aber zurück und geriet bei der Aufholjagd zunächst leicht mit dem US-Amerikaner Nick Baumgartner aneinander. Dabei kam der Niederbayer ins Rutschen, schoss Ulbricht ab und landete mit ihm gemeinsam im Fangnetz. „Das ist schon ein bisschen bitter“, sagte der WM-Zweite von 2023 im ZDF.Nörl wunderte sich, dass die Jury den Lauf nicht per Video überprüfte – „dass ich stürzte, hatte mit einem Kontakt zu tun“, betonte er. Er und Ulbricht hätten „sicher nicht zu den Favoriten gehört“, ergänzte er, „aber wir hatten gutes Material und waren wahnsinnig schnell.“ Nörl beendete das Viertelfinale noch als chancenloser Dritter, Ulbricht gab auf. Ulbricht und Nörl waren bereits im Achtelfinale gemeinsam in einem Lauf am Start gewesen, sie belegten die Plätze eins und zwei. Für ihre Teamkollegen Niels Conradt und Julius Reichle war bereits in der ersten K.-o.-Runde Schluss gewesen, beide belegten in ihrem Lauf jeweils Rang vier. (sid)
Erst im Fangzaun, dann auf Wolke sieben: Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson hat beim Super-G in Cortina d'Ampezzo eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Als sie nach ihrem Sturz wohlbehalten am Fuße der Tofana angekommen war, sank ihr Freund Connor Watkins vor ihr auf die Knie und machte ihr einen Heiratsantrag. Johnson schossen die Tränen in die Augen, den Antrag nahm sie ebenso gerührt an wie den dargebotenen Silberring mit blauem Edelstein Watkins stand auf, das Paar küsste sich und Jubel brandete auf. Neben dem Ring überreichte Watkins seiner Verlobten ein Stückchen Holz, in das eine Zeile aus dem Song „The Alchemy“ von Pop-Queen Taylor Swift eingraviert war.Hatte Johnson damit gerechnet? „Das war meine Hoffnung“, sagte sie bei NBC, „aber es ist definitiv viel verrückter, weil alles gleichzeitig passiert, und die Realität so anders ist, als man es sich vorgestellt hat – und so viel besser.“ Die 30-Jährige hatte sich 2022 als bisexuell geoutet und in den Sozialen Medien geschrieben, dass sie „offen darüber sein möchte, wer ich bin“. Johnson ist auch Weltmeisterin in der Abfahrt und der Team-Kombination. Die Hoffnung auf eine weitere Olympia-Medaille erfüllte sich in Cortina aber nicht: In der Team-Kombination wurde sie trotz Bestzeit in der Abfahrt an der Seite von Ski-Königin Mikaela Shiffrin Vierte, im Super-G kam das frühe Aus – mit Happy End. (sid)
Die Schwedin Frida Karlsson hat im Skilanglauf bei den Olympischen Spielen furios ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Die 26-Jährige distanzierte über die 10 Kilometer im Freistil in 22:49,2 Minuten die Konkurrenz. Landsfrau Ebba Andersson holte mit einem Rückstand von knapp 47 Sekunden ebenfalls ihr zweites Silber vor der US-Amerikanerin Jessie Diggins, die völlig ausgepumpt minutenlang im Ziel liegen blieb. Die deutschen Frauen waren erwartungsgemäß im Medaillenkampf chancenlos. Pia Fink aus Bremelau kam als beste DSV-Läuferin als 19. ins Ziel. Helen Hoffmann aus Oberhof lief auf Platz 28. „Das Material hat heute nicht gepasst“, monierte Hoffmann nach dem Rennen. „Bei so einem Abstand weiß ich nicht, ob das nur an mir liegt.“Wie bereits beim Skiathlon und im Sprint dominierten die schwedischen Langläuferinnen das Rennen nach Belieben und sicherten sich Gold und Silber. Damit gewannen die Skandinavierinnen in den bisherigen drei Langlaufrennen dreimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze. In der Staffel am Samstag gilt Schweden daher als klarer Favorit.Medaillenchancen rechnen sich die deutschen Langläuferinnen erst im Team-Sprint am kommenden Mittwoch aus. Vor vier Jahren gelang in Peking Katharina Hennig Dotzler und der wegen einer positiven Dopingprobe gesperrten Victoria Carl ein Gold-Coup. (dpa)
Der entthronte „König der Buckelpiste“ warf wütend und frustriert seine Silber-Ski in den Schnee, hinter ihm sank der Sensations-Olympiasieger auf die Knie. Der Australier Cooper Woods hat dem kanadischen Topfavoriten Mikael Kingsbury die sicher geglaubte Goldmedaille im „Moguls“ noch aus den Händen gerissen.Außenseiter Woods, der noch nie einen Weltcup gewonnen hat, kam im letzten aller Finalläufe wie der 100-malige Sieger Kingsbury auf 83,71 Punkte. Weil der Herausforderer aber die besseren Schwünge (Turns) zeigte und dort auf einen höheren Wert kam (48,4 zu 47,7), erhielt er Gold.„Ah, besser wird's nicht!“, sagte Woods, als er im Schnee kniete und abwechselnd weinte und lachte. Auch der 25-Jährige selbst schien nicht mit seinem Coup gerechnet zu haben, war völlig überwältigt.Kein Wunder: Kingsbury ist die lebende Legende auf der Buckelpiste, der „GOAT“ seines Sports, der Größte, jemals. Mit Olympia aber steht der 33-Jährige, der neunmal Weltmeister war, ein bisschen auf dem Kriegsfuß. Nur 2018 reichte es zu Gold, schon 2014 und 2022 holte er „nur“ Silber.Woods schockte nicht nur den „König“. Hinter Kingsbury gewann Weltmeister Ikuma Horishima aus Japan (83,44 Punkte) Bronze. Dem Schweden Walter Wallberg, Olympiasieger von Peking, blieb in einem hochklassigen Wettkampf der undankbare vierte Platz (82,40). (sid)
Trotz seines Ausschlusses aus dem olympischen Skeleton-Wettbewerb darf der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch seine Akkreditierung für die Winterspiele in Italien doch behalten. Die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees habe auf Antrag von IOC-Chefin Kirsty Coventry den Entzug der Zugangsberechtigung zurückgenommen, teilte die Dachorganisation mit. Damit könne sich Heraskewytsch weiter in besonderen Bereichen wie dem olympischen Dorf aufhalten, auch wenn er nicht an Wettwerben teilnehmen könne. Der 27-Jährige war zuvor kurz vor dem ersten Durchgang im Skeleton-Wettkampf disqualifiziert worden, weil er einen Helm mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen tragen wollte. Dies war ihm mehrfach vom IOC untersagt worden. Politische Botschaften sind Athleten in olympischen Wettbewerben verboten. Die Rückgabe der Akkreditierung geschehe als Ausnahme nach einer „sehr respektvollen Unterhaltung“ zwischen Heraskewytsch und Coventry, teilte das IOC mit. (dpa)
Die deutschen Skeleton-Piloten Axel Jungk und Christopher Grotheer liegen beim vom Ausschluss des Ukrainers Wladyslaw Heraskewytsch überschatteten Olympiarennen in Cortina d'Ampezzo zur Halbzeit auf Medaillenkurs. Jungk (34), Olympiazweiter in Peking vor vier Jahren, hat als Zweiter 0,30 Sekunden Rückstand auf den britischen Weltmeister und Gesamtweltcupsieger Matt Weston. Peking-Olympiasieger Grotheer (33) ist Dritter (+0,46).Auch Olympiadebütant Felix Keisinger (28) hat als Sechster (+0,88) noch Chancen auf Edelmetall. \"Ich denke, ich kann Matt morgen schon noch ärgern“, sagte Jungk selbstbewusst und zeigte sich sehr zufrieden. Weston, der fünf von sieben Weltcuprennen in dieser Saison gewann und sein Ausnahmekönnen unterstrich, ist der große Topfavorit im Cortina Sliding Centre.Der Oberhofer Grotheer war nach einem schwierigen Saisonstart in guter Form nach Norditalien gereist und kämpfte sich mit einem starken zweiten Lauf von Platz vier einen Rang nach vorne. „Es ist eine gute Ausgangsposition“, betonte Grotheer, der am Freitag angreifen will: „Ich habe Bock. Es könnte nach vorne ein bisschen näher sein. Aber es war ein guter Tag.“Die deutschen Skeletonis wollen an den Erfolg von Peking 2022 anknüpfen, als beide Olympiasiege und drei von sechs Medaillen an die Athletinnen und Athleten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) gingen. In Cortina wird erstmals auch eine Entscheidung im Mixed-Team ausgefahren. Im Einzel der Männer fällt die Entscheidung am Freitagabend ab 19.30 Uhr in zwei weiteren Läufen. (sid)
Mit Tränen in den Augen hat Präsidentin Kirsty Coventry ein Scheitern des IOC im Helm-Streit mit dem ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewytsch eingeräumt. „Leider sind wir nicht zu einer Lösung gekommen. Ich wollte ihn wirklich heute im Rennen sehen. Es war ein emotionaler Morgen“, sagte die Chefin des Internationalen Olympischen Komitees. Heraskewytsch war im Disput um seinen Kopfschutz mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen nicht auf Kompromissvorschläge des IOC eingegangen und daher vom olympischen Wettbewerb ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung traf der zuständige Weltverband IBSF. Das IOC entzog dem 27-Jährigen die Akkreditierung für die Winterspiele in Italien.„Niemand, wirklich niemand, besonders ich nicht, widerspricht der Botschaft. Sie ist kraftvoll. Sie ist eine Botschaft des Gedenkens, eine Botschaft der Erinnerung, und niemand lehnt das ab. Die Herausforderung besteht darin, dass wir eine Lösung speziell für die Wettkampfstätte finden wollten“, sagte Coventry. Sie hatte an der Olympia-Bahn noch versucht, Heraskewytsch in letzter Minute umzustimmen. IOC-Sprecher Mark Adams erklärte, Coventry sei auch deshalb besonders emotional gewesen, weil sie als frühere Vorsitzende der Athletenkommission viel Zeit in die Entwicklung des Regelwerks investiert habe. Nach Rückmeldung von rund 3.500 Sportlerinnen und Sportlern sei der Regelrahmen für politische Äußerungen festgelegt worden. „Es geht nicht um die Botschaft, es geht um die Unantastbarkeit des Spielfelds“, sagte Adams.Heraskewytsch habe die Chance erhalten, in mehreren Trainingsläufen mit dem Helm zu fahren. Das IOC hatte ihm zudem angeboten, ausnahmsweise einen schwarzen Trauerflor am Arm zu tragen. Zudem hätte der Ukrainer den Helm auch im Bereich für Medienvertreter zeigen und sein Anliegen erklären dürfen. „Nur für die eine Minute des Wettbewerbs hatten wir ihn gebeten, es nicht zu tun“, erklärte Adams. (dpa)
Emma Aichers Traum von einer weiteren Medaille war nach nicht einmal einer Minute des olympischen Super-G ausgeträumt. Die Zweite der Abfahrt und der Team-Kombination von Cortina d'Ampezzo fuhr nach einem Fehler auf der Tofana an einem Tor vorbei. Auch Kira Weidle-Winkelmann schied aus.Nach acht Starterinnen lag Lokalmatadorin Federica Brignone in Führung. Nur vier Athletinnen hatten zu diesem Zeitpunkt das Ziel erreicht. Auch Ester Ledecka (Tschechien), die Olympiasiegerin von 2018, schied aus.„Die Tore kommen sehr schnell, sei bereit!“, wurde Aicher vom Team noch nach oben an den Start gefunkt. Ganz oben war sie einen Hauch schneller als Brignone, doch schon bei der zweiten Zwischenzeit hatte sie fast eine halbe Sekunde Rückstand. Als Aicher kurz darauf ausgehoben wurde und aus dem Kurs fuhr, gab es im Ziel aufmunternden Applaus.In Speed-Queen Lindsey Vonn (USA), die seit ihrem Sturz in der Abfahrt mit einem Unterschenkelbruch im Krankenhaus liegt, und Peking-Siegerin Lara Gut-Behrami (Schweiz/Kreuzbndriss) fehlten zwei Topfavoritinnen. Weltmeisterin Stephanie Venier (Österreich) hatte ihre Karriere nach dem Titel 2025 beendet. (sid)
Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch will seinen Ausschluss von den Olympischen Winterspielen anfechten. Wie der 27-Jährige im Interview des ZDF ankündigte, will er vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas ziehen. „Wir werden einen Fall für das Cas vorbereiten“, sagte Heraskewytsch.Der Ukrainer durfte nach einer Entscheidung des zuständigen Weltverbands IBSF nicht zum ersten Lauf der Skeleton-Entscheidung antreten. Das Internationale Olympische Komitee entzog ihm die Akkreditierung, weil er sich geweigert hatte, auf seinen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen zu verzichten. Das IOC hatte zuvor entschieden, dass der Helm gegen das Neutralitätsgebot der Olympischen Charta verstößt.„Ich hatte alle Chancen auf eine Medaille, aber wir werden es jetzt nie erfahren“, sagte er: „Mein olympischer Moment wurde gestohlen. Aber es gibt Dinge, die wichtiger sind.“ Heraskewytsch hatte den Helm bereits in den Trainingsläufen getragen und immer wieder betont, dass er dies auch im Wettkampf plane. „Von Tag eins sagte ich: Ich werde diese Athleten nicht verraten. Wir sind auch wegen ihnen am Leben, wegen der Opfer, die sie gebracht haben. Sie verdienen es, hier zu sein.“ Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach nach dem Rauswurf von einem „Moment der Schande“.IOC-Sprecher Mark Adams sagte, die Ad-hoc-Kommission des Cas bei den Winterspielen könne jederzeit kurzfristig zusammentreten, wenn Heraskewytsch offiziell Einspruch einlegen sollte. „Ihre Aufgabe ist es, sehr zeitnah Abhilfe zu schaffen“, sagte Adams. Ob Heraskewytsch nachträglich noch im Skeleton-Wettbewerb starten könnte, sollte er von den Sportrichtern Recht bekommen, sei eine Sache des zuständigen Weltverbands. Am späten Vormittag lief bereits der zweite von vier Durchgängen im Skeleton-Wettbewerb.Politische Botschaften sind laut IOC-Regeln an den Wettkampfstätten untersagt. Die Dachorganisation hatte Heraskewytsch als Kompromiss angeboten, anstatt des Helms ausnahmsweise einen Trauerflor am Arm zu tragen. Das hatte der Ukrainer abgelehnt. Auf dem Helm sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Es gehe dabei nicht bloß um politische Botschaften, „es geht um jede Form einer Message“, sagte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, die im Verlauf eines ZDF-Interviews nach der Entscheidung Tränen nicht zurückhalten konnte. Kern des Falls sei „nicht die Botschaft selbst, sondern der Ort, an dem er sie zum Ausdruck bringen wollte“, hatte das IOC wissen lassen. (dpa/sid)
Justus Strelow kehrt nach seiner Pause im Einzel für den Sprint-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen ins deutsche Aufgebot zurück. Dies teilte der Deutsche Skiverband (DSV) am Donnerstagmorgen mit. Angeführt wird das Quartett von Philipp Nawrath, außerdem gehen Philipp Horn und David Zobel am Freitag (14.00 Uhr/ZDF und Eurosport) über 10 Kilometer an den Start. Lucas Fratzscher muss entsprechend nach seinem 23. Platz aus dem Einzel im Sprint und der anschließenden Verfolgung zuschauen.Mit den größten Medaillenchancen gehen Nawrath und Horn ins Rennen, die im Weltcup in dieser Saison bereits jeweils einmal im Sprint aufs Podest gelaufen waren. Strelow war nach der Bronzemedaille zum Auftakt in der Mixed Staffel im Einzel wegen Belastungssteuerung überraschend nicht berufen worden. Es würde „sehr, sehr viel Energie kosten, aber wir brauchen Justus im Laufe der Olympischen Spiele noch“, hatte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling argumentiert: „Er ist ein ganz, ganz wichtiger Pfeiler dieser Mannschaft.“ (sid)
Im Streit um seinen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen ist der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung traf eine Jury des Weltverbands IBSF. Zudem habe man dem Athleten die Akkreditierung für die Winterspiele entzogen, teilte das Internationale Olympische Komitee mit.Der 27-Jährige wollte nicht auf das Tragen des vom IOC verbotenen Kopfschutzes verzichten und durfte daher auf der Bahn in Cortina d'Ampezzo nicht zum ersten Durchgang an den Start gehen. Das Internationale Olympische Komitee hatte zuvor entschieden, dass der Helm gegen das Neutralitätsgebot der Olympischen Charta verstößt.Politische Botschaften sind laut IOC-Regeln an den Wettkampfstätten untersagt. Die Dachorganisation hatte Heraskewytsch als Kompromiss angeboten, anstatt des Helms ausnahmsweise einen Trauerflor am Arm zu tragen. Das hatte der Ukrainer abgelehnt. Noch kurz vor der Entscheidung hatte Heraskewytsch via Instagram ein Einlenken des IOC und eine Entschuldigung gefordert. Auch bei einem Treffen mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry habe Heraskewytsch keinen Kompromiss akzeptiert, teilte das IOC weiter mit. „Er startet nicht, so ist das Reglement“, sagte IBSF-Präsident Ivo Ferriani der dpa. In mehreren Trainingsläufen war Heraskewytsch mit dem Helm gefahren. Darauf sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte Heraskewytsch.Ein offizielles Gesuch um eine Erlaubnis für den Kopfschutz lehnte das IOC jedoch unter Verweis auf die Regeln für politische Botschaften ab. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt. Heraskewytsch sei es erlaubt, in Interviews rund um den Wettkampf seine Meinung frei zu äußern, hieß es weiter.Der Ukrainer gehörte für die Skeleton-Rennen nicht zum Kreis der Topfavoriten. Er hatte gesagt, eine Medaille sei „wertlos im Vergleich zu Menschenleben und der Erinnerung an diese Athleten“. Zuspruch hatte er von anderen Mitgliedern der ukrainischen Olympia-Delegation und auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erhalten. (dpa)
Nach der knapp verpassten Bronzemedaille im Biathlon-Einzel bei den Olympischen Winterspielen verordnet sich Vanessa Voigt eine Social-Media-Pause. „Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders. Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen“, schrieb die 28 Jahre alte Thüringerin bei Instagram. Zuvor hatte sie der ARD gesagt: „Klar, es sind wieder diese ewigen Themen, Laufzeit, Schießzeit, ich werde es jetzt schon wieder hören im Internet, wie es wieder drunter und drüber geht.“ Aber sie habe ohne Schießfehler ihr Bestes gegeben, „ich habe im olympischen Rennen wieder meine beste Leistung ausgepackt, ich kann mir nichts vorwerfen“.Voigt sah sich mit Kritik und Hass-Nachrichten konfrontiert, nachdem sie bei Olympia zum zweiten Mal nacheinander über 15 Kilometer das Podest verfehlt hatte. Am Mittwoch fehlten 12,9 Sekunden zur Medaille. „Während viele wieder kritisch über meine Laufzeit und Schießzeiten sprechen, stehe ich hier – und bin verdammt stolz“, schrieb Voigt nach ihrem stärksten Saison-Auftritt: „Denn kaum jemand redet über den Leistungs- und Trainingsrückstand, der entsteht, wenn ein Großteil einer vorolympischen Weltcupsaison wegbricht.“Im vergangenen Jahr hatte sie ihre Saison vorzeitig abbrechen müssen, weil ihr Körper streikte. Auch eine Teilnahme an der WM in der Schweiz war im Frühjahr 2025 unmöglich. Voigt kämpfte sich in der Saisonvorbereitung wieder an das Weltcup-Niveau heran. Die Olympia-Qualifikation schaffte sie souverän, außerdem stand sie mit der Frauen-Staffel in diesem Winter schon auf dem Podest. Auch der Olympia-Auftakt gelang, mit der Mixed-Staffel hatte Voigt am Sonntag überraschend Bronze gewonnen.Vier weitere Renneinsätze sind für sie in Südtirol noch möglich. „Es ist noch nicht vorbei. Das war erst die zweite Medaillenchance“, schrieb Voigt. Insgesamt hat sie mit Staffeln in ihrer Karriere bereits jeweils zwei Medaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gewonnen. (dpa)
Im Helm-Streit mit dem IOC fordert der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch kurz vor Beginn des olympischen Rennens erneut ein Einlenken des Internationalen Olympischen Komitees. „Ich hoffe sehr auf eine Antwort vor dem Start des Skeleton-Wettbewerbs“, teilte 27-Jährige am Morgen auf Instagram mit. Er will weiter den vom IOC verbotenen Kopfschutz mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen tragen. Der erste von vier Läufen in Cortina d'Ampezzo beginnt um 9.30 Uhr. Heraskewytsch hat die Startnummer 11. Das IOC hatte zuvor auf sein Regelwerk verwiesen und könnte den Ukrainer aus dem Rennen nehmen, sollte er tatsächlich mit besagtem Helm antreten. Im Training war Heraskewytsch damit angetreten.„Ich wollte nie einen Skandal mit dem IOC und ich habe ihn nicht erschaffen“, schrieb Heraskewytsch. Er forderte das IOC auf, den Bann gegen den Helm aufzuheben. Zudem verlangte er eine Entschuldigung für den Druck, der auf ihn in den vergangenen Tagen ausgeübt worden sei. „Wir wollen, dass er teilnimmt. Wir wollen wirklich, dass er seinen Moment hat“, hatte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch gesagt. Zuvor hatte das IOC jedoch entschieden, dass der Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Der Athlet dürfe ausnahmsweise im Wettbewerb einen Trauerflor tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern, hieß es. Heraskewytsch zeigte sich an einem Kompromiss nicht interessiert. Auf dem Helm sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)
Der französische Eistänzer Guillaume Cizeron hat Olympia-Geschichte geschrieben. Vier Jahre nach dem Olympiasieg in Peking mit Gabriella Papadakis gewann der 31-Jährige nun bei den Spielen in Italien Gold mit Laurence Fournier Beaudry. Cizeron ist damit der erste Eiskunstläufer, der mit verschiedenen Partnerinnen olympisches Gold im Eistanz gewann.Mit der gebürtigen Kanadierin Fournier Beaudry, die erst seit wenigen Monaten die französische Staatsbürgerschaft besitzt, verwies er die in den vergangenen Jahren dominierenden US-Stars Madison Chock und Evan Bates trotz eines eigenen Patzers und nach umstrittenen Bewertungen auf Platz zwei.Allerdings wird das neu zusammengestellte Erfolgsduo auch von Kontroversen um ihre Ex-Eistanzpartner begleitet. Im vergangenen Monat veröffentlichte Papadakis ein Buch, in dem sie beschreibt, dass es in ihrer Beziehung zu Cizeron keine Augenhöhe, sondern vielmehr ein starkes Gefälle gebe. Sie schrieb von einem stark kontrollierenden und fordernden Partner. Cizeron hatte sich kritisch über den Zeitpunkt der Veröffentlichung kurz vor den Winterspielen geäußert und die Vorwürfe als „Schmutzkampagne“ zurückgewiesen.Fournier Beaudrys früherer Eistanzpartner Nikolaj Sørensen, der dem Vernehmen nach auch ihr aktueller Lebenspartner ist, war 2024 nach einer Untersuchung wegen des Vorwurfs der sexuellen Misshandlung von der kanadischen Sportintegritätsbehörde für sechs Jahre gesperrt worden. Sørensen soll demnach 2012 eine US-Eiskunstlauftrainerin und frühere Läuferin sexuell missbraucht haben. Fournier Beaudry betonte aber stets die Unschuld Sørensens.Im vergangenen Juni wurde die Sperre aus Zuständigkeitsgründen aufgehoben. Der gebürtige Däne Sørensen war zu dem Zeitpunkt weder kanadischer Staatsbürger noch für das kanadische Team aktiv gewesen, wie es hieß. Der Fall ist weiter in der Schwebe. (dpa)